Suche passendes Reise/Balkonteleskop

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

ypsilon

Neues Mitglied
Hallo,

mal wieder ein Anfänger der Hilfe benötigt.

Es ergibt sich folgende Beobachtungssituation:
Ich wohne in einer Großstadt im 5. Stock und habe die Möglichkeit den Südhimmel (via Balkon), sowie den Nordhimmel (via großes Fenster) zu betrachten.

Der Südhimmel-Balkon hat ein Problem: Darüber befindet sich ein Dach, welches mir die Sicht auf grosse Teile des Zenits nimmt. Um dennoch möglichst viel vom Himmel zu betrachten ergibt sich bei mir aufgrund der recht hohen und ca. 30 cm breiten Balkonbrüstung die Möglichkeit ein kleines Teleskop (mit Gabelmontierung?) dort passend zu platzieren.
Dasselbe gilt für die Nordrichtung: Das Fensterbrett ist einladend hoch und breit für ein Gerät ohne Stativ.
Des weiteren will ich unbedingt ein reisetaugliches Gerät mit möglichst minimalem Platzaufwand – daher bietet sich ein Teleskop nach Maksutov in der 4“-Klasse mit Gabelmontierung an.

Und nun tauchen die Fragen auf:

Bevorzugen würde ich ein Nexstar 4 GT (oder ein Meade ETC 90-105), nur wäre es mir – ehrlich gesagt – am liebsten ein Gerät ohne GoTo, also mit manueller, nicht motorgetriebener Montierung, oder eine zuschaltbare Nachführung.

Tja, woher nur nehmen?

Gibt es ältere Geräte dieser Klasse, welche evtl. die o.g. Vorraussetzungen erfüllen? Dann könnte ich evtl ein passendes Objekt bei Ebay ersteigern.

Ich hatte mir auch schon überlegt einen passenden Mak bei teleskop-service.de auf einer AZ-3 zu kaufen, um dann evtl. einen passenden Unterbau ohne Stativ zu konstruieren. Zuzusagen eine AZ-3 als Tischmontierung.
Hat jemand so etwas schon mal gemacht, oder ist diese Idee komplett abwegig? Eine kleine parallaktische Tischmontierung kommt wohl (aufgrund der sperrigen Kontruktion/Radius samt Gegengewicht) eher nicht in Frage, oder? Eine Gabel wäre mir jedenfalls lieber.

Grundsätzlich habe ich auch nichts gegen GoTo und/oder Autostar, ich weiss nur nicht ob das mit Kontrollinstrument wirklich einfach in der Bedienung ist.

Zuletzt noch:
Astrofotographie ist für mich nicht interessant. Beruflich bedingt kann ich nur mal schnell zwischendurch einen Blick werfen. Ausgedehnte Nachtschichten sind familienbedingt (frühaufstehendes Kleinkind) ebenfalls nur sehr selten möglich. Dennoch will ich nicht verzichten!

Ein Dank fürs ausdauernde Lesen !

Reiner
 
Hallo Ypsilon !
Ich schwärme immer von meinem TeleVue Ranger, dem etwas grösseren Bruder Pronto oder dem TV-76.
S.a. folgende Berichte:

http://212.80.228.216/sites/f.schaefer/astronom.htm
http://www.starsforfun.com/
http://www.weatherman.com
http://www.excelsis.com
http://www.cloudynights.com
...wenn Du ein unkompliziertes, hervorragendes (optische- und Verarbeitungsqualität) Teleskop haben möchtest, das sowohl von der Optik als auch den Einsatzmöglichkeiten gut ist, bieten sich wie folgt an:

TeleVue Ranger
TeleVue Pronto
William Optics Megrez
Takahashi FS78
Pentax SDHF 75

Das sind Refraktoren, kurzer Baulänge mit geringem Gewicht auf ein Fotostativ mit Fluid-Neigekopf, noch besser Baader Planetarium BP 60 oder Giro Mini.
Ich habe selbst sehr viel herumexpirimentiert, vom 5-Zoll Schmidt-Cassegrain über den 6-Zoll Newton zum 8-Zoll Dobson, bis hin zum Eigen(um)bau 4 Zoll Refraktor.....
Ich besitze zwar noch den 8-Zoll Dobson, den 4-Zoll Refraktor und den kleinen TeleVue Ranger, aber das Fernrohr, das ich am meisten verwende und das mir viel Spass bietet ist der 70mm Ranger auf dem Fotostativ mit dem Fluid-Neigekopf, oder - am Balkongeländer via Manfrotto Stativklemme und Baader-BP60 (und am Autodach/Dachreling).

