Sternreiche Feiertage (23.12.-29.12.2015)

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Sternenjaeger

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Hallo zusammen,

die vergangene Woche, inklusive der ersten beiden Tage dieser Woche, waren für meine Beobachtungen sehr erfolgreich, und ich konnte einige Seiten meines Beobachtungsbuches füllen! :) Zudem konnte ich weitere Erfahrungen sammeln, und das wichtigste: Es hat enorm viel Freude gemacht! Hier eine (möglichst) kurze Übersicht über meine Beobachtungen im Zeitraum 23.12. – 29.12.2015.

23.12.2015 – Vorweihnachtliche 50-Minuten Mondbeobachtung

Für meinen kleinen Reise-MAK (4“ Celestron Nexstar) habe ich meine Omegon Mini-Dobson-Montierung erhalten. Diese habe ich günstig, für den Übergang, bis ich eine geeignete Montierung gefunden habe, bestellt. Schliesslich soll der MAK ja nicht ungenutzt bleiben und muss von mir auch noch ausgetestet werden. Da wir einen recht klaren Abend hatten, habe ich sowohl mein 8“ Dobson wie auch meinen MAK auf den Balkon platziert um dem Mond auf die Pelle zu rücken.

Mit dem großen Dobson ist das kein Problem. Da der Mond fast seine volle Leuchtkraft erreicht hatte, habe ich mir als Ziel die Region um Mare Frigoris zum Ziel gemacht. Der Dobson hat, unter Hilfe meines variablen Mondfilters, mit allen Okularen (Baader Hyperion 13mm, Kasai Ortho 9mm und 6mm) schöne Details gezeigt. Besonders die beiden Krater Pythagoras und Babbage hatten mein Augenmerk. Wunderschön anzusehen.

Mit meinem MAK zielte ich auf die selbe Region. Der Leuchtpunktsucher ist zwar nicht so komfortabel (vielleicht auch einfach ungewohnt) wie der Telrad-Finder, aber er hat seinen Dienst getan. Der Mond war im Okular zu sehen. Die Details waren auch klasse, einzig und allein das Schwingen war extrem störend. Grund: Der Tisch (ein IKEA-Metall Balkon Klapptisch) schwang bei jeder kleinsten Berührung fleißig nach. Nach wenigen Minuten habe ich mich dann wieder dem Dobson zugewandt, machte einfach mehr Freude!


26.12.2015 – Ungewohnt viele Sterne

Die Weihnachtsfeiertage haben meine Frau und ich bei meiner Schwiegermutter verbracht (97799 Zeitlofs/Rossbach). Mit im Gepäck: Mein MAK auf Mini-Dobson-Montierung samt Seben Zoom Okular. Am 26.12. abends war es dann soweit: Als unser 3-Jähriger Neffe im Bett war, also nach 1900, habe ich mich auf die Terrasse gestellt und einen Blick gen Himmel geworfen! Wahnsinn! Soviele Sterne mit den unbewaffneten Augen habe ich noch nie wirklich wahr genommen! Zum Glück konnte ich mich an Cassiopeia orientieren. Die App Stellarium Mobile hat ihr übriges dazu getan.

Der MAK stand bereits auf draussen, zwecks Auskühlung. Doch gleich hat sich die nächste Tücke gezeigt. Wo stelle ich den MAK auf um auch noch beobachten zu können? Einzige Möglichkeit: Eine etwa 50cm Hohe Mauer die an einem Gemüsebeet anschliesst. Meine Ziele (M31, M42) konnte ich so leider nicht anvisieren. Meinen Kopf hätte ich so ins Beet betten müssen, und zudem einige Verrenkungen vornehmen. Fazit: Ein Stativ mit einer guten Montierung muss her, damit sich der MAK auch wirklich immer nutzen lässt.

Da bei meinem Blick gen Sterne bereits zwei, vermutlich, Satelliten vorbeigerauscht sind, wollte ich noch nicht aufgeben. Ich habe dann im Hause meiner Schwiegermutter ein Fernglas gefunden. Eine Marke war nicht zu erkennen, es handelte sich dabei um ein 7 x 50 Gerät. Das habe ich mir kurzerhand umgehängt und bin wieder auf die Terrasse.

