Suche immer noch Teleskop

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Ich beschäftige mich jetzt schon seit gut 2 Monaten mit Teleskopen. Aber irgendwie finde ich einfach nicht das richtige.
Wie viele hier wissen hätte ich mich für ein 8" GSO Dobson um ca 500€ interesiert.
Nachdem ich gehört hab das man mit einem Spiegelteleskop alles Spiegelverkehrt (eigendlich logisch) sieht und es somit für Landschaftsbeobachtung unbrauchbar ist hab ich mal nachgedacht ob nicht ein normales Linsenteleskop für mich besser wär.
Hab mich jetzt bei Teleskop-service.de umgeguckt und ein Linsenteleskop kostet mit der selben öffnung wie ein Dobson gleich um das vielfache mehr. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
Vorallem Vixen und Tele Vue sind preislich extrem hoch.
Irgendwie weiss ich jetzt gar nicht mehr was ich kaufen soll. Hab mich jetzt auch ein bisschen mit dem Lidlscope beschäftigt aber irgendwie wirkt es für mich wie ein Kinderspielzeug.
http://www.teleskop-service.de/Einsteiger/Angebote/einsteigerangebote.htm#TSRE102
Dieses hier hat mich auch angelächelt als ich die Seite duchgeschaut hab.
Ich will hauptsächlich Planeten bestaunen. Wie zB Jupiter mit vielen kleinen Monden oder Saturn mit seinem Ring.
Ab und zu halt auch Deep Sky.
Da meine Familie das Teleskop auch gerne verwenden würde und sie vermutlich hauptsächlich die Berge in der umgebung anschauen denke ich mir grad das ein Linsenteleskop villeicht besser wär.

Achja:
Astrofotografie kommt für mich nicht in frage.
Das Teleskop wird hauptsächlich bei mir im Garten/Zimmerfenster stehen
Ich hätte gerne länger spass mit meinem Gerät und will nicht sofort nachrüsten.
Sind fie Farbfehler bei einem Spiegelteleskop wirklich so schlimm? Ich will nämlich kein teures Zubehör kaufen.
Auserdem sollte es einfach zu bedienen sein. Wenn ich mal nachts aufwache und nicht Schlafen kann setzte ich mich vor mein Teleskop und schau ein bisschen die Sterne an.
Da hab ich keine Lust alles Stundenlang einzustellen.

Bisschen viel auf einmal aber irgendwie hab ich den Überblick verloren gibt einfach zu viele Geräte.

MFG Martin.
 
Hallo Martin,

Deine Fragen sind recht umfangreich, ich würde Dir anbieten, uns am Montag einfach anzurufen.

Tel. 089-1892870

Gerne beraten wir Dich da weiter.

Wolfi
 
Hallo Martin,

mein "richtiges" Teleskop werde ich in der Zukunft kaufen.
Klingt blöde?

Ich bin ähnlich vorgegangen wie Du, man zieht sich sehr viel Theorie in Form von Literatur und des Internet`s rein. Diese Megaflut von Information die dann zwangsläufig (dem Internet sei Dank <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ) auf einen niederprasseln, können einem sein "Wissen" schon gehörig durcheinanderwirbeln.

Fazit:
das richtige Teleskop wirst Du selten auf Anhieb finden. Ich hatte mich vorab auf ein SC um 10" "festgelegt" Ob es das letztendlich auch werden wird, kann ich Dir heute nicht mehr mit absoluter Gewissheit sagen.

Also habe ich mir für den Anfang hier im Board eine ähnliche Konfiguration für knapp 200 Fgz gekauft die Du oben bei Wolfi erwähnt hast.
Einen 90/1000 GSO auf einer guten SkyView Montierung.

Hierbei war ein 45° Amiciprisma, daß für Deine gewünschten terrestrischen Beobachtung alles seitenrichtig abbildet.

Achte beim Kauf darauf daß Du auch sowas dabei hast. Sprich mit Wolfi.

