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Henning81

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Hallo Zusammen,

Nach ergiebigen Regengüssen tagsüber und einer Einobjektbeobachtung in der vorherigen Nacht (NGC40, fälschlicherweise im OIII-Filter, nach einer halben Minute in Wolken verschwindend. Davor SQM 21.50mag), die mit aufziehendem Wind und Regen endete, beobachtete ich gestern spontan von zwei Fensterbänken aus mit dem Fernglas.

20.08.2017, 23:20 UHR

Südfenster.
Saturn hing tief zwischen dem leerstehenden Nachbarhaus und der Scheune, im 10x43 konnte ich ihn als sattgelbes, leicht längliches Objekt identifizieren.

Ein Stück weiter östlich, direkt über dem Hausdach dann der südlichere Teil der Milchstrasse, Schildwolke, Omega- und Adlernebel, Sternwolken und offene Haufen. Sogar Messier 22 als südlichstes Objekt, bald hinter dem First verschwindend, konnte ich finden. Hinten auf der Wiese komme ich noch ein gutes Stück südlicher, aber diese Fülle an Objekten schon im Fernglas war wirklich überwältigend. Ich hatte mir noch zwei Objekte aus meiner Messierliste rausgesucht. Die Kugelsternhaufen M15 und M2 in Pegasus und Wassermann wurden schräg nach oben aus dem Fenster beobachtend, vom Delphin über das Füllen hoppend ausgemacht. Beide erschienen etwa gleich hell, als leicht aufgeblasene runde Scheiben mit diffusen Rändern. Klar unterscheidbar von den umliegenden Sternen, die sich da noch scharf punktförmig zeigten.

Nordfenster.
Der Fuhrmann reizte mich, denn mit Capella steigt er zunehmend reizvoll und Aufmerksamkeit heischend über die Kronen der Obstbäume im Norden. Mangels Höhe, aber ebenso mangels Vorbereitung schwenkte ich dann etwas hoch in den Zentralbereich des Perseus, in der Hoffnung, den Kaliforniennebel zu finden. Allerdings suchte ich zu weit nördlich. Wie im Gebiet der Schildwolke waren aber ausgedehnte Dunkelbereiche erkennbar. Noch weiter hoch Richtung Kassiopeia streifte ich durch reiche Sternhaufen, fand einmal mehr Messier 52 neben dem kleinen Skorpionasterismus, als mir etwas schimmerndes ausserhalb des Fernglasgesichtsfeldes ins Auge fiel. Ich visierte das Unbekannte an, es schob sich knapp neben der nördlichen Nachbarscheune über einen Baumwipfel, noch halb verdeckt. Im Fernglas dann, wie schön öfter, die freudig-überraschende Auflösung: Die Plejaden. Brilliant, aber im Gegensatz zur hartnäckig verklärten Behauptung meiner Tochter, die Plejaden einmal mit bloßen Auge in bläulichem Nebel schimmernd wahrgenommen zu haben, bemerkte ich nun aber verstärkte Szintillation. An Capella zeigte sich ein Halo, ebenso an weiteren hellen Sternen. Interessiert schaute ich mir den Effekt noch eine Weile an, bevor ich diese unerwartete, reiche Minimalaufwandsession mit dem Schliessen des Fensters beendete.

Unverhofft kommt selten, aber wenn, aus heiterem Himmel.

Vergesst die Sonnenfinsternis heute abend nicht, wer hat einen Webcamlink in die USA?

Gruss,

Henning
 
Das alles und sogar M52 mit dem Fernglas? Aber das hälst Du doch nicht freihändig Henning? Ich hab ein 9x63iger, dass sollte doch wohl auch gehen dann? Muss das sofort ausprobieren.

Auf jeden Fall ein reichhaltiger Fernglasbericht, das viele Leute anspornen kann.

Gruss von Anette
 
Hallo Anette,

Ich habe die Handgelenke an den Rand der Fensterbank angelegt.
M15 und M2 haben 7.5mag laut meiner Liste, da ging M52 mit seinen 8mag gerade auch noch. Und da ist ja dieser ausgefallene Asterismus daneben.
Nachdem hier kürzlich und bestimmt auch regelmäßig einige Fragen aufgekommen waren, ob man ein Fernglas oder ein Teleskop als Einsteigerinstrument nehmen sollte, wollte ich die unerwartete gestrige Erfahrung nicht ungeschrieben und ungelesen lassen. Ist vielleicht doch für den ein oder anderen interessant, ich war ja schliesslich selbst überrascht.

