Steigende Frachtkosten durch geopolitische Risikolage ?

Uranotopia_CM

Aktives Mitglied
Hallo liebe Astrofreunde,
ich wollte mal eine kleine Diskussion eröffnen zur Frage steigernder Frachtkosten, Lieferkettenprobleme durch die aktuelle geopolitische Risikolage (u.a. Sperrung der Straße von Hormus, lt. diverser Nachrichten sitzen 200 bis 250 Frachtschiffe - eben nicht nur mit Öl und Gas- im Roten Meer fest).

Wir hatten solcherlei ja bereits zweimal seit der Corona Pandemie mit einem extremen Engpass an verfügbaren Containern und Frachtschiffen aufgrund des Aufstaus und drastisch längerer Frachtzeiten sowie eines allgemeinen Preisanstiegs der Transportkosten. Vermutlich sind derzeit die Lager (z.B. der Händler) noch einigermaßen gut gefüllt, so dass dieses Problem sich erst mit einer gewissen Latenz zeigen könnte. Wo man es durchaus schneller bemerken könnte, ist hingegen bei Bestellung aus China (z.B. via Alis Express etc.), denn da dürften erhöhte Frachtkosten und ein Containermangel sich quasi nur mit geringerer Latenz zeigen.

Grüße und clear skies!
Carsten
 
Lieber Carsten,

im Nahen und Mittleren Osten fliegen den Menschen die Bomben um und auf die die Ohren und Du sorgst Dich um höhere Frachtkosten.

Ist das wirklich ein diskussionswürdiges Problem in Anbetracht der Weltlage?


Nchdenkliche Grüße,
Urs
 
Nichts aus China für Europa fährt dort durch…

Nur Öl von dort (ca 20% des Weltbedarfs) muss da durch.
Das heißt, Sprit wird ab heute mindestens doppelt so teuer :ROFLMAO:
 
Nichts aus China für Europa fährt dort durch…

Nur Öl von dort (ca 20% des Weltbedarfs) muss da durch.

Es geht nicht nur ausschließlich um die Straße von Hormus sondern die Schifahrt in der gesamten Region einschließlich der Route China EU über den Suez-Kanal ist von massiv gestiegenen Risiken betroffen.
Aktuell meiden daher 60% der Schiffe diese Route und fahren über das Kap der guten Hoffnung.
Auch das kostet natürlich zusätzlich Geld und Zeit.

Das heißt, Sprit wird ab heute mindestens doppelt so teuer :ROFLMAO:

Dem E-Autofahrer wird’s egal sein.
Zuletzt gab es zb. den Dacia Spring mit Förderung und Herstellerprämie nagelneu ab 5900.
Die günstigste Version ist allerdings wegen überwältigender Nachfrage bereits ausverkauft.

Apropos Sprit Kosten.
Auch Schiffe brauchen Treibstoff und wenn der jetzt deutlich teurer wird merk man das natürlich auch an den Frachtkosten.
Selbst dann, wenn die Schiffe zb. im Pacifik unterwegs sind.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist das wirklich ein diskussionswürdiges Problem in Anbetracht der Weltlage?
Ich finde es zumindest immernoch ein relevantes Thema.
Das hier ist ein Astroforum, und dieser Thread heißt nunmal wirklich "Preise und Markt", da ist sowas relevant.

Man fragt sich ja auch wie die Spritpreise sich verändern. Ja, Krieg ist schrecklich, ja, die betroffenen haben es wirklich schlimm, aber das heißt doch nicht das man nicht über andere, weniger wichtige aber persönlich Relevanten Themen informieren kann, oder verstehe ich das falsch?
 
Hallo,
Passend dazu habe ich heute eine E-Mail von den Stadtwerken bekommen, in der eine Preissenkung an den städtischen Ladesäulen angekündigt wird. Wenn diese Krise zu irgendwas gut ist, dann hoffentlich zur Förderung der Elektromobilität. Es wird wirklich höchste Zeit. Und es gibt immer noch genug Platz für Solarzellen auf fast allen Dächern.

Grüße
Maximilian
 
Es geht nicht nur ausschließlich um die Straße von Hormus sondern die Schifahrt in der gesamten Region einschließlich der Route China EU über den Suez-Kanal ist von massiv gestiegenen Risiken betroffen.
Aktuell meiden daher 60% der Schiffe diese Route und fahren über das Kap der guten Hoffnung.
Auch das kostet natürlich zusätzlich Geld und Zeit.
…..

