Startest beim 350mm f/5,1 Newton

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Achim

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Hi Leute, bin mir nicht sicher, ob dies das richtige Board ist, ich poste einfach mal:

Heute war es soweit: 1. Startest mit PHOENIX, dem 350er f/5,1 Newton. Lade neben genannten Teleskop noch mein einige Wochen altes Reiseteleskop mit ein, ein 80 / 480 Vixen Refraktor (Shuttle-Scope), den ich direkt von Vehrenberg für 200 Euro incl. Zubehör erstanden hatte (Neuware!), das Zubehör habe ich - da bereits vorhanden - für 90 Euro verkauft, so dass mich das Gerät insges. 110 Euro gekostet hat. Montiert ist das ganze auf einem modifizierten 2nd Hand Cullman Fotostativ ( Ganzmetall-Dreieckablage, Schiene mit Gegengewicht zum Ausballancieren), aber ich schweife ab.

Fahre an den gewohnten Spechtelplatz. Im Stockdunklen ist der Dobson in deutlich unter 5 Minuten aufgebaut, als Stangenbefestigung dienen paarweise Klemmblöcke mit Sattelschnellspannern, insges. 8 mal Klick, fertig. Will schnell mit Laser justieren ... Batterie fast leer! Beim Einschalten reicht die Spannung ein paar Sekunden, dann wird es richtig flau. Mit einigen ein- und ausschalten ist der Newton in etwa justiert - meine ich.

Peile erstmals auf Saturn ... erst im 32er, na, nicht sonderlich scharf. Dann mit dem 7er Oku ... oh je! Ist der Spiegel längst nicht so gut wie gemessen? Ruhe bewahren, sage ich mir, und peile auf Polaris. Als Standort hatte ich wegen Luftzugs den Windschatten einer Buschgruppe gewählt. Prüfe die Justage ... der FS-Schatten ist längst nicht zentrisch. Will mit den HS-Schrauben einstellen, dabei wandert der Stern bei geringem Verstellen fast bis aus dem Gesichtsfeld. Puh - ist das empfindlich. Ich bin bisher nur langsame Newton (f/8) gewohnt, der f/5,1 verhält sich da ganz anders.
Problem: Luftwabern, sprich Seeing, lokales Seeing. Der Spiegel war schon 2h im Freien, hier auf dem Feld ist die Temperatur sicherlich noch 2 Grad niedriger als in der Siedlung, ca. -3 Celsius. Problem: Körpertemperatur. Wenn ich mit der Hand unter den FS-Korb gehe, kann ich bei stark defokussiertem Bild deutlich Warmluftschlieren aufsteigen sehen. Ich sitze wie beim Volltubus-Newton gewohnt mit den Beinen unter dem Tubus, muss mir evtl. eine mehr seitliche Stellung angewöhnen.

Dann geht es los: Nehme das 7er Siebert-Oku: 256-fach, AP 1,37mm, eigentlich noch etwas zu wenig vergrößert. Doch selbst da sehe ich ein einziges Wabern, relativ hochfrequent, ohne Pausen. Hmm... Vielleicht hilft warten.

Zwischenzeitlich betrachte ich M31 / M32 / M110 im Refraktor bei 15-fach; Endlich einmal die Andromedagalaxie auf einen Blick im GF. Es ist ordentlich Dunkel, GH ca. Mag 5,5. Auch M110 ist gut mit dem 80mm-Instrument erkennbar. Nach 10min zurück zum Newton.

Keine Änderung, Mist! Um den lokalen Seeing Herr zu werden schleppe ich das Teleskop (17,7 kg Spiegelbox samt Stangen und FS-Korb, Okuauszug und Quickfinder; 5,3 kg Rockerbox samt Aufstelldreieck = 23kg total, noch ohne Newton-Sucher) etwa 20m weiter, in den Luftzug. Beim Peilen auf Polaris sitze ich im Lee. Ja, so ist es besser, doch immer noch ist das Seeing schlecht. Nahe am Fokus erkenne ich, das der FS-Schatten nicht mittig ist, justiere am HS nach, wird besser, muss dabei das Teleskop jeweils neu ausrichten. Nun reicht es mit Geduld zur Beurteilung bei AP 1,37mm:

Extrafokal, ca. 1/10 Drehung im HC2 Kineoptics Helical-Fokussierer: klar definierter Innerer und Äußerer Ring, etwa gleichhell, äußerer Ring eine Spur breiter. Dazwischen 2 schmalere Ringe, gleichmäßig hell. Zentral ein kleiner Lichtpunkt im FS-Schatten.

Intrafokal, ca. 1/10 Drehung: ebenfalls innerer und äußerer Ring gleichmäßig hell, dazwischen 2 Ringe, Kontrast aber etwas geringer als Extrafokal. Die Dunkelzonen zwischen den Ringen sind nicht ganz so deutlich.

Permanentes Wabern macht die Beurteilung schwierig. Peile auf Saturn: Ordentliches Bild bei 256-fach, deutlich Cassini, Bänder der Atmosphäre, 3 Monde. Vor 3 Wochen hatte ich jedoch im 8-Zöller ein deutlich besseres Bild gesehen. Verfolge 10 Min Saturn, ab und an ist der Planet deutlich schärfer als meist zu erkennen.

Versuche es mit 7mm + 2-fach Barlow = 512-fach, AP 0,68mm: Wabern ohne Ende, zunächst schaffe ich keine Interferenzringe. Nach einigen Minuten und abermaligem Nachjustieren (FS-Schatten nahe am Fokus nicht ganz zentrisch) erkenne ich ähnliches wie zuvor, nur habe ich den Eindruck, dass Extrafokal der Innere Ring leicht stärker betont war als der äußere.

Peile auf M42, gar nicht schlecht bei geringer Vergrößerung, bei 138-fach im 13er ein schöner Anblick, deutlichst das Trapez, jedoch ohne E- bzw. F-Komponente, da fehlt das Licht des unbelegten Spiegels, auch ist das Auffinden stark seeingabhängig.

Jupiter: Besser als gedacht, richtig gut! Deutlich bei 256-fach, im 8-Zöller bisher kaum besser gesehen.

Überprüfe das Seeing mit dem Refraktor: auch hier nur mäßige Abbildungen bei höheren Vergrößerungen, das beruhigt mit etwas.

Zur Mechanik: Sowohl in Deklination und Azimut ist der Dobson leichtgängig und ruckelfrei. Sekundenbruchteile nach dem Loslassen steht das Bild. Die Konstruktion federt fast gar nicht, bei 256-fach federt das Bild etwa 1/10 der GF zurück. Insgesamt spürbar besser als beim 8-Zöller.

Fazit: Eine Gewisse Unsicherheit. Ich bin mir fast sicher, dass der Newton nicht völlig korrekt justiert war, andererseits ist dies ohne Belegung (für mich) ziemlich schwierig, bin auch nur f/8 gewöhnt. Zukünftig heißt es vor dem Spechteln regelmäßig justieren.
Spiegelqualität: Ich konnte kaum einen Fehler beim Startest erkennen, jedoch waren die Rahmenbedingungen recht schlecht, nicht Gut genug für eine finale Beurteilung, was tun?
Warten auf bessere Bedingungen oder wegschicken? Die Messwerte der Parabel waren exzellent, besser noch als beim zerbrochenen Rohling.

Also: was Tun??

Fragende Grüße

Achim
 
Hallo Achim,
Das kenne ich gut! Es dauert ein paar Nächte bis man die tatsächliche Spiegelqualität von den Störeinflüssen getrennt hat. Was Du beschreibst kann durchaus auf einen guten Spiegel zutreffen.
Ich würde mal eine Socke basteln (entschuldige Stathis) also eine schwarze Tuchhülle, um die Körperwärme aus dem Teleskop rauszukriegen. Dann gibt es bestimmt gelegentlich mal eine Nacht, die besseres Seeing bietet.
Du könntest ja auch einen Ventilator basteln, der die Luft über dem Spiegel schneller wegbläst.
Was mir bei deiner Beschreibung gefehlt hat ist die Beschreibung der Fangspiegelschatten intra und extrafokal. Sie sollten in gleichem Abstand vom Fokus auftauchen und gleich groß sein. Das ist das deutlichste Zeichen für Unter- oder Überkorrektur, aber sehr empfindlich. Bei einer TDE hättest du intrafokal ein kontrastarmes und ausgefranstes fusseliges Bild, extrafokal mehr Kontrast in den Ringen.
Du kannst, um das sicher auszuschließen, eine Maske machen, mit der die äußeren 5mm des Spiegels abgedeckt werden.
Grüße Martin
 
Hi Martin,

ich meine, daß die FS-Abschattung intra- und extrafokal bei gleichem Abstand auch gleich groß war, werde aber nächstes mal speziell darauf aufpassen. Lüfter habe ich auch Vorgesehen und eingebaut, einen 8cm PC-Lüfter von unter Zentral, zum Spiegelabkühlen, einen kleinen 4cm Lüfter quer, um über dem Spiegel stehende Warmluft wegzublasen. Nur ist mit die Steckverbindung kaputt gegangen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Also: erstmal weitertesten!

Besten Dank für die Hinweise

Achim

p.s. den Suiter hatte ich mir schon zugelegt, bin aber erst mit dem erste Drittel durch
 
Re: Der schreit nach Aluschicht

Hallo Achim, wa ich hier lese entzückt mich mit Freude.

Ich kann mich meinen Vorrednern nicht ganz anschliessen und kann nur anraten, ihn zum Verspiegeln zu schicken. Sollte sich das, was du hier schreibst bestätigen, hättest du sogar einen ziemlich guten Spiegel gebastelt. Ich wette jedenfalls jetzt schon um dein gutes Glas, dass du ihn nicht mehr anfassen wirst.

Die Details:
Extrafokal, ... klar definierter Innerer und Äußerer Ring, etwa gleichhell, äußerer Ring eine Spur breiter. Dazwischen 2 schmalere Ringe, gleichmäßig hell.
Intrafokal, ... ebenfalls innerer und äußerer Ring gleichmäßig hell, dazwischen 2 Ringe, Kontrast aber etwas geringer als Extrafokal. Die Dunkelzonen zwischen den Ringen sind nicht ganz so deutlich.

Das bedeutet richtige Korrektur, sonst wäre die Erscheinung der innersten und äußersten Ringe zu beiden Seiten des Fokus nicht so gleichmäßig. Dass der Fangspiegelschatten gleichschnell zu beiden Seiten des Fokus kommt, bestätigt auch richtige Korrektur - und dieser Test ist gemein empfindlich.

Aus dem etwas geringeren Ring- Kontrast intrafokal und dem leicht breiterem Außenring außerfokal folgt höchstens ein Hauch Überkorrektur am Rand (abgesunkener Randbereich). Aber vorsicht, der Spiegel war da ja nioch nicht richtig ausgekühlt. Später schreibst du ja
erkenne ich ähnliches wie zuvor, nur habe ich den Eindruck, dass Extrafokal der Innere Ring leicht stärker betont war als der äußere.
, was eher Richtung Unterkorrektur oder auf einen hohen Rand (unterkorrigierten Rand) hindeutet.

Wenn du es genau wissen willst, musst du mit Krepppapier den Rand abblenden und gucken, ob und wie sich die Verhältnisse ändern. Dann kanst du genauer abschätzen welche Zonen für welche Fehler verantwortlich sind. Siehe Details unter Sterntest am 24" in meinen Webseiten.

Aber nochmal mein Tipp: Man kann sich auch zu tode testen - also Alu drauf und ab damit auf's Orion Trapez (mit Komponente E&F)

Wie du siehst, Scherben bringen Glück.

p.s.
Du schuldest uns noch Bilder vom Teleskop. Aufbau in 5 Minuten im Dunken - das klingt gut, 23 kilo und trotzdem stabil klingt sogar sehr vielverspechend.

p.p.s. @Martin:
Was die Socken angeht , die nehme ich auch gegen kalte Füße <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> . Die qualmenden Radfahrer Oberschenkel sollte man jedoch aus dem Weg halten. Vielleicht solltest du mehr Turnübungen machen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />


 
Re: Der schreit nach Aluschicht

Was die Socken angeht , die nehme ich auch gegen kalte Füße . Die qualmenden Radfahrer Oberschenkel sollte man jedoch aus dem Weg halten. Vielleicht solltest du mehr Turnübungen machen?

Jou, man kann sich natürlich auch einfach 3 Paar Socken anziehen und drei paar Hosen, das isoliert auch die Umwelt von der Körperwärme <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Ich hoffe ja, daß wir bald wieder auf solche Hilfsmittel verzichten können.
Grüße Martin
 
Test die 2.

Hi Leute,

heute habe ich einen zweiten Versuch gestartet. Zunächst Zuhause den Justierlaser mit neuen Batterien bestückt, dann fast eine Stunde mit justieren des Justierers verbracht ... grrr.

Gegem 20.30h wieder auf freiem Feld gleich Polaris angepeilt. Die HS-Justage wollte ich am Stern durchführen, mit unbelegtem Spiegel fehlen mir Reflektionsbilder, um dies zu Hause machen zu können.

Je näher am Fokus umso deutlicher wird die ungenügende Justage. In bewährter Manier versuche ich den FS-Schatten in die Mitte zu bekommen, es will nicht gelingen. Manchmal reichen einige Grad Drehung an den Justierschrauben, um einen Effekt zu erkennen, manchmal geschieht bei einer vollen Umdrehung nichts. Bin erst erstaunt, dann unsicher, schießlich ratlos, bis ich nach sicherlich insges. 30min auf den Trichter komme: Die Gurtschlinge hat sich etwas gelöst, so daß der Spiegel auf den Sicherheitsrollen anliegt. Effekt: manchmal liegt der HS gar nicht auf allen Stützdreiecken auf (18-Punkt-Lagerung), da kann ich lange nach unten drehen, wenn der Spiegel dort in der Luft hängt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" /> .

Habe mir provisorisch beholfen, ab und an am HS geruckelt, bis der Spiegel halbwegs justiert war. Ergebnis: wie am Vortag, Seeing nicht berauschend. Ich meine, der Spiegel hat keinen gravierenden Mangel, er bleibt wie er ist.

Sollen mir die Spezialisten bein nächsten ITV die Meinung sagen.

Nächste Woche geht es ab zum Beschichten, bis das Teil zurück ist, brauche ich noch eine Streulichtabschattung (dünne schwarze Isomatte habe ich bisher nirgends gefunden) und eine Lösung für die Gurtschlinge.

Beste Grüße

Achim
 
Re: Test die 2.

Hallo,
Erst mal 5 cm doppelseitiges Klebeband zwischen Gurtband und Spiegel, damit der Spiegel nicht völlig vom Gurt rutscht.
Wie dein Gurtband befestigt ist weis ich natürlich nicht, das darf sich nicht lösen, denn sonst liegt der Spiegel nicht richtig in der Zelle, da kann man dann nichts richtig beurteilen.
So schlecht kann der Spiegel gar nicht sein, daß da irgend jemand etwas zu meckern haben sollte! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Gratuliere jedenfalls erst mal zum fertigen Spiegel!
Grüße Martin
 
Hi Achim,

kenne mich mit der Newton-Justage überhaupt nicht aus, aber ich würde mal auf äußerst schlechtes Seeing tippen. So ein Seeing hatte ich auch letzten Samstag. Selbst bei nur 31x Vergrößerung war ein gewabber sichtbar. Bei 67x blähten sich die Sterne zu kleinen Bällchen auf. Mein Tip: Mal besseres Seeing abwarten und mit "frischem" Laser justieren.

Gruß

Lots
 
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