Sternwarte Technik im Winter?

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Astro Steve

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Hallo liebe Sternwartenbesitzer,

Meine Sternwarte ist nun endlich fast fertig. Nur noch fertigstreichen und die Technik aufstellen.
Nun jedoch meine Bedenken:
PC, Monitore und auch die Teleskope und Montierung selbst...
Im Sommer wird es ja extrem heiß, sehe ich ja in meinem Gartenhaus schon und gerade im Winter die Kälte und auch ständige Feuchte... Wie sind euere Erfahrungen, ich denke nicht dass das auf Dauer gutgeht, habt ihr Probleme damit oder hält das die Elektronik wirklich durch? Gerade bei PC und Monitore mach ich mir schon Gedanken?

Vielen Dank und LG
 
Hallo,

ich lagere mein Equipment in der kühlen Garage, da ist es allerdings auch im Winter nicht feucht.
Den Teleskopen macht die Kälte nichts aus aber bei extremen Minusgraden hatte der Rechner am nächsten Tag Probleme beim Hochfahren. Ging dann mit Verzögerung wieder aber gut scheint das bei meinem sff-Lonovo Rechner nicht zu sein.

Ich habe dieses Verhalten mehrfach nur bei sehr kalten Nächten festgestellt, so dass für mich da ein klarer Zusammenhang besteht. Seitdem lagere ich den Rechner bei längeren Kälteperioden für die Zeit im Keller. Das ist im Winter bisher wirklich nur fur kurze Zeit nötig gewesen, denn ein paar Grad unter Null waren unproblematisch.

Die Kameras lasse ich nicht über längere Zeit draußen, die sind ja klein und nehmen in der Wohnung keinen Platz weg.
Sonstiges Equipment, wie Okulare, Stativ, Teleskop bleiben bei mir aber auch im Winter komplett in einem Schrank in der Garage.

Gruß,
Holger
 
Hallo

Meine Geräte bleiben alle, ob Sommer oder Winter in der Sternwarte. Ausgenommen Laptop, die schlepp ich ins Haus.

Teleskope, Montierungen, Objektive und Kameras werden mit einer "Indoor-Motorrad-Abdeckung" nach Gebrauch zugedeckt. Mit einem Gummispanner rund um die Betonsäule fixiert. So ist alles halbwegs staubdicht und dennoch atmungsaktiv.

Okulare und sonstiges Zubehör sind in einem Koffer mit Schaumstoff staubdicht gelagert.
Kleinmaterial, wie Zwischenringe und dergleichen in Kunststoffboxen (transparent) mit Deckel.
Diverse Kabel - und das ist ne Menge - an einem Haken griffbereit an der Wand.

Vor einer Belichtungs - Session öffne ich 1-2 Stunden das Rolldach. Teleskop abdecken, Optikkoffer einen Spalt öffnen.
So können die Gerätschaften mal akklimatisieren.

Nach einer Belichtungsnacht: Montierungen in Parkstellung, Rolldach zu. Teleskope bleiben je nach Taubeschlag auch offen. Da ich am nächsten Tag die Flats, Darks etc mache.

Laptop sind in einer festen Laptoptasche und die wird während der Belichtung geschlossen. Da schauen nur die Kabel raus.
Ich habe auch schon Versuchsweise aus Styrodurplatten (3cm dick) eine Behausung für den Laptop gemacht. Ist zu umständlich. Deckel auf zu, Kabel usw.

LG Franz
 
Da bleibe ich mal dran. Stehe vor der gleichen Frage wie der Threadersteller, nur habe ich einen kleinen Nebenraum. Frage mich allerdings, wie "dicht" ich den machen soll. Atmen müsste das alles ja doch auch ein wenig.
 
Hallo!

Ich betreibe seit etwa 2,5 Jahren eine Gartensternwarte und hatte am Anfang auch große Bedenken, wegen der extremen Bedingungen.

