Sternwartenkuppel

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Shermann

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Moin Astrogemeinde,

ggf. möchte ich meine künftige Gartensternwarte mit einer Kuppel ausstatten. Da der Selbstbau definitiv ausscheidet (zwei linke Hände), kämen folgende Produkte in Betracht:

- Sirius Kuppel von APM - 2,3 m
- 2,3 m Kuppel von Astrocom
- 2,1 m Kuppel von Baader-Planetarium

Ich habe zwar gegoogelt, aber so gut wie keine Erfahrungsberichte von Besitzern gefunden. Klar werde ich mich noch ausführlich bei den Händlern erkundigen, aber unabhängige Aussagen/Meinungen sind natürlich auch willkommen. Vielleicht kann man sowas ja auch mal persönlich im nordbayerischen Raum bewundern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Vielen Dank für gutgemeinte Tipps & Clear Skies

Hermann


-
 
Hallo Shermann,

warum willst Du eine Kuppel? Gibts bestimmte zwingende Gründe? Es gibt ja auch noch eine Menge Alternativen, die man sich oft auch schon fertig anliefern lassen bzw. vor Ort bauen lassen kann. Da ich perspektivisch auch wieder mal bauen werde (bzw. muss), habe ich auch schon einige Überlegungen angestellt, aber bisher haben mich die Kuppelkonzepte noch nicht wirklich überzeugt.

Gruß
Adson
 
Hallo Hermann,

da wir gerade selber kurz vor dem Bau unserer neuen Sternwarte stehen, haben wir uns natürlich auch bezüglich einer Kuppel umgeschaut und uns sehr genau erkundigt was Qualität etc. angeht. Da wir die Sternwarte in 1600m Seehöhe bauen, wo bis zu 9 Meter Schneelast zusammen kommen, muss man da schon relativ genau hin schauen was die Kuppeln so aushalten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Die von dir aufgezählten Kuppeln haben wir uns alle angesehen und uns auch mit einigen Leuten in Verbindung gesetzt die diese verwenden. Gleich mal vorweg, es sind alle von der Qualität für europäische Wetterverhältnisse bestens geeignet und funktionieren über all ohne Probleme.

Einzig die preislichen Unterschiede sind recht ausgeprägt. Setz dich auf jeden Fall mal mit Astrocom persönlich in Verbindung. Die können bei der Kuppel auch ein paar Anpassungen machen, so dass die Kosten etwas nach unten gehen und sie nehmen sich auch wirklich Zeit um dich ausführlich zu beraten.

Bei den Sirius erkundig dich unbedingt nach den genauen Lieferkosten, die sind nicht wenig.

Eine günstige und gute Alternative ist z.B.

http://www.homedome.com/

Dietmar Hager hat zum Beispiel auf seine Sternwarte so eine Kuppel gebaut und ist mehr als zu frieden damit. Schau dich mal auf seiner HP um, er hat da auch was über die Kuppel Stargazer Am besten du schreibst ihn mal direkt an, er kann dir bestimmt offene Fragen beantworten. Er schreibt auch hier im Forum <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />


Sehr gute Kuppel stellt auch Ashdome her,... http://www.ashdome.com/index.html


Eine Rolldachthütte würde dich bestimmt um einiges günstiger kommen. Die Preise für die Kuppeln sind nicht gerade von schlechten Eltern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Die Kuppel hat halt einen großen Vorteil gegenüber dem Rolldach, das Teleskop ist einfach besser Windgeschützt. Wie viel das Wert ist habe ich erst vor kurzem wieder in der Sternwarte eines Kollegen gesehen. Er hat sich eine Wunderschöne Sternwarte mit Rolldachgebaut in der sich ein 16" Meade LX200 GPS befindet. Leider ist fotografieren nur bei sehr sehr schwachem Wind möglich da das Teleskop sonst durch den Wind zu sehr wackelt. Man muss aber auch dazu sagen, dass das Teleskop schon sehr überladen ist. Er baut jetzt eine miniatur Kuppel die man beim fotografieren um das Teleskop stellen kann, damit es besser geschützt ist.


So das waren dann die, die wir in Betracht gezogen haben. Falls sich jetzt jemand die Frage stellt welche der Kuppel wir genommen haben, es ist diese hier,...

Link zur Grafik: http://www.amos.observatory.at/assets/images/amos2_2_small.jpg

Eine echte "AMOS" Kuppel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Da wir eine 5 Meter Kuppel benötigen wäre das ganze Projekt an den Kosten für die Kuppel gescheitert. Deshalb haben wir uns entschlossen selber eine Kuppel zu entwerfen, die uns ein Kollege gebaut. Mehr dazu gibt es auf unserer Home Page unter www.amos.observatory.at

CS,
Michi
 
Eine allgemeine Bemerkung zu Kuppeln und Schiebedächern:
Was Michi plant, geht für den Standpunkt in Ordnung. Da gibt es kaum eine andere Lösung. Für den "Flachlandtiroler" ist eine Kuppel lediglich ein Prästigeobjekt, das im Vergleich zum abschiebbaren Dach erhebliche Nachteile aufweist:
1. Keinen Himmelsüberblick, man ist sehr eingeschränkt, da ja auch das Teleskop dorthin blickt, wohin ich gerade hinschauen möchte.
2. Für einen Amateur sinnlos teuer und aufwendig in Beschaffung und Aufbau.
3. Das entscheidende: in einer (professionellen Sternwarte und Kuppel befinden sich keine Menschen, die sitzen im Raum darunter. Wer schon im Winter zu zweit beobachtet, merkt schnell, daß die gesamte Körperwärme genau durch den Spalt abzieht, durch den man mit dem Teleskop schaut. Ich könnte mich also auch ins Wohnzimmer stellen, die Türe aufmachen und vom warmem Wohnzimmer aus beobachten.
Jeder würde darüber lachen, jeder sagt, macht gerade das niemals. - Und trotzdem verkaufen Euch diese Leute Kuppeln!!!!
Habt ihr mal Werbeaufnahmen von Baader gesehen, in denen Leute in von dieser Fa. gebauten Kuppeln standen??

Mein Tip: Anschiebbares Dach, siehe Foto. Vollen Überblick, die Wärme zieht (auch bei 20 Personen) gut ab.

Gruß
Winfried
 
Hallo Winfried,

genau Punkt 3 ist es, der auch mich bisher von Kuppel-Lösungen abgehalten hat. Wie bewerten denn "Kuppelnutzer" diesen Kamineffekt, vor allem im Winter bei wirklich niedrigen Temperaturen?

Gruß
Adson
 
Hallo Adson, MichiP & Berberich,

erst mal vielen Dank für die sehr ausführlichen Informationen.

Vielleicht sollte ich auch erläutern, warum ich überhaupt eine Kuppel für meine Sternwarte in Betracht ziehe. Primär geht es mir um Astrofotografie mit CCD-Technik. Um dieses Hobby ernsthaft betreiben zu können, bedarf es natürlich einer stationären Lösung. Jedesmal rauszufahren und alles erst einzunorden ist nicht wirklich der Bringer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />

Nun ist aber mein Grundstück für die geplante Sternwarte alles andere als optimal. Die einzige Ecke, an dem ich einen relativ großen Himmelsabschnitt einsehen kann, wird - wie soll es auch anders sein - von zwei Straßenlaternen "ausgeleuchtet". Auch ein Nachbarhaus
mit hellem Anstrich macht die Situation nicht besser <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Zuerst hatte ich natürlich an eine Rolldachhütte gedacht. Mit dieser Variante kann ich jedoch das Teleskop nicht optimal vor diesen Lichtquellen schützen. Eine Kuppel mit schwarzem Innenanstrich wäre in diesem Fall wahrscheinlich die bessere Alternative. Wegen dem Kuppelseeing mache ich mir übrigens keine Gedanken, da ich das Teleskop samt CCD-Kamera von einem "Nebenraum" aus steuern möchte.

Was unter einem Vorstadthimmel mit CCD-Technik und entsprechenden Filtern möglich ist, zeigt Johannes Schedler sehr eindrucksvoll auf seiner Homepage (http://www.panther-observatory.com). Einige dieser sehr schönen Aufnahmen entstanden ebenfall unter einem 5 mag-Himmel, also unter ähnlichen Bedingungen wie bei mir. Sicher sind sein Equipment und seine Bildbearbeitungskünste vom Feinsten - da komme ich die nächsten Lichtjahre nicht ran ;-) Aber allein die Tatsache, was unter diesen Bedingungen machbar ist, ermutigt mich die Sternwarte trotzdem an einem nicht ganz optimalen Standort zu bauen. Und wenn ich wirklich mal "genußspechteln" will, fahre ich mit meinen Sternfreunden & Dobson in die Pampa.

