Suche nach Okular

WilliausZ

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Hallo Zusammen,

ich will in die Welt der Astronomie einsteigen und habe mich nach längerer Recherche für ein Celestron Dobson StarSense
Explorer N 203/1200 entschieden. Ich will DeepSkye und Planeten/Mond beobachten. Astrofotografie und Sonnenbeobachtung
will ich komplett sein lassen. Ich habe mich für das Celestron entschieden, da sie mit der App wohl eine gute GoTo Steuerung haben.

Allerdings bin ich noch auf der Suche nach guten Okularen. Mitgeliefert wird ein 1,25`` 25mm Okular, dass dürfte aber wohl kaum
ausreichend sein. Ich bräuchte vielleicht noch ein/zwei Okulare um schöne Details zu erkennen.
Hier vielleicht noch par Randbedingungen

- Es kann durchaus ein gutes Okular sein, dass etwas mehr kostet
- 2 Zoll wäre mir lieber
- ich bin Brillenträger

Wäre hier für einige Tipps sehr dankbar, auch falls ich irgendwo falsch liege.
 
Zwei Zoll sind lieber, warum - wegen des nicht mehr so oft benötigten Reduzierstücks? Zweizöller bringen im Gehäuse oder Steckhülse größere Feldblenden unter, und ermöglichen damit größere scheinbare Felder bei langbrennweitigen Okularen. Bei Brennweiten unterhalb 25mm bringen sie diesbezüglich nix, können aber durchaus konstruktionsbedingt ein größeres Gehäuse/Steckmaß benötigen, um z.B. in's Okulardesign hin konstruierte weitere Linsenstapel aufnehmen zu können. Ein Beispiel wären die 12mm und 17mm TeleVue Nagler Type4. Manche Okulare mit 2"-Steckmaß haben auch eine zusätzliche (und auch entfernbare) 1,25"-Steckhülse, welche jedoch das Okular weiter entfernt vom Brennpunkt stecken lassen - falls der Okularauszug das ausgleichen kann, kein Problem.
Kurzbrennweitigere Okulare würde ich nach Größe der erreichbaren Austrittpupille kaufen, und mich erstmal mit Höchstvergrößerungen zurückhalten, denn die werden nicht häufig gewinnbringend einsetzbar sein (bei dir wären 200x schon hoch, also mit 1mm AP). 2-3mm AP sind gut nutzbare Kennzahlen, werden auch als Galaxienokulare bezeichnet, sind natürlich auch für andere Objekte wie Planeten oder Mond gut nutzbar.
Als Brillenträger würde ich nicht unter 18mm-AP-Abstand gehen, wobei da die Physiognomie (tief liegende Augenhöhlen) auch ne Rolle spielen - warum: weil man bei AP unter etwa 1,5mm bei nicht zu starkem Astigmatismus die reine Fehlsichtigkeit mit dem Okularauszug korrigieren kann, und die Brille dann nicht braucht.

csm
 
Hallo Willi,

zunächst schließe ich mich Manne an, dass starke Vergrößerungen nur selten gewinnbringend einsetzbar sind. Dann auch nur bei Mond, Planeten und hellen Doppelsternen.

Die Austrittspupille (Spiegeldurchmesser geteilt durch die Vergrößerung) bestimmt ja die Helligkeit des Bildes. Bei Planeten ist meiner Erfahrung nach bei ca. 0,7mm AP ein guter Kompromiss zwischen Abbildungsgröße, Helligkeit, Kontrast und Beugungsunschärfen erreicht. Mit höheren Vergrößerungen werden der Kontrast vermindert und die physikalisch bedingten Beugungsunschärfen dominieren. Bei zu schwachen Vergrößerungen werden Planetendetails überstrahlt und unsichtbar.

Die förderliche Vergrößerung, ab der alle Details wahrnehmbar sind, die das Gerät auflösen kann, wird bei 1mm AP erreicht (also V = Öffnung in mm). Höhere Vergrößerungen machen am Mond mitunter Sinn, da das Bild dann dunkler wird und überstrahlte Strukturen deurlicher sichtbar sind. Die Luftruhe muss natürlich entsprechend gut sein.

Bei Galaxien und Nebeln sind die bereits von Manne erwähnten 3mm AP ein guter Richtwert. Die optimale Vergrößerung hängt letztendlich von der Flächenhelligkeit des Objekts ab.

Je stärker der Himmel aufgehellt ist, umso eher sind ganz schwache Vergrößerungen (6-7mm AP) nicht nutzbar, da dann die Objekte von der Hintergrundhelligkeit geschluckt werden.

Wirst du eher an dunklen Orten oder im städtischen/dörflichen Bereich beobachten?

