Stephans Quintett mit dem NCT300

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DietSky

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Hallo ihr Lieben!

Nachdem ich von meiner dreiwöchigen Zeltsafari (kein Astrourlaub!) aus Namibia zurückgekehrt war, hatte ich Anfang September fünf klare Nächte an meinem Teleskop.
In den ersten drei Nächten war das Seeing grottenschlecht und ich konnte kaum brauchbare Aufnahmen erstellen, doch in den beiden darauffolgenden Nächten besserten sich die Bedingungen und ich konnte meine geplante Aufnahmesequenz von Stephans Quintett belichten.

Vor fast dreißig Jahren war diese Galaxiengruppe schon einmal Ziel einer Aufnahme, damals noch auf hypersensibilisiertem TP2415-Film. Eigentlich wollte ich die damalige 90-minütige Einzelaufnahme der Aktuellen gegenüberstellen, doch sie ist im Vergleich so schwach, das ich mir dies erspart habe. Obwohl ich beide Male mit dem selben Instrument gearbeitet habe, sind doch die Möglichkeiten der digitalen Aufnahmetechnik der damaligen "analogen" bei weitem überlegen!

Stephans Quintett ist eine Galaxiengruppe im Pegasus und umfasst die Galaxien NGC 7317, NGC 7318A, NGC 7318B, NGC 7319 und NGC 7320C. Die Entfernung beträgt ca. 300 Mill. Lichtjahre. Im Gegensatz zu den rötlich/gelben Galaxien gehört die bläulich erscheinende Galaxie NGC 7320 nicht zur Gruppe, sondern es handelt sich dabei um eine Vordergrundgalaxie in ca. 35 Mill. Lichtjahren Entfernung. Bemerkenswert sind die stark deformierten Galaxienarme, aufgrund der gravitativen Wechselwirkung untereinander.
Leider war das Seeing zum Aufnahmezeitpunkt eher durchschnittlich, was die Detailauflösung der Aufnahme etwas beeinträchtigt hat.

Zu den Aufmahmedaten:

Instrument: 12" Newton-Cassegrain (Eigenkonstruktion) mit ASA-Korrektor bei f=2070mm
Aufnahmekamera: QSI583wsg
Guiding: Lodestar am OAG

Belichtung:
L: 20x600s @-20°C
RGB: je 4x900s @-20°C

CS Dietmar

NGC7317-20_Stephans-Quintett_LRGB_klein.jpg


Zur besseren Beurteilung habe ich noch einen 100%-Crop der Galaxiengruppe hinzugefügt.

NGC7317-20_Stephans-Quintett_LRGB_Crop.jpg
 
Hallo Dietmar,

eine sehr schöne und sehr scharfe Aufnahme dieser ansprechende Gruppe. Auch die Bearbeitung gefällt mir sehr gut. Angesichts dieses guten Ergebnisses, würde mich aber die alte, analoge Aufnahme doch schon interessieren :giggle:
Vielleicht kannst Du Dich ja doch noch durchringen, würde mich freuen.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Dietmar,
super Aufnahme! Sowas hab ich auch noch vor _affeaugen: :rolleyes: Das dauert aber noch...

Ich stimme Micael zu: Mich würde trotzdem der Vergleich mit dem 2415hyp interessieren. Vor allem weils das selbe Teleskop war. Wenns Dir nicht zuviel Arbeit macht ;-)
 
Heilige Maria! o_O
Dietmar, da ist Dir aber ein Sahnestück gelungen.:y:
Eine absolut klasse Aufnahme des Quintetts mit toller Schärfe und Farben. Schade, dass dieses Ensemble so weit weg und dadurch so klein ist. Man braucht wirklich Brennweite um Details sichtbar zu machen. Das ist dir hier mit Deinem Setup gelungen.
Die Aufnahmen die ich früher mit dem TP2415 an einer OM-1 nach 2 Std, Belichtung am Stück. mit Genickstarre und Handguiding in der Dunkelkammer mit Dokumol entwickelte, sind nach heutigen Maßstäben unterirdisch schlecht. Damals war ich mehr als begeistert. Wenn ich sehe, was heute so möglich ist....Wahnsinn!!

LG
Willi
 
Moin Dietmar,

Dein Stephans Quintett gefällt mir sehr gut, schöne und knackige Details, und 2 m Brennweiten (ich denke einmal du hast dich da nicht vertippt), ist schon eine Ansage! Klasse :)
 
Danke Euch für die durchweg positiven Kommentare zu meiner Aufnahme!