Im Winter habe ich oft bis -20°C und im Sommer bis zu +45°C (teilweise habe ich sogar schon über +55°C gemessen) im inneren der Sternwarte und hatte bisher keinerlei Probleme, außer mit den PCs. Bezüglich Luftfeuchtigkeit steigen die Werte im Herbst schon mal über 85% und das über mehrere Wochen, im Frühjahr ensteht sogar Kondenswasser auf der Oberfläche der Betonsäule wenn die Lufttemperatur im Inneren steigt und die Säule noch kalt ist. Aber der Betonsäulen-Adapter, die Montierung und die Teleskope sind bisher immer trocken geblieben. Diese gleichen sich i.d.R. schneller an die Umgebungsbedingungen an, als die Betonsäule.
Elektronik und Mechanik der Montierung und des Teleskops funktionieren einwandfrei, trotz der oft extremen Bedingungen über längere Zeiträume.

PC oder Notebook lasse ich inzwischen aber nicht mehr in der Sternwarte, da diese die extremen Bedingungen (insbesondere bei Kälte) auf längere Zeit nicht durchhalten (2 PC's funktionierten nach kurzer Zeit nicht mehr, daher verwende ich nun ein Notebook, das ich immer mit ins Haus nehme).

Meine Gartensternwarte (Holzkonstruktion mit Klappdach auf Punktfundament) habe ich ziemlich dicht gebaut, also weder Lüftungsschlitze noch Lüfter sind vorhanden. Ich bin auch nicht sicher, ob ein Lüfter in meinem Fall Sinn machen würde, denn wenn die Luftfeuchte außen hoch ist (im Herbst und Frühjahr ist das öfter der Fall) würde ich diese in die Sternwarte saugen.

Das sind meine Erfahrungen zu diesem Thema. Ich hoffe, das hilft ein wenig.

Beste Grüße,
Martin
 
Ich hab in meinen Werkstatt-Laptops SSDs verbaut, seitdem ist es quasi egal ob es Winter oder Sommer ist. Keine Probleme mehr.
 
Hallo Martin,

interessante Info. Ich würde meine Sternwarte, noch nur im Kopf existent, per Rasperry PI (Kstars) steuern wollen. Ob das auch so ein Problem wäre? das Ding hat nicht einmal einen Lüfter.
 
Hallo Martin,

Ich hab in meinen Werkstatt-Laptops SSDs verbaut, seitdem ist es quasi egal ob es Winter oder Sommer ist. Keine Probleme mehr.
ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen, es gibt kaum Probleme mit dem Computer (Desktop-PC) - mit einer Ausnahme: Grafikkarten scheinen vergleichsweise empfindlich zu sein gegen die klimatischen Schwankungen, bei mir beträgt die Halbwertszeit der Karten etwa 2-3 Jahre. Ich habe zur Sicherheit immer eine billige Ersatzkarte im Keller, um vor bösen Überraschungen geschätzt zu sein.

Gruß,
Arndt
 
Hallo,

wie wäre es PC Monitor und Gehäuse in eine große Kiste auf den Tisch zu stellen. Im Betrieb wird dann die Frontplatte hochgeklappt oder abgezogen. Starke Temperaturschwankungen, welche zu Kondensation führen könnte man so abpuffern. Bei niedrigen Temperaturen könnte man die Kiste auch eine halbe Stunde vor dem Öffnen leicht beheizen. Konstantandraht kostet nur wenige Euro und der Stromverbrauch wäre marginal. Ein paar Watt würden sicherlich reichen.
Ich denke ich werde so eine Kiste als Schreibtischersatz an die Säule unterhalb der Kuppel anbringen. Zum weiteren Abpuffern der Feuchteänderungen könnte ein Säckchen mit Reis dienen. Das kostet wenig und lässt sich problemlos wechseln.


MfG

Rainmaker
 
Reis bindet, wie Katzenstreu, nur flüssige Feuchtigkeit. Da hilft nur Silica Gel.

Gruß

Martin
 
Hallo,

ich schrieb auch puffern und nicht binden. Kieselgel bindet zwar Feuchtigkeit, aber halt so ziemlich alle die der Luft entzogen werden kann. Das ist nicht wirklich von Vorteil und führt zu viel Energieverbrauch bei der Regeneration und dauerndem Austausch.


MfG

Rainmaker
 
Hallo zusammen!