Gruss,

Henning
 
Hallo Henning,

komm grad rein und habe versucht nach vielen, vielen Jahren mal wieder mit meinem 9x63mm und 1Kg schweren Fernglas auf Fotostativ einen Himmelsspaziergang zu machen. Das Ding war in teleskoplosen Zeiten immer ein Trost, da es auch ein lichtstarkes Nachtglas ist. Ohne Sucher....da kommt die Frage auf, ob man darauf einen Leuchtpunktsucher installieren kann? ........komm ich ja mal gar nicht klar. Ich habe die Cassiopeia nach Harrington12 abgegrast und meine die Asterisme, die an ein Flugzeug erinnert, gefunden zu haben, doch was ich dann so knapp links von Cas Caph sah war ein Muster, dass wie eine riesengrosse 3 aussah, sehr auffällig sogar. Im Dobson oder Fraunhofer ist mir das noch nie aufgefallen ....ok, das Gesichtsfeld des Fernglases ist schon enorm. Ich muss das mal unbedingt zeichnen, wirklich sehr schön. Ich versuchte mal den M13 reinzubekommen .... wurd ganz kirre ohne Sucher ....hab zwar viele STernenmuster genossen, die ich nicht zuordnen konnte ....aber war doch recht verloren muss ich zugeben.
Gibts ein Fernglas mit Zielführung? Und ich verstehe nun, wie wertvoll Dir Dein Binosessel sein muss.....nächtstesmal nehm ich mir ne Sonnenliege...

Aber doch auch schön, Danke für deinen Beitrag mit dem Fernglas, darauf wär ich sonst nicht mehr gekommen.

Gruss von Anette
 
Vielleicht ein Farpoint FAR-Sight oder wenn kein Anschluss am FG möglich ist, mit Basteln einen Rigel? Der würde mir aber zu leicht verrutschen…

gesuchter Gruß
Manfred
 
Hallo,

Ich glaube, da musst Du Dir etwas basteln.
Zum Beispiel eine Platte mit Anschluss an die Montierung,
auf der dann Fernglas und Sucher (welcher auch immer) nebeneinander sitzen.
Meine Methode der Wahl ist, ob frei Hand oder im Sessel, meinen Blick freiäugig senkrecht unter dem Objekt zu positionieren und dann mit dem Fernglas langsam gerade nach oben zu streifen, bis das Objekt im Gesichtsfeld erscheint. Mit der Zeit wurde die Distanz unterhalb des Objekts immer kürzer, so dass ich nun fast schon darauf schaue, sobald ich das Fernglas an die Augen lege.
Probiers mal am Mond, wenn er ein Stück genau senkrecht über einem markanten Baum steht. Finde den Baum und ziehe dann senkrecht nach oben. Statt eines Baumes nimmst Du dann einen hellen Stern, einen Asterismus, was Du eben als Referenz gebrauchen kannst.
Mein Binosessel bekommt nun einen alten Telrad, in Ermangelung eines Rigels. Aber nur, um Sesselgästen Objekte zeigen zu können. Ich schaue durch den Telrad, die Gäste sitzen hinterm Fernglas.

Ich bin beeindruckt von Deiner Asterismenkompetenz, da bin ich noch total am Anfang, kenne vielleicht fünf oder so.

Gruss,

Henning
 
Liebe Sterndlgucker/Innen,

...ja, gestern hat´s mich gepackt das Tüftelfieber ... dabei ist dann sowas rausgekommen:

hatte mich schon auf meine geniale Idee gefreut und mein Bino auf den Richfielder gesattelt, den Leuchtpunktsucher davor...nur beim Blick durchs Bino verdeckte dieses den Leuchtpunktsucher....das Bino dann als Sucher justiert ......aber nur Polaris lies sich in der Grundposition bequem durchs Oku als auch durch das Bino anschauen, bei anderen Objekten war Akrobatik angesagt ...nee Leute ....das war wohl nix...siehst zwar imposant aus....aaaaaaaaber alles Murks gewesen.

Gruss von Anette
 

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