Starhopping zu Deep-Sky-Objekten....

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Martin_Wylicil

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Hallo Sternenfreunde,

nach 8 Monaten Pause endlich wieder Zeit UND freier Himmel UND kein Mondlicht zur Deep-Sky-Beobachtung!

Mit 12-Zoll Newton, 1500 mm Brennweite auf Dobson-Montierung und neuer Brille (superscharf, Astigmatismusausgleich) hatte ich große Erwartungen... nicht enttäuscht!

Methode: Karkoschka (2004 zugelegt), drehbare Kosmos-Sternscheibe und dann Star-Hopping... etwas mühsam, aber funktioniert fast immer.

Zum Warmmachen um 20:00 Uhr fast im Zenit M57 Ringnebel in der Leier: Leicht verwaschen, aber doch wie ein Donut erkennbar, bis zu 7 mm runter mit William Optics UWAN. Hätte mir noch bessere Kontrastierung gewünscht, aber blieb etwas "schlierig". Dann gleich hinüber zu M56 Kugelsternhaufen auf ⅔-Weg zu Beta Cygni; hier war ich überrascht, nach ordentlicher Dunkel-Adaptation tolle Auflösung in Einzelsterne, gleiche Vergrößerung wie oben.

Via Sagitta, ausgehend von Gamma Sagittae, schneller Hupfer zu M27 Hantelnebel; zwar als Hantel erkennbar, aber sehr diffus; Nebelfilter brachten nicht mehr. Nochmal zurück in das Sternbild zu M71 Kugelsternhaufen auch wieder sehr fein in Einzelsterne aufgelöst, man "verliert" sich darin..

Vor drei Jahren hatte ich (nach 8-jährigem "Hobbybetrieb") endlich erstmalig den Nordamerikanebel gesehen, war gespannt, ob es heute wieder klappen würde... ja, mit Omega SWAN 38 mm plus OIII-Filter 7000 Nordamerikanebel, hat zwar nicht ganz in das Gesichtsfeld gepasst, war aber eindeutig. Schon mal in der Gegend, zunächst der Versuch ohne Filter die Schleinernebel zu sichten - nicht zu finden. Dann wieder mit OIII-Fillter: Sofort und gut kontrastiert zunächst 6992 und dann 6960 Cirrusnebel, sehr eindrucksvoll, elegant "geschwungen".

Dann ging es weiter Richgung Pegasus und Perseus. M15 Kugelsternhaufen wieder schön aufgelöst, ein bißchen wie Mehlstaub. War natürlich ob der Helligkeit des Objektes leicht zu finden. Dann wurde es aber schwierig bei der Suche nach 7331 Galaxie. Mit dem Übesichtsokular (38 mm, s.o.) dann endlich nach langem "hin und her" entdeckt; überraschenderweise besser zu sehen bei hoher Vergrößerung mit 7 mm, länglich stabförmig.

Als letzte Herausforderung dann M76 Planetarischer Nebel, erst schwierig zu finden, per Star-Hopping dann aber genau lokalisiert; erst mit OIII-Filter bei Omega SWAN 38 mm gut zu sehen, und dann ohne Filter mit dem Televue Radian 8 mm auch sehr gut, angedeutet hantelförmig.

Mich fasziniert immer wieder die Exaktheit, mit der der Himmel vermessen und katalogisiert wurde, und dass man mit einfachen MItteln - Buch, Sternkarte, Teleskop - am Himmel spazierengehen kann und die beschriebenen Objekte doch - mehr oder weniger leicht - lokalisieren kann. Sehr schönes Erlebnis!

Euch auch viel Spaß beim Beobachten,

Martin
 
Hallo Martin,

schöner, detaillierter Bericht. Da hast du ja eine ähnliche Himmelstour gemacht wie ich letztens: 12 Zoll unter Landhimmel. Ich bin aber mittlerweile auf Telrad umgestiegen, mehr aus Bequemlichkeit weil der am Dob halt bereits vorhanden war. Ist vllt auch für dich eine Überlegung wert, zumal du ja auch ein sehr gutes Übersichtsokular dein Eigen nennst, bei dem das Objekt eigentlich immer sofort im Visier sein sollte.

Ohne OIII-Filter geht bei vielen Planetarischen Nebeln anscheinend nichts in useren NRW-Gefilden. Die kleine Hantel konnte ich allerdings sofort deutlich, wenn auch klein, ohne Filter erkennen.

Hast du zum Vergleich auch einen UHC-Filter? Ich überlege welche Anschaffung vernünftiger ist, OIII oder UHC.

VG & CS
Klaus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Klaus,

danke für Dein feedback. Telrad hatte ich tatsächlich schon überlegt, wird wahrscheinlich meine nächste Anschaffung.

Bezüglich Nebelfilter habe ich keine großen Erfahrungen, da ich zu selten beobachte; habe beide Filtertypen, aber nur der OIII hat mir bis jetzt wirklich was gebracht (Rosettennebel, Cirrus, Nordamerika....).

Vielleicht hilft dir der Übersichtsartikel von Sven Wienstein weiter oder Du kennst ihn vielleicht schon?

Schön, Dein Beobachtungsbericht, haben wir tatsächlich fast die gleiche "Tour" gemacht. Andromeda habe ich mir einen Tag später noch angesehen, aber hier gelingt es mir bis heute noch nicht, irgendwelche Strukturen zu sehen. Werde es mal mit der von Dir vorgeschlagenen "Wackeltechnik" probieren. Leider zur Zeit keine Möglichkeit, da es hier schneit.....

Gruß und CS,

Martin

 
Hallo Martin,


den Namen Sven Wienstein hatte ich schonmal irgendwo hier gelesen, ich kenne ihn aber nicht. Danke für den Tipp!

VG & CS Klaus
 
Noch zum Thema Andromedanebel: Ich hatte einen Himmel, der so schlecht nicht war. Ich glaube bei M 31 reichen ein paar Mikrolux mehr Hintergrundhelligkeit, und alles versuppt im Nichts. "Wackeln" muss man übrigens nur ganz leicht in einer Achse, es darf nicht zum Zittern des Tubus' kommen. Bei mir hat es was gebracht. Wunder darf man davon natürlich nicht erwarten.

VG & CS nochmal
Klaus
 
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