Hallo,
du solltest erst einmal sehen, was du bauen "darfst" (Vorschriften? Nachbarn? lokale Bestimmungen? etc)
Dann ist es wichtig zu wissen welche Erfahrungen du mit Beton und Holz hast, denn bei Holz kann man hinterher noch mal was "wegmachen", was bei Beton (und Mauerwerk) nicht so einfach ist.
Wenn eine Betonplatte unter dem Gebäude sein soll:
Beton zieht sich leicht voll Wasser ...
https://www.traguiden.se/konstrukti...grundlaggning/platta-pa-mark/?previousState=1
...welches dann in das Mauerwerk oder die Holzkonstruktion weiterkrichen kann, also macht man ein Kiesbett, eventuell dränering (weiss das deutsche Wort gerade nicht) ...
https://www.dränering.info/platonmatta/
... und eine Feuchtigkeitsundurchlässige Zwischenschicht sowie eventuell eine Wärmeisolation, auch wenn die Sternwarte nicht geheizt wird, damit nichts hochfriert und Betonpatte/Mauerwerk Risse bekommen.
Bei Mauerwerk muss die Betonplatte das Gewicht aushalten. Zum Mauern kann man Leichtbetonsteine nehmen. Zum Festmachen der Dachkonstruktion (aus Holz) kann man diese speziellen Schrauben von Essve nehmen, die übrigens mit einem guten Akku-Schrauber ohne Schlagfunktion in einem Rutsch reingedreht werden, ohne Vorbohren, ohne Dübel:
http://essve.se/webcatalogue/infastning-gips-stenmaterial/689495-lattbetongskruv-heavy-load/
Bei einer Holzhütte auf der Betonplatte reicht es wenn man eine 5cm Unterisolation unter die Platte gelegt hat und die Betonplatte zum Rand und an einer eventuellen Zwischenwand verstärkt. Bei einer Sternwarte geht es auch gut mit einer Kühlbrücke (Punkt 2 in der folgenden Zeichnung):
https://sv.wikipedia.org/wiki/Platta_på_mark#/media/File:Slab_on_grade.1.jpg
allerdings geht das nur wenn man gut Makadam under der Platte hat. Makadam ist ein grober gebrochender Steinkies. Die Isolierungsschichten (Punkt 11) muss nicht mehr als 5-10 cm bei einer Sternwarte sein. Das Teleskop bekommt ein eigenes Fundament, dass bei dieser isolierten Kontruktion nicht so tief sein muss, da es unter dem Gebäude nicht frieren wird. Ich habe das gewählt weil ich bei dem hier vorhandenen schweren Lehmboden nicht in die frostfreie Schicht (150-200 cm) vordringen kann oder man müsste mit schwerem Gerät sehr weit runter. Ausserdem ist die Schneelast zu beachten (hier Schneezone 2,5 - also durchschnittlich 2500 kN/m^2) was eher für ein Mauerwerk spricht, aber mit 120 Konstruktionsholz hat es bisher gehalten. Die Boenwanderung ist bei mir von Nord nach Süd, also die Bewegung des Erdreichs über die Jahrzehnte, so dass ich auf der Nordseite einen Graben mit leichtem Material ausgehoben habe. Auf dem Betonfundament (Punkt 4) kommt ein liegendes Holz mit 45mm Dicke und Breite der Wandkonstruktion. Dieses mit "syll" (Punkt 1) bezeichnetes Holz wählt man bei einer Sternwarte aus imprägniertem Holz der Klasse AB und in der Stabilität C24. Alle anderen Hölzer kann man unimprägniert wählen. Unter dem Syll legst du eine Schicht Teerpappe, damit das Wasser aus dem Beton nicht ins Holz gerät denn auch imprägniertes Holz kann schimmeln. Falls du inder Sternwarte auch wohnen willst, solltest du so gut wie kein imprägniertes Hoz verwenden, sondern alles gut belüftet bauen, denn wenn doch mal was nass wird, dann muss es unbedingt wieder trocknen können! Alle Konstruktionshölzer der Wände und dem Rahmen des Daches wenns geht in C24, also Hölzer wo der Kern sichtbar ist. Alles Holz bei dem Bau mit Planen abdecken und nach dem Dach decken alles streichen was von der Sonne aus erreicht wird, sonst nimmt das Holz die Farbe nicht richtig auf. Farbe: Sternwarten sind ja vorzugsweise weiss. Die beste Farbe die ich kenne ist Oljetäck von Nordsjö (Norwegen), aber sie enthält ein ölhaltiges Lösungsmittel. Nach dem Streichen verfliegt der Duft aber man sollet diese Farbe nicht in Innenräumen verwenden. Anstelle von Holz kann man die Aussenwände und das Dach mit weissen Blechen verkleiden. Dazu die Wände mit einer Windschutzpappe versehen und Rauhspunt mit 70/2,8mm Nägeln (warmverzinkt) horizontal draufnageln. Mit einer Nagelpistole geht das schnell. Darauf Abstandsleisten für einen Luftspalt aus nicht-imprägniertem Holz und dann das Metallblech drauf. Bei Aluminium beachten dass sich das Material bei Wärme gut ausdehnt und damit mit den Jahren etwas lose wird. Eine Sternwarte ist zum Glück ja nicht so gross, so dass das in Ordnung gehen sollte.
Tips: Elektrische Werkzeuge, die es bei einer Holzsternwarte einfacher machen:
60Nm Akku Bohrschrauber mit "kick-back-Funktion", z B Bosch blau. Einen Satz Holz- und Metallbohrer dazu.
Schlagschrauber. Einer von Bosch blau wird reichen. Damit kann man auch grosse Löcher in Holz bohren, wenn man sich Spatenbohrer gönnt.
90mm Nagelpistole. Damit kannst du 75er und 90er Nägel schiessen. Wenn du Dachpappe unter das Blechdach montierst so gibt es dafür auch einen Nagler. Man darf wählen: Viel Geld für ein Gerät was man interher wieder verkaufen kann oder blaue Finger. Die Geräte von Bostitch sind völlig ok, muss also nicht Hitachi sein. Dazu braucht man noch einen Kompressor. Einer mit 24 Liter Tank reicht für den Sternwartenbau, vielleicht reicht auch schon ein kleineres Modell.
Handkreissäge und Stichsäge ohne Kabel. Immer scharfe Sägeblätter verwenden!
Zum Bohren in Beton: Bohrhammer, billiges Modell reicht.
Messwerkzeuge:
Elektronisches Niveliergerät (Bosch grün reicht).
Elektronische Wasserwaage (piept wenn der gewünschte Winkel erreicht ist, dadurch sehr praktisch, wenn man allein arbeitet.
Ansonsten Werkzeug und Material nur nach Bedarf kaufen. Baumärkte sind in Deutschland ja überall zu finden. Ein scharfer Fuchsschwanz sollte nicht fehlen wie auch eine grosse stabile Kneifzange, alles andere ist wohl schon irgendwie im Haus. Nusskasten, Schraubenschlüssel etc sind ok vom Discounter solange man damit nicht auch Autos reparieren will.