Sterne und Planeten am Tag

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Ingo2
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Ingo2

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Kann ich mit meinem 150er Dobson helle Sterne und Planeten auch am Taghimmel beobachten?
 
Hallo

Ich denke das ist eine Frage die ein bissel überflüßig ist das würde ich so gar als Anfänger sagen das dies nicht möglich ist.
Du kannst wohl den Mond wenn er am Tage sichtbar ist beobachten und die Sonne mit entsprechender Folie, aber Saturn oder Jupiter nee ich denke unmöglich.


Gruß Micha
 
Hallo Ingo,

ich halte die Frage nicht für überflüssig und kann dir von einem Artikel aus "Sky and Telescope" berichten, in dem genau dieser Fragestellung nachgegangen wird. Tatsächlich ist es Nachmittags bei sehr guter Transparenz und guter Luftruhe möglich Sterne bis runter zu Arktur zu sehen, wenn extrem vergrößert wird und saftige Öffnungen zur Verfügung stehen. Allerdings erfordert es einiges an beobachtungstechnischer Erfahrung, prinzipiell gehts jedoch.
Wenn du Zeit und Muße findest, dann probiere es doch mal selbst einmal: Fahre morgens vor Sonnenaufgang zu deinem Beobachtungsplatz, richte dein Teleskop auf ein helles Objekt aus und versuche es so lange wie möglich zu verfolgen. Lass dich von der Sonne nicht beirren ;-) Bei Venus dürfte es auch mit deinen sechs Zoll recht lange funktionieren. Leichter klappts natürlich mit einer parallaktischen Montierung, hohe Vergrößerung sind beim Dobson doch arg fummelig.

Gruß und CS,
Marcel
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi!

Im 15-cm-Refraktor hab ich Saturn und Venus schon problemlos beobachtet, die Marsbedeckung durch den Mond vor ein paar Monaten mittags wurde angeblich sogar mit 8cm Öffnung beobachtet (allerdings nicht von mir). Allerdings sind Teilkreise oder evtl. GoTo sehr hilfreich, um die Dinger zu finden... Problematisch ist es auch, wenn das Bild unscharf ist, man findet ja nur schwer was zum scharfstellen, und wenn es so richtig unscharf ist, erkennt man unmöglich, ob man jetzt was im Okular hat.

Stell das Teleskop im Schatten auf (damit Du nicht aus versehen in die Sonne blickst) und markier vorher nachts am Okularauszug, wo dein Übersichtsokular scharf ist, dann geht das prinzipiell schon (wirklich klaren Himmel vorausgesetzt). Problematisch bleibt allerdings das Suchen. Beim Dobson könnte eine Altitude-Skala helfen... Kritisch ist nicht deine Teleskop-Öffnung, sondern das Fehlen von Teilkreisen an einer üblichen Dobson-Montierung.

Ein roter Farbfilter kann evtl. helfen, den Kontrast zu verbessern, da er das Blau des Himmels ausblendet, wirklich überzeugt hat mich das aber noch nicht.

Gruß,
Alex
 
Hallo,

es geht auch mit weniger Öffnung. Mit einem 80 mm Achromaten habe ich schon Merkur und Venus von den Planeten beobachtet. Bei den Fixsternen erinnere ich mich Aldebaran, Beteigeuze und Sirius.
Das Problem liegt wo anders. Wie willst Du mit dem Dobson diese Objekte am Taghimmel finden? Wenn mein Refraktor nicht parallaktisch montiert und mit einem genauen Goto versehen gewesen wäre, hätte ich nicht eines von diesen gefunden. Einfach in der Gegend herumzusuchen ist zwecklos.
Erschwerend kommt hinzu, daß man sehr genau im Fokus sein muß, um überhaupt etwas zu sehen. Auch das ist am Tag problematisch, es sei denn, man kann den Schärfepunkt von früheren Nachtbeobachtungen übernehmen.

Gruß

Kurt
 
Das mit den 8cm und Mars war ich...

Ich rate zu folgenden Vorgehen: Such dir eine Zeit und ein Objekt raus, was nachts denselben in Azimut und dieselbe Höhe wie dein Wunschobjekt am Tage hat. Stell das ein und lass das Fernrohr stehen, ohne Nachführung freilich. Am Tage musst du nur zum richtigen Zeitpunkt reinschauen. Dieses Vorgehen habe ich schon bei Planetenkonjunktionen am Tage erprobt. Das Problem am Tag ist es, die Fokuslage der Augen richtig einzustellen am Fernrohr, da das Auge nix hat, wo es sich "festhalten" kann.
 
Hallo

Na dann muß ich mich ja mal entschuldigen aber es ist nicht ganz meine Schuld da man mir auch mal sagte, aber nicht hier im Forum das es halt nicht geht am Tage.
Nun denn bin ich jetzt eines besseren behlert wurden und freue mich das es dich geht weil ich auch schon so oft gedacht habe was man nachts sieht muß man doch eigentlich auch am tage sehen können.
Ich freue mich das es geht und werde es selber demnächst auch mal ausprobieren.


Gruß Micha
 
Hallo zusammen,

die Tagbeobachtung von Gestirnen ist eine äußerst interessante und sehr reizvolle Angelegenheit.

Sehr viele Sternfreunde, darunter auch langjährige Beobachter, wissen nicht, daß man viele Himmelsobjekte auch tagsüber beobachten kann. Das erlebe ich immer wieder bei Führungen. Wenn ich eine Sonnenführung halte, gehören dazu fast immer Planeten und Sterne ( sofern der Himmel nicht zu diesig ist ).

Schon vor langer Zeit habe ich mit meinem ersten Fernrohr, einem 60 mm Refraktor, Objekte am noch dunklen Morgenhimmel eingestellt und diese dann bis weit in die Vormittagsstunden hinein verfolgt. Darunter Venus, Mars, Saturn, Merkur und Sterne der 1. Größenklasse.

Alleine das Aufsuchen dieser Objekte am Taghimmel ( außer Venus ) gestaltete sich damals sehr schwierig.

Mit einem Dobson Teleskop ist das immer eine große Herausforderung und außer Venus wird man da tagsüber nicht viel finden.

Die Problematik warum das so ist, wurde ja hier schon beschrieben.

Mit guten Teilkreisen und einer gut eingenordeten Montierung oder einer Computersteuerung macht es aber großen Spaß zu testen, was außer Mond und Venus noch zu sehen ist.

So habe ich alle Sterne mit mag 1 bereits im 50 mm Sucher gesichtet.
Mit 4 Zoll Öffnung sind Sterne bis 3. Größenklasse kein Problem.
Mit 7 oder 8" ist es mir oft gelungen bei dunkelblauem Himmel und Sonnenschein Sterne bis zur 6. Größenklasse zu sehen.

Ein Objekt, das ich empfehlen kann ist Albireo. Der Hauptstern mit 3,1 m ist relativ einfach zu finden, wenn man dann ein bißchen sucht, ist auch der schwächere Begleiter mit 5,1 m gar nicht mal so schwierig zu sehen.
Sehr schön kommt der Farbkontrast der Sterne zum blauen Himmel!

Auch die Jupitermonde sind tagsüber sehr schön!
Weiterhin ist auch Mars mit Polkappe und Dunkelgebieten, auch wenn er nur 5 " Durchmesser misst, ein sehr reizvolles Objekt.
Beim richtigen Winkelabstand zur Sonne ist ein Polfilter immer sehr hilfreich. Der Himmelshinergrund wird damit dunkler und das Objekt hebt sich kontrastreicher vom Hintergrund ab.

Das Scharfstellen nehme ich mit aufgesetzter Baader Astrosolar Sonnenfolie an der Sonne vor.

Die Sterne von Ursa Major einschl. Mizar und Alkor schaue ich mir nur noch tagsüber an :-)

Aber auch hier gilt: Nur Übung macht den Meister.

Das Hauptproblem dabei ist, daß das Auge nur einen sehr kleinen Winkel von etwa 1/2 Grad scharf abbilden kann. Da Objekte am Taghimmel sehr kontrastarm sind, fallen diese nicht auf, wenn man auch nur einige Grad daneben zielt. Man übersieht sie.

Das kann man mit einem Versuch nachvollziehen, wenn man die Venus tagsüber mit bloßem Auge sucht. Es dauert manchmal lang, bis sie gefunden wird, dann wundert man sich, daß man sie nicht eher gesehen hat, da sie wirklich gut zu sehen ist. Sobald man jedoch wieder wenige Grad daneben liegt, muß man sie erneut aufsuchen.


Viel Spaß bei der Tagbeobachtung!

Rudi

Link zur Grafik: http://www.fernrohrland-online.de/astro/out/oxbaseshop/html/0/images/5d04639d7c8e289b2.17966567.jpg

Fernrohrland
Rudolf Idler

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Hallo Micha,


Das kann man mit einem Versuch nachvollziehen, wenn man die Venus tagsüber mit bloßem Auge sucht. Es dauert manchmal lang, bis sie gefunden wird, dann wundert man sich, daß man sie nicht eher gesehen hat, da sie wirklich gut zu sehen ist. Sobald man jedoch wieder wenige Grad daneben liegt, muß man sie erneut aufsuchen.

Dem Bericht vom Rudi wäre nur noch hinzuzufügen, dass dabei ein 15 - 20 cm langes, innen geschwärztes Papprohr z.B. von der Küchenrolle hilft sich auf das Suchgebiet zu konzentrieren.

Viel Spaß bei der Tagbeobachtung!


Grauß Günter
 
Zitat von G2_Astro:
Hallo Micha,


Dem Bericht vom Rudi wäre nur noch hinzuzufügen, dass dabei ein 15 - 20 cm langes, innen geschwärztes Papprohr z.B. von der Küchenrolle hilft sich auf das Suchgebiet zu konzentrieren.

Nein, das funktioniert gar nicht. Der Himmelshintergrund ist noch immer zu hell um ohne optisches Gerät schwächere Sternen zu sehen (außerhalb Venus und möglicherweise Jupiter).
 
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