Anette_Aslan
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Liebes Sternenvolk,
wer hat nicht schon die negativen Auswirkungen eines sogenannten Jetlags erlebt? Zweimal innerhalb von nur 10 Tagen eine Zeitdifferenz von 9 Stunden (war mal kurz an der Westküste Amerikas) wieder in den Takt des normalen Tag-und Nachtrythmus zu bekommen fiel mir nicht leicht, denn wer um 22h tief erschöpft ins Bett fällt und um 2h wieder topfit ist, dem verheissen die noch bevorstehenden Stunden bis zum nächsten Abend nichts gutes.
So machte ich ein Experiment, um meine innere Uhr davon zu überzeugen, dass ich auf den 48ten Breitengrad und nicht auf den 32ten gehöre.
Tagsüber, wir hatten -oh Gott sei es auf ewig gedankt- gestern einen sonnigen Tag (!). Dieses kleine Zwischenhoch brachte wolkenlosen Himmel und eine relativ trockene Nacht mit extrem guter Durchsicht (ja wirklich!!!!!!!!!!) Ich verbrachte so viel Zeit wie möglich an der Sonne im Freien und konnte mich Abends kaum noch auf den Beinen halten, aber ich zwang mich - zumal der Himmel wirklich sehr verlockend war - den 16ner Dobson rauszurollen um mir nun noch die Nachtzeit einzuprägen, das sollte das Licht der STerne bewirken, ich versprach mir viel davon.
Orion stand so gegen 19h hoch im Meridian (in Los Angeles steht er wirklich sehr hoch über dem Horizont, Sirius gehört in diesen Breiten nicht zu den horizontnahen Sternen wie bei uns und in einer STadt wie Los Angeles gehört er ueberhaupt nur zu den wenigen sichtbaren Sternen, Orions Gürtel sieht man dort nur angedeutet, wie grauslich).
Ich peilte sogleich M42 an, um nochmals einen Vergleich mit dem Anblick zu haben, den ich vom Griffith Observatory (LA) durch einen 16" Zoll Zeissrefraktor hatte. Also 16ner Dobson gegen 16ner Zeiss: Der Dobson lag klar im Vorteil und zeigte mir trotz Halbmond noch immer schöne und kontrastreiche Nebelstrukuren. Mit innerer Genugtuung kam eine grosse Erkenntnis auf, dass nämlich ein Superteleskop in einer Superstadt ueberhaupt keinen Sinn macht!!! Wie ich nun doch meine Wiener Vorstadtverhältnisse schätze! Ich will nie wieder meckern!!
Der Open Cluster Beehive (Bienenhaufen) in der Waage lies sich im 26er Pano wundervoll erblicken, ich bekam ihn als ganzes ins Oku, dann schwenke ich noch schnell in die Cassiopeia um meine Eule zu besuchen, sie befand sich im Sturzflug hoch im Westen, auch hier trotz Mondlicht ein schöner Anblick! Sternhaufen gehen irgendwie immer, glaub ich.
Der Fuhrmann hoch im Zenit mit seinen Offenen Clusters ist nichts für eine kleine Frau an einem 180cm hohen Dobson, das Ding im Zenit zu steuern ist schier unmöglich, da bedürfte es Feinarbeit in der Nachführung und der Kreisradius eines solchen Trumms ist zu klein um seine Schwerfälligkeit in diesem Bereich in den Griff zu bekommen. Ein echter Nachteil. Schade, so entgingen mir M36 und 37, wobei die Durchsicht einiges versprochen hätte.
Der Mond durchs 26er Pano als auch in Hochvergreosserung am 5mm Baader Hyp zeigte sich knackscharf, was selten am 5mm Oku ist, die Luft hatte knapp 75% Freuchte, normalerweise sind es um die Zeit schon über 90! Kein Lüftchen wehte, eine durchaus gnädige Wetterlücke gestern Abend.
Mein letzter Schwenk gehörte dem Jupiter, desssen Wolkenstrukturen ich im 16ner Dobson besonders geniesse! Hier zeigt er seine Stärken, da kommt Sternwartenfeeling auf. Ich glaube am Griffith Observatory hätte ich ihn auch nicht besser sehen können.
Es ging auf 20:30h zu, ich packte alles ein und schmiss mich 22h ins Bett. Bin erstmals seit 14 Tagen wieder durchgeschlafen ...ich vermute mal es lag daran, dass ich den Tages- und Nachtrythmus gestern sehr einpräglich auf die Seele wirken lies.
Kann ich nur empfehlen, wenn einer solch grosse Zeitzonen überwinden muss, dann Tagsüber raus und nochmals raus so lange es geht und Nachts einen sehr bewussten Blick in die Sterne! Das zeigt der inneren Uhr eindringlich was angesagt ist.