Tja, mal sehen in welche Richtung es nun geht. Ehrlich gesagt "eiere" ich immer noch rum. Die Entscheidung ist wirklich nicht leicht.

CS und nochmals vielen Dank für die Tipps

Hermann
 
Hallo Winfried,

ich weiß nicht ob man eine Kuppel auch bei kleineren Sternwarten so leicht als Prästigeobjekt ab tun sollte. Klar kosten sie viel Geld bieten aber gerade in der Astrofotografie viele Vorteile. Allein der Faktor Wind ist nicht zu unterschätzen und man kann die beste Montierung der Welt mit Autoguide etc. haben, es hilft nichts wenn sie durch Windböhen keine brauchbaren Aufnahmen liefert.

1. Keinen Himmelsüberblick, man ist sehr eingeschränkt, da ja auch das Teleskop dorthin blickt, wohin ich gerade hinschauen möchte.

Da hast du irgendwie Recht und irgendwie auch nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> Das ganze ist Gewöhungssache, ich bin am Anfang auch immer vor die Sternwarte gegangen und hab mir dort einen Überlick verschafft, aber daran gewöhnt man sich schnell. Außerdem hast du noch den PC daneben stehen falls du mal nicht weißt wo die Objekte gerade sind.

3. Das entscheidende: in einer (professionellen Sternwarte und Kuppel befinden sich keine Menschen, die sitzen im Raum darunter. Wer schon im Winter zu zweit beobachtet, merkt schnell, daß die gesamte Körperwärme genau durch den Spalt abzieht, durch den man mit dem Teleskop schaut. Ich könnte mich also auch ins Wohnzimmer stellen, die Türe aufmachen und vom warmem Wohnzimmer aus beobachten.

Das ist definiv ein Faktor über dem man sich VOR dem Bau einer Kuppel klar sein muss. Aber ganz so dramatischist es denn auch wieder nicht. Ich kann hier meine Erfahrungen mit einer 3 Meter einer 4 Meter und einer 8 Meter Kuppel berichten. Eines haben alle gemeinsam, steht jemand direkt unter dem Rohr ist es aus mit beobachten, gilt aber auch für ein Rolldach. In der 3 Meter Kuppel konnten 3 Personen stehen ohne das man Probleme bekommen hat. Wichitg war, dass sich alle hinter dem Teleskop befunden haben, denn warme Luft steigt gerade nach oben und solange du nichts im Zenit beobachtest, zieht die Luft einfach ab. Bei der 4 Meter Kuppel könne 2 bis 3 Personen mehr drin stehen und bei der 8 Meter Kuppel hast du eh ein Scheunentor <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Da ist bei ca. 10 Personen nichts mehr gegen die Wärmeaufteilung zu machen.

Wenn man geplant hat zu fotografieren dann sollte man auf jedenfall ein kleines Nebengebäude errichten. Zum Spechteln würde ich dem Rolldacht auf jedenfall den Forzug geben.

CS;
Michi
 
Hi,

hatte mal ne Kuppel. Kamineffekt war Dank überdimensionierten Kuppelspalt überhaupt kein Problem.
Sehr störend hingegen, dass man nur eingeschränkte Sicht auf den Himmel hat und bei jedem Fernrohrschwenk die Kuppel nachdrehen muß.
CS Mike
 
Hi,
das kann dir bei langem gestreckten refraktor mit der Körperwärme nicht passieren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
dann biste mind. 2m vom objektiv(6"f15) weg <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

ne 2,1-2,3 m kuppel ist quatsch lohnt finanziell
garnicht,praktisch auch albern(du kannst deiner körperwärme ja kaum noch ausweichen-kamineffekt unvermeidbar)
 
Hallo Hermann,

in den Staaten basteln sie gerade an einer recht interessanten Alternative. Eine Kuppel, die aber keinen Spalt hat sondern komplett zur Hälfte hochgeklappt werden kann.

Zu finden unter http://www.skyshedpod.com. Scheint allerdings noch im Beta Stadium zu sein.

