Steiner 15x80 öffnen / Okulare tauschen?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

MartinElsaesser

Aktives Mitglied
Hallo,

Ich habe ein altes Steiner 15x80 Military (Ohne Kompass oder Strichplatte), bei dem schon vor >10 Jahren die Okulare durch dumme Versuche mit Sonnenprojektion beschädigt wurden. Das würde ich gerne reparieren, die Okulare also austauschen und dabei vielleicht sogar auf eine höhere Vergrößerung gehen.

Leider sehe ich noch nicht einmal, wie ich das Teil öffnen könnte. Hat da jemand Erfahrung?

Frohe Grüße,
Martin
 
Hallo Martin,
warum wendest Du Dich nicht an Steiner?

MfG
Wilhelm
 
Hallo Wilhelm,

Das habe ich schon getan. Die Steiners würden auch Ihren Service zu einem Pauschalpreis durchführen. Aber ich will das Teil ja nach Möglichkeit auch zu höherer Vergrößerung bringen und das sehen ihre Prozesse nicht vor.

Also frag ich mal hier, ob da jemand Erfahrung hat. Je nach Ergebnis kann ich immer noch zu den Steiers gehen oder selber die Säge ansetzen.

Grüße,
Martin
 
Hallo Martin,



gute und günstige Okulare sind die alten Hensoldt-Okus (bundeswehr Restbestände) die man bei ebay schnappen kann. Diese gibt es in 15mm (vom 8x30) und ich glaube 20mm (vom 10x50) Brennweite.

Ich habe ein älteres aber mechanisch gutes japanisches 10x50 mit Mitteltrieb mit den 15mm Okus zum ca. 15-16x50 umgebaut. Dazu habe ich die beiden Stutzen die die originalen Okus beim Fokussieren führen passend ausgedreht und die Hensoldt Okus eingesetzt. Die Okulare kann man jetzt mit den geänderten Okularstutzen einfach ein- bzw. rausschrauben.

Mittels entsprechender Adapter hatte ich ein zweites Okularpäärchen am alten 80mm Flakglas im Einsatz, da hat man dann etwa 23x Vergrößerung was von der AP schön mit dem relativ aufgehellten Himmel hier harmoniert.

So oder so ähnlich sollte das auch beim Steiner funktionieren können.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Martin,



noch zum Zerlegen des Steiners: Die Okulare sollten sich eigentlich aus dem Glas herausschrauben lassen, das heißt das Okular auf den Nahbereich einstellen und dann vorsichtig mit etwas Kraft weiterdrehen - so lassen sich zumindest alle Hensoldts mit Einzelfokussierung zerlegen.

Dann hat das Steiner glaube ich noch je ein Schräubchen mit zwei Löchern neben den Okus, da weiß ich nicht ob die die Gummierung festhalten. Ich habe mal aufgeschnappt daß dies die "Verschlussstopfen" sind durch die die FGs mit trockenem Stickstoff befüllt werden. Die sollten also bleben können wo sie sind.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,

Danke für die konkreten Tips.

Wenn ich die Okular ganz nach außen drehe kommt eine Madenschraube zum Vorschein. Die dient aber scheinbar nur dazu, die Position der Fokusskala zu arretieren. Mit vernünftigen Kräften kann ich die Okulare nicht weiter nach außen (oder innen) drehen.
Unter der Armierung kommen am Okularkörper drei weitere Madenschrauben zum Vorschein. Wenn ich die löse kann ich das Okular zwar als ganzes drehen, es kommt aber nicht raus. Die drei Schrauben dienen scheinbar dazu das Okular irgendwie parallel zu verschieben / zu zentrieren. Ich habe sonst keine Justagemöglichkeit entdeckt.

Am Prismenkorpus war unter der Armierung (die bereits destruktiv entfernt wurde) eine dicke Kreuzschlitzschraube, die habe ich aber nich angefasst. Weiter oben am Korbus ist noch eine Madenschraube mit abgeschliffenem Kopf, da kann ich aber auch kein Werkzeug ansetzen.

Ich sehe also derzeit nicht, wie das Teil geöffnet werden könnte. Wenn die drei Schräubchen oben wirklich die Justagemöglichkeit darstellen will der Hersteller es vielleicht ja auch gar nicht geöffnet sehen, dann könnte man alle relevanten Aktionen ja von außen machen.

Grüße, Martin

 
Hallo Martin,


nicht zu danken, Umbauten oder Reperaturen an Ferngläsern sind immer interessant. Du schreibst:

Wenn ich die Okular ganz nach außen drehe kommt eine Madenschraube zum Vorschein. Die dient aber scheinbar nur dazu, die Position der Fokusskala zu arretieren.

Sitzt sie in der Fokusskala und bewegt sich beim Fokussieren mit? Bei den Hensoldt Okularen kann man die Augenseitige Gummiaugenmuschel entfernen, nahe der Kante sitzen die Schräubchen die die Skala arretieren.

Wenn das Schräubchen weiter unten nahe des Prismengehäuses sitzt und sich nicht mitdreht kann es sein daß es das Okular hält.

Unter der Armierung kommen am Okularkörper drei weitere Madenschrauben zum Vorschein. Wenn ich die löse kann ich das Okular zwar als ganzes drehen, es kommt aber nicht raus. Die drei Schrauben dienen scheinbar dazu das Okular irgendwie parallel zu verschieben / zu zentrieren. Ich habe sonst keine Justagemöglichkeit entdeckt.

Da scheint Steiner einen etwas anderen Weg zu gehen als die meisten Hersteller.

Eigentlich bleiben zwei Möglichkeiten:

- entweder die Madenschräubchen greifen in eine Nut und müssen noch weiter gelöst werden um das Okular freizugeben.

- oder sie sichern das Okular nur und es ist doch geschraubt: zumindest bei den Hensoldt Okus sind die Gewinde für die Montage sehr fein, ich schätze etwa 0,5mm Steigung. Man merkt erst nach mehreren Umdrehungen daß sich das Oku langsam aus dem Prismangehäuse bewegt, solange nichts schabt oder kratzt würde ich vorsichtig einige Umdrehungen in Richtung raus machen.


Klasse wären ein oder zwei Fotos, im Netz find ich auch nix hilfreiches...


Viele Grüße Felix
 
Hallo,

Ich habe nun auch den zweiten Prismenkorpus gehäutet um dort an die einzelne Madenschraube ranzukommen. Diese ist unbeschädigt und wenn ich sie löse kann ich die ganze Okulareinheit rausdrehen!

Leider ist der milchige Belag nicht auf dem Okular sondern wohl irgendwie auf den Prismen. Da komme ich aber von oben wohl nicht sinnvoll ran. Jetzt schaue ich mir mal die Unterseite an...

Aber zumindest einen Test mit anderen Okularen kann ich schonmal machen.

Grüße, Martin
 
Hallo Martin,


das ist ja immerhin ein Fortschritt wobei das Ergebnis ja nicht so ganz wünschenswert ausfällt. Um die Prismen allseitig zu reinigen müssen die raus, da führt kein Weg dran vorbei. Vermutlich hat sich das Gehäuse des Glases bei der Sonnenprojektion erwärmt und verdampfende Bestandteile von was auch immer haben sich auf den kühleren Prismen niedergeschlagen.

Das läuft vermutlich auf eine Komplettschlachtung raus aber auch wenn das Glas danach keinen Schönheitspreis mehr gewinnt: die Hensoldt Okular kosten nicht die Welt und werden in beiden Versionen bei ebay verkauft. Ich habe auch noch eine Adresse hier rumfliegen (muß ich suchen ist aber da) von einem günstigen Händler der immer ein Sortiment verschiedenster Okulare mit Eigenfokussierung aus diverse Militäroptiken hat. Da sollte sich irgendwas finden lassen was eine sinnvolle Vergrößerung ergibt. Die 15mm Okus ergaben beim 80mm Flakglas 23x, das war unter hiesigem Himmel genial!

Die äußeren Maße der beiden Brennweiten 15/20mm Hensoldtokus und deren ungefähre Fokuslage kann ich versuchen hier sinnvoll einzustellen wenn dir das weiterhilft.


Viele Grüße Felix
 
MartinElsaesser schrieb --

Das habe ich schon getan. Die Steiners würden auch Ihren Service zu einem Pauschalpreis durchführen. Aber ich will das Teil ja nach Möglichkeit auch zu höherer Vergrößerung bringen und das sehen ihre Prozesse nicht vor.


Ich habe nun auch den zweiten Prismenkorpus gehäutet...

--------------------
Hallo Martin
Respekt bei deinen unterfangen, wie hat es den nun geendet, konntest du das Glas wider vernünftig herrichten ?

was wollte den Steiner für die Reparatur haben ?

Konntest du die Armierung beim "Häuten" so lösen das sie nicht beschädigt wurde, und später wider verwenden, das sie wider Perfekt passt ?

Lg
Kevin
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben