Strehl und große Öffnungen

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

gambler

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

Mal eine Frage:

Ist bei großen Öffnungen eine hoher Strehlwert wirklich wichtig?

Das Beugungsscheibchen ist ja meist viel kleiner als die durch das typische Seeing bedingte maximale Auflösung.

Nehmen wir mal eine Auflösung von 1" an, die durch das lokale Seeing maximal möglich ist. Nehmen wir weiter an, dass eine perfekte 12" Öffnung (Strehl 100%) eine Auflösung von 0.4" liefern kann. Wie niedrig könnte man den Strehl-Wert werden lassen, um bei 1"-Seeing keinen Unterschied zu 100% zu bemerken?

Bei noch größeren Öffnungen kann die Strehlzahl ja dann noch niedriger sein...

Oder ist der Gedanke falsch und sieht man immer ein schlechteres Bild bei einer niedrigeren Strehlzahl?

VG
Hermann
 
Hallo Hermann,

da komt es sehr darauf an, was den Strehl drückt.
Eine Summe kleinerer Fehler wird sich kaum in der Beobachtung bemerkbar machen.
Ein dominatner Asti, ein hoher und ausladender Zentralberg oder eine deutliche, abfallende Kante (Spiegelrand), deutliche Parabelfehler hingegen schon.
Letztlich kommt am ab 12 Zoll und darüber allerdings sehr selten in die Situation, das in der Beobachtung (Am Stern) wirklich gut beurteilen zu können (Seeing verhindert saubere Höchstvergrößerung) und damit kommen dann halt die allermeisten aufgehübschten (Zertifikat)Schönheiten sogar langfristig durch.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Hermann,


der Strehl sagt etwas darüber aus, in welchen Grad Licht aus dem zentralen Beugungscheibchen fehlt.

(...) is the ratio of peak diffraction intensities of an aberrated vs. perfect wavefront. The ratio indicates the level of image quality in the presence of wavefront aberrations; often times, it is used to define the maximum acceptable level of wavefront aberration for general observing - so-called diffraction-limited level - conventionally set at 0.80 Strehl. Quelle.

Hier erst einmal nur bezogen auf die Optik, also deren Abbildungsfehler bezüglich einer Punktlichtquelle. Einer der wesentlichen Punkte wo sich ein niedrigerer Strehl niederschlägt ist die Kontrastübertragungsfähigkeit, d.h. eine Optik mit geringerem Strehl zeigt einen geringeren Kontrast.


Seeing wirkt ähnlich wie eine fehlerbehaftete Optik, was man an Verläufen der Modulation Transfer Function (MTF) nachvollziehen kann.

Letzlich läuft also alles darauf hinaus, was durch den wobbly stack nach H.Suiter durchkommt und somit am Auge ankommt. Im wobbly stack ist alles drin, angefangen von der oberen Atmosphäre bis zum Auge des Beobachters.

Ein Großteil des Fehlers in der Wavefront kommt durch das Seeing, das ist richtig. Nun bleibt die Frage, auf wie viele Strehlpunkte man verzichten möchte oder kann. Das ist ja auch immer eine Frage der Fertigung. Wie viel Strehl kann ich denn bei einer gegebenen Apertur auch wirklich in den Spiegel schleifen? Schon hier hat man also einen Kompromiss einzugehen.

Ich sag mal einen MindestStrehl sollte man schon haben, damit das Bild zum Beispiel eines Planeten halbwegs vernünftig übertragen werden kann. Auch hat eine größere Apertur eine gewisse Leistungsreserve, verträgt also durchaus einen geringeren Strehl. Zu gering sollte er aber nicht sein, damit sich die Abbildungsgüte durch Seeing nicht all zu leicht unter eine erträgliche Grenze drücken lässt.



Bin gespannt auf weitere Wortmeldungen.

Chips und Bier stehen bereit. :D (naja Bier noch nicht...)




beste Grüße
Christian
 
hallo,

ein Thema wo man viel diskutieren kann. Prinzipiell trägt jeder Fehler zu einer Kontrastverminderung bei, mit geometrischer Addition. Bei grossen Öffnungen ist meist das Seeing der weitaus dominante Faktor, insbesondere bei visueller Beobachtung.

Jedoch haben wir heute die Möglichkeit, dank Statistik und ausgeklügelter Algorithmen trotz einiger Luftunruhe zu gut beugungbegrenzten Bildern zu kommen. Hier ein Beispiel mit 14" Newton bei mittelgutem Seeing. Visuell war von einer Airy Disk nichts zu sehen, das Sternscheibchen in tanzende Speckles zerrissen.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/87975652/Xi_UMa_14N_5x_AlCCD5L-IIc.jpg

Im Bild sind Airy Disk und erster Beugungsring deutlich sichtbar, und auch der Astigmatismus weswegen die zertifizierte Optik dann reklamiert wurde. Der Strehl betrug bei den interferometrischen Messungen etwas über 80% und nicht 97%.

Das ist ein extremes Beispiel, weil Astigmatismus hier deutlich im Beugungsring deutlich sichtbar wird. Wäre es zB sphärische Aberration gewesen, hätte man es weit weniger stark bemerkt. Reale Bedingungen und Laborbedingungen, das ist ein weiteres Thema.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

funktionieren auch die Wabenspigel desshalb erst ab einer bestimmten Spiegelgröße? und ab welcher? Ist das berechenbar?

Gruß Günter
 
Hallo Hermann

Was in deinen Überlegungen fehlt ist der Kontrast.
Ein gutes Bild wird nicht nur über das Auflösungsvermögen (Ortsauflösung/Frequenz) definiert, sondern eben auch über den Kontrast. Dieses Verhältnis wird in der Regel über die MTF oder Auch Modulationsübertragungsfunktion Genannt ausgedrückt.

Ein großer Spiegel mit einem schlechten Strehl und somit geringer Kontrast wird dir also immer ein flaues Bild zeigen schon bei niedrigen Vergrößerungen und bei geringer Auflösung bzw. bei geringer Ortsfrequenz.

Ein großer Spiegel mit gutem Strehl wird dir hingegen z.B. Große Mondkrater schon bei geringer Vergrößerung schön scharf zeigen.

Die maximal Auflösung an feinsten Kratern und Rillen ist dann durch das Seeing begrenzt.

Das also eine großer Spiegel keinen guten Strehl braucht gehört zu den Mythen und Legenden!

Für was bräuchte man dann eine gute Justage, oder warum betreibt man an Großteleskopen den Aufwand der aktiven und Adaptiven Optik, wenn die Definitionshelligkeit keine Rolle Spielen würde?

CS
 
Zum Strehlwert von professionellen Großteleskopen und zur Bedeutung von Adaptiver Optik dabei, siehe z.B.

Strehl von Großteleskopen

Adaptive Optik

Dabei geht es vor allem um Reduzierung von atmosphärischen Seeing Effekten und um Steigerung der Winkelauflösung. Bildkontrast kann bekanntlich durch Bildbearbeitung beeinflusst werden und spielt daher im Gegensatz zu rein visuellen Anwendungen im Amateurbereich nur eine untergeordnete Rolle. Das kann man ja auch schon an den vergleichsweise enormen Obstruktionsverhältnissen von professionellen Optiken erkennen.
 
Hallo Hermann

Ich denke bei den Diskussuionen um das Seeingscheibchen (FWHM einer 2d Gauss Kurve) wird of vergessen dass dabei vom langzeit gemittelten Wert geredet wird. Langzeit heisst da meisst mehrere Sekunden.
Das Seeing variiert aber schnell mit der Zeit. Dabei kommt es eben auch vor dass der Wellendfrontfehler der Atmosphäre sehr klein wird, kleiner als Rayleight Kriterium von Lambda/4. Genau in diesen Momenten profitierst du von einer sehr guten Optik.
Webcam und visuelle Beobachter nutzen genau diese guten Momente und nur mit einem guten Teleskop kann man diese Momente nutzen.
Bei mir sind es gerade diese weningen aber sehr guten Momente die lange in Erinnerung bleiben.
Zum benötigten Strehl wert; Das ganze Teleskop muss am ende Beugungsbegernzt sein also Hauptspiegel incl. Fassung + Fangspiegel incl. Fassung und die Justage. Sehr gute Hauptspiegel (90% Strehl) machen daher Sinn weil es dann etwas leichter ist ein beugungsbegrenztes Teleskop zu haben.

Gruss
Stefan

 
> Ein großer Spiegel mit einem schlechten Strehl und somit geringer Kontrast wird dir also immer ein flaues Bild zeigen schon bei niedrigen Vergrößerungen und bei geringer Auflösung bzw. bei geringer Ortsfrequenz.

Das kann man so nicht sagen. Es kommt darauf an, wohin das Licht verschwindet, was im zentralen Beugungsscheibchen fehlt. Wenn es z.B. durch eine rauhe Oberfläche über das ganze Bild verschmiert wird, dann nimmt der Gesamtkontrast freilich ab. Wenn es sich aber in Form einer Koma verteilt, dann nimmt der Kontrast auf großen Skalen nicht ab, sondenr nur bis zur Größe dieser Koma. Wenn es durch eine zentrale Obsruktion hauptsächlich im ersten Beugungsring landet, dann übernimmt dieser Beugungsring im Extremfall die Rolle des zentralen Scheibchens, d.h. die Auflösung wird durch diesen begrenzt. Bei einem Halbmeterspiegel sit das vielleicht sogar hinzunehmen.

 
Hallo

Ein großer Spiegel mit gutem Strehl wird dir hingegen z.B. Große Mondkrater schon bei geringer Vergrößerung schön scharf zeigen.
Auch ein großer Spiegel mit schlechtem Strehl, sagen wird .5, wird bei geringer Vergrößerung Krater sehr scharf zeigen. gerade an Krater mit hohem Kontrast sieht man eben noch keinen gravierenden Unterschied.

Die maximal Auflösung an feinsten Kratern und Rillen ist dann durch das Seeing begrenzt.
Warum Dann? Was wird hier woraus gefolgert? Für die Auflösung hochkontrastiger, sehr kleiner, feiner Details am Mond ist ja eben kein extrem hoher Strehl notwendig. So zeigt zum Beispiel ein großer Spiegel, sagen wir 12" mit .5 Strehl, immer noch wunderbar feine Rillen und kleinste Krater. Genauso, wie er engste Doppelsterne an der Auflösungsgrenze trennt.

Bei allem sei immer vorausgesetzt, dass des Teleskop die Beugungsfigur sauber (aber verändert) zeigen kann, trotz des geringeren Strehls.


Viele Grüße
Christian
 
hallo Uwe,

da muss aber schon einer mit Sandpapier geschliffen haben damit so eine Rauigkeit entsteht ;-)

Eine kleine Überlegung gibt vielleicht eine Vorstellung, wie es mit grossen Spiegeln und den Strehl läuft. Ein 25" Spiegel hat ein Beugungsscheibchen von 280/D= 0,44" Durchmesser. Die optischen Fehler sollen den ersten Beugungsring so stärken dass er de facto als Beugungsscheibchen wahrgenommen wird, also 1,32" Durchmesser. Bei einer grossen Öffnung wird das Beugungsscheibchen vom Seing in eine Wolke von Speckles zerrissen, und diese Wolke hat die geometrisch addierten Fehlerdurchmesser. Es sei ein sehr gutes Seeing von ebenfalls 1,32" vorhanden. Dann hätten wir:

sqr(1,32^2+1,32^2)=1,87" resultierender Wölkchen Durchmesser

Also ca. 50% grösserer Wölkchendurchmesser bei exzellentem Seeing. Den Strehl für so einen Fehler würde ich bei 50 ansetzen. Allerdings muss man sich vergegenwärtigen dass ein Wölkchen keinen scharfen Rand hat sondern eine Gaussverteilung. Das wird sehr schwer zu beurteilen sein, nur bei direktem Vergleich mit einem perfekten Instrument.

Eine kleine Story:
Ich habe da ein C11EHD erhalten das der Vorbesitzer einige Jahre zur Fotografie und Beobachtung verwendet hat. Das tat ich dann auch, und da ich halt immer rumtesten muss ist mir nach einiger Zeit ganz nahe des Fokus ein leichter Astigmatismus aufgefallen. Der defokussierte Stern war eiförmig, im Fokus wurde aber kein Kreuz sichtbar sondern eben diese Wolke aus Speckles. Hat nicht sonderlich gestört. Dann hab ich das vors Interferometer gesetzt und siehe da, Strehl war nur 50% wegen dem Astigmatismus. Konnte den durch Drehen der Schmidtplatte dann beheben. Man fühlt sich gleich besser, aber war das wirklich viel mehr als eine kosmetische Korrektur?

lg Tommy
 
Hallo Tommy,
Konnte den durch Drehen der Schmidtplatte dann beheben. Man fühlt sich gleich besser, aber war das wirklich viel mehr als eine kosmetische Korrektur?

Ich denke du hast durch das Drehen der Schmidtplatte den Fangspiegel in die optische Achse zentriert und den achsialen Astigmatismus beseitigt.
Aber wird die Endkontrolle dieser Geräte schon beim Lieferanten gemacht? Das ist ja echt traurig. Nennen würde ich es eher Schlamperei des Herstellers.
LG
Eberhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Eberhard,

das ist nicht das erste Celestron SC wo ich durch Drehen der Schmidtplatte vorhandenen Asti wegoptimieren konnte. Es war beim C6, da hatte ich probiert auch den FS selbst zu rotieren und auch die ca. 2mm Spiel in der Schmidtplatte systematisch auszunutzen, aber das hatte keinen erkennbaren Effekt. Ausser dass man neu kollimieren muss natürlich. Erst das Drehen der Schmidtplatte zum HS veränderte den Asti, also muss dort auch welcher drin sein.

Das C11EHD werde ich demnächst eh zerlegen um den Tubus zu isolieren, Lüfter hat es schon, und dann schau ich mal ob der HS eine Schräglage aufweist. Aber ich werde nichts korrigieren denk ich, denn jetzt messe ich an die 90% Strehl, da darf man doch schon zufrieden sein. Ich bin auch happy dass diese Schmidtplatte keine Riefen aufweist.

lg Tommy

 
Hallo Tommy,

die Schmidtplatte führt keinen Astigmatismus ein. Das Ergebnis klingt danach, das der Hauptspiegel nicht zentrisch auf der optischen Achse sitzt. Wenn der Astigmatismus im Glas selbst wäre, hättest du ihn nicht weg bekommen. Aber wie ich dich kenne hast du genug Erfahrung um den Fehler zu finden.

Viel Erfolg beim optimieren!

LG
Eberhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Eberhard,

na, deine Erfahrung mit SC's hab ich natürlich nicht! :super:

Hier finde ich aber keine andere Erklärung - hier haben sich durchs Drehen der Schmidtplatte zwei Astigmatismen aufgehoben. Der FS und seine Position tut nichts dazu. Man kann ihn lockern, auf die andere Seite des Loches in der Schmidtplatte schieben, neu kollimieren und die Zernike Terme sehen kaum anders aus. Der Asti wird davon kaum beeinflusst.

Dagegen hab ich schon recht missgestaltete Schmidtplatten gesehen, bei einer war ein riesiger Hügel der sich fast über eine Hälfte hinzog. Bei diesem SC durfte man nicht so kollimieren, dass der FS Schatten in die Mitte des defokussierten Sternscheibchens kam, sondern direkt die Koma am Beugungsringen wegjustieren. Bei gut kollimiertem Gerät war der FS Schatten nämlich exzentrisch. Sachen gibts!

lg Tommy
 
Hallo Tommy,
das interessiert mich wirklich. Wie ist denn die Position des Fangspiegel-Gehäuses zur Schmidtplattenkante, exakt mittig oder versetzt?
Wie gesagt, ein Asti in der Schmidtplatte ist eher unwahrscheinlich. Hügel kenne ich aus Verspannungen der Schmidtplatte.
LG
Eberhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Eberhard,

das war ein C5, oder vielmehr zwei davon, ich hatte dann die Schmidtplatten getauscht und schwupps - war die exzentrische Störung beim anderen Gerät. Die Positionen des FS hatte ich nicht notiert, da sich daraus kein merklicher Unterschied ergab.

Hier hänge ich dir zwei Interferogramme vom selben C5 an, aber mit 2 Schmidtplatten. Die Fringes sind ja wie Höhenlinien, und man sieht direkt die einseitige Störung in der einen Schmidtplatte.

lg Tommy
 

Anhänge

  • 2_Schmidtplatten_C5.jpg
    2_Schmidtplatten_C5.jpg
    69 KB · Aufrufe: 2.346
Hallo Tommy,

ok beim C5 gibt's wirklich üble Gurken, das ist richtige "Massenware". Manche sehnen regelrecht wie in einem Stück gegossen aus. ;)
Aber mich interessierte eigentlich das C11EHD. Wäre da ein Asti in der Schmidtplatte, wäre das ein echt übler Fertigungsfehler. Vor allem wenn man bedenkt wie die (fast) planen Platten hergestellt werden.

Danke für's interessante IGramm.

LG
Eberhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Eberhard,

die Position des Fangspiegels kannst du in den Interferogrammen gerne selbst anschauen und nachmessen.
"Grafik anzeigen" macht grösser.
Hier die Ausgangssituation, die erste Messung des Instrumentes:
Link zur Grafik: http://www.teleskop-shop.at/testphotos/Telescope_Raw_Photos/IMG_3628.JPG

hier die aus 4 Interferogrammen unterschiedlicher Keilrichtung gemittelte Auswertung:
Link zur Grafik: http://www.teleskop-shop.at/testphotos/Telescope_Raw_Photos/C11EHD_Eingang_minusPlansp.png

Der Astigmatismus zeigt sich im Auseinanderlaufen der Fringes nach rechts zu, sie sind nicht parallel.

und hier nach Drehen der Schmidtplatte (+FS darin):
Link zur Grafik: http://www.teleskop-shop.at/testphotos/Telescope_Raw_Photos/IMG_3634.JPG

und hier die Auswertung wieder von 4 gemittelten IFGs:
Link zur Grafik: http://www.teleskop-shop.at/testphotos/Telescope_Raw_Photos/C11EHD_optimiert_minusPlansp.png

Das Drehen des FS allein, und verschieben im Loch in der Schmidtplatte hatte wie gesagt keinen nennenswerten Effekt. Erst das Drehen der Schmidtplatte selbst. Dort muss also der Hund bellen, besser gesagt einer der beiden Hunde. Jetzt schlafen die Hunde aber, und ich werde keinen wecken :cool:

lg Tommy
PS: Die sphärische Aberration kommt vom Planspiegel der leider nicht besonders gut ist, das sieht man bei dem grossen Instrument in den IFGs. Deshalb muss ich die Werte für den Planspiegel für eine korrekte Auswertung abziehen, wie hier bereits geschehen. Ich hoffe bald einen besseren zu haben, die Dinger sind nicht ganz billig.
 
Hallo Tommy,

ich hatte jetzt erst wieder Zeit, sorry.

Danke für's Zeigen, wirklich eine tolle Arbeit! Da hat Lajos ja echte Spezis und Messmittel an Board. :super:

Hast du eine Erklärung was den Asti im Glas plötzlich aufgehoben hat?

Ich hätte da eher auf eine verspannte Schmidtplatte getippt, zumindest habe ich das Phänomen selbst schon einmal "durchlebt". Denn die Schmidtplatte ist doch eher als optischen Fenster zu sehen, ein Asti im Glas wäre da ein ganz grober Fehler.

Ich kenne auch dreieckigen Asti im massiveren Hauptspiegel durch nicht sachgerecht unterlegte Plättchen einer Spiegelfixierung. Der Fangspiegel verstärkt dann diesen Fehler des Hauptspiegel im Bild noch;... oder ein Asti steckt z.B. im zu fest angezogenen Fangspiegel.

Es gibt da aber oft eine Systematik der Fehlerquellen.

LG
Eberhard
 
Hallo Eberhard,

Zitat von astro_ebi:
die Schmidtplatte ist doch eher als optischen Fenster zu sehen, ein Asti im Glas wäre da ein ganz grober Fehler.
Nicht unbedingt. Dazu muß man wissen, wie bei den Firmen Celestron und Meade zumindest früher gearbeitet wurde. Bei Meade hat man Hauptspiegel und Schmidtplatten in Serie produziert. Bei beiden waren Fehler nicht zu vermeiden, deshalb hat man anschließend Spiegel und Platten so kombiniert, daß sich die Fehler gegenseitig aufhoben.

Bei Celestron hat man Hauptspiegel in Serie hergestellt und anschließend die Schmidtplatten so geschliffen, daß sie die Fehler der Spiegel aufhoben. Hatte also ein Hauptspiegel Astigmatismus, mußte die Schmidtplatte einen entgegengesetzten bekommen.

In beiden Fällen kann die Platte einen Astigmatismus des Spiegels nur dann aufheben, wenn sie die richtige Orientierung zu diesem hat.

Heute ist die Herstellung von Hauptspiegel und insbesondere Schmidtplatten präziser und gleichmäßiger, es könnte aber sein, daß ein eventueller Fehler im Spiegel weiterhin durch Retusche der Schmidtplatte korrigiert wird, auch Astigmatismus.

Grüße

fquadrat
 
Zitat von fquadrat:
Hallo Eberhard,

Zitat von astro_ebi:
die Schmidtplatte ist doch eher als optischen Fenster zu sehen, ein Asti im Glas wäre da ein ganz grober Fehler.
Nicht unbedingt. Dazu muß man wissen, wie bei den Firmen Celestron und Meade zumindest früher gearbeitet wurde. Bei Meade hat man Hauptspiegel und Schmidtplatten in Serie produziert. Bei beiden waren Fehler nicht zu vermeiden, deshalb hat man anschließend Spiegel und Platten so kombiniert, daß sich die Fehler gegenseitig aufhoben.

Bei Celestron hat man Hauptspiegel in Serie hergestellt und anschließend die Schmidtplatten so geschliffen, daß sie die Fehler der Spiegel aufhoben. Hatte also ein Hauptspiegel Astigmatismus, mußte die Schmidtplatte einen entgegengesetzten bekommen.

In beiden Fällen kann die Platte einen Astigmatismus des Spiegels nur dann aufheben, wenn sie die richtige Orientierung zu diesem hat.

Heute ist die Herstellung von Hauptspiegel und insbesondere Schmidtplatten präziser und gleichmäßiger, es könnte aber sein, daß ein eventueller Fehler im Spiegel weiterhin durch Retusche der Schmidtplatte korrigiert wird, auch Astigmatismus.

Grüße

fquadrat

Hallo fquadrat,
lassen sich diese Aussagen durch Referenzen belegen?
Dafür schonmal vielen Dank!
Gruss,
Gerrit
 
Hallo Gerrit,

das stand entweder in der Sky & Telescope oder in der SuW, wenn ich mich nach über 15 (vermutlich sogar über 20) Jahren noch richtig erinnere.

Grüße

fquadrat
 
Hi fquadrat,
danke Dir. Das ist natürlich was her. Und dann wird's mit den genauen Referenzen schwierig.