Das ist falsch ;)
(Kann man sehr gut am Marine Traffic Liveticker verfolgen… - oder, wie ich, durch mit betroffenen Reeder-Kollegen besprechen…)
 
Hallo Carsten,

Hmm. Die Strasse von Hormuz ist der Zugang zum Arabischen Golf und nicht zum Roten Meer. D.h. das was sich dort sammelt sind vor allem Öl und Gastanker und nicht die großen Containerfrachter Richtung Europa. Die Route nach Europa geht via Suez Kanal und Rotes Meer. Der Zugang erfolgt über den Golf von Aden wo sich allerdings Piraten und jemenitische Aufständische (Verbündete des Iran) tummeln. Aus diesem Grund meiden aber viele Redereien (mangels Versicherbarkeit) schon seit Jahren diese Route und weichen auf die längere aber sicherere Route über Kap der Guten Hoffung aus. Der Schiffstransfer via Suez-Kanal hat sich seit 2023 mehr als halbiert. Was sich also gegenüber dem Status von vor einer Woche ändert sind vor allem die steigenden Brennstoffkosten.

Wenn Du selber in China bestelltst, kommt das Meiste via Luftfracht über den Flughafen Leipzig rein und nicht via Seefrachtkontainer. Mein neuer Seestar S30Pro hat letzte Woche 3 Tage von China zu mir (inkl. online Verzollung) gebraucht. Jetzt vermutlich etwas länger wenn die klassischen Drehkreuze Abu Dhabi oder Dubai ausfallen.

Gruß Christian
 
Hi Jochen,

stimmt - und stimmt doch nicht ganz: Urs ist tatsächlich mein (heißgeliebter) Spitzname seit meiner Kindheit.
Aber zumindest schreibe ich überhaupt (m)einen Namen unter meine Beiträge. Das macht das Ganze etwas verbindlicher, finde ich.

Schöne Grüße,
Urs
 
Das ist falsch ;)
(Kann man sehr gut am Marine Traffic Liveticker verfolgen… - oder, wie ich, durch mit betroffenen Reeder-Kollegen besprechen…)

Also erstens kann man am Marine Traffic Liveticker eindeutig erkennen das die Route über das Kap der guten Hoffnung wesentlich stärker befahren wird als die durch den Suez-Kanal was genau meine Aussage beweist.
Zweitens kann man nicht erwarten das sich innerhalb kürzester Zeit wegen der aktuellen Verschärfung der ja schon länger bestehenden Kriese schlagartig alles ändert.
Bis wir die Auswirkungen der aktuellen Verschärfung im Marine Traffic Liveticker sehen werden wird es sicherlich etwas dauern.

Grüße Gerd
 
Hehe... - ja, die fahren natürlich mit freier Energie...! ;)

Die E-Autos fahren bei uns aktuell mit etwa 60% billigen Ökostrom.
Vor wenigen Tagen wurde die installierte Offshore Windenergie Leistung mit dem Einspeisebeginn von 3 großen grundlastfähigen Offshore Projekten schlagartig um beachtliche 22% gesteigert.
Diese 3 Projekte bekommen keinerlei Förderung, es sind sogenannte 0 Cent Gebote.
Sie finanzihren sich ausschließlich mit den Erlösen am freien Markt!!!

Grüße Gerd
 
Es wird wirklich höchste Zeit. Und es gibt immer noch genug Platz für Solarzellen auf fast allen Dächern.

Völlig richtig nur möchte Frau Reiche ja PV Strom massiv ausbremsen.
Die Einspeisevergütung für kleine Anlagen soll weg.
So zumindest ihr Plan.


Ich fürchte nach der Altmeier-Delle mit katastrophalen Folgen für die deutsche Solarindustrie kommt nun die Reiche-Delle.
Immer wenn die CDU dieses Ministerium leitet hat das offenbar schlimme Folgen.

Der extrem teure Gasstrom und die Abhängigkeit von Ländern wie Katar die uns ja LNG liefern sollten und es nun wegen der aktuellen Kriese nicht können weshalb der aktuelle Marktpreis für uns drastisch gestiegen ist ist doch viel besser als günstiger PV Strom von unserren Dächern.;)


Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Der extrem teure Gasstrom und die Abhängigkeit von Ländern wie Katar die uns ja LNG liefern sollten und es nun wegen der aktuellen Kriese nicht können weshalb der aktuelle Marktpreis für uns drastisch gestiegen ist ist doch viel besser als günstiger PV Strom von unserren Dächern.;)
Verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht, weshalb die Leute partout auf ihrem Recht beharren, dass sie auf Gedeih und Verderb vom Import fossiler Brennträger abhängig sein dürfen. Und das Zeug kommt praktisch ausschließlich aus "so" Ländern. Wie viele geopolitischen Krisen braucht man eigentlich noch, bis man das kapiert?