Viele Grüße,
Volker
 
Alles in llem ein interessanter Thread.
Doch nochmal zum Schiebedach meiner Sternwarte: um dem Wind ein Schnäppchen zu schlagen, habe ich leichte Wände auf allen 4 Seiten, die ich einzeln hochschieben kann. Dort, woher der Wind kommt. Habe zwar die Fotografie am Himmel (fast) aufgegeben, aber auch visuell ist das 12" SC mit der Polhöhenwiege windempfindlich. Trotz 250kg Stahlsäule und 6-Tonnen Fundament. Es wackelt halt mal oben an der Wiege. Da heben sich, auch visuell, die "Windplatten" bewährt.
Wir beobachten hier (mit Kids) manchmal mit 15 Personen und ich kann den Kids allen mit dem Laser die Sterne und Sternzeichen zeigen.
Rein fotografisch mag die Kuppel, wenn ich "daneben" stehe, ihren Sinn haben. Aber der Preis...
Gut, meine Hütte stammt nicht vom Baumarkt, es ist ein Produkt eigener Konstruktion, gebaut von einer nahen Fertighausfirma. Wir brauchen die Stabilität, da wir des öfteren mal Sturm haben. Bei einer solchen Gelegenheit durfte ich mal den Vorbeiflug einer Bauhaus-Hütte begrüßen...
Ergo: noch mal nachdenken! Du brauchst ja nicht nur die Kuppel, ein Unterbau kommt ja auch noch hinzu!

Gruß
Winfried
 
Hi,

meine Kuppel war aber größer, hatte ca. 5m Durchmesser und ca 1.5m Spaltbreite. Wenn ich nochmal eine zu bauen hätte, würde ich sie nicht drehbar machen, sondern ähnlich wie ein Sturzhalmvisier lamellenartig herunterklappbar machen. Dadurch ist volle oder auch nur halbe rundumsicht garantiert.
CS Mike
 
Hallo Hermann und alle anderen,

habe das Thema gerade erst gesehen und Deine Situation kommt mir sehr bekannt vor. Auch ich wohne in Stadtnähe und habe zwei Natriumdampflampen vor der Nase. Ich mußte mich also immer in irgend welche Ecken platzieren, um dem Lichtschein auszuweichen. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich mehr mit Auf.-Abbau und Justieren beschäftigt war, als fotografieren zu können, also: Sternwarte! Nach einigem hin und her bin ich einfach zu dem Punkt gekommen, das nur eine Kuppel o.ä. auf lange Sicht gesehen Sinn macht.
Mittlerweile kann ich auf eine (nur)halbjährige Erfahrung damit zurückgreifen, hier meine Erfahrungen:
* Sehr guter Windschutz!
* Das Licht der Lampen ist sehr gut abgeschirmt ( liegt natürlich zum Teil auch daran, das die Kuppel in 5m Höhe etwas über den Lampen sitz)
* Wenn der Schlitz breit genug ist(bei mir 1,40m) sieht man schon was vom Himmel, man kann ganz gut heraussehen.
* Die Aufsteigende Wärme hat sich in meinen Tests noch nicht wirklich bemerkbar gemacht. Ich habe mit meiner ToUCam Protokolle über 20 min bei 3,20m Brennweite zur Schneckenfehleranalyse gemacht. Dabei sieht man auf der Kurve das Zittern des Sterns. Ich bin immer nach etwa 5 min ins Haus gegangen(war also dann nicht mehr in der Kuppel). Man kann auf den Kurven keine Veränderung sehen.
* Ich habe das Gefühl, das die Kuppel ein wenig wie eine große Taukappe wirkt.( kann auch subjektiv sein)Jedenfalls waren die Instrumente früher immer mit einer fetten Tauschicht oder Rauhreif bedeckt, was jetzt nicht mehr so schlimm ist. Aber vielleicht liegts auch am milden Wetter in diesem Jahr.
* Nachteil: man muß die Kuppel immer mal drehen und die Nachbarn erklären einen für Verrückt. Aber damit kann man zurecht kommen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
* Nachteil: Der Preis. (darum habe ich meine selbstgebaut und weis jetzt, wieviel Arbeit darin steckt-Arbeit kostet Geld)

Fazit: Die Vorteile sind sehr praktisch und die Nachteile (außer dem Preis-bei mir jedenfalls) zu verkraften. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Viele Grüße, Henri

p.s. Die Lampen habe ich etwas entschärft, in dem ich sie abgeschirmt habe. Sie strahlen jetzt nur noch nach unten, habe natürlich vorher mit den Nachbarn gesprochen.
 
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