Die beiden PC's hatten unterschiedliche Probleme: Beim ersten PC war die Harddisk defekt, beim zweiten PC dann das Netzteil.
Möglich, dass eine SSD weniger Probleme mit Temperaturschwankungen hat, aber das habe ich nicht versucht.

Beste Grüße,
Martin
 
@Rainmaker und Du meinst das Dein Reissäckchen einen relevanten Beitrag zur Pufferwirkung des Holzes der Hütte beiträgt? Da habe ich dann doch meine Zweifel.

Gruß
Martin
 
Hallo,

wenn Du Holz nicht oberflächenbehandelst mag es sein, dass es auch was abpuffert, aber ich würde alles was ich mit den Händen anfasse zumindest wachsen. Macht man das nicht bleibt halt jeder Dreck daran hängen. Außerdem denke ich, dass ein Pfund Reis wahrscheinlich eine etwas größere Oberfläche hat.


MfG

Rainmaker
 
@ Rainmaker Holz das geölt oder gewachst wird bleibt atmungsaktiv. Gehen wir mal von Deinem Pfund Reis aus:
In 0,5 Kg Reis sind ca. (nach oben abgeschätzt) 25.000 Körner. Ein Reiskorn hat im Schnitt einen Durchmesser von 1,5 mm und eine länge von 6,5 mm. Nehmen wir ebenfalls nach oben abgeschätzt eine Zylinderform des Reiskorns an. So ergibt sich ein Gesamtoberfläche von 0,76 m2. Die Holzhütte dürfte also deutlich mehr Oberfläche haben.

Gruß
Martin
 
Hallo Rainmaker,

dann bräuchtest Du Molekularsiebe ... - die sind aber teuer, wenngleich regenerierbar.

CS
Jörg
 
Hallo,

@ Martin,
Da hast Du mich falsch verstanden. Ich möchte nicht den Reis in den Raum hängen, denn das wäre bei einem mehr oder weniger offenen Raum ziemlich sinnfrei. Mir ging es nur darum die Feuchte in der Kiste noch ein wenig zu Puffern um bei sehr starken positiven Temperaturänderungen nach feuchten Nächten Kondensation am Rechner zu verhindern.

@ Jörg,
mit einem Molekularsieb kann man aber nicht Puffern. Entziehe ich der Luft habe ich erst zwar schön trocke Luft, aber danach auch ein verbrauchtes Molekularsieb. Also muss ich bei jeder Öffnung der Kiste und nach einer längeren Standzeit immer schön die Siebe regenerieren und dass in alle Ewigkeit. Nee, das ist nicht mein Ding.


MfG

Rainmaker
 
Hallo,
Ich habe seit Jahren einen kleinen Dell Stand Rechner mit einer SSD Platte in der Sternwarte und hatte noch nie wegen Feuchtigkeit oder ähnliches Probleme. Das einzige was ich mal hatte war der Arbeitsspeicher sich gelockert hat.
Läuft bis jetzt super.

Habe eine Runde Holz-Sternwarte (Selbstgebaut). Feuchtigkeit habe ich ob Sommer oder Winter sehr wenig da ich von oben bzw von unten alles zirkulieren kann.
Der Boden steht (der Sternwarte) steht auf 20cm hohen Beton-Füße und zwischen der Kuppel einen Spalt von 2cm. Der Kuppelspalt ist 60cm breit.

Ich hoffe das ich was beitragen konnte.
Viele Grüße und immer CS
Hans
 
Oft booten PCs nicht mehr weil die Pufferbatterie der Echtzeituhr und PC Einstellungen die Kälte nicht abkann. Dann stimmt die Checksumme nicht mehr und der Computer hängt im BIOS.
Wenn man die Knopfzelle, typischerweise CR2032, ausbaut und ein Pack aus 2 AA Batterien anschließt funktioniert das viel besser.
Allerdings sollte man sich klar darüber sein das PCs eigentlich nur von 0°C-40°C, manchal sogar nur bis 30°C, spezifiziert sind.
Festplatten sind mechanisch und sind daher anfällig auf hohe Temperaturschwankungen.
Grafikkarten werden generell recht warm und sind nicht auf hohe Umgebungstemperaturen ausgelegt.
Ich weiss nicht ob da thermal throttling, also Taktfrequenz verkleinern wenn zu warm wird, wie beim Prozessor implementiert ist.
Feuchte ist natürlich auch ein Problem da die Lötstellen der sehr feinen Anschlüße der elektronischen Bauteile korrodieren bzw. bilden sich Salze die dann Kurzschlüsse verursachen und dann wars das mit dem PC.
 