Da freue ich mich lieber darüber, dass wir seit letzter Woche wieder für die nächsten 8-9 Monate energietechnisch mehr oder weniger komplett autark sein werden, inklusive Mobilität. Und bis dahin ist das Theater wieder rum. Egal wie es ausgeht.

Lohnen tut sich das trotzdem noch. Selbst wenn Einspeisevergütung UND Förderung wegfällt. Das würde sich erst ändern, wenn man zusätzlich für die kostenlose Einspeisung auch noch Netzentgelte bezahlen müsste. Das wäre dann aber rechtlich sicher grenzwertig. Dass das nicht auf ewig so bleiben wird, war mir eigentlich klar. Vor allem nicht, wenn es anfängt von der Ausnahme zum Normalfall zu werden.

Glaube aber nicht, dass es dieses mal so große Auswirkungen haben wird. Zumindest nicht auf Astroequipment.
 
Ahoi!

In der Astronomie sind wir ja große Zahlen gewöhnt...
Ich habe grade mal die KI befragt nach dem Treibstoffverbrauch eines heute üblichen Kontainerschiffs.

Großes Containerschiff (≧ 20.000 TEU) → ca. 250 t Treibstoff/Tag (!!)
Treibstoff: Schwefelarmes Heizöl (LSFO) oder sehr schwefelarmes Heizöl (VLSFO)
Heizwert: 42 bis 45 MJ/kg

OK, nehmen wir 43 an:

250000 kg · 43 MJ/kg = 10750000 MJ = 10750 GJ

Rechnet man das auf einen durchschnittlichen Heizenergiebedarf eines deutschen Haushalts um, könnten damit etwa 24885 Haushalte ein Jahr lang beheizt werden. Ich wiederhole: Ein Jahr lang :oops:


cs,
harald
 
> Dem E-Autofahrer wird’s egal sein.

Hehe... - ja, die fahren natürlich mit freier Energie...! ;)
Wird dann so ähnlich sein, wie die freien demokratischen Gasmoleküle des US-Fracking-Gases vs. das barbarische, menschenverachtende russische Gas.
Wieso kann man die beschissene Politik nicht aus den Foren raushalten, die ganzen Posts bezüglich eAutos und erneuerbaren Energie gehen dermaßen auf den Senkel.
 
Wird dann so ähnlich sein, wie die freien demokratischen Gasmoleküle des US-Fracking-Gases vs. das barbarische, menschenverachtende russische Gas.
Wieso kann man die beschissene Politik nicht aus den Foren raushalten, die ganzen Posts bezüglich eAutos und erneuerbaren Energie gehen dermaßen auf den Senkel.
Danke, endlich sagt es mal jemand. Ich bin da ganz deiner Meinung. Last uns doch weitestgehend bei unserem schönen gemeinsamen Hobby bleiben. Die anderen Themen spalten uns nur, und das ist in den vergangenen Jahren schon viel zu weit gegangen!
Schöne Grüße
Franz
 
Wird dann so ähnlich sein, wie die freien demokratischen Gasmoleküle des US-Fracking-Gases vs. das barbarische, menschenverachtende russische Gas.

Anscheinend ist einigen immer noch nicht bewusst das wir mittlerweile einen Anteil von 60% erneuerbarer im Strommix haben mit dem natürlich auch E-Autos fahren.
Bis 2030 soll dieser auf 80% steigen!
Der Verbrenner Fahrer ist darauf angewiesen den gesamten Treibstoff zu importihren.

Wenn wir in Zukunft weg von Öl und Gas kommen werden hoffentlich auch keine Kriege mehr darum geführt und auch nicht mit den Erlösen daraus finanziert.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Last uns doch weitestgehend bei unserem schönen gemeinsamen Hobby bleiben. Die anderen Themen spalten uns nur, und das ist in den vergangenen Jahren schon viel zu weit gegangen!

Ja klar immer schön den Kopf in den Sand stecken und wenn es mal unbequem wird am besten einfach ignorieren und so tun als wäre alles bestens.
Hauptsache es kann alles so bleiben wie es ist und man hat seine Ruhe.
Ich fürchte nur das diese kleine heile Traumwelt nicht ewig aufrechterhalten werden kann.
Die Realität holt euch eh irgendwann auf den Boden der Tastsachen zurück.
Also besser gleich darüber diskutieren und vernünftige Lösungen finden auch wenn’s manchmal unbequem sein mag sich mit einigen Dingen auseinanderzusetzten.