Klein, fein, praktisch, gut (fast so süss wie Ritter Sport).

Ich empfehle so ein kleines hochwertiges Refraktor-Teleskop deswegen, weil man nix herumjustieren muss, nix herumschrauben und herumbasteln braucht, es einfach zur Hand geht und man nach 10 Minuten, wenn irgendwas anderes ansteht alles kompakt wieder verstauen kann.

Beste Grüsse
Hans


 
Hallo Reiner!

Eine Alternative wäre auch der "Asreoscan". Das ist ein "Kogeldobson" mit den Massen 4,25" f/4,2.

Oder den günstigeren "Bruder", den "Bushnell Voyager 4.5"
114/500

Ist hald eine Frage dessen, was (und mit wie viel Komfort)Du beobachten willst, ob ein kurzbrennweitiger Newton das richtige Gerät ist...

Für Planeten ist er nämlich nicht so geeignet, er ist eher auf kleine Vergrösserungen (ab 18x) ausgelegt, dann zeigt er grosse Gesichtsfelder. (mit'm 25mm Standard-Plössl schon 2,8Grad!)

Offene Sternhaufen sind auch aus der Stadt sehr schön anzusehen mit diesem Gerät - ausgedehnte Nebel & die Andromedagalaxie sind auch Paradeobjekte, setzten aber einen dunklen Landhimmel voraus, sonst sind sie weg...

Ich habe auch schon Mond, Saturn, Jupiter und Mars bis knapp 200x vergrössert damit, (da wird Fokussieren enorm schwierig & Nachführen zur Nervensache) auch das geht!

& wenn Du wirklich mal aus der Stadt rauskommst, hast Du ein prima Gerät zum mitnehmen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Beim "Balkonspechteln" gibt's nämlich noch ein anderes, nicht zu unterschätzendes Problem: die Luftturbulenzen!
Warme Luft steigt von jedem Dach auf - sie entweicht aus jedem offenen Fenster, oder frisch geparktem Auto,....
Besonders bei Vergrösserungen ab 100x kann dieses den Beobachtunggspass mindern, indem das Bild "wabert". Beispiel: Auf einem wabernden Saturn siehst Du die Cassiniteilung NICHT! Die in der Sternwarte Schaffhausen schaffen's nichtmal mit motorisch nachgeführten 16"!

"Öffnung ist durch nichts zu ersetzen" ...?

Oh, doch!

In gewissem Masse lässt sie sich durch einen dunklen, klaren Himmel, mit ruhiger Luft, mehr als ersetzen!

& natürlich auch durch "mehr Öffnung" ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />


Bin gespannt, was andere Dir noch für Möglichkeiten empfehlen. Hoffentlich findest Du Dein Idealgerät.
 
Hallo Hans,

Danke für die vielen Infos. Ein kleiner Refraktor ist mir auch schon in den Sinn gekommen, bisher hatte ich auch nur kleinere Refraktoren und musste noch nie etwas justieren. Ich habe schon von der ausgezeichneten Qualität der TeleVue-Refraktoren gehört, allerdings ist mir der Preis für das Ranger mit 1500 EUR momentan zu hoch.

Bei der Refraktor-Recherche bin ich u.a. auch auf dieses gestoßen:

http://www.teleskop-service.de/Astro/Refraktor/refraktor.htm#80-APO

Könnte man dieses noch problemlos auf einem Stativ befestigen? Ist ja doch schon ein bisschen groß. Und die viel wichtigere Frage: Kennt jemand von euch dieses Gerät? Ist die optische Qualität mit der eines TeleVue-Refraktors vergleichbar?