Hallo!

Ich würde mir keine Gedanken machen deswegen. In „unserer“ (nicht meiner, sondern der historischen Sternwarte meines Wohnortes) stand ein PC unter der Kuppel, der schon alt war als ich dem Verein vor 20 Jahren beitrat. Die Temperaturen schwanken dort zwischen +50°C (wenn im Sommer die Kuppel zu ist) und -15°C (wenn im Winter dir Kuppel auf ist). Dem PC hat das nichts ausgemacht. Er war dann noch fast 15 Jahre im Einsatz, bis er schliesslich von einem Laptop abgelöst wurde. Nicht weil er kaputt war, sondern weil DOS Programme eben hoffnungslos veraltet sind... Der Laptop steht auch das ganze Jahr nebst anderer Technik (Videoprojektoren, Bildschirm) offen da, allerdings einen Stock tiefer, wo die Temperaturen um (geschätzt) +/-5°C gemäßigter sind. Hat dem ganzen Kram bisher noch nicht geschadet. Da stehen keine Trocknungsgeräte und keine Reissäcke.

Und an meinem Arbeitsplatz sind die ganzen Bildschirme, Rechner, Servos und Sensoren noch ganz anderen Temperatur- und Feuchtigkeitsextremen ausgesetzt. Wenn ich nur immer sehe, aus wie vielen Löchern nach der Landung überall Kondenswasser heraustropft... Die ganze Technik ist überhaupt nicht davor geschützt, im Gegenteil, da blasen Lüfter permantent Aussenluft durch und zwar so, wie sie gerade kommt, von +50°C bis -50°C. Manchmal in der ganzen Schwankungsbreite mehrmals am Tag. Ich habe schon Rauhreif zwischen dem Schutzglas und dem Bildschirm gesehen nach einer kalten Nacht im Freien. Einschalten und los!

Grüße
Maximilian
 
Hi Max,

das mache ich mit meinem Panasonic-Laptop auch, ich glaube da könnte ich unter der Dusche arbeiten oder in der Wanne, aber ganz so robust sind die Consumer-Produkte heute leider nicht mehr. Aber Tendenziell sollte man auch nicht vor Sorge sterben - aushalten tut das Zeug schon eine ganze Menge. Die besten Voraussetzungen sind gute Durchlüftung und Staubschutz.
Ich bin langjähriger Lenovo/IBM-Nutzer, wenn da mal ein halbes Jahr irgendwo eine Messkiste im Feld stand galt das gleiche Prinzip. Lüften damit die Temperatur immer gleichmäßig ist, dann taut nix oder wenig, und Dreck raushalten, damit sich keine feuchten Schmutzschichten bilden können, die elektrisch leiten. Gut, das Zeug lief dann durch, hat sich damit warm gehalten, aber in Zeiten der Energiesparsamkeit macht es keinen Sinn, so ne Maschine im StandBy zu halten, das ist auch Murks.

CS
Jörg
 
Hallo,

die Kondensfeuchtigkeit wird im geschlossenem Zustand von der Sternwartewand abgefangen, denn diese kühlt am stärksten ab. Bei einer Sternwarte mit Kuppelspalt trifft das auch im Betrieb zu. Bei einer All-Sky Sternwarte würde Ich Elektronik, welche keine Abwärme erzeugt (also z.B. ein ausgeschalteter Monitor) und unter freiem Himmel liegt mit einem Tropfschutz versehen und eventuell heizen.

Der Temperaturbereich für normale PC-Komponenten liegt bei 0° bis 55°. Bei sehr niedrigen Temperaturen kann vor allem der Speicher Probleme machen. Rechner anlassen und ggf. Im Winter isolieren hilft.

Ein moderner PC braucht im Leerlauf 10W oder weniger. Ausschalten lohnt sich da nicht.

MfGruß Stefan
 
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