Mein erstes Ziel: M45. Die Sieben Schwestern boten sich mir unglaublich im Fernglas da! Was für ein Anblick. Es haute mich fast aus den Latschen! Mir hat M45 erheblich mehr im Fernglas wie im Dobson seinerzeit zugesagt. Mein nächstes Ziel M42 im Orion. Vielleicht habe ich mir das aus meinen Erinnerungen zusammen gereimt, aber ich konnte klar (leicht gräulich schimmernd) die Nebelstruktur erkennen. Auch mein drittes, und letztes Ziel M31 war gut zu sehen. Ich würde mal behaupten nicht viel schlechter als unter meinem Frankfurter Lichthimmel im Dobson.

Ihr könnt euch nicht vorstellen wie ich mich geärgert habe, dass ich mein Dobson nicht einpacken konnte. :( Aber das Fernglas war mir ein treuer Geselle an diesem Abend. Ich hätte mich nur gerne hingelegt. Nackenschmerzen waren der Preis den ich für mein „in den Himmel über mir“ Starren zahlen musste. Aber es hat sich gelohnt und so ein Fernglas für den schnellen Schweifblick muss ich mir auch bei Zeiten zulegen!


27.12.2015 – Erster Brauchbarer MAK Einsatz

Ich hatte mir extra den Wecker um 0500 gestellt, um auf Planetenjagd zu gehen. Wir waren noch immer bei meiner Schwiegermutter in Rossbach. Leider war zum Zeitpunkt des Weckerklingelns dichter Nebel vor dem Fenster zu sehen. Schade. So konnte ich aber noch ein paar Stunden schlafen. Gegen 0700 ist meine Frau dann aufgestanden, im Halbschlaf habe ich nur ein „Schatz, ist das da nicht die Venus?“ vernommen und war auf einmal hellwach! Der Nebel hatte sich verzogen. Schnell aus dem Bett, ab in die Klamotten und hinunter zum MAK, das bereits im kühlen Schuppen lagerte.

Aufgebaut wurde es wieder auf der selben, niedrigen Mauer. Diesmal als Ziel: Jupiter. Und das war kein Problem. Klar, bequem ist etwas anderes. Ich konnte dennoch den Leuchtpunksucher gut nutzen um Jupiter einzufangen und auch in das Seben Zoom konnte ich Einblicken um Jupiter und seine vier großen Monde zu sehen. Klar waren die mir zwei bekannten Wolkenbänder zu sehen. Ich hatte allerdings nur 30 Minuten Zeit, bis die Sicht rundherum wieder vom Nebel eingefangen wurde.

Gegen kurz vor 8 ist es nochmal etwas klarer geworden. Da habe ich den Anblick nochmal geniessen dürfen. Auch das Fernglas 7 x 50 habe ich mir raus genommen, da hat mich der Anblick von Jupiter und auch Venus allerdings enttäuscht. Aber was habe ich bei 7-facher Vergrößerung erwartet. ;)


28.12.2015 – Jupiter am Morgen / DSO am Abend

Am Montag (28.12.) war ich zurück in Frankfurt, kurz vor der Arbeit habe ich meinen Dobson auf den Balkon gehievt um Jagd auf Catalina zu machen. Doch zuvor wollte ich den Jupiter mit den Bilder aus dem MAK vergleichen, die ich am Vortag andersorts gesammelt hatte. Auch im Dobson war Jupiter klar zu erkennen. Die Luftqualität war an diesem Morgen wohl nicht die beste. Mit dem Kasai Ortho 6mm konnte ich nicht mehr Details einfangen, und das Bild schien leicht zu flimmern. Mit niedrigerer Vergrößerung war es akzeptabel. Auch der Mond hatte mit blossen Augen einen, ich nenne es Mal „Nebel-Halo“ um sich herum.

Stellarium schnell gestartet um zu schauen wo sich Catalina in etwa befinden müsste. Meine Suche mit meinem Baader Hyperion Aspheric 31mm im Dobson blick allerdings vergebens.


Am Abend war es klar, welch Freude! Also vor dem Essen schnell den Dobson wie auch den MAK auf den Balkon gestellt und danach dann eine Reise zu diversen DSO Objekten gestartet.

Mein erster Plan war M31. Leider kam mir da die Balkondecke doch in den Weg, und ich konnte meinen Plan nicht durchführen. Aus dem Hof sah es so aus als könnte es passen, war aber leider nicht so. ;) Orion hat sich noch halb hinter dem Nachbarhaus versteckt, also habe ich mir als zweites Ziel M45 vorgenommen. Ich muss sagen, auch im 31mm Okular sind die Sieben Schwestern ein Genuss, allerdings war meine Fernglas Erfahrung so umwerfend, dass das gesehen nur annähernd so freudig war.

Langsam kam M42 in meine Reichweite. Mittels Telrad-Finder schnell anvisiert und gefunden, konnte ich einen schönen Blick auf den Nebel werfen. So fein habe ich ihn bisher noch nicht sehen dürfen! Wie sieht M42 erst unter einem richtig dunklen Himmel im Dobson aus! Richtig klasse!

Einen Großteil des Abends habe ich mit 4 neuen Objekten und deren Auffindung verbracht: M35, M36, M37 und M38. Alle vier Sternhaufen habe ich schlussendlich gefunden. Am besten hat mir am gestrigen Abend jedoch M37 gefallen. Das nächste Mal nehme ich wieder meinen DSO Atlas zur Hand. SkyWalk ist zwar wirklich nett, aber ich komme mit einem Blatt Papier wohl einfach besser zurecht.


29.12.2015 – Catalina am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Auch heute Morgen hatte ich mir meinen Wecker eine Stunde früher gestellt. Ich wollte endlich Catalina einige meiner Blicke schenken. Und ich habe es geschafft! Es hat zwar etwa 30 Minuten in Anspruch genommen, doch dann war da der kleine, unscheinbare Fleck im Okular! Dennoch ist er wunderschön! Gefunden habe ich Catalina schlussendlich mit meinem Baader Hyperion 21mm. Im Baader Hyperion Aspheric 31mm habe ich Catalina nicht gefunden. Auch das 13mm Okular habe ich noch zur Hand genommen, um noch ein wenig näher zu rücken.

Mars und Jupiter waren nur ganz kurz mein Ziel, denn ich wollte überprüfen ob ich Catalina dann nochmal ohne langes Suchen finden kann. Und siehe da: Es hat geklappt! Kurz durch den Telrad-Finder die ungefähre, gemerkte Position angefahren und Catalina war wieder im Okular! Ich hoffe ich darf noch ein paar Mal morgens den Anblick geniessen.


So, das war es jetzt aber. Vielen Dank an Alle, die die Zeit und Geduld hatten, meinen kleinen Bericht zu lesen. Wer Ideen, Vorschläge oder Kritik da lassen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. :)
 
Hi Sascha,

sehr schöner und kurzweiliger Bericht! Macht Freude, sowas zu lesen. Man kann ja regelrecht mitfiebern *g*.

Ich denke da haben einige über die Feiertage lange nach oben geschaut. Allein schon wegen Catalina. Mir ging es da nicht anders und es macht ja auch richtig Spaß!

Die gleichen Objekte hatte auch ich mir einverleibt. Vorrang hatte das Finden von Catalina, was mir dann im 3. Anlauf auch gelungen ist. Gefolgt von einem sehr schön und klar sichtbaren Jupiter inkl. seiner Monde. Mars und Orion hatten sich mir ebenso angeboten, was ich auch dankend angenommen habe :) .
 
Hallo Sascha,

eine schöne Zusammenfassung, die nur so vor Enthusiasmus sprüht.
Auch wenn Dir hier nicht viele antworten werden, glaube mir, es lesen viele passiv mit und freuen sich mit Dir.

Mit dem Fernglas kann man auch viele schöne und vor allem kurzweilige Nächte verbringen, man muss nur ein paar "fernglastaugliche" Objekte kennen. Vor allem taugt ein Fernglas am besten, um den Himmel kennen zu lernen.

Beste Grüße und weiter so

Rene
 
Hi Sascha,

man spürt ganz aufrichtig Deine Freude! Und damit weis ich, dass Du ernsthaft drin bist und wir von Dir noch mehr zu lesen bekommen. Ich freue mich über Deine Freude, wenn es mit dem Mak mal richtig klappt, bin ganz gespannt...

Gruss von Anette
 
Hallo Annette,
hallo Ivo,
hallo Rene,

vielen Dank für euer liebes Feedback! Seit meinem letzten Bericht hatte ich tatsächlich hier in Frankfurt "etwas Pech" was die klare Sicht nach oben angeht. Für die nächsten tage sieht es wohl auch eher mäßig aus, aber das Jahr ist ja noch sehr jung! ;)

Vielleicht klappt es ja nächste Woche, da darf ich wegen meines Spätdienstes etwas später zur Arbeit los. Wäre doch klasse wenn ich da morgen noch ein wenig den Balkon bewohnen darf, zwecks Kometen- und Planetenjagd. :)

Drückt mir die Daumen!
 
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