CS, Christian
 
Hallo Zusammen,

danke erstmal für eure Hilfe.
Ich wohne in Zwickau und werde sicher öfters von meinem Kleingarten aus schauen. Dort ist leider schon etwas Lichtverschmutzung.
Je nach Zeit und Lust könnte ich aber auch relativ fix aufs Land fahren, z.B. bei meinen Schwiegereltern, welche im nahen
Erzgebirge wohnen. Da ist es wesentlich dunkler.
 
Hallo,

das sind sehr gute Tipps von Manne und Christian. In meiner Erfahrung ist das sehr individuell, welche Vergrößerung (für welches Objekt), welchen Augenabstand und welche Austrittspupille du bevorzugst. An deiner Stelle würde ich erstmal ausprobieren, ob du auch ohne Brille betrachten kannst. Persönlich empfinde ich Okulare mit 20mm Augenabstand als mit Brille gut einsehbar, z.B. die Pentax XW oder Tele Vue Delos fallen in diese Kategorie.

Bzgl. den Vergrößerungen und der Austrittspupille kannst du auf dieser Website verschiedene Kombinationen von Teleskop(en) und Okularen durchspielen und dir auch die Gesichtsfelder in Relation zu einer Auswahl an Objekten anzeigen lassen: https://astronomy.tools/calculators/field_of_view/ Vielleicht hilft dir das etwas weiter.

Viele Grüße,
Hendrik
 
Hallo nochmal,

ich muss aufgrund starkem Astigmatismus im Auge bei allen Vergrößerungen eine Brille tragen. Einen Augenabstand ab 16 Millimeter empfinde ich bei Okularen als angenehm. Beispiele wären die TS Planetary HR-Serie und die Celestron X-Cel LX-Serie.

Man muss aber auch sehr aufpassen: Mitunter entspricht die Angabe des Augenabstandes nicht dem realen, nutzberan Wert. Oft siehrt man schon auf Produktfotos, dass die Augenlinse deutlich tiefer liegt als der obere Rand des Okulars. Ich hatte kürzlich ein Okular mit angegebenen 20mm Augenabstand. Ein Vergleich mit den Planetary HR (16mm Augenabstand) anhand des Einblickverhaltens ergab, dass es jedoch nur 14 bis 15 Millimeter tatsächlichen, nutzbaren Augenabstand von der Augenlinse hatte.

Es ging prompt zurück.

Es lohnt sich also, verschiedene Okularserien zu vergleichen und bei der Zusammenstellung des persönlichen Okular-Sets ggf. eine Kombination verschiedener Serien zu wählen. Nicht jede Serie deckt jede benötigte Brennweite ab.

Generell abraten würde ich von händler- und herstellersetien angebotenen, fertrig zusammen gestellten Okular-Koffern. Sie beinhalten zwar einige wirklich nützliche Teile, jedoch auch i.d.R. Kombinationen aus Brennweiten, die man so nicht benötigt. Möglicherweikse ist das ein Verkaufstrick (unnützes Zeug mitverkaufen bei gleichzeitigem Bedarf, etwas dazuzukaufen).

Viele Okulare mit großem Augenabstand um 20mm haben ein unruhiges Einblickverhalten und sog. Kidney-Beaning, also Abschattungen bei etwas schrägem Einblick abseits der optischen Achse. Dies sollte man auch vor Ablauf der Rückgebefrist ausprobiedren.

CS, Christian
 
Hallo!

Ich stimme Christian vollkommen zu.

Eine Möglichkeit ist der Gebrauchtmarkt hier im Forum oder auf Kleinanzeigen. Da werden viele Okulare für ca. 70% des Neupreises gehandelt. Du hast zwar (meist) keine Rückgabe, kriegst die bei Nichtgefallen in den meisten Fällen aber für +/- 0 weiterverkauft.

Wenn es eine Sternwarte oder einen Verein in deiner Nähe gibt, dann kannst du ggf dort auch mal durch ein paar Okulare schauen.

Viele Grüße,
Hendrik
 
Hallo zusammen

Der Markt von Okulare ist sehr groß, die Preise für erst, für neue Okulare für Qualität ist normal.
Der Kauf von Sachen an der man interessiert ist, soll man sich nicht überstürzen, was erspart ist.

Okay Okulare mein Rat kleine Vergrößerung 31mm 24mm 17mm 10mm, große Vergrößerung 8mm 6mm, plus eine Barrow Linze, sind 6 Okulare.
Im Handel gibt es Koffer mit Okular Set zu Kaufen...zum Beispiel Hyperion um die 800,00 bis 1000,00 euro

Hier im Forum gebraucht ist genauso mein Rat.

Astrohändler gibt es viele.