Viele Grüße,
Gerrit
 
Hallo fquadrat,

da will ich als Ost-Westfale dem namenlosen Süd-Westfalen einmal antworten. ;)
Dazu muß man wissen, wie bei den Firmen Celestron und Meade zumindest früher gearbeitet wurde. Bei Meade hat man Hauptspiegel und Schmidtplatten in Serie produziert. Bei beiden waren Fehler nicht zu vermeiden, deshalb hat man anschließend Spiegel und Platten so kombiniert, daß sich die Fehler gegenseitig aufhoben.
Die Schmidtplatte eines 16" SCT hat eine gemessene, paraboloide Deformation von 47 mü, die eines MPT200 beispielsweise von 67 mü. Sie werden (wurden) im Unterdruck Plan geschliffen und der eigenständige Fertigungsprozess stellt immer noch das günstigste Verfahren dar. Wie da ein Asti reinkommen soll kann ich nicht nachvollziehen.

Bei Celestron hat man Hauptspiegel in Serie hergestellt und anschließend die Schmidtplatten so geschliffen, daß sie die Fehler der Spiegel aufhoben. Hatte also ein Hauptspiegel Astigmatismus, mußte die Schmidtplatte einen entgegengesetzten bekommen
Kann aus benannten Fertigungsverfahren nicht sein. Die Retuschen werden durch den Fangspiegel vorgenommen. Asti aus einer Dezentrierung mit Versatz des Fangspiegelgehäuses und der Asti im Hauptspiegel durch einen angepassten Fangspiegel.

Heute ist die Herstellung von Hauptspiegel und insbesondere Schmidtplatten präziser und gleichmäßiger,
Stimme ich voll überein...

es könnte aber sein, daß ein eventueller Fehler im Spiegel weiterhin durch Retusche der Schmidtplatte korrigiert wird, auch Astigmatismus.
Schließe ich aus...

LG
Eberhard



 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Eberhard!

Zitat von astro_ebi:
da will ich als Ost-Westfale dem namenlosen Süd-Westfalen einmal antworten. ;)
Ostwestfale - behaupte jetzt aber nicht, Du kämst aus B*******d ...

Die Schmidtplatte eines 16" SCT hat eine gemessene, paraboloide Deformation von 47 mü, die eines MPT200 beispielsweise von 67 mü. Sie werden (wurden) im Unterdruck Plan geschliffen und der eigenständige Fertigungsprozess stellt immer noch das günstigste Verfahren dar. Wie da ein Asti reinkommen soll kann ich nicht nachvollziehen.
Vermutlich auf die gleiche Art, wie er auch bei den Spiegeln reinkommt ...

Allerdings war IIRC in dem Artikel nur von Fehlern die Rede, ich weiß nicht mehr, ob extra ausgeführt wurde, welche das waren.

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,

Ostwestfale - behaupte jetzt aber nicht, Du kämst aus B*******d ...
Neeee, aus B.....n bei P.......n, also tief, schwarze Gegend; guckst du Homepage. ;)
Vermutlich auf die gleiche Art, wie er auch bei den Spiegeln reinkommt ...
Wie schon gesagt, gerade das Fertigungsverfahren im Planschliff und die geringe Materialabtragung sprechen dagegen.
LG
Eberhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Eberhard,

Zitat von astro_ebi:
Ostwestfale - behaupte jetzt aber nicht, Du kämst aus B*******d ...
Neeee, aus B.....n bei P.......n, also tief, schwarze Gegend; guckst du Homepage. ;)
Glück gehabt, Du wohnst in einer existierenden Gegend ... :biggrin:

Vermutlich auf die gleiche Art, wie er auch bei den Spiegeln reinkommt ...
Wie schon gesagt, gerade das Fertigungsverfahren im Planschliff und die geringe Materialabtragung sprechen dagegen.
Vielleicht nicht immer plan genug. Aber bevor ich (oder eher jemand anders) nicht dazu komme, die alten S&T bzw. SuW zu durchsuchen, ist nicht klar, was überhaupt durch Kombination korrigiert wird.

Grüße

fquadrat
 
Is da wo man sich bei Tage die schwarze Sonne anschaut.......tztztz..zumindest in der Nähe....manche können da auch im Dreieck hüpfen..
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben