Suche Fernglas!

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Paddy_hh22

Mitglied
Hallo!


Ich suche ein Fernglas, dass mir helfen soll, lichtschwache Deepsky-Objekte zu lokalisieren, damit ich sie überhaupt mit meinem Teleskop anpeilen kann.
Ein Stativ ist vorhanden, es sollte aber nicht zu unhandlich sein, maximal 70mm Öffnung.

Welche Öffnung/Vergrößerung empfiehlt Ihr?
Ist 7x50 deutlich lichtstärker als z.B. 10x50?
Oder sollten es mindestens 60mm Öffnung sein? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Hab grade gelesen, dass unter schlechten Lichtbedingungen (Hamburger Hafen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> ) ein Glas mit schwächerer Austrittspupille besser sein soll. Heißt das, lieber eine höhere Vergrößerung wählen?

Für Hinweise, die zur Ergreifung des richtigen Geräts führen, wäre ich sehr dankbar! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

mfg Paddy
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Paddy,

für Deine Zwecke (unter den eher nicht optimalen Sichtbedingungen) wäre ein Fernglas mit einer Austrittspupille um 5mm bestimmt die bessere Wahl. Wenn es vorwiegend um das Lokalisieren von Deep-Sky Objekten geht, dann brauchst Du:

a) einen guten Kontrast zwischen Objekt und Himmelshintergrund
b) eine gewisse Mindestvergrößerung

um die Objekte nicht ständig zu übersehen. Aus diesen Gründen halte ich ein 7x50 oder 10x70 für keine optimale Wahl. Besser wäre hier wohl ein 10x50 oder höchstens 10x60. Die kleinere Austrittspupille von 5mm gegenüber 7mm reduziert die Hintergrundaufhellung des Himmels schon recht deutlich, was einen besseren Kontrast zwischen Objekt und Hintergrund zur Folge hat. Die 10-fache Vergrößerung ist freihändig noch gut nutzbar und ausreichend, um die Objekte der Begierde auch zu finden. Ein stabilisiertes Canon 15x45 oder 15x50 wäre auch nicht übel, aber das kostet richtig Geld.

Schau doch auch mal auf die Fernglasseiten von astronomie.de. Da gibt es noch ein paar generelle Infos zur Himmelsbeobachtung mit Ferngläsern. Wenn Du weitere Fragen hast, melde Dich einfach wieder.

Frank.
 
Bin gerade vom Feldweg zurück, wo ich mit meinem Tento 20x60 wieder beobachtet habe - ich denke, das
Glas kann ich Dir ohne Einschränkung empfehlen, wenn Du bei nicht ganz optimalem Himmel das Maximum sehen
willst und auch bereit bist, dafür ab und zu aufs Stativ zu gehen (Pupille 3 ist optimal für schlechteren Himmel,
ohne Stativ geht auch zur Not wenn man nur Objekte finden will und keine Details sehen).
Einschränkungen:
1) Stativadaption nicht vorgesehen, muß man selbst bauen (meine bisher befriedigendste Lösung:
Holzblock unter Mittelstange mit Textilklebeband festkleben und diesen wiederum auf Foto-Blitzschiene schrauben.
Blitzschiene hat Spezialschraube zum Anschrauben an Fotostativ (aus Blitzschiene rausdrehen und dann als Mutter
gegen die Stativschraube verwenden).
2) die Russen sind Riesenschlamper, es kann also durchaus sein, daß (wie bei meinem) ein Okular nicht vergütet ist
oder so, also wenn Durchgucken vor Kauf möglich ist dies unbedingt machen.
Wegen Bezugsquelle s. aktuellen Beitrag "Kronos" hier im Forum.

Gruß
PS: Ein 70er oder 80er Glas bringt zwar nochmal deutlich mehr Licht. aber das nützt nur bei dunklem Himmel wirklich
viel und ist (wenn mechanisch stabil gebaut) doppelt so schwer.
 
Wie Frank schon sagte:

10 x 50 ist die beste Wahl.
Ich schicke Dir gerne eine Berechnungshilfe für Ferngläser.
Damit kannst Du verschiedene Ferngläser "virtuell" vergleichen
und das beste Glas für Dich finden.

Diese Berechnungshilfe gibt es übrigens für alle gratis bei:

mohlitz@t-online.de


Viele Grüße
Dirk
 
Hallo, vielen Dank für die Antworten, hat mir sehr geholfen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

mfg PADDY
 
Hallo,

nochmal zu Deiner Ausgangsfrage. Ein Fernglas ist eine recht gute Hilfe sich am Himmel zu orientieren, um aber die Objekte letztenendlich ins Okular zu bekommen brauchst Du anderes Gerät. Z.B. ein Telrad, Rigelfinder, Starpointer o.ä. Mit einem Sucher ist es nicht immer leicht sich zu orientieren, zumal das Gesichtsfeld schon deutlich unter dem des freien Auges liegt.

Zum Fernglas bleibt eigentlich nicht viel zu sagen. Neben dem erwähnten 10*50 würde ich noch so etwas in 8*40 in Erwägung ziehen. Solche Gläser werden als Weitwinkelkonstruktionen angeboten, die in etwa dasselbe Gesichtsfeld haben wie ein 7*50 und dabei kompakter sind. Es gibt Objekte am Himmel, die im Fernglas ohnehin besser zu beobachten sind als im Teleskop, weshalb ich auch einen nicht allzu geringen Anspruch an die optische Qualität stellen würde.

Ein 8*40 läßt sich freihändig noch deutlich besser halten als ein 10*50. Trotzdem sind die Unterschiede nicht so gravierend, daß man ohne eigenen Test auskommt.

CS
Adrian Herrmann
 
Wieso, da ist doch ein Stativgewinde vorgesehen am Tento, bloß etwas schlampig geschnitten ;-) Schraubabdeckung objektivseitig vom Mittelsteg abnehmen (mit Madenschraube gesichert), schmalen Stativkopf mit russischem Fingerspitzengefühl einschrauben, fertig.

Gruß
Ralf C.
 
Hei,

wieso ist ein 10x50 die beste Wahl??? Ich denke, es muß jeder für sich entscheiden! Ich habe mich - dem ganzen Austrittspupillengequatsche zum Trotz - für ein 7x50 entschieden, weil ich es viel ruhige rund ***entspanter*** halten kann als ein 10x50. Ich habe im direkten Vergleich rausgefunden - für mich rausgefunden - Entspannung = bessere Wahrnehmung. Daher mein Tipp: Ausprobieren. Ich hab mir zwei billig Teile gekauft, ein 7x50 und ein 10x50, beid ein Halbes Jahr nebenher benutzt, für fast den gleichen Preis auf E-bay verschnackt und dann ein gutes 7x50 erstanden. Ich bin zufrieden!

Viele Grüße
Christian.
 
Re: Tento 20x60

ich hab noch ein altes, da ist kein Gewinde drin - bei e-bay verkauft Optik-Ost zur Zeit NEU für 59€!!!
Wer das Glas kennt, weiß daß da zum "Vorsuchen" fürs Teleskop nichts drüber geht außer einem 11x80 oder 20x80
(und das nur bei gutem Himmel!!!).
Wenn man die 20fach halbwegs freihändig handeln kann (was für helle Objekte wie Mars und Mond natürlich
nicht geht, da sieht man dann nur Lichtspuren wie auf verwackelten Fotos) aber für deep sky bei mir kein Problem ist.

Ich habe auch ein 10x50 - kann man damit überhaupt nicht vergleichen: bereits die helleren Sternhaufen
nur noch "ahnbar" (z.B. M10,12 und vor allem M14 im Ophiuchus) - im 20x60 Tento überhaupt kein Problem!!!
Aber das 10x50 ist natürlich wegen des weiteren Gesichtsfeldes besser zum Anpeilen geeignet (man findet die
Objekte leichter beim Übergang vom freien Auge aufs Fernglas). Einfach zur Verdeutlichung: die Formel für die
Erkennung von dunklen Objekten im Fernglas lautet Vergrößerung x Öffnung - ergibt bei 20x60 1200 und bei
10x50 nur 500!!! (optisch gute Ausführung vorausgesetzt und je höher die Vergrößerung desto höher die
Ansprüche an die Ausrichtung der beiden Rohre (Kollimation) - da haben einige leider ziemlich schnell Probleme).

Gruß
 
Formel zur Erkennung ...

Einfach zur Verdeutlichung: die Formel für die
Erkennung von dunklen Objekten im Fernglas lautet Vergrößerung x Öffnung
Hallo hanz,

ich glaube, das sollte man so nicht stehen lassen. Was Du hier meinst, das ist der visibility factor von Bishop. Eine Formel "zur Erkennung von dunklen Objekten" ist das wohl nicht so ganz <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Wie sinnvoll dieser Faktor ist (oder nicht), das hatten wir schon mal andiskutiert (u.a. hier). Dabei sollte man auch unterscheiden, unter welchen Bedingungen man beobachtet und auf was für Objekte man es abgesehen hat. Daß ein höherer Astroindex die Detailerkennbarkeit verbessert, das steht wohl außer Frage. Ob das aber generell gilt, das würde ich bezweifeln. Spätestens bei lichtschwachen und ausgedehnten Himmelsobjekten komme ich mit dem Index nicht mehr allzu weit. Ich glaube nicht, daß ein 20x60 den Rossetten-, Nordamerika- oder Cirrusnebel besser zeigt wie ein 7x50 oder 10x50. Auch wenn mein 7x50 laut Deiner Formel nur auf magere 350 kommt, so finde ich doch die genannten Objekte schneller wie mit einem 20x60.

Und die hohe Vergrößerung bei gleichzeitig recht magerem realen Sehfeld (im Vergleich zu einem 10x50) muß erstmal sinnvoll nutzbar sein. Mir gelingt das freihändig nicht, da ich bei so hohen Vergrößerungen einfach zu stark zittere, um Freude am beobachten zu haben. Wenn Dir das gelingt, dann bist Du natürlich im Vorteil. Und da sind wir wieder bei dem Problem, daß so eine Einschätzung individuell recht unterschiedlich ausfallen kann. Der eine kann für Freihandbeobachtungen ein 20x60 empfehlen, der andere sieht bei 10-fach die Grenze.

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Formel zur Erkennung ...

Hallo Frank,

danke für die Hilfe mit der Formel nach Bishop - hatte einfach nicht die Zeit, die Details nochmal nachzuschlagen
und habe deshalb nur das Ergebnis gepostet (das ich bis vor kurzem auch noch stark angezweifelt habe, aber nach
einigen Beobachtungsstunden mehr in der letzten Zeit und vor allem vom Stativ aus doch jetzt mehr akzeptiere.
Wenn auch die Art der Erkennung im 11x80 = 880 und 20x60 =1200 grundverschieden ist muß ich doch sagen,
daß der Effekt bezüglich erkennen von dunklen Strukturen wie Sternhaufen - von Nebeln habe ich nicht gesprochen-
irgendwie tatsächlich vergleichbar ist UND IN JEDEM FALL DEUTLICH BESSER ALS MIT EINEM 10x50 - auch wenn ich
kein so gutes wie Dein Dekarem habe).

Vielleicht hast Du übersehen, daß für Paddy "Stativ kein Problem darstellt" - für reine Freihandbeobachtung würde
ich natürlich kein 20x Glas empfehlen.

Gruß
 
Re: Formel zur Erkennung ...

Hallo hanz,

ich war mir nicht ganz sicher, was Du meinst bzw. was Du empfehlen würdest und was nicht.
... und auch bereit bist, dafür ab und zu aufs Stativ zu gehen (Pupille 3 ist optimal für schlechteren Himmel, ohne Stativ geht auch zur Not wenn man nur Objekte finden will und keine Details sehen) ...

... Wenn man die 20fach halbwegs freihändig handeln kann (was für helle Objekte wie Mars und Mond natürlich nicht geht, da sieht man dann nur Lichtspuren wie auf verwackelten Fotos) aber für deep sky bei mir kein Problem ist.
Einmal geht's zur Not ohne Stativ und dann ist es bei Deep-Sky kein Problem. Wenn Du aber jetzt schreibst:
... für reine Freihandbeobachtung würde ich natürlich kein 20x Glas empfehlen ...
dann ist ja alles klar <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... Was die Nutzung eines Stativs betrifft, so ist ein 20x60 da sicher gut aufgehoben. Wenn es aber um das Lokalisieren von Objekten für's Teleskop geht (das wollte Paddy doch?), dann wäre für mich ein Fernglas auf Stativ nicht so optimal. Zumindest geht es mir so, wenn ich mit Teleskop beobachte, dann hänge ich mir das Glas um den Hals oder stelle es in Griffweite ab. So kann ich direkt am Fernrohr auf die schnelle eine Suchorgie starten und anschließend mit der gewonnenen Orientierungshilfe durchs Okular schauen. In meinem Alter ist es nicht mehr so gut ums Kurzzeitgedächtnis bestellt. Wenn ich jedesmal vom Teleskop aufstehen und zum fest montierten Fernglas und zurück laufen muß, dann habe ich doch glatt wieder vergessen, wo denn das Objekt gerade war <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ...

Daher auch meine Empfehlung für ein 10x50, welches sich freihändig noch gut nutzen läßt. Aber wie schon geschrieben, jeder sieht das ein wenig anders.
UND IN JEDEM FALL DEUTLICH BESSER ALS MIT EINEM 10x50 - auch wenn ich kein so gutes wie Dein Dekarem habe)
Ich werde Dir da bestimmt nicht wiedersprechen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Herzliche Grüße, Frank.
 
Re: Formel zur Erkennung ...

Hallo zusammen,

hat denn schon mal jemand Paddy gefragt, wieviel Teuronen überhaupt ausgegeben werden sollen?

Ich denke, daß allein durch eine solche Aussage bereits einiges eingeschränkt werden würde...

Mein 10x60 von Wolfi jedenfalls ist ein schönes Gerät, welches mir in Südtirol eine superschöne Beobachtungsnacht in Richtung Schütze lieferte, aber auf Stativ!

Ich kann es nur empfehlen, es ist auch bei allen sonstigen Spechtelausflügen dabei.

 
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