Ich habe mir zwischenzeitlich einen sehr guten 90° Zenitspiegel günstig gekauft. Denn mit 45° Prisma kannst Du im Zenit nur sehr unkomfortabel beobachten, außer wenn Du Luftmatrazen liebst.

Und zuletzt Martin, was Dir kein Medium wie oben beschrieben, bietet, ist der persönliche Erfahrungsaustausch mit anderen Hobbyastronomen.

Schau mal unter Treffpunkt.

Clear Sky <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
Dietmar

 
Hallo Martin,

> Nachdem ich gehört hab das man mit einem Spiegelteleskop alles Spiegelverkehrt
> (eigendlich logisch) sieht und es somit für Landschaftsbeobachtung unbrauchbar
> ist hab ich mal nachgedacht ob nicht ein normales Linsenteleskop für mich besser wär.

Vielleicht versteh ich das jetzt falsch, aber Du weisst schon, daß man bei einem Linsenteleskop auch alles verkehrt herum sieht? Es gibt aber zusätzliche Linsen, die das Bild wieder umdrehen, also eigentlich kein Problem.

> Hab mich jetzt auch ein bisschen mit dem Lidlscope beschäftigt aber irgendwie wirkt es für mich wie ein Kinderspielzeug.

Im Vergleich zu einem 102/1000 ist das natürlich eine ganze Ecke kleiner, daher wird Dein Eindruck kommen. Aber ich persönlich finde nicht, daß es nach Billig-Plastik-Spielzeug aussieht. Und die Größe und das leichtere Gewicht haben auch den Vorteil, daß man es problemlos transportieren kann. Das sollte man nicht unterschätzen.

> Sind die Farbfehler bei einem Spiegelteleskop wirklich so schlimm?

Nein (übrigens sind die Farbfehler beim Linsenteleskop). Gerade als Anfänger wird man die erstmal gar nicht großartig bemerken (zumindest meine Meinung). Wo sie hauptsächlich auftauchen ist an Stellen mit starkem Kontrast (z.B. der Mondrand gegenüber dem dunklen Himmel).

An Deiner Stelle würde ich mir aber überlegen, ob obiger 102/1000 nicht etwas überdimensioniert ist, vor allem preislich als Einstieg ziemlich hoch (Und zumindest noch ein längerbrennweitiges Okular soltest Du noch dazukaufen)

...Toni
 
Hi,

also, hm, zwar beschäftigst Du Dich seit 2 Monaten damit, aber wenn ich mir so anschaue, was Du so alles durcheinanderwirfst.
Ist nicht bös gemeint, aber ich will es Dir mal aufzeigen, damit Du mal anders an die Sache heran gehst.
Also, ein Newton-Teleskop zeigt das Bild nur gedreht, d.h. man kann Schrift im Newton lesen, steht nur andersrum. Ein Linsenteleskop zeigt alles auch noch Spiegelverkehrt, also kann man Schrift nicht lesen (OK, mit Kopfschmerzen doch).
Genauso ist es mit den Farbfehlern: Ein Linsenteleskop macht Farbfehler, es sei denn, es wäre ein teurer APO, bei dem das mit entsprechend Sorgfalt korrigiert ist.

Du sprichst davon, das Teleskop ans Fenster zu stellen. Egal, ob das Fenster offen oder geschlossen ist:
Dies wird nicht funktionieren!
Du kannst das vergessen, weil eine Fensterscheibe eine abenteuerliche optische Qualität hat. Da kannst Du nichtmal 30x vergrößern, wenn Du da durchsiehst. Machst Du das Fenster auf, flimmert warme Luft aus dem Fenster in die Nachtkühle, die auch die Vergrößerung deutlich unter 100x hält. Wenn Planeten aber erst bei 150x anfangen, Spaß zu machen?