@wynnie , @JürgenN :
Ich werde mir das Negativ noch einmal vornehmen und schauen was sich machen lässt!
@steinplanet :
Lieber Willi,
mir geht es genauso, wenn ich an die Zeit zurückdenke, wo manuelles Guiding mit Fadenkreuzokular angesagt war und die langen Belichtungszeiten eine extreme Herausforderung für Auge und Rücken waren. Die heutige Technik kommt uns doch da sehr entgegen!
@Peter_Bresseler :
Es waren tatsächlich 2m, ich habe mich nicht verschrieben. Mit wesentlich kürzeren Brennweiten ist es schon schwierig, feine Details innerhalb der Galaxiengruppe aufzulösen.

CS Dietmar
 
@wynnie , @JürgenN , @steinplanet und alle Interessierten,

ich habe mir nun doch noch das alte Negativ vorgenommen und daraus eine digitale Datei zum Vergleich "Damals und Heute" erstellt.
Die Aufnahme stammt vom 17.10.1992 und wurde ebenfalls mit meinem NCT300 aufgenommen, jedoch ohne Korrektor, bei f=1800mm.
Stephans Quintett findet ihr unten Rechts, oben Links die Galaxie NGC 7331.

Belichtungsdaten:
90 Minuten Singleframe ohne Filter auf Kodak TP2415 (hypersensibilisiert mit Forminggas bei 1,2bar 24 Stunden @ 57°C), entwickelt in Dokumol
Guidingkamera: ST-4
Es handelt sich, wegen der Vignettierung, um einen Beschnitt des KB-Formats.

Wie ich schon weiter Oben schrieb, kann die analoge Aufnahme dem Vergleich zur digitalen nicht annähernd standhalten. Doch bitte beurteilt selbst.

CS Dietmar

NGC7317-20_NGC7331_TP2415.jpg
 
Hallo Dietmar,

ich kenne zwar noch die analog Fotografie, auch aus dem Labor. Die analoge Astrofotografie ist aber an mir vorbei gegangen. Dennoch erlaube ich mir zu sagen, dass ich das alte Bild ganz erstaunlich finde. Sicher, digitale Technik ist der analogen in der astrofotografie haushoch überlegen. Aber ein so gutes Bild habe ich ehrlich nicht erwartet.

Von daher hat sich das zeigen (für mich) auf jeden Fall gelohnt. Danke dafür!

Viele Grüße
Michael
 
Danke Michael!
Die Ausarbeitung dieses Negativs ist alles andere als perfekt. Ich musste die Daten schon extrem quälen, um überhaupt etwas Vorzeigbares zu bekommen.
Der Himmelshintergrund hat dabei doch stark gelitten. Würde man nur einen Einzelframe einer digitalen Aufnahme zur Verfügung haben, ohne Dark und Flat, würde das Resultat auch entsprechend unsauberer als ein kallibrieter Stack von z.B. 20 Frames aussehen.
Aber damals war man auch schon mit so einem Ergebnis glücklich!

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,

Aber damals war man auch schon mit so einem Ergebnis glücklich!
Und wie!!
Bei so einer guten Aufnahme hätte ich einen Luftsprung beim Entwickeln in der Dunkelkammer gemacht :giggle:
Wenn man nämlich Pech hatte, war der Film schon beim Rückspulen nach der Hypersensibilisierung in die Filmrolle durch elektrische Entladung mit feinen Blitzen durchzogen oder noch schlimmer, der spöde Film war geknickt. Sah man dann leider erst beim Entwickeln. Das bedeutete - 2 Std. umsonst belichtet.

LG
Willi
 
Hallo Dietmar und Willi,

auch ich habe mich viele Jahre nicht nur mit der Verwendung sondern auch mit der Sensibilisierung des TP (und anderer Filme) herumgeschlagen.
Das waren unsere Lehrjahre in der Astrofotografie. Meister zu werden ist jedoch ein nie endender Prozess, wir wachsen mit der Technik.
@ Dietmar:
wieder einmal ein Ergebnis mit deiner gewohnt überragenden Handschrift. Da passt alles.

lg
Franz
 
Wenn man nämlich Pech hatte, war der Film schon beim Rückspulen nach der Hypersensibilisierung in die Filmrolle durch elektrische Entladung mit feinen Blitzen durchzogen oder noch schlimmer, der spöde Film war geknickt. Sah man dann leider erst beim Entwickeln. Das bedeutete - 2 Std. umsonst belichtet.
Hallo Willi,
beim TP2415 sind mir solche Dinge damals nie passiert, bin allerdings beim Einspulen auch immer sehr sorgsam gewesen und habe auch immer nur einzelne Filmstückchen in die Kamera eingelegt und keine ganze Filmrolle.