Astroshop.de
Intercom Space. de
Teleskop Service. de.

Und andere.

Manfred
 
Hallo Zusammen,

danke erstmal für die zahlreichen Ratschläge. Das hat mir sehr weitergeholfen.
Ich werde mal zu dem Verein in der Stadt gehen und mir dort mal einige Okulare anschauen.

Schönes Restwochenende euch
 
Hi Willi,

Lies erstmal einführend

Ich würde Dir empfehlen, den 10" zu nehmen. Gleiche Länge (Brennweite, Sperrigkeit), Tubus etwas fetter und damit etwas schwerer, Gesamtgewicht aber nur 4kg höher. Für DeepSky wäre 10" f/5 um einiges besser als 8" f/6. Aber 8" f/6 geht auch, klar...

Celestrons Starsense Teleskope sind relativ teuer (man lässt sich das PushTo übermässig bezahlen). Man kann auch einen normalen Dob in 10" f/5 kaufen und das billigste (170 Euro) Starsense Teleskop. Dann die Starsense Halterung abschrauben und am anderen Dob anschrauben. Etwas Bastelei, aber machen viele Leute so.

Okulare: Explore Scientific 82° Okulare sind ihren Preis wert. Gibt es auch als LER Ausführung, die ich aber nicht kenne (Brille). Vielleicht aber gehen auch die normalen, 2 bestellen und gegeneinander testen....

Das (einmal-für-immer) Okularset (non-LER) mit ES
82° Okularen für ein f/5 Teleskop findest Du hier unter Ziffer 5 in
Für f/6 wäre das auch noch ok. Auch für f/4 noch. Das letzte Okular mit 2.5mm brauchst Du praktisch nie, weglassen. Und ja, das ES 2" 30mm 82° Okular ist toll, kostet aber...

Denk dran, dass Transport wichtig ist, weil dunkler Himmel wichtig ist für DeepSky (Planeten gehen praktisch überall).

Lg,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Zusammen,

ich habe mich die letzten Tage doch ordentlich Zeit in die Recherche verwendet und tendiere
entweder zu ES 82° oder den Baader Morpheus Okularen. Hier habe ich am Anfang an folgende
Auflösungen gedacht:

ES: 24mm, 14mm und 4,5mm für die Planeten
Baader Morpheus: 12,5mm und 4,5mm + das ES 24mm 82°

Ich werde aber sicher erstmal von jedem ein Okular bestellen und schauen wie ich zurecht komme.

Eine Frage zum Schluss noch: Auf YT und in diversen Foren reden die meisten begeistert von den Televue
Okularen. Sind die wirklich so gut wie die sagen und sind die Preise auch gerechtfertigt?

Gruß Willi
 
Hallo Willi,

Televue Okulare sind meiner Meinung nach mit die Besten. Ob sie ihren Preis wert sind ? Schwer zu sagen. Die waren schon vor 10 Jahren als ich sie gekauft habe teuer. Bei den heutigen Preisen würde ich sie wahrscheinlich nicht mehr kaufen. Wie immer, steigt der Preis nicht linear mit der Qualität an. Die letzten 5% Qualität werden am teuersten bezahlt.

Gruß Uwe
 
Hi,

Ich habe einen ganzen Satz von (alten) Televue T5/T6 Nagler Okularen, sie sind wirklich gut, ja. Die neuesten, Ethos etc sind sicher auch sehr gut. Dennoch finde ich 1300Euro für ein Okular doch dann durchgeknallt. Und ich kauf mir die sicher nicht (als Update meiner Ausrüstung, die ich schon fast 20J habe), obwohl ich absolut passioniert bin in Astronomie. ;)

Gute Okulare sind definitv SEHR WICHTIG und SEHR empfehlenswert sich was zu gönnen als Langfristinvestment !!! Kann nur hochgradig zu raten ! Teleskope wechseln, Okulare bleiben.

Aber man kann heute schon wirklich einige gute Okulare kaufen, die ihren Preis wert sind, sehr gute Quali und fast so gut wie Televues. Oft für weniger als 1/3...1/4 des Preises. Das ist schon ein Wort.

- das 30mm ES82° ist IMO genauso gut - selbst bei f/4 - wie das berühmte TV 31mm Nagler, ich habe beide (das ES dauerhaft in meinem 6" f/4.5 NewtonSucher). Schätze das 24mm ist ähnlich...

- das 20mm ES82° ist auch gut, nicht auf dem Niveau von Nagler allerdings, aber:

- dieses 20mm soll auf dem Niveau der Ethosse sein annähernd ! sagen kompetente Kollegen

Test:

Insgesamt: mit einem ES82° Set macht man denke ich - vor allem angesichts des Preises - SEHR WENIG falsch. Vielleicht tauscht man das 20mm wie oben aus ?!

Lg, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Willi,

das klingt nach einem guten Plan. Wobei ich immer auch auf den Gebrauchtmarkt schauen würde.

Stimme Uwe zu. Ich sehe im direkten Vergleich zwischen den Baader Morpheus und den TeleVue Delos schon einen wahrnehmbaren Unterschied, besonders was Kontrast und Farbton angeht. Es ist aber sehr individuell, ob das für einen persönlich den Preisunterschied wert ist.

Und als Ergänzung: bei Zoom Okularen scheiden sich ja die Geister, ich finde für Planeten das Baader Zoom (habe noch das ältere Mark III) aber wirklich gut.

Viele Grüße,
Hendrik
 
Hi,

- das 30mm ES82° ist IMO genauso gut - selbst bei f/4 - wie das berühmte TV 31mm Nagler, ich habe beide (das ES dauerhaft in meinem 6" f/4.5 NewtonSucher). Schätze das 24mm ist ähnlich...



Insgesamt: mit einem ES82° Set macht man denke ich - vor allem angesichts des Preises - SEHR WENIG falsch. Vielleicht tauscht man das 20mm wie oben aus ?!

Lg, Peter
Die Preisentwicklung (wechselkursbedingt) finde ich auch beachtenswert, und die genannten >1k€ wären mir auch zuviel - aber schaut euch mal Nikon-Okulare an, ähnlich gut und ähnlich teuer. Meine TV aus den Nullerjahren werden mich aushalten, auch wenn es z.T. ältere Konstruktionen sind wie Radianpärchen oder T4 12mm und 17mm. Auch die PanOptics sind Klassiker, möchte aber (weil angesprochen) durchaus darauf hinweisen, dass gerade die 24mm schon einen etwas kanpperen AP-Abstand haben - Brille ginge bei mir gar nicht (hab's gern gemütlich), und auch mit meinen (dauerhaft getragenen) Kontaktlinsen bin ich bei den genannten 16mm schon kurz vor dem Anschlag. Ok, ich schaue binokular, und mono ist man da noch einige Zehntel tolerabler - jedoch möchte ich dies gerade im Hinblick auf den abgerufenen Preis zu Bedenken geben.
Dies mit dem AP-Abstand begegnet einem bei TV immer wieder mal - ein Ethos 8mm hab ich sogleich zurück geschickt, mit den 15mm hätte ich mich (bei damals noch um die 800) öfters gefragt, ob's richtig sei. Vmtl. war halt nur das Riesenfeld nicht voll einsehbar, so dass ich beschloss, es für mich bei 84° zu belassen - das APM-Pärchen 12,5mm ist eine große Freude am 100er Bino. Aber auch bei kleineren scheinbaren Feldern kann TV überzeugen: falls jemand fragt, warum ein Plössl zu teuer sein muss, lass ich ihn z.B. durch das 40mm gucken, und das ist ein richtiges Understatement-Oku. (Ich hab's bei Dämmerung immer mal am Zeiss DiaScope, um eine große AP zu erreichen, und ich bin auch am 12er Dob durchaus angetan von der Performance; das 35mm PanO zeichnet klar weiter, hat jedoch bei Grenzobjekten das Nachsehen ggü. dem Plössl.
Vllt. sollte man sich über ne Beobachtungssaison an seine Lieblingsbrennweite heran tasten, und dann 1x z.B. bei den Delossen zuschlagen.

csm

PS: Wenn ich mal Langeweile habe, nehm ich das TV-Triple-Zoom. :cool:
 

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Viele Okulare mit großem Augenabstand um 20mm haben ein unruhiges Einblickverhalten und sog. Kidney-Beaning, also Abschattungen bei etwas schrägem Einblick abseits der optischen Achse. Dies sollte man auch vor Ablauf der Rückgebefrist ausprobiedren.
Hallo Christian,
der "kidney-bean effect" hat weniger etwas mit dem Augenabstand zu tun, als vielmehr mit sphärischer Aberration der Austrittspupille.
Dabei spielen neben dem Okulardesing auch noch andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. scheinbare Größe des Gesichtsfeldes, Okularbrennweite, Anwendung für Tagbeobachtungen usw.
Die alten Nagler zeigten z.B. je nach Brennweite mehr oder weniger solche Schatten, worauf sie neu gerechnet wurden, so dass die Nagler Typ 2 den Effekt schon nicht mehr so stark zeigten.
Ich persönlich finde Okulare mit 20mm Augenabstand wie z.B. Delite, Delos, Pentax XW, Hyperion als äußerst angenehm und auch nicht als unruhig.
LG
 
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