Klappte diesmal nicht und ein Erlebnisbericht
Hallo,
habe ich leider mitbekommen.
War schon am 19.04. in Florida und habe mir mal (wieder) alles angesehen am KSC. Dann kam ich am 29.04. aus Orlando wieder zum KSC. Zunächst war das Wetter das Problem, aber es klarte auf. Die NASA gab eine 70%ige Wahrscheinlichkeit an, was viel mehr als das letzte Mal (STS 122), da gab es nur eine 30%ige Wahrscheinlichkeit. Also hin zum KSC, an dem wir um 13:00 Uhr sein sollten. Alles war noch grün. Als wir am Parkplatz ankamen, kam die Meldung: technischer Defekt verschoben auf frühestens Montag. Und jetzt noch auf frühestens 08. Mai. Die Rückfahrt war ziemlich nervend, da natürlich alle wieder weg wollten und der Stau auf 9km anwuchs. Am 01. Mai flogen wir wieder nach Hause. Ok, war dennoch ein schöner Urlaub am Cocoa Strand und im Golf von Mexiko (mit Jetskiing).
Naja, war insofern nicht schlimm, als ich das Ganze schon mal mit STS 122 (damals mit 30% Prpozent) erleben durfte.
Viel schlimmer hat es leider wohl einen anderen orumteilnehmer erwischt. Er wird wohl ohne Start iweder heimfahren. Leider.
F.G. Theodor
P.S.:
Ein paar Eindrücke
Wir bemerkten bei Ankunft in Cocoa Beach und in Titusville, den nächstgelegen Städten zum KSC, eine seltsame Mischung aus Anspannung und der Angst vor der Ruhe nach dem Sturm, d.h. den letzten Shuttle-Starts. Die ersten Hotels und Gaststätten haben schon dichtgemacht. Cocoa Beach wird nicht mehr der überlaufene Ort vor einem Start sein. Selbst das berühmte Durango Steak House, früher das Restaurant der Astronauten, wurde geschlossen. Dank Obama, wie es ein Blogger verärgert ausdrückte.
Auch Titusville verwandelt sich immer mehr zumm Nest. Im Gegensatz zu Cocoa Beach gibt es hier keinen richtigen Strand, die einzige Attraktion war die freie Aussicht zur 19km entfernten Startrampe. Deshalb reihen sich am Ufer die Hotels und Inns. Darunter das berühmt-berüchtigte Riverside Inn, das wohl die schlechtesten Bewertungen seit Einführung des Bewertungssystems in Expedia bekommt (u.a. sollte die Gesundheitsbehörde "diese Absteige" schließen). Und so mancher nimmt die Strapazen einer Nacht hier dennoch wegen der Starts in Kauf. Nach dem letzten Start des Shuttles wird das Hotel sicher aufhören zu existieren.
Im KSC, Auf der Fahrt im Bus zur Causeway, des Weges, den alle Raketen zur Startrampe mit einem übergroßen Raupengefährt nehmen, erzählt uns der Busfahrer voller Wehmut und einer nur schlecht überspielten Verärgerung, was die Menschheit vom Mikroprozessor bis zum GPS der Raumfahrt zu verdanken hat. Bis auf zwei Kilometer können wir uns der Endeavour nähern. Auf der Launchpad steht das Shuttle in Richtung Meer, so dass selbst die Zuschauer und VIPs - u.a. Obama - am Apollozentrum aus ca. 5 km Entfernung den eigentlich Start der Raumfähre nicht sehen können.
Wir wird es weitergehen mit der bemannten Raumfahrt? Obama setzt auf private Unternehmen. Tatsächlich stehen auf dem Gelände schon Startrampen der Falcon, eines privat finanzierten Raumschiffs der Space X. Wann aber die in der Lage sein werden, einen Menschen ins All zu transportieren, steht im wahrsten Sinne des Wortes in den Sternen. Die Chinesen haben das Kapital, aber lange noch nicht das Know How zur regelmäßig bemannten Raumflügen. Ihre Raumschiffe sind Nachbauten der russischen Sojus. Die Russen, notorisch knapp an Kapital, setzen immer noch auf eine 40 Jahre alten Technik und die Europäer mit der zweifellos fortschrittlichsten Technik wären zwar in der Lage, Menschen mit einem weiterentwickelten ATV (Automatic Transport Vehicle) ins All zu schicken. Die beiden vollautomatisch gesteuerten Flüge des ATV klappten tadellos. Aber die Europäischen Wirtschaftsmächte unterstützen eher marode Staaten und Banken mit Milliarden und Abermilliarden, als nur einen Bruchteil in die Zukunftstechnologie Raumfahrt zu stecken. Vielleicht werden uns die Inder zeigen, wie man sinnvoll mit Geld umgeht und in die bemannte Raumfahrt einsteigen.