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,
sehr schöne Aufnahme die du mit uns teilst und die Zusatzinfos zu den Galaxien finde ich auch sehr interessant.
Beruhen die unterschiedlichen Farben vom Qunitett und NGC 7820 eigentlich auf der Rotverschiebung oder hat es einen anderen Grund?
Danke auch für das zeigen des Analogbilds. Sehr interessante Gegenüberstellung von damals und heute.
Grüße Carsten
 
@wynnie , @JürgenN , @steinplanet und alle Interessierten,

ich habe mir nun doch noch das alte Negativ vorgenommen und daraus eine digitale Datei zum Vergleich "Damals und Heute" erstellt.
Die Aufnahme stammt vom 17.10.1992 und wurde ebenfalls mit meinem NCT300 aufgenommen,

CS Dietmar
Dietmar, ich habe Deine analoge Aufnahme mal mit der aus "Galaxien" von Timothy Ferris aus 1980 verglichen, die alten Säcke hier im Forum werden das Buch im Schrank haben. Die Aufnahme findet sich auf Seite 141. Leider ist in meinem Exemplar der Bildnachweis nicht vollständig, aber alle Fotos in dem Buch sind mit Profiteleskopen der Zeit aufgenommen worden, also Lick, Hale, Kitt Peak, usw. Dein Foto ist nicht so hoch aufgelöst, aber auch nicht so ausgebrannt. Für die Zeit damals sicherlich ein Highlight der Amateur Astrofotografie!

Grüße
Andreas
 
Dietmar, ich habe Deine analoge Aufnahme mal mit der aus "Galaxien" von Timothy Ferris aus 1980 verglichen, die alten Säcke hier im Forum werden das Buch im Schrank haben. Die Aufnahme findet sich auf Seite 141. Leider ist in meinem Exemplar der Bildnachweis nicht vollständig, aber alle Fotos in dem Buch sind mit Profiteleskopen der Zeit aufgenommen worden, also Lick, Hale, Kitt Peak, usw. Dein Foto ist nicht so hoch aufgelöst, aber auch nicht so ausgebrannt. Für die Zeit damals sicherlich ein Highlight der Amateur Astrofotografie!

Grüße
Andreas
Hallo Andreas,
ich bin so ein alter Sack und ja, ich habe dieses Buch im Schrank. Die Aufnahme von Stephans Quintett dort auf Seite 141 stammt von den Hale Observatories.
Bildbearbeitungstechnisch würde ich dieser Aufnahme keinen Like geben:n:;)!

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,

da kann ich nur hoffen dass der teleskoplose Namibiaurlaub um Vollmond herum war ;-)
Immerhin wurdest du mit einer spektakulären Aufnahme von Stephan's Quintett nach der Rückkehr entschädigt, solche Details sieht man selten und die Farben sind auch super.
 
Danke Stefan!
Der namibische Himmel ist schon prächtig und man wünscht sich solch einen auch zu Hause, aber Schwerpunkt meiner Reise war die Tierbeobachtung und die Tierfotografie, mein zweites großes Hobby. Dafür bin ich dann oft gern mit dem Zelt unterwegs, da dann der Kontakt zur Natur noch erheblich intensiver ist, besonders in der Nacht ;) !
Nach drei anstrengenden Safariwochen (Aufstehen noch bei Dunkelheit, vor Sonnenaufgang) waren es dann gleich darauf fünf anstrengende, schlaflose Nächte in meiner Sternwarte. Wie schon Oben erwähnt, spielte das Seeing leider nicht mit. Bei Stephans Quintett hatte ich etwas mehr Glück, doch um mein Instrument ans Limit zu bringen reichte es dennoch nicht.

CS Dietmar
 
Hallo Dietmar,

die aktuelle Aufnahme ist, wie von Dir gewohnt, wieder super, aber auch das alte Negativ zeigt, dass Du damals schon an die Grenzen dessen gegangen bist, was ging. Wie schon von Kollegen geschrieben, sowas aus der Dose zu ziehen war fast schon ein Sechser im Lotto, wo alles paßt. Heute gescannt könnte man da sicher noch mehr mit anstellen, aber gerade so wie es ist hat es für mich einen dokumentarischen Wert. Wenn man bedenkt, dass der ganze fotografische Prozess Blindflug bis zur Entwicklung war - heute unvorstellbar.

CS
Jörg
 
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