Sternhaufen mit Farbkontrasten

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas 81_tom
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum

81_tom

Mitglied
Hallo Zusammen,

ich versuche aktuell Sternhaufen zu beobachten, wo sich Farbkontraste zwischen den einzelnen Haufenmitgliedern zeigen.

NGC 2281
ein offener Sternhaufen im Fuhrmann, der relativ wenige dafür aber recht helle Einzelsterne hat. Auffällig ist eine rhombus-förmige Anordnung aus vier Sternen im Zentrum. Hier konnte ich deutlich Farbkontraste wahrnehmen, einige Sterne sind deutlich orange (z.B ein Stern ganz im Norden, und einer der vier "Rhomus-Sterne"), im deutlichen Kontrast zu den anderen eher blau-weissen Haufenmitgliedern. Der Farbkontrast ist deutlich, die Helligkeit der Einzelsterne hilft sehr bei der Farbwahrnehmnung.

M 67
ein bekannter offener Sternhaufen im Krebs. Dieser Sternhaufen hat mehr, aber deutlich schwächere Einzelsterne. Laut Literatur sind einige der helleren Sterne rote Riesen, im Gegensatz zu anderen eher blau-weissen Sternen dieses Haufens. Im ersten Anlauf habe ich mich sehr schwer getan, hier Sternfarben wahrzunehmen. Ich hatte den Eindruck, die Helligkeit der Einzelsterne war hierfür etwas zu schwach. Jedenfalls mit der genutzen Öffnung (80mm Refraktor) und auch die Bedingungen (Vorstadt) waren nicht optimal. Lediglich bei einem Sternenpaar im Süden des Haufens meine ich einen Kontrast warmweiss-kaltweiss wargenommen zu haben. Werde auf jeden Fall nochmal einen zweiten Versuch starten, mit etwas mehr Öffnung und von einem besseren Beobachtungsplatz.

Grüße, Tom
 
Hey Tom,

cooler Bericht, vielen Dank!
Farben - das ist eine gute Idee, der ich mich auch mal widmen möchte.
Klasse!

Schöne Grüße,
Urs
 
Hallo Tom, sehr schön, sozusagen Genußbeobachtungen, da visuell ja vieles in weiß,grau, schwarz ist. Offene Sternhaufen sind einfach wunderbar. M35 in den Zwillingen soll ab 150 Öffnung Farben zeigt, immer ein sehr schönes Ziel - ob 80mm für Farbe reicht, weiß ich nicht.
M41 unter Sirius - im Seestar S30 (30mm Smart Teleskop) konnte ich gestern Nacht viele Farbkontraste sehen, steht aber etwas tief für die derzeitigen Bedingungen. CS Ansgar
 
Da fällt mir sofort M 35 ein, mit vielen orangen Sternen (im Foto eingezeichnet).
Habe ich übrigens gestern Nacht im 130er Apo beobachtet. Für die Farbwahrnehmung sind Vergrößerungen von +/- 1.0 AP hilfreich.

Messier-35.jpg
 
Dann bring ich mal den mit 14 Millionen Jahren noch sehr jungen Doppelhaufen h & chi im Perseus ins Spiel.

Da gibt es sehr hübsche Farbkontraste zwischen den überwiegend blau-weißen Supergiganten und einigen hellen Sternen, die sich bereits zu roten Riesen transmutiert haben.

Bei Deklination +57° hierzulande zirkumpolar, zur Zeit aber am besten vor Mitternacht.

Gruß, Peter
 
Hi Tom,

M67 ist ein alter Haufen, dennoch hat er blaue Sterne (die eigentlich alle schon im HRD 'abgebrannt' sein müssten) - das sind sog. Blue Stragglers.
Hier mein Bericht über M67 mit Karten und B-V Farbwerten (Sonne: B-V = 0.63mag) und etwas Background zum Verständnis.


Ich hab irgendwo mal gelesen, dass man Farben nur bis ca 5mag oberhalb der Detektionsschwelle sieht (?). Das wären bei mir in 20" dann bis max. 12mag. Mag also sein, dass Deine Öffnung für M67 nicht reicht... in jedem Fall den Trick probieren und leicht defokussieren !

Lg, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe soeben M 67 im 130 f/6 Apo kontrolliert.
Tatsächlich kann ich einige orange Sterne deutlich erkennen, allerdings am besten bei AP 1.0 bis 0.8.
Niedrige Vergrößerungen zeigen die orangen Sterne so gut wie gar nicht.
 
Servus Tom,

wie Peter schon schrieb: M 67 ist ein Methusalem. Er ist ca. 4,5 Millarden Jahre alt. Daher fehlen die massereichen, hellen, blauen Sterne. Die Blue Stragglers sind sekundär heiß (z.B. durch Verschmelzen von Doppelsternen oder extrem seltenen Sternkollisionen). Sie sind in Offenen Sternhaufen selten, in M 67 aber vertreten (halt wenige, einzelne). Will sagen: sie sind zwar heiß und blau, aber nicht so groß und extrem hell wie O-Sterne in Sternhaufenbabys. Blau können wir eh nicht so gut sehen wie Orange, insofern wirst du mit 80 mm Öffnung da keine Chance haben.

Rote Riesen gehen eher, aber auch da sind für M 67 80 mm etwas schmalbrüstig.

Das mit den 5 mag, was Peter geschrieben hat, kann man ja mit bloßem Auge prüfen. Es gibt genug Orange strahlende Sterne zwischen sagen wir 0 und 3 mag. Kochab (beta UMi) mit seinen 2m1 habe ich mit bloßem Auge am 5.3.2025 deutlich orange gesehen. fst von 7 mag war da durchaus möglich... Yed Prior (delta Ophiuchi) mit seinen 2m74 habe ich auch schon freiäugig als gelblich gesehen, da hatte ich aber kein fst von 7m7, eher 6m5. Da wären es also ca. 4 mag von der Sehgrenze weg...

Ich denke, 5 mag ist eine grobe Schätzung. Die Farbwahrnehmung ist bei Punktlichtquellen eh schwierig, also auch Übungssache. 5 mag sind da, denke ich, sehr konservativ geschätzt. Vielleicht ist das einäugige Sehen im Teleskop da auch anders als das beidäugige Sehen mit beiden Augen.

@PeterSurma – falls du die Quelle zu den 5 mag finden könntest, wäre ich sehr interessiert.

Liebe Grüße,
Christoph
 
Zum Thema noch: TU Tauri nahe M 1 war gestern mein Farbenstern. Ist aktuell vielleicht so 10 mag hell, hat eine granatrote Färbung im 12"-Dob bei 68x - 214x.

CS,
Stefan Korth
 
Zurück
Oben