Grüße Gerd
 
250000 kg · 43 MJ/kg = 10750000 MJ = 10750 GJ

Rechnet man das auf einen durchschnittlichen Heizenergiebedarf eines deutschen Haushalts um, könnten damit etwa 24885 Haushalte ein Jahr lang beheizt werden. Ich wiederhole: Ein Jahr lang :oops:
Das ist aber auch genug Fracht um deutlich mehr Haushalte für ein Jahr lang damit zu versorgen.

Ich komme zu EU Preisen auf 12ct/kg Fracht an Spritkosten, wenn ich deine Werte übernehme. Das wären für meinen Volksapo etwa 1,2€ Spritkosten. Dazu kommen noch die Kosten für das Schiff, die Entlohnung und Versorgung der Besatzung und die Versicherung usw. Das kann ich zwar nicht beziffern, aber ich bezweifle, dass das mehr als 1% des Kaufpreises ausmacht. Selbst die viel gescholtenen Containerkosten machen hier den Bock nicht Fett, wenn die Ware >100€ das kg wert ist.

Die reinen Spritkosten alleine haben einen so kleinen Anteil, dass da jegliche Form von Preisexplosionen kleinerlei Auswirkungen haben dürfte. Selbst wenn das Barrel 1000$ kosten würde, wäre das bei meinem Apo immer noch <1% des Kaufpreises.
 
Danke, endlich sagt es mal jemand. Ich bin da ganz deiner Meinung. Last uns doch weitestgehend bei unserem schönen gemeinsamen Hobby bleiben.
Da bin ich nicht deiner Meinung.

Es wurde bis auf den Thread auf den du Bezug nimmst, kein nennenswertes politisches Statement abgegeben. Wenn bei den Aussagen in diesem Thread einigen Leuten schon die Hutschnur geht, dann ist die Gesellschaft schon so gespalten, dass es höchste Zeit ist miteinander zu Reden. Ich halte einen höflichen Diskurs immer für hilfreich. Wenn man in einer Ehe Probleme nicht thematisiert, ist das der sichere Weg in die Scheidung.

Und immer dran Denken: Selbstzensur ist der Meinungsfreiheit Tot.
 
Hallo,
Wieso kann man die beschissene Politik nicht aus den Foren raushalten, die ganzen Posts bezüglich eAutos und erneuerbaren Energie gehen dermaßen auf den Senkel.

Unser schönes Hobby können wir nur ausüben, wenn wir in Frieden leben dürfen und uns genug Geld dafür bleibt. Beides ist zur Zeit massiv bedroht, mehr als je zuvor während meiner Lebenszeit. Darüber darf man nicht nur sprechen, man muß es sogar. Auch auf einem Astronomieforum. Und der Threadtitel sagt ja, um was es hier geht. Wer sich vor der Realität verstecken will braucht ihn ja nicht zu öffnen sondern kann sich in der Bildergalerie Nebel anschauen.

Grüße
Maximilian
 
Na gut, dann geb ich halt meine Meinung zu diesem ganzen Menschgemachten Klimawandel Wahnsinn dazu: Nach allem was ich bisher in Erfahrung gebracht habe, haben wir weder auf der Venus noch auf der Erde einen Treibhauseffekt. Das gibt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik einfach nicht her. Kein Treibhauseffekt, kein Menschengemachter Klimawandel.
 
Hallo Franz,

der Meinung kannst Du ja sein. Eröffne doch bitte dafür einen separaten Thread. Das Thema hier ist: "Steigende Frachtkosten durch geopolitische Risikolage?"

CS Jochen
 
im Nahen und Mittleren Osten fliegen den Menschen die Bomben um und auf die die Ohren und Du sorgst Dich um höhere Frachtkosten.

Ist das wirklich ein diskussionswürdiges Problem in Anbetracht der Weltlage?
Ach Gott, irgendwo fliegt immer irgendjemand irgendwas um die Ohren. Wenn es danach ginge, bliebe gar keine Zeit mehr, sich noch über irgendetwas Anderes Gedanken zu machen…
 
Hallo Leute,

Urs Beitrag kann ich gut verstehen! Ich mache mir z. Zt. wesentlich mehr Sorgen um eine Ringrichter Kollegin. Lehrerin an der Universität in Teheran, als um die Preise meines Astro Geraffels.

Trotzdem CS Gerhard
 
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