Grüße,
Reiner
 
Hallo slyv,

Ja was ist denn das Putziges ? Wirklich interessant so ein kleiner Kugeldobson. Der kommt auf alle Fälle in die engere Wahl, so was mach neugierig. Eigentlich bin ich ja kein Newton-Fan und die Einsicht in den OAZ könnt sich schon etwas schwierig gestalten wenn ich dann mit dem Kopf über der Balkonbrüstung hänge... ;-)

Zur Beobachtung in der Stadt: Mir ist klar, dass ich den Nordhimmel (via Fenster) nur selten sehen kann, auf keine Fälle im Winter, es sei denn ich versuche das Zimmer auf Außentemperatur runterzukühlen was bei einigen Mitbewohnern schnell Unmut erzeugen dürfte und wohl eh ein sinnloses Unterfangen darstellt.

Grüße
Reiner
 
Hi Reiner!

Den Astroscan (und auch den Bushnell Voyager) findest Du bei intercon-spacetec.de, auch einige Beobachtungsberichte.

Und: so weit rauslehnen muss man nicht, bei 450mm Brennweite... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Das Gerät steht aber auch auf einem stabilen Salontischchen sehr gut.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Reiner,

ich will mal ganz anders an die Sache herangehen. Die Grundproblematik der Luftturbulenzen hat ja Silvio schon erwähnt.

Also, das Fenster scheidet offen wie geschlossen zur Beobachtung vollständig aus. Wegen Seeing, und weil eine Scheibe durch ihre unregelmässige Oberfläche keine Beobachtung zulässt.
Bleibt der Balkon. Hier ein Goto-Gerät aufzustellen halte ich für unsinnig, weil der sehr eingeschränkte Beobachtungsbereich dem Teleskop bei der ersten Ausrichtung ("Alignment") Probleme machen wird. Das Teleskop will dazu nämlich zwei Sterne haben, die ein gutes Stück weit auseinander stehen - da wird es Behinderungen geben. Es gibt zwar eine Möglichkeit, das Teleskop anhand nur eines Sterns auszurichten, diese Methode ist aber so fehlerbehaftet, daß bei einem azimutal montierten Teleskop (die kleinen Gotos sind alle azimutal, nicht parallaktisch) das Goto zu unzuverlässig wird, also nutzlos ist. Ich stelle Goto ja ohnehin regelmässig in Frage. Gibt es aber schon lange Threads zu, kannst Du ja mal nach Suchen per Suchfunktion des Boards.

Nun ist ja die Idee eines Maksutovs mit 4" nicht schlecht. Aus Platzgründen ist auch eine azimutal montierte Optik nett. Ich würde aber sagen, wenn man so ein ETX oder Nexstar z.B. auf die Balkonbrüstung stellt, dann liegt es beizeiten 3x3m+1,2m weiter unten... Die Geräte sind alle für eine Stativmontage vorgesehen, die man sich also dann irgendwie selbst "fest" an den Balkon adaptieren müsste. Damit gibt man dann aber wieder einen Teil der Beweglichkeit auf. Ich denke also, daß Du in der Praxis wohl auf die Beobachtung im Zenitbereich soweit verzichten wirst, so daß Du das Teleskop mit einem normalen Stativ in jeder gerade günstigen Balkonecke aufstellen kannst.
Wenn das so ist: Bei einem Goto-Gerät müsste man nach jedem Umstellen wieder die Einjustierung neu vornehmen... das nervt!

Wenn also die Balkonbeobachtung auf diese Weise eingeschränkt ist, dann würde ich doch noch einmal über die Anforderung "azimutal" nachdenken. Warum nicht eine motorisierte, parallaktische Montierung? Darauf tatsächlich eine 4" Mak-Optik - es gibt da von Skywatcher die sehr leichten Travelmax, oder die TS-Maks, oder... - und man hat ein wunderbar transportables Gerät. Die Montierung ist mit Stativ sicher nicht so transportabel wie ein ETX oder Nexstar, aber wenn man wirklich das Teleskop in den Koffer packen will, dann kann man sich aus gutem Schichtholz leicht selbst eine Mini-Montierung bauen, die dann in den Koffer passt.

Übrigens - noch was zum Verzicht auf Goto: Aus der Stadt heraus wird dir die 4° Optik eigentlich in der Hauptsache nur zur Planetenbeobachtung dienen. Da die Planeten aber nunmal die hellsten Gestirne (nicht Sterne) sind, wirst Du sie sehr leicht erkennen und über das Sucherfernrohr einstellen können.
Nur die wenigsten DeepSky-Objekte sind aus der Stadt mit 4" Öffnung beobachtbar. Hantelnebel, Orionnebel, H&Chi... nur wenige mehr.

Da alles ändert sich, wenn Du mit dem Teleskop auf den Acker fährst - hier brauchst Du auf jeden Fall ein Stativ, denke nicht erst darüber nach, ein ETX oder Nexstar auf einem Klapptisch aufzubauen... Also bist Du auch in dem Falle wieder mit einem parallaktisch Montierten Mak besser beraten.

Ich denke, bis hierhin habe ich Dir einmal aufgezeigt, welchen Problemen Du begegnen wirst.
Du musst nun auch überlegen, wie oft das Teleskop wo eingesetzt wird. Ich würde behaupten, daß in der Hauptsache Balkonbeobachtung ansteht. Ist dort die Sicht zu eingeschränkt, dann wird man wohl unwillkürlich auf die Wiese vorm Haus, oder auf einen Feldweg am Stadtrand ausweichen - wo man halt hinkommt.
Auf Reisen ist man hingegen eher selten (oder meinst Du die Reise zum Acker am Stadtrand?).

Grübel mal drüber nach. Vergleiche auch mal unbedingt die Preise eines 4" Mak auf Goto und eines 4" Mak auf motorisierter parallaktischer Monti. Ich komme beim schnellen Überfliegen auf Faktor 2! Das Geld könnte man gut in schöne Okulare oder in ein Zöllchen mehr Öffnung investieren...

Clear Skies
Sven

PS: Auch Dir könnte mein Artikel Stadtastronomie ein paar nützliche Tipps geben. Mit 4" aber würder ich mir nicht zuviel von Filtern für DeepSky versprechen. Nur die Tipps gegen Streulicht usw. sind da relevant.
 
Hallo,

schau mal auf Binoviewer's Homepage nach. Er ist auch in erster Linie Balkonspechtler und betreibt oft einen Skywatcher 102/1300-Mak auf einer Eq-1-Tischmonti mit einem kleinen Motor. Auf seiner Homepage hat er eine ganze Galerie von diesem Ensemble. Unterwegs war er damit wohl auch schon.

CS, Gernot
 
@ Sven,

Also, das Nordfenster ist durchaus in Jahreszeiten wo nicht geheizt werden muss zu gebrauchen, davon konnt ich mich schon per Feldstecher überzeugen, wobei ich sagen muss, dass mir Spechteln (Wer hat eigentlich diesen Ausdruck erfunden?) mit einem Feldstecher gar keinen Spaß machen will. Alles ohne Zenitprisma empfinde ich als Zumutung.

Die Idee mir einen Skywatcher-Mak 102/1300 zuzulegen hatte ich schon, wollte auch schon zuschlagen, nur: Das Gerät ist bei Teleskop-Service.de nicht mehr lieferbar, also bin ich gezwungen umzudisponieren, der andere angebotene OMC TS Mak 102/1400 soll ja nach Aussagen von einigen hier im Forum nicht so der Hit sein. Deswegen kam ich auf den Nexstar 4 GT, aber mich stört – ehrlich gesagt – nach dem Erforschen einiger Threads hier im Forum die „Vollelektronik“ immer mehr.

Eine Parallaktische Montierung brauche ich ebenfalls nicht, azimutal reicht für mich und für den Anfang. Mir geht es nur um eine Feineinstellung in beiden Achsen, dann komme ich damit schon klar, deswegen hab ich bisher auh noch nicht eine Fotosstativ-Variante in Betracht gezogen, da ich nicht weiss wie sich das Nachführen bei 100x gestaltet.
Ich denke ein Travelmax 102 auf AZ-3 wäre auch etwas sehr praktisches, nur woher nehmen?
Mir ist grad eingefallen, wenn ich das Stativ in zusammengeklappten Zustand belasse und beim Balkon passend in die Ecke drapieren kann, wäre ich näher am Geschehen und es wäre auch sicher.


@Gernot

Ich hatte binoviewer schon mal angemailt weil ich von seinem 102/1300 auf EQ-1 Tischmontierung schon sehr angetan war, er hat mir auch mitgeteilt (dank dafür) wo ich die erhalten kann, nur die Tischmontierung allein nützt mir nix, wenn ich die gewünschte Optik nicht bekomme. Ausserdem tendiere ich eher zu einer azimutalen, bzw. Montierung auf Gabel. Eine parallaktische kann ich mir immer noch hinzukaufen.
 
Oha! Ne-ne!

Hi Reiner,

da muß ich sofort einhaken!
Also, Feldstecher: 7x oder 8x, vielleicht 10x als Vergrößerung, ha! Das ist garnichts, da kann man auch nuch durch die Scheibe gucken.
Aber Teleskop bei 30x schon: Vergiß es! Bei 100x: Träumer! Bei 150x Astrologe!
Das ist ein Fakt. Punkt, aus, Ende! Richte Dich drauf ein!

Weiter: "Azimutal reicht mir" und im nächsten Satz "Planeten bei 100x verfolgen". Genau das ist das Problem.
Fotostativ: Vergiß es! Es ist schon bei 50x doof, und man möchte doch bitte eine 100mm Planetenoptik schon auf 150x bringen, weil da der Planetenspaß beginnt.
Wenn man dann azimutal beobachten will, dann muß mindestens eine Feineinstellung her. Aber Du weisst gar nicht, was Dich erwartet! (Sei Dir mit Deinen Aussagen nicht so sicher, Du machst einen Fehler!)

Also, Planet ohne Motor: 150x, Gesichtsfeld gut 30x. Die Montierung schwingt 4 Sekunden (was ganz gut ist, so mancher Einsteigerkram schwingt 8 und mehr). 20 Sekunden braucht der Planet, um durch das Gesichtsfeld zu laufen. Je nach Okulartyp ist nur die Bildmitte wirklich scharf, bedeutet: Alle 15 Sekunden nachstellen, Zittern abwarten, schauen... dann wieder nachstellen.
Ohne Feineinstellung kommt da viel zu oft "Mist, wieder raus!" Das Dobson-Problem. Abhilfe: teure(re) Weitwinkelokulare. Sind Weitwinkelokus am Planeten so schon nicht der Freund des Planetenfreaks, wird es bei den billigen schonmal unangenehm, allein was Reflexe und Schwärzung angeht.

Das heisst: Wenn Du über die Preislage eines ETX oder Nexstar 4 nachgedacht hast, dann muß doch wohl eine motorisierte (eine Achse reicht) Parallaktische drin sein!
Glaub mir, für dieses Nachhaken wirst Du mir dankbar sein, wenn Du es erst hast! Der Planet bleibt selbst bei ungenauer Aufstellung 5 Minuten im Okular, und in dem einen Moment, in dem das Seeing gut ist, wackelt nix, ist das Auge ungenervt und entspannt am Okular und der Planet in der besten Schärfezone des Okus.
So muß das sein, und nicht anders!

Clear Skies
Sven
 
Re: Oha! Ne-ne!

Hi Sven,

>Also, Feldstecher: 7x oder 8x, vielleicht 10x als Vergrößerung, ha! Das ist garnichts, da >kann man auch nuch durch die Scheibe gucken

Hmm, das hab ich jetzt nicht verstanden. Meine Ablehnung Astronomie mit dem Feldstecher zu betreiben rührt einfach aus folgenden Punkten:
a. Ich bin nicht in der Lage meinen Feldstecher (Bresser Cobra) ohne Stativ über einen längeren Zeitraum ruhig zu halten so dass ein entspanntes Betrachten möglich ist.
b. Ich bekomme relativ schnell Nackenstarre
c. Ich schiele auf dem linken Auge, bino ist eh nix für mich

Das wollt ich eigentlich nur ausdrücken.

>Wenn man dann azimutal beobachten will, dann muß mindestens eine Feineinstellung her. >Aber Du weisst gar nicht, was Dich erwartet! (Sei Dir mit Deinen Aussagen nicht so sicher, > Du machst einen Fehler!

Ich hatte schon mal einen azimutalen Kaufhausrefraktor mit Feineinstellung. Bin damit ganz gut zurechtgekommen. Zugegeben: Bei 100x fing es an richtg lästig zu werden und eine professionelle Nachführung ist immer besser und sollte ich mit der AZ-3, welche ja durchaus Feineinstellungen für beide Achsen besitzt, nicht klarkommen, kauf ich mir einfach eine EQ-1 hinzu. Ist eh die Frage wie hoch ich mit den Vergrößerungen hier in Berlin gehen kann. Ich muss ein paar Erfahrungen sammeln und dafür auch evtl. etwas Lehrgeld bezahlen. Das nehme ich in Kauf und bei Ebay können die Sachen in der Regel wieder gut abgestoßen werden. Dennoch bleibt mein Problem der Verfügbarkeit, bzw. der Nichtverfügbarkeit des 102/1300 Travelstar-Maks und deswegen liebäugle ich z. Zt. mit einem ETX90 ohne Autostar, mal sehen wo ich das beziehen kann.

Wird Zeit für einen USA Urlaub....

Grüße
Reiner
 
Re: Oha! Ne-ne!

egal was du nimmst, nimm bloß keine AZ3, das teil
ist der absolute versager.
die höhenklemmung lockert sich bei jedem
neuen einstellen eines objektes und muß dann
jedesmal wieder neu angezogen werden.
die höhenfeineinstellung ist auf einen geringen
weg begrenzt, dh. sie ist nicht endlos, sondern
hat nur eine verstellung von ein paar grad nach
oben und unten, dann muß wieder in die
mitte zurückgedreht werden.

also finger weg.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Oha! Ne-ne!

Hi Reiner,

ich wollte sagen, daß die Beobachtung durchs offene Fenster wegen der geringen Vergrößerung nicht so sehr durch Luftwabern (aus dem Zimmer entweichende Wärme) gestört wird, weil die Vergrößerung so gering ist. Mit einem Teleskop, das ja für Planeten erst ab 100 fach wirklich etwas zeigt, ist das ganz anders.
Ich glaube auch, wie Tom, daß die AZ-3 ein Fehler sein wird. Eher solltest Du das Lehrgeld einbehalten und eine Montierung wie die Skyview oder die EQ-3 unter das Gerät packen. Diese Montierungen sind motorisierbar, und trotzdem bleibt das Gerät unter dem Preis eines ETX-90, auch ohne Autostar. (Wenn ich's richtig im Kopf hab.)

Was die Nichtverfügbarkeit angeht: Geduld ist eine Zier, Geld verliert man ohne ihr.
Warte geduldig auf die 100mm Mak-Optik, das lohnt sich. Wenn Du Dir mal anschaust, welche mechanischen Unzulänglichkeiten die ETX-Geräte zunächst mal haben, wäre das ETX-90 auch ohne Autostar ein Griff ins Klo. Gute Optik, und drumherum eine einzige Fehlkonstruktion. Und selbst einzeln hält die Optik keinem Preisvergleich stand, was von Meade eigentlich etwas dumm ist, denn sonst würden sich viele Leute wohl eine der drei Mak-Optiken (90, 105, 125) anschaffen.

Clear Skies
Sven
 
Re: Oha! Ne-ne!

Hallo Sven,

warum eigentlich so kompliziert? Bei 100/1000 fällt mir automatisch die "Russentonne" (SchmidtCassegrain
100/1000 aus Rußland, eigentlich als Foto-Teleobjektiv gedacht) ein. Ist die bei euch in Ungnade gefallen?
Ein Bekannter hat die, da steht glaub' ich sogar "Meade" drauf (kleiner Scherz, aber ist die wirklich so viel
schlechter - natürlich als "entspannte" Astro-Version?)

Gruß
 
Re: Oha! Ne-ne!

Hallo Hanz,

ja, die Russentonne ist eine Möglichkeit. Sie hat aber einige Nachteile. Zunächst ist sie selten als günstige Kombination Teleskop/Montierung erhältlich, was allein schon in der schlechten Montierbarkeit begründbar ist. Sie erfordert im Prinzip eine Eigenadaption über die beiden Schraublöcher mit dem grossen und kleinen Fotogewinde, ansonsten wird sie sich dauernd losdrehen.
Auch die Okularadaptionen sind meiner Meinung nach ein teurer Spaß. Wo andere Teleskope den Zenitspiegel im Paket inbegriffen haben, ist es bei der Tonne ein Extraposten. Dazu der nicht billige Adapterring, um das Okular anzubringen.

Was die Beobachtung angeht, erhält man mit der entspannten "Astro-Tonne" ein Teleskop, welches sich bis 150x, manchmal auch 180x, am Planeten gut macht. Die Freude wird aber durch die unhandliche und unregelmässig laufende Drehfokussierung getrübt. Bei 150x mit einer Losmandy Gm-8 darunter, also "extreme Mounting", muß man immer noch soviel Kraft aufwenden, daß das Scharfstellen keinen sonderlichen Spaß macht. Man hört auf mit "das isses ungefähr", anstatt mit "das ist optimal scharf".

Da nun andere Alternativen mit einer "normalen" Fokussierung zur Verfügung stehen, mit einer standard-Okularadaption, kann ich mich mit der Tonne als Empfehlung nicht mehr so recht anfreunden.
Eine schöne Optik, die ich auch oft und gern einsetze (Mofi am 8./9.11.), aber seit es Alternativen gibt, kann sie wegen der Handhabung nicht mehr überzeugen.

Clear Skies
Sven
 
Re: Fokussierprobleme Russentonne

Hallo Sven,

danke für den Hinweis. Habe selbst nur einen Sigma f8/600mm Teleobjektiv SC (mit dem habe ich angefangen,
nachdem ich das Teil sowieso als Teleobjektiv hatte) und auch dort macht die Fokussierung über den riesigen
Außenring keinen Spaß. Zusätzlich ist die optische Qualität des Teils unter aller [zensiert] - mehr als 30-40fach war
nie drin! Schon bei 60fach deutliche Probleme obwohl die Fotos immer recht brauchbar aussahen. Habe mir
an das Teil damals selbst ein Amici-Prisma adaptiert - und festgestellt, daß da ein Achromat 600mm ganz
was anderes ist (Novoflex Noflexar f8/600): der hat Nadelsterne auch noch bei fast 100fach. Vielleicht ist
die "Spiegelphobie" vieler Planetenfreunde aus der schlechten Qualität solcher Objektive zu erklären? Aber
sicher ist da auch die gesamte Konstruktion (mit eingebauter Barlow und einberechnetem Filter) schuld.

Gruß
 
Re: Oha! Ne-ne!

Hi Reiner,
ich habe mir diesen Thread mal angesehen und muss dem Sven voll und ganz zusprechen. Jeder von ihm eingebrachte Gedanke ist richtig und jeder seiner Tipps sind richtig. Ich würde Dir ebenso wie Sven raten, eine parallaktische Monti zu besorgen und als Optik wäre für Dich vielleicht das M500 von Intes Micro was.
Gruß,
Max
 
Hallo Ypsilon !

Tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde.....
....die Diskussion, was ich so gesehen habe geht ja schon in eine andere Richtung teilweise.
Nun - was diesen "APO" betrifft, wenn er so gut ist, wie ihn der Wolfi bewirbt (obwohl, wenn eine Linse ein ED und die Andere wahrscheinlich ein Standardglas ist) - so ähnlich ist der TeleVue Ranger auch aufgebaut, dann ist die grundlegende Optikqualität wahrscheinlich gut. Allerdings - APO Performance für etwas mehr als 480 € darfst Du Dir nicht erwarten. Aber zu dem Preis ist das Gerät offenbar ganz gut.
Manche Hersteller verwenden als Flintglas das Standard F2 bzw. F8 (Russen, sowas hat meine Russenoptik auch), und als Kronglas einen higher dispersion (PK-51 und wie die Dinger sonstnoch heissen). Das gibt bessere Farbkorrektur. Allerdings gehört zum Gesmteindruck auch eine ordentliche Komakorrektur, bzw. eine ordentliche Korrektur von sonstigen Optikfehlern. Beim TeleVue ist das ziemlich sichergestellt.
Wolfi Ransburg lässt sich wahrscheinlich zu einem "Kauf auf Probe mit Rückgaberecht" überreden. Und wenn Du nicht weit weg von ihm wohnst, fahr´doch hin und vergleiche einmal.
Er hat sicher einen echten APO auch irgenwo herumstehen.
Und dazu sicher auch einen Synta-Chinesen.

