Sterne und Nebel im Scopos

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Hallo!

Das schöne Wetter am Wochenende habe ich endlich mal genutzt, um meinen Scopos 80/550 Apo am Sternhimmel zu testen. Bisher hatte ich hauptsächlich Jupiter beobachtet, aber der gab in der letzten Woche im Scopos nichts verwertbares mehr her. Leider störte der Mond am Wochenende, aber zumindest in der letzten Nacht wurde der Himmel einigermaßen dunkel, bevor der Mond aufging.
Zunächst ein paar helle Sterne zum... richtig!, Sterntest. Wega, Arctur und Atair zeigten klassische Beugungsbilder und keine Spur Blausaum. Farbe war aber z.B. bei Albireo zu erkennen, besonders bei hoher Vergrößerung war sehr schön die Eigenfarbe der Beugungsscheibchen zu sehen. Auch bei anderen Sternen fiel die Eigenfarbe positiv auf, so z.B. bei dem kleinen sehr roten Stern zwischen h und chi Per.
Der beliebteste Doppelstern ist zur Zeit natürlich Epsilon Lyr. Beide Komponenten waren wie erwartet sicher getrennt mit schwarzem Zwischenraum und feinen Beugungsringen. 220fache Vergrößerung war gerade noch vertretbar, ein Versuch mit 275fach (2x Barlow + 4mm Ortho) zeigte aber ein flaues und lichtschwaches Bild. Die Auflösungsgrenze habe ich nicht getestet, werde ich demnächst mal nachholen.
Ein paar Deep-Sky-Klassiker: Als erstes hatte ich M27 im Visier. Der Hintergrund war noch nicht ganz dunkel, trotzdem war schön die Hantel zu sehen. Das UHC-Filter zeigte gute Wirkung. Auch diese Beobachtung werde ich wiederholen, wenn der Himmel mal richtig dunkel ist. - Ringnebel: bei "Suchervergrößerung" (16fach mit 35er eudiaskop.) schon als nichtstellar zu erkennen, höher vergrößert richtig gut! Ovaler Ring, in der Mitte etwas heller, sehr guter Kontrast auch ohne Filter. Das UHC dunkelt den Himmel etwas ab, bringt aber erfahrungsgemäß am Ringnebel nicht so viel. - M11: ein Erlebnis! Bei 110fach und 137fach Stern an Stern, einfach schön! - Versuchsweise ein Schwenk nach Süden: bei der kleinsten Vergrößerung rutscht M17 ins Gesichtsfeld, mit 16fach sind die OW-Elongation und der "Haken" am W-Ende zu erkennen. Bei höheren Vergrößerungen auch ohne Filter schön hell, mit dem 7,5er Spectros kommen noch ein paar Unregelmäßigkeiten im "Haken" zum Vorschein. M16 läßt sich dann auch leicht finden, ist nicht so hell wie M17, aber schön nebelig mit vielen Sternchen. - Die Milchstra?e im Schwan und die Schildwolke sind jetzt gut zu sehen. Also 35er rein und draufgehalten: Stern an Stern glitzern im Gesichtsfeld - eine Runde sattsehen! Das Gesichtsfeld im eudiaskopischen 35er entspricht der Längsausdehnung des Delphin-Vierecks. - Als Abschluß eines Beobachtungsabends sind h und chi immer bestens geeignet, so auch gestern. Diese Sternhaufen gehören zum schönsten, was der Himmel zu bieten hat. Ich lasse sie einfach wirken, erfreue mich an Sternenketten und Farben, steigere mal die Vergrößerung, die beste Wirkung entfaltet sich im 15er Spectros. - Dann blitzt der Mond zwischen den Bäumen am O-Horizont auf, das Zeichen zum Abbauen.
Fazit: Super Sternabbildungen, super Kontrast, schöne Sternfarben - super Schnellspechtelfernrohr!

Grüße von Michael.
 
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