Du hast schon wichtige Sachen für Dich festgelegt:
- Schwerpunkt bei der Planetenbeobachtung
- Landschaftsbeobachtung soll möglich sein
- kein Teleskop der "Spielzeug-Klasse"
- Familienfreundlich

Ich habe aber das Gefühl, daß Du derzeit versuchst, ein Teleskop anhand von Anzeigen, Angeboten und Forenanfragen auszusuchen. Das Wissen um den astronomischen Hintergrund bleibt dabei auf der Strecke.

Meiner Meinung nach solltest Du ein Astronomiebuch für Einsteiger kaufen. Ein solches Buch enthält immer auch ein Kapitel, in dem aus praktischer Sicht auf Optik eingegangen wird. Und genau dieses Kapitel brauchst Du vor dem Teleskopkauf. Du musst die ganze Materie einmal geordnet vor Dir sehen.
Meiner Meinung nach also solltest Du morgen in die Buchhandlung marschieren und dort "Astronomie für Einsteiger", Kosmos Verlag, bestellen (ich kenn grad sonst kein aktuelles). Vielleicht bestellst Du auch gleich das "Kosmos Himmelsjahr 2004" mit, oder die haben es sogar noch ausliegen. Dienstag holst Du das Buch dann ab und schmökerst dann bis nächsten Montag darin.

Du hast dann alles ordentlich aufgebaut serviert bekommen. Nicht als Sammelsurium von Vorschlägen und Argumenten. Mit dem Wissen kannst Du dann ganz anders die Fragen stellen.
Auch das von Wolfi vorgeschlagene Telefonat kannst Du dann viel leichter führen.

Wenn Du dann mit dem Wissen aus solch einem Buch noch die gutgemeinten Ratschläge und Tipps des Forums verarbeiten und begreifen kannst, wirst Du für Dich eine gute Entscheidung treffen.
Eine optimale Lösung gibt es bei der Teleskopwahl eigentlich nicht. Dafür bestehen zu viele Einschränkungen bezüglich Preis und Physik.

Clear Skies
Sven
 
Du hast recht. Ich beschäftige mich im moment nur über Internet/Foren/Online Shops im Teleskopen.
Hab mir allerhand Technische Details duchgelesen (Brennweite Spiegelduchmesser usw...) aber du liegst mit deiner vermutung richtig. Ich hab noch nie duch ein Teleskop geschaut. Ich hatte auser ein Fernglas noch kein Teleskop oder ähnliches in der Hand.
Im Frühjahr komm ich nach München. (110km von hier aus)
Teleskop-Service.de ist doch irgendwo in München oder? Villeicht schau ich da mal vorbei.
Auserdem wollte ich mich eh noch nicht so schnell entscheiden.
Achja und zum Thema: "Warum gleich so ein grosses Teleskop?" Weil ich nicht nach ein paar Monaten nachrüsten will und hab auch keine Lust dazu meinen ganzen Keller mit Teleskopen anzuhäufen die ich eh nicht mehr verwende.

@ Sven.
Danke für deine Tipps. Komm morgen eh in die Stadt dann werde ich mal schauen ob die irgendwo das Buch haben.
Das mit dem geschlossenen Fenster wusste ich. Aber das es mit den Lufrverwirbelungen so schlimm ist das wusste ich nicht.
Man lernt halt nie aus... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />
 
Hi,

naja, das hat verschiedene Gründe.
Zum einen ist bei den Geräten von Firmen wie TeleVue und Vixen mit mehr "Hirnschmalz" am Detail gearbeitet worden. Das merkt man einfach erst in der Praxis, ob eine Sache sauber durchdacht und getestet ist. Naja, am nackten Tubus kann man nicht so viel falsch machen.
Hier merkt man dann den Unterschied in der Verarbeitung und im verwandten Material. Das sind Kleinigkeiten, wie die Materialstärke des Tubusrohres, die Qualität das Lacks. Nähte bei Gussteilen, überhaupt deren Form. Manchmal sieht man billige Gussteile, die riefen und blasen aufweisen, die leicht "krumm" sind, weil sie etwas zu warm aus der Form genommen wurden... Hammerschlaglack ist nett, aber wenn er in ungleichmässiger Dicke aufgetragen ist, bekommt man z.B. für Rohrschellen eine schlechte Auflagefläche. Oder die Passform der Halterung für das Okular-Auszugsrohr entscheidet schonmal über die Wackelfreiheit der Konstruktion.
Auch Gewinde wollen sauber geschnitten sein. Da gibt es manchmal einen Höllenspaß, wenn das chinesische T2-Gewinde nicht zum Nikon-T2 aus Japan passt, und deshalb die Kamera nicht ans Teleskop zu schrauben ist. Bei 2" Filtern passen aber auch die Gewinde sauteurer Markenfilter nicht an noch teurere Markenokulare.
Bei der Optik gibt es wohl so ziemlich bei jedem Hersteller "Aussetzer" in der Qualität. Die Frage ist, ob eine teure Qualitätskontrolle die findet, oder ob der Kunde das tut (und was ist, wenn er's nicht kann?). Auch die Vergütung und die Verspiegelung will beachtet werden. Es gibt Vergütungen, Multivergütungen sind und heissen, und es gibt Multivergütungen, die so wirken, wie eine Multivergütung wirken soll. Ausserdem soll eine Vergütung ja einigermassen abriebfest sein, wenigstens am Okular, daß von den Wimpern gern mal sein Fett wegbekommt.
Ein weitere Kostenfaktor ist Support und Kulanz. Bei einem sauteuren Fernrohr erwartet so mancher dann bei gewissen Mängeln Abhilfe "über die gesetzliche Gewährleistungspflicht hinaus". Für ein gepflegtes und über Jahre geliebtes Gerät erwartet man eine sorgfältige Reperatur. Ein Billigprodukt wird ab einem bestimmten Aufwand ausgetauscht, weggeworfen oder zum Ersatzteilspender zerlegt.

Tja, das sind alles Kleinigkeiten. Aber sie summieren sich auf. Selbst wenn das Aufsummieren nicht reicht, sind diese etwas schöner verarbeiteten Geräte genügend anderen Sternfreunden das Geld wert.
Zumindest noch, und zwar in zweierlei Hinsicht. Einerseits wird zumindest bei einigen günstigen Anbietern kontinuierlich an der Qualität gefeilt, zum anderen ist in der letzten Zeit so mancher knapp bei Kasse...

Clear Skies
Sven
 
Hi!

Svens Vorschlag klingt wirklich am vernünftigsten.
Nur eine Sache würde ich noch etwas relativieren: was das 'durchs Fenster beobachten' angeht hab ich gemerkt, daß es da riesige Unterschiede zwischen verschiedenen Fensterscheiben geben kann. In meiner alten Wohnung ging da gar nichts. In meiner neuen kann ich auch mit 70x noch ein halbwegs scharfes Bild reinbekommen. Und auch trotz der aufsteigenden warmen Luft kann man doch einige Objekte beobachten.

Also nicht daß Du mich falsch verstehst: es ist natürlich kein Vergleich zu dem was man auf dem freien Feld sieht. Was ich sagen will ist, daß man durchaus was sehen kann, wenn man nachts nur mal so ein bisschen rumgucken will. Besser, als das Teleskop anzugucken ist es allemal <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> (Habs gerade nochmal am Mond mit 70x durchs Fenster probiert, weil eben die Wolkendecke aufreisst...)

...Toni
 
Genau so was meinte ich auch. Ich bin nunmal nicht der Freak der mit seinem Teleskop irgendwo hin in den Uulaub fliegt um Sterne zu beobachten. (Nix gegen die Leute hier jedem das seine)
Auserdem muss es ja nicht duchs Fenster sein. Ich hab einen grossen Garten direkt vor der Haustür.
Ich will Astronomie einfach zum Spass betreiben und nicht jeden Tag irgendwelche Mondkarten auswendig lernen.
Es gibt ja auch Leute die gehen 1 mal die Woche zum Spass Fußballspielen und andere trainieren 5 Stunden am Tag.
 
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