Von der Portabilität ist das Gerät sicher o.k. !
Ich gehe halt noch immer von der ursprünglichen Anforderung aus:
* nix GoTo
* reiselustig
* kompakt
* balkontauglich

..aussehen tut das Ransburg-Ding ganz hübsch !
...und der 2" Auszug scheint auch gut zu sein.

Clear skies
Hans
 
Hallo,

Puuuuuh, Fernrohrkauf will eine wohl überlegte Sache sein. Sich festzulegen auf rein thoretischer Basis ist schwierig.

Dennoch erst mal einen Dank an alle für die vielen Hinweise und Tipps.

Bin nun soweit:
Aufgrund eures Rates wird ich wohl doch auf eine azimutale Montierung verzichten, auf GoTo ebenfalls, auf Meade ETX (auch ohne Autostar) werd ich nach weiteren Informationen zur scheinbar mangelhaften Verarbeitung wohl auch verzichten.

Ebenfalls verzichten werde ich auf eine Optik auf SkyView oder HQ-3, da mir das einfach schon zu gross/schwer ist. Später wenn mal mehr Zeit habe und auch (oder öfter) auf den Acker raus komme scheint mir ein Skywatcher Travelmax 127 oder ein Intes M 500 auf diesen Montierungen eine gute Wahl.

Was bleibt:
Reflektor:
Ich denke ich werde eine kleine parallaktische Montierung EQ-1 als Tisch- und normaler Stativversion mit Motor zulegen. Eine passende 4“ Mak-Optik wird ich schon finden.

Refraktor:
Der TS "APO" 80/600 scheint wohl eine gute Wahl zu sein was einen ordentlichen Refraktor anbelangt. Das kommt in die engere Wahl sofern ich ein paar Erfahrungsberichte gefunden habe. Scheint ja noch ein relativ neues Instrument zu sein.

Ich muss wohl mal in den Laden vor Ort um Vergleichswerte zu sammeln. Ganz schon unübersichtlich diese Teleskoplandschaft......

Wow, aus dem Fenster geblickt sehe ich grad einen tollen Vollmond. Und Mars guckt mich auch an. Wird Zeit für eine größere Optik, der Feldstecher bringt es einfach nicht mehr.

@binoviewer:
Willst du mir nicht "Stöpsel" verkaufen? ;-)

Grüße,
Reiner
 
Hi Reiner,

"ich tät's nicht tun"...
Also der APO, so nett er klingt, aber: 80mm Öffnung, da ist nicht viel mit DeepSky. Nett Sternhaufen gucken, ja, aber so richtig DeepSky, da ist man noch weit ab. Also Planeten? Ja, nur 600mm Brennweite und man will auf 150x als Vergrößerung kommen? Ui, da braucht's ein 4mm Okular. Das ist entweder so teuer wie das Teleskop, oder aber ein Okular mit sehr knappem Augenabstand, eine "Kriechlinse". Nö, mag ich nicht unterschreiben.

Ein passendes 4" Mak: Jau, da ist eben für Planeten genug Brennweite da, und es gibt eben auch etwas mehr Öffnung für DeepSky.

Naja. Klar, ist Deine Entscheidung. Aber der APO ist in dieser Größe kein Allheilmittel, sondern eher ein fotografisches Instrument, oder nur was für Ästheten. Allerdings, ob ein Ästhet dann mit einem ED schon bedient wäre?

Clear Skies
Sven
 
Ich lese erst jetzt in den Thread rein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Für Planeten hielte ich eine parallaktische Montierung für sehr empfehlenswert. Habe früher selbst mit einer azimutalen (Billigst-) Montierung beobachtet, die Nachführung war ekelhaft. Es war so, wie Sven vorgerechnet hat: Vernünftig sichtbar ist der Planet nur über Sekunden. Jetzt mit der GP norde ich zwar nur grob ein, aber meistens muss eben nur in einer Achse nachgeführt werden (und hin und wieder die anderen Achse korrigieren.)

Spar bloß nicht am falsche Ende, also am Fundament: Der Montierung. Ob eine EQ-1 ein brauchbares Balkon-Teleskop vernünftig hält, weiß ich nicht. Nur mit einer zitterarmen Aufstellung kannst du hohe Vergrößerungen sinnvoll nutzen.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben