Clavius
Aktives Mitglied
Moin Glaskratzer,
wollte euch mal einen kurzen Zwischenbericht geben. Bin grade beim Polieren meines Bullaugenspiegels. Neulich ist mir ein kleines Maleur passiert:
Um es besonders gut zu machen, habe ich den trockenen Spiegel auf das Pechtool über Nacht gelegt, damit sich beide gut anpassen.
Macht das bloß nicht, denn am Morgen danach ging nichts mehr. Glas und Pech klebten unglaublich fest aneinander. Alle Bemühungen wie warmes Wasser, drücken usw. zeigten keine Wirkung. In ca. 4 h bewegten sich beide um ca. 6mm zueinander.
Daher habe ich die beiden unter gelinder Gewaltanwendung mit einem Holzschaber getrennt. Dadurch splitterte jedoch das Pech und außerdem klebte es nun auch am Spiegel.
Also habe ich alles Pech vorsichtig abgeschlagen und entsorgt, da es mit Gips und Farbe kontaminiert war. Zum Glück passierte dem Glas nichts.
Das Pechhaut musste ich neu gießen. Die neue Haut klebte aber teilweise nur schlecht auf der lackierten Unterlage (irgendein Farblack) und ging an einer Bahn zu ¼ wieder ab. Ich gieße das Tool übrigens so, dass sich nach Abziehen des Gewebebandes vom Gips Streifen ergeben.
Bei den ersten Polierversuchen stellte ich dann fest, dass die Pechhaut sich nicht ausreichend an das Glas angepasst hatte.
Zwischenzeitlich hatte ich mich schon damit abgefunden, wiederum ein neues Tool zu gießen. Ein Anruf bei Rüdiger Heins ließ mich dann einen letzten Rettungsversuch starten: Mit einer Heißluftpistole und 500W brachte ich das Pech zum schmelzen so dass es sich gut mit dem Gips verbinden konnte. Danach habe ich dann schnell den mit Poliermittel benetzten Spiegel auf das Tool gepresst und mit Gewichten beschwert. Das hat dann letztlich funktioniert! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Ich habe dann ca. 45 Minuten poliert. Der Rand poliert schneller aus, die Mitte spiegelt zwar aber ist deutlich matter. Bei Wendske steht, dass soll der Idealfall sein und Rüdiger drückte sich ähnlich aus.
Trotzdem habe ich gestern einen ersten Test am Mond gemacht! Dazu legte ich den Spiegel im Garten so auf einen Stuhl, dass er mit seiner optischen Achse in etwa auf den Mond wies. Dann stellte ich mich davor ebenfalls auf einen Stuhl und brachte mich sozusagen als Fangspiegel direkt vor den Spiegel in den Strahlengang.
Mit einem langbrennweitigen Okular habe ich doch dann tatsächlich ein erstes Bild mit dem Spiegel sehen können!!! Alle Details des Mondes wie Krater oder deren Schlagschatten konnte ich recht gut und scharf erkennen. Wenn man bedenkt, dass das Glas Pi mal Daumen ausgerichtet war!
Das war mehr als ich erwartet hatte! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Nun poliere ich den Spiegel erstmal aus und baue dann einen Foucaulttester um den Spiegel auf die Sphäre und später auf die Parabel prüfen zu können.
Um eine weiter verbesserte Anpassung des Pechs ans Glas zu erzielen wrde ich beim nächsten Durchgang dsas Tool mit der Pechseite in heißes Wasser halten und dann das Tool mit Gewichten auf die benetzte Spiegeloberfläche legen.
Ich denke so 1 Stunde. Geht das oder sind andere Zeiten empfehlenswerter?
Gruß und
wollte euch mal einen kurzen Zwischenbericht geben. Bin grade beim Polieren meines Bullaugenspiegels. Neulich ist mir ein kleines Maleur passiert:
Um es besonders gut zu machen, habe ich den trockenen Spiegel auf das Pechtool über Nacht gelegt, damit sich beide gut anpassen.
Macht das bloß nicht, denn am Morgen danach ging nichts mehr. Glas und Pech klebten unglaublich fest aneinander. Alle Bemühungen wie warmes Wasser, drücken usw. zeigten keine Wirkung. In ca. 4 h bewegten sich beide um ca. 6mm zueinander.
Daher habe ich die beiden unter gelinder Gewaltanwendung mit einem Holzschaber getrennt. Dadurch splitterte jedoch das Pech und außerdem klebte es nun auch am Spiegel.
Also habe ich alles Pech vorsichtig abgeschlagen und entsorgt, da es mit Gips und Farbe kontaminiert war. Zum Glück passierte dem Glas nichts.
Das Pechhaut musste ich neu gießen. Die neue Haut klebte aber teilweise nur schlecht auf der lackierten Unterlage (irgendein Farblack) und ging an einer Bahn zu ¼ wieder ab. Ich gieße das Tool übrigens so, dass sich nach Abziehen des Gewebebandes vom Gips Streifen ergeben.
Bei den ersten Polierversuchen stellte ich dann fest, dass die Pechhaut sich nicht ausreichend an das Glas angepasst hatte.
Zwischenzeitlich hatte ich mich schon damit abgefunden, wiederum ein neues Tool zu gießen. Ein Anruf bei Rüdiger Heins ließ mich dann einen letzten Rettungsversuch starten: Mit einer Heißluftpistole und 500W brachte ich das Pech zum schmelzen so dass es sich gut mit dem Gips verbinden konnte. Danach habe ich dann schnell den mit Poliermittel benetzten Spiegel auf das Tool gepresst und mit Gewichten beschwert. Das hat dann letztlich funktioniert! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Ich habe dann ca. 45 Minuten poliert. Der Rand poliert schneller aus, die Mitte spiegelt zwar aber ist deutlich matter. Bei Wendske steht, dass soll der Idealfall sein und Rüdiger drückte sich ähnlich aus.
Trotzdem habe ich gestern einen ersten Test am Mond gemacht! Dazu legte ich den Spiegel im Garten so auf einen Stuhl, dass er mit seiner optischen Achse in etwa auf den Mond wies. Dann stellte ich mich davor ebenfalls auf einen Stuhl und brachte mich sozusagen als Fangspiegel direkt vor den Spiegel in den Strahlengang.
Mit einem langbrennweitigen Okular habe ich doch dann tatsächlich ein erstes Bild mit dem Spiegel sehen können!!! Alle Details des Mondes wie Krater oder deren Schlagschatten konnte ich recht gut und scharf erkennen. Wenn man bedenkt, dass das Glas Pi mal Daumen ausgerichtet war!
Das war mehr als ich erwartet hatte! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Nun poliere ich den Spiegel erstmal aus und baue dann einen Foucaulttester um den Spiegel auf die Sphäre und später auf die Parabel prüfen zu können.
Um eine weiter verbesserte Anpassung des Pechs ans Glas zu erzielen wrde ich beim nächsten Durchgang dsas Tool mit der Pechseite in heißes Wasser halten und dann das Tool mit Gewichten auf die benetzte Spiegeloberfläche legen.
Ich denke so 1 Stunde. Geht das oder sind andere Zeiten empfehlenswerter?
Gruß und