Streiflichter

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stefand

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Ein BB, bei dem es kaum um Objekte geht - eigentlich könnte ich einen Vierzeiler schreiben, aber was einen an so einem Abend bewegt oder durch den Kopf geht, ist bei vielen Hobbyastronomen vielleicht ähnlich.

Es war ja eigentlich ein durchwachsener Tag gestern, was es die Wolken im Raum Heilbronn betrifft. Am Abend jedoch klarte es auf - ein paar Schleierwolken am Horizont, aber sonst sah es ganz gut aus. Die Plejaden konnte ich mit bloßem Auge, trotz Halbmond, spontan in 5 Sterne auflösen.

Die Temperaturen waren sehr milde, tagsüber hatte es bis zu 18°C gehabt und so konnte auch mein 4" Maksutov für spontante Beobachtungen aus dem Arbeitszimmer geholt werden. Die Temperaturdifferenz (Tubus/draußen) sollte bei ein paar Grad liegen und bei niedrigen Vergrößerungen kann das als gut temperiert bezeichnete werden. Außerdem war mir nach einem Umherstreifen am Himmel, weniger nach Planeten- oder Mondsessions
zumute. Was aber nicht heißt, dass ich den Jupiter links liegen lassen werden.

Die AZ4 (azimutale Monti) steht mit ausgezogenen Stativen in der Garage und ist mir in letzter Zeit lieber, als die EQ5. Letztere ist zum einen schwerer (allein wegen des Stahlstativs) und mit Gegengewichten auch länger aufzubauen. Erst wenn ich mir den
Motor für die Nachführung der Stundenachse geholt habe, hat die parallaktische Montierung einen klaren Vorteil, welcher aus meiner Sicht das Gewicht und die längeren Auf- und Abbauzeiten sinnvoll erscheinen lässt.

Die AZ4 stand also binnen 20 Sekunden im Garten, der kleine Mak war auch schnell 'aufgerödelt'. Heute soll ein 32mm TV-Plössl und ein 12mm Radian genügen - vorerst jedenfalls.

Der Halbmond setzte die Grenzhelligkeit auf 4.5mag herab - aber als erstes wollte ich ja kurz den Jupiter anschauen. Mit dem 12mm Okular waren die 4 Monde in einer unspektakulären Position zu sehen - da wird nicht interessantes in der nächsten
Stunde passieren. Das zweite Band ist noch nicht wieder zu sehen, der dunklere Südpol und dunkle Passagen oderhalb des nördlichen Bandes waren spontan zu sehen.

Damit war der Jupiter eigentlich abgehakt, was mich aber wunderte, war das Streulicht drumherum. Als wäre der Tubus oder was auch immer mit Glanzfarbe bemalt. Der Schwenk mit dem Auge zum Mond zeigte dessen grandiosen, runden Hof. Aha, das dürfte bei den Sternen kein Vorteil sein ...

Ab jetzt sollte nur noch das 32mm Tv-Plössl zum Einsatz kommen und beim Umherstreifen das nötige Gesichtsfeld bieten.

An so einem Himmel bietet es sich an, einen Blick auf die Plejaden zu werfen. Immerhin passen Sie ins Gesichtsfeld und eine späterer Vergleich mit der Detailseite des uranometria hat ergeben, dass ca. 1.4° mit dem Plössl (50°) zu überblicken sind.
Ich wollte es mir nicht nehmen und habe die Plejaden gezeichnet, stelle aber fest, dass für mich eine azimutale Montierung selbst bei dieser Vergrößerung beim Zeichnen nicht bequem nachzustellen ist. Ein Hoch auf die mot. Nachführung. Mit bloßem Auge ließen sich jetzt 6 Sterne erkennen - ohne Mond wäre das ein guter Himmel gewesen.

Der Himmel erlaubt mir Sterne bis 11.2m zu erkennen, aber nicht mit dem 32mm, sondern mit dem 12mm Radian.

Ein kleiner Schwenk zu h+chi Persei gehört zum Abend dazu, auch wenn diese beiden Sternenhaufen hinlänglich bekannt sind. Bei M36 - M38 musste ich den Leuchtpunktsucher gegen einen 8*50 Sucher wechseln, da es mir auch mit 1.4° Gesichtsfeld nicht gelang den M37 zu finden. Der M37 leidet doch sehr unter so einem Himmel, denn zwischenzeitlich kamen sogar Schleierwolken bis zum Zenit. Im 8*50 Sucher ist er aber zu sehen und so konnte ich das Objekt auch für den Mak mittig platzieren. Es waren ansatzweise viele Sterne zu erkennen - ich belies es aber bei dieser Ansicht, auch wenn eine höhere Vergrößerung mehr gezeigt hätte und wechselte zum M36, welcher kleiner ist und weniger Sterne hat. Diese sind aber heller, daher ist dieser offene Haufen einfacher zu finden, aber auch unspektakulärer, als M37. Etwas darüber liegt der M38 mit seinen Sternenarmen, welche gestern gut zu sehen waren. Diese unheimlich feinen Pünktchen waren z.T. wie an einer dünnen Schnur aufgezogen. Auch NGC1907 kam durch den Himmelshintergrund.

Zum Schluss nochmals Jupiter 'eingelocht', aber wie anfangs geschrieben, die Monde standen unspektakulär und die Schleierwolken wurden zusehens dichter.
Zeit zum Abbauen und eigentlich habe ich nicht viel gesehen, schon gar nichts Neues.

Aber mal wieder über den Himmel zu streifen, ganz ungezwungen und auch mal Objekte eínfach liegen zu lassen, das war ganz nett.

CS,
Stefan
 
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Hallo Wolfram,

ja, das sollte rüberkommen. Man kann sich regelrecht in einen Rausch gucken oder so über die Objekte hinweggehen, dass man fast alles, aber auch wieder nichts gesehen hat.
Mit dem Gerät, was da steht einfach mal ein paar Objekte rauspicken und diese genüsslich anschauen. Die anderen Objekte stehen lassen, die kommen immer wieder.
Unterm Himmel gewesen sein und ein paar Sternschnuppen gibt es eigentlich immer umsonst dazu.

Ich gebe zu, dass das nicht jedermanns Sache ist, aber mir gefällt es zusehens.

CS,
Stefan
 
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