Sternfreundliche Grüsse aus dem mittlerweile wieder regenverhangenen Wiener Becken (was hatte ich doch ein Glück gestern, tztz...)
von Anette
wer hat nicht schon die negativen Auswirkungen eines sogenannten Jetlags erlebt? Zweimal innerhalb von nur 10 Tagen eine Zeitdifferenz von 9 Stunden (war mal kurz an der Westküste Amerikas) wieder in den Takt des normalen Tag-und Nachtrythmus zu bekommen fiel mir nicht leicht, denn wer um 22h tief erschöpft ins Bett fällt und um 2h wieder topfit ist, dem verheissen die noch bevorstehenden Stunden bis zum nächsten Abend nichts gutes.
So machte ich ein Experiment, um meine innere Uhr davon zu überzeugen, dass ich auf den 48ten Breitengrad und nicht auf den 32ten gehöre.
Tagsüber, wir hatten -oh Gott sei es auf ewig gedankt- gestern einen sonnigen Tag (!). Dieses kleine Zwischenhoch brachte wolkenlosen Himmel und eine relativ trockene Nacht mit extrem guter Durchsicht (ja wirklich!!!!!!!!!!) Ich verbrachte so viel Zeit wie möglich an der Sonne im Freien und konnte mich Abends kaum noch auf den Beinen halten, aber ich zwang mich - zumal der Himmel wirklich sehr verlockend war - den 16ner Dobson rauszurollen um mir nun noch die Nachtzeit einzuprägen, das sollte das Licht der STerne bewirken, ich versprach mir viel davon.
Orion stand so gegen 19h hoch im Meridian (in Los Angeles steht er wirklich sehr hoch über dem Horizont, Sirius gehört in diesen Breiten nicht zu den horizontnahen Sternen wie bei uns und in einer STadt wie Los Angeles gehört er ueberhaupt nur zu den wenigen sichtbaren Sternen, Orions Gürtel sieht man dort nur angedeutet, wie grauslich).
Ich peilte sogleich M42 an, um nochmals einen Vergleich mit dem Anblick zu haben, den ich vom Griffith Observatory (LA) durch einen 16" Zoll Zeissrefraktor hatte. Also 16ner Dobson gegen 16ner Zeiss: Der Dobson lag klar im Vorteil und zeigte mir trotz Halbmond noch immer schöne und kontrastreiche Nebelstrukuren. Mit innerer Genugtuung kam eine grosse Erkenntnis auf, dass nämlich ein Superteleskop in einer Superstadt ueberhaupt keinen Sinn macht!!! Wie ich nun doch meine Wiener Vorstadtverhältnisse schätze! Ich will nie wieder meckern!!
Der Open Cluster Beehive (Bienenhaufen) in der Waage lies sich im 26er Pano wundervoll erblicken, ich bekam ihn als ganzes ins Oku, dann schwenke ich noch schnell in die Cassiopeia um meine Eule zu besuchen, sie befand sich im Sturzflug hoch im Westen, auch hier trotz Mondlicht ein schöner Anblick! Sternhaufen gehen irgendwie immer, glaub ich.
Der Fuhrmann hoch im Zenit mit seinen Offenen Clusters ist nichts für eine kleine Frau an einem 180cm hohen Dobson, das Ding im Zenit zu steuern ist schier unmöglich, da bedürfte es Feinarbeit in der Nachführung und der Kreisradius eines solchen Trumms ist zu klein um seine Schwerfälligkeit in diesem Bereich in den Griff zu bekommen. Ein echter Nachteil. Schade, so entgingen mir M36 und 37, wobei die Durchsicht einiges versprochen hätte.
Der Mond durchs 26er Pano als auch in Hochvergreosserung am 5mm Baader Hyp zeigte sich knackscharf, was selten am 5mm Oku ist, die Luft hatte knapp 75% Freuchte, normalerweise sind es um die Zeit schon über 90! Kein Lüftchen wehte, eine durchaus gnädige Wetterlücke gestern Abend.
Mein letzter Schwenk gehörte dem Jupiter, desssen Wolkenstrukturen ich im 16ner Dobson besonders geniesse! Hier zeigt er seine Stärken, da kommt Sternwartenfeeling auf. Ich glaube am Griffith Observatory hätte ich ihn auch nicht besser sehen können.
Es ging auf 20:30h zu, ich packte alles ein und schmiss mich 22h ins Bett. Bin erstmals seit 14 Tagen wieder durchgeschlafen ...ich vermute mal es lag daran, dass ich den Tages- und Nachtrythmus gestern sehr einpräglich auf die Seele wirken lies.
Kann ich nur empfehlen, wenn einer solch grosse Zeitzonen überwinden muss, dann Tagsüber raus und nochmals raus so lange es geht und Nachts einen sehr bewussten Blick in die Sterne! Das zeigt der inneren Uhr eindringlich was angesagt ist.
Sternfreundliche Grüsse aus dem mittlerweile wieder regenverhangenen Wiener Becken (was hatte ich doch ein Glück gestern, tztz...)
von Anette