andre_christian
Aktives Mitglied
Hallo allerseits !
Am Samstag sah es doch tatsächlich nach Spechtel-Wetter aus. Ein Blick ins Himmelsjahr belehrte mich aber,daß der Mond vor Mitternacht aufgeht und zu 70% beleuchtet ist. Außerdem befand sich der Dobson zwecks Reparatur im "Trockendock". Ich wollte aber den Abend nicht ungenutzt lassen und lenkte meine Schritte daher in den Garten der nicht weit von zu Hause entfernt ist. Dort ruht nämlich mein Newton; höchste Zeit, ihn aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.
Zeit: 4-5.08.07 21.30-0.40 MESZ
Ort: Garten im Gemeindegebiet
Gerät: 114/f8 Newton
fst: 3-3,5 mag
Der "Garten" ist ein quadratisches Grundstück mit etwa 100 m Kantenlänge wo jeder seinen"Claim" bewirtschaftet, ohne daß Zäune dazwischen liegen.Das ist ungeheuer praktisch, weil ich den Newton zu Nachbars Hütte schleppen muß um den Lichtschein von 4! Straßenlaternen zu entkommen :mauer: Um wenigstens den Schein astronomischer Arbeit zu wahren lese ich die Sternkarte mit einer Rotlichtlampe ! :/
Positiv sei anzumerken daß im Nachbargründstück 2 alte Damen wohnen , welche altersbedingt die Lautstärke des Fernseher so aufdrehen, das ich locker die Tagesthemen mitbekomme. Nach dem Aufbau der EQ-2 in meiner "Dunkel-Insel" und dem Draufsatteln des Newton stelle ich fest, das beim Anziehen der Feststellschraube die Objekte aus dem Blickfeld hüpfen. Manche Probleme ändern sich nie !
So greife ich gleich zu den Hyperions und nach kurzer Zeit habe ich den Dreh raus, die Objekte so zu zentrieren das sie später auch im Oku erscheinen. Die Objekte werden heute wohl Doppelsterne sein, weil sich Jupiter grade in den Apfelbaum flüchtet und später in den Tannenbäumen verschwindet.
epsilon Bootes
bei 140x getrennt, bereitet aber Schwierigkeiten. Die hellere, dominante Komponente erscheint orange und überstrahlt den kollegen, der auf 2-Uhr-Position steht. Diesem würde ich eine reinweiße Farbe zusprechen.
Mittels Polarisationsfilter kann sich die "dunklere" Komponente besser in Szene setzen.
pi Bootes
Bei 180x getrennt, stehen diese beiden gleich hellen Komponenten praktisch horizontal nebeneinander; beide sind reinweiß.
eta Corona Borealis
ein kniffliges Paar !bei 180x würde ich die "8-förmige" Anordnung jederzeit bestätigen. In guten Momenten meine ich die beiden komplett zu trennen, ist aber grenzwertig ! Die beiden erscheinen gleich hell und gleichfarbig, aber nicht weiß. Die Stellung zueinander lässt sich mit einem 45° Winkel beschreiben und der Abstand soll laut Karkoschka in diesem Jahr am geringsten sein.
Im Haus der alten Damen ist der Fernseher aus. Erfahrungsgemäß ist es besser sich von dem Haus weg zu drehen und die Augen zu schließen, Denn nun wird der 12 flammige Kronleuchter eingeschalten und verwandelt meine Dunkel-Ecke in ein lichtdurchflutetes Terrain. Ich fürchte um einen Sonnenbrand im Genick und höre förmlich das Aufstöhnen der Nachtschattengewächse
feif: Nachdem das Rollo krachend in die Tiefe gesaust ist,und meine Dunkeladaption nur geringen Schaden genommen hat, blinzle ich vorsichtig nach dem nächsten Objekt. Zum Glück ändern sich manche Probleme nie !!
M13 KS Her
Der Paradebrocken des heutigen Abends zeigt sich bei 113x als runder verwaschener Fleck, der mit meinem Equipment nur in den "äußersten Haarspitzen" aufgelöst werden kann. Beim indirekten Sehen zeigt sich der Haufen sogar ein wenig granuliert. Einhergehend mit der Helligkeit nimmt auch die Konzentration zum Zentrum zu.
rho Herkules
machte bei 113x den besten Eindruckund ist da auch schon getrennt. Mir fällt ein Helligkeitsunterschied auf, wobei die Farbe bei beiden weiß ist. Die Anordnung ist gradlinig horizontal.
M 92 KS Her
aus einem hellen, kompakten Kern heraus verschwinden die Randpartien diffus im Raum. Bei 113x bietet sich der beste Anblick und viel gutem Willen kann der Haufen auch als granuliert angesehen werden. Die Form erscheint mir mehr rund denn oval.
M 57 PN Lyr
kommt bei 113x am besten. Ein runder Kringel, welchen man in guten Momenten ansieht, dass er "durchbohrt" ist. Mit dem UHC Filter wird die Ringstruktur besser betont, bietet aber sonst an diesem System keinen Gewinn. Die Ränder sind diffus, farblos und der Zentralstern hat sich auch gut "versteckt" :biggrin:
Es hat den Anschein als würden immer mehr Sterne "verschwinden". Eine Erklärung liefert mir der Blick über's Hausdach: Frau Luna hat schon beachtlich an Höhe gewonnen und bildet zusammen mit leichter Schleierbewölkung ein sternfeindliches Milieu.
Der Bericht hat mit Doppelsternen begonnen und soll mit einem solchen auch enden !
beta Cyg
Ein echtes "Dream-Team"; bei 113x schön getrennt zeigt sich ein gelb/blaues Päarchen, wobei die gelbe Komponente die hellere ist.
Danach schicke den Newton wieder in den Dornröschen-Schlaf. So gerne ich mit dem Dobson schaue, war ich doch erstaunt was an dem kleinen Newton so alles geht, trotz zahlreicher Probleme..... :biggrin:
Viele Grüße
Andi
Am Samstag sah es doch tatsächlich nach Spechtel-Wetter aus. Ein Blick ins Himmelsjahr belehrte mich aber,daß der Mond vor Mitternacht aufgeht und zu 70% beleuchtet ist. Außerdem befand sich der Dobson zwecks Reparatur im "Trockendock". Ich wollte aber den Abend nicht ungenutzt lassen und lenkte meine Schritte daher in den Garten der nicht weit von zu Hause entfernt ist. Dort ruht nämlich mein Newton; höchste Zeit, ihn aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.
Zeit: 4-5.08.07 21.30-0.40 MESZ
Ort: Garten im Gemeindegebiet
Gerät: 114/f8 Newton
fst: 3-3,5 mag
Der "Garten" ist ein quadratisches Grundstück mit etwa 100 m Kantenlänge wo jeder seinen"Claim" bewirtschaftet, ohne daß Zäune dazwischen liegen.Das ist ungeheuer praktisch, weil ich den Newton zu Nachbars Hütte schleppen muß um den Lichtschein von 4! Straßenlaternen zu entkommen :mauer: Um wenigstens den Schein astronomischer Arbeit zu wahren lese ich die Sternkarte mit einer Rotlichtlampe ! :/
Positiv sei anzumerken daß im Nachbargründstück 2 alte Damen wohnen , welche altersbedingt die Lautstärke des Fernseher so aufdrehen, das ich locker die Tagesthemen mitbekomme. Nach dem Aufbau der EQ-2 in meiner "Dunkel-Insel" und dem Draufsatteln des Newton stelle ich fest, das beim Anziehen der Feststellschraube die Objekte aus dem Blickfeld hüpfen. Manche Probleme ändern sich nie !
So greife ich gleich zu den Hyperions und nach kurzer Zeit habe ich den Dreh raus, die Objekte so zu zentrieren das sie später auch im Oku erscheinen. Die Objekte werden heute wohl Doppelsterne sein, weil sich Jupiter grade in den Apfelbaum flüchtet und später in den Tannenbäumen verschwindet.
epsilon Bootes
bei 140x getrennt, bereitet aber Schwierigkeiten. Die hellere, dominante Komponente erscheint orange und überstrahlt den kollegen, der auf 2-Uhr-Position steht. Diesem würde ich eine reinweiße Farbe zusprechen.
Mittels Polarisationsfilter kann sich die "dunklere" Komponente besser in Szene setzen.
pi Bootes
Bei 180x getrennt, stehen diese beiden gleich hellen Komponenten praktisch horizontal nebeneinander; beide sind reinweiß.
eta Corona Borealis
ein kniffliges Paar !bei 180x würde ich die "8-förmige" Anordnung jederzeit bestätigen. In guten Momenten meine ich die beiden komplett zu trennen, ist aber grenzwertig ! Die beiden erscheinen gleich hell und gleichfarbig, aber nicht weiß. Die Stellung zueinander lässt sich mit einem 45° Winkel beschreiben und der Abstand soll laut Karkoschka in diesem Jahr am geringsten sein.
Im Haus der alten Damen ist der Fernseher aus. Erfahrungsgemäß ist es besser sich von dem Haus weg zu drehen und die Augen zu schließen, Denn nun wird der 12 flammige Kronleuchter eingeschalten und verwandelt meine Dunkel-Ecke in ein lichtdurchflutetes Terrain. Ich fürchte um einen Sonnenbrand im Genick und höre förmlich das Aufstöhnen der Nachtschattengewächse
M13 KS Her
Der Paradebrocken des heutigen Abends zeigt sich bei 113x als runder verwaschener Fleck, der mit meinem Equipment nur in den "äußersten Haarspitzen" aufgelöst werden kann. Beim indirekten Sehen zeigt sich der Haufen sogar ein wenig granuliert. Einhergehend mit der Helligkeit nimmt auch die Konzentration zum Zentrum zu.
rho Herkules
machte bei 113x den besten Eindruckund ist da auch schon getrennt. Mir fällt ein Helligkeitsunterschied auf, wobei die Farbe bei beiden weiß ist. Die Anordnung ist gradlinig horizontal.
M 92 KS Her
aus einem hellen, kompakten Kern heraus verschwinden die Randpartien diffus im Raum. Bei 113x bietet sich der beste Anblick und viel gutem Willen kann der Haufen auch als granuliert angesehen werden. Die Form erscheint mir mehr rund denn oval.
M 57 PN Lyr
kommt bei 113x am besten. Ein runder Kringel, welchen man in guten Momenten ansieht, dass er "durchbohrt" ist. Mit dem UHC Filter wird die Ringstruktur besser betont, bietet aber sonst an diesem System keinen Gewinn. Die Ränder sind diffus, farblos und der Zentralstern hat sich auch gut "versteckt" :biggrin:
Es hat den Anschein als würden immer mehr Sterne "verschwinden". Eine Erklärung liefert mir der Blick über's Hausdach: Frau Luna hat schon beachtlich an Höhe gewonnen und bildet zusammen mit leichter Schleierbewölkung ein sternfeindliches Milieu.
Der Bericht hat mit Doppelsternen begonnen und soll mit einem solchen auch enden !
beta Cyg
Ein echtes "Dream-Team"; bei 113x schön getrennt zeigt sich ein gelb/blaues Päarchen, wobei die gelbe Komponente die hellere ist.
Danach schicke den Newton wieder in den Dornröschen-Schlaf. So gerne ich mit dem Dobson schaue, war ich doch erstaunt was an dem kleinen Newton so alles geht, trotz zahlreicher Probleme..... :biggrin:
Viele Grüße
Andi