Hallo Chris,
dann kopier ich mal was, was ich für ne ähnliche Anfrage zusammengeschrieben habe. Trifft auf Dich nicht 100% zu, aber vielleicht hilfts ja weite´r.
CS
Klaus
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Ohne Sternatlas ist es sehr schwer überhaupt was zu finden.
Probier mal folgendes (ich habs bewusst recht ausführlich gehalten):
1) Karkoschka besorgen
Genau lesen und verstehen, was da eigentlich drin steht
2) Sucher justieren
am besten an heller Strassenlatern in der Ferne oder so
3) Stern anpeilen
das geht so ähnlich wie beim Luftgewehrschiessen auf dem Rummelplatz: geh in die Hocke falls nötig,
nutze den Fernrohrtubus als grobe Richtung in die du kuckst, nutze eine Schraube der Sucherhalterung als Korn,
dreh das Rohr so, dass der Stern genau mittig über dem Sucher/Fernrohr erscheint, ganz knapp über dem Sucher
Dabei immer nahe am Fernrohrtubus bleiben um sicher zu gehen dass das Rohr auch in die richtige Richtung zeigt
4) Sucher feinjustieren
Nach der Peilaktion kuckst ins Okular mit der kleinsten Vergrößerung die du hast, Jetzt solltest Du den angepeilten Stern im Okular sehen,
Stern im Okular in die Mitte stellen und dann die Stellschrauben am Such so hindrehen bis das Fadenkreuz über dem Stern liegt
5) Objekt im Karkoschka aussuchen.
Momentan sehr dankbr: M42 im Orion
6) Karkoschka so halten, dass das Sternbild im Atlas die gleiche Orientierung hat wie Du es mit bloßen AUgen siehst
7) hellen Stern in der Nähe des Objekts im Karkoschaka suchen und diesen Stern am Himmel wiederfinden
8) Peilaktion von 3) mit diesem Stern wiederholen
9) Karkoschka um 180 drehen WENN DU einen umkehrenden, geradsichtigen Sucher hast
oft ist es so, dass Du den Atlas jetzt irgenwie wild gedreht vor Dir hältst
10) Ins Oku kucken und probieren, ob Du Sternmuster der Ausschnittsvergrößerungen vom Karkoschka im Okular wieder erkennen kannst.
Vorsicht: oft sind im Sucher jetzt viel mehr Sterne zu sehen als im Karkoschka abgebildet.
Deswegen nicht nach einzelen Sternen kucken, sondern nach markanten Dreiecken, Ketten, Vierecken, Doppelsternen etc.
11) von Muster zu Muster hüpfen und so immer näher an das Objekt annähern
Dabei immer wechseln: ins Oku kucken, mit Karkoschka abgleichen, neus Muster in der Nähe des alten Musters aussuchen,
Fernrohr weiter schwenken und das neue Muster im Sucher identifizieren, wieder ins Oku sehen etc.
12) wenn Du im Sucher neben dem Objekt bist, bist du da, auch wenn dus nicht siehst!
13) im Okular nach dem Objekt sehen
Diese Prozedur braucht natürlich einige Übung. AUsserdem sollte man schon die wichtigsten Sternbilder am Himmel wiederfinden können.
Übrigens:
- Schritt 3) ist echt wichtig: wenn Du mal gelernt hast zielsicher einen beliebigen Stern im Sucher zu finden ist das schon die halbe Miete
Das übt man am besten an Sternen, die leicht am Himmel zu identifizieren sind. Die 3 Gürtelsterne des Orion z.B. kann man sehr leicht
identifizieren. Saturn eigent sich auch sehr gut, um zu prüfen, ob man wirklich den richtigen "Stern" im Sucher sieht
- auch ganz wichtig: Du musst wissen wie groß das Gesichtsfeld Deines Suchers ist!
Das checkst Du einfach am Mond: der ist ca. ein halbes Grad gross. Wenn er z.B. ungefähr 8x ins Suchergfeld passt,
hast Du eine Suchergesichtsfeld von 4°
- im Karkoschka ist vor dem Abschnitt mit den ganzen Sternkarten eine Skala eingezeichnet, in der du Abmessen kannst, wie groß bzw.
wie ausgedehnt Sternmuster in den Ausschnittsvergrößerungen gezeichnet sind. Das ist auch wichtig um diese Sternmuster zu identifizieren.
-> Es kann nämlich gut vorkommen, dass Du im Sucher ähnliche Sternmuster wie im Karkoschka siehst, die aber aus anderen, viel schwächeren oder
helleren Sternen bestehen. Dreiecke und Vierecke aus Sternen gibts viele am Himmel. Das ist am Anfang recht ireführend.
Wenn Du aber weisst, wieviel Platz das Muster im Sucher ausfüllt, kannst Du es leichter eindeutig identifizieren.
- Geduld ist angesagt: Wenn Du die ersten 3 Nächte mit dieser Methode nichts findest ist das eher normal.
Aber dranbleiben lohnt. Irgendwann fällt der Groschen - und dann fühlst Du Dich wie der absolute Chef
