Suche Rat: Manuelles Objektiv, Unendlichkeitsanschlag neu einstellen

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Martroese

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Hallo zusammen,

ich habe mir vor kurzem ein Teleobjektiv von Mamiya Sekor gekauft. Es ist ein altes, manuelles M42 Objektiv. Einen passenden Adapter für meine EOS 600d habe ich besorgt und mache soeben die ersten Testaufnahmen.
Nun muss ich festststellen, dass ich nicht ganz genau in den Fokus komme. Der Endanschlag am Objektiv greift ein My zu früh. Ich müsste also den Fokusring noch eine Idee weiterdrehen können, kann es aber nicht, weil ich schon auf Anschlag sitze.

Kennt sich hier jemand mit analogen Objektiven aus? Irgendwo habe ich mal gelesen, man könnte diesen Anschlag verstellen. Weiß hier jemand, wie ich das anstellen könnte?

Jetzt hab ich mich so auf das neue Objektiv gefreut und schon kommt die Ernüchterung...:rolleyes:o_O:eek::D

Wäre stark, wenn ihr einen Rat wüsstet. Vielleicht gibts hier ja auch Spezialisten der manuellen Fotografietechnik :)
Danke und Gruß
Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,

dann ist der Adapter etwas zu dick. Von Bajonett zu Bajonett ist das fieselig. Die Verstellung des Endanschlags ist schwierig, man muss wissen wie das Objektiv aufgebaut ist.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

Der Adapter ist schon ziemlich dünn. Allerdings weiß ich nicht, um wievel Milimeter Höhe es da geht. Wie gesagt, der Fokuspunkt ist fast getroffen. Ein Hauch fehlt aber, glaube ich, noch. Um einen halben Milimeter könnte man den Auflagering des Adapters vllt noch schmälern.

Der ADAPTER ist es.

Gruß
Martin
 
...und das Objektiv ist ein Mamiya/Sekor 200mm f/3,5. Wenn das was hilft... :)

20181104_092005.JPG


Gruß
Martin
 
Hi,

da hast du Du was feines.

Es geht um ein paar Zehntel.

Du kannst auf der M42-Seite etwas wegschmirgeln. Kleb feines Schleifpapier auf eine gerade Fläche und dreh den Adapter beim Schmirgeln.

CS
Jörg
 
Hey Jörg,


Es geht um ein paar Zehntel.

Du kannst auf der M42-Seite etwas wegschmirgeln. Kleb feines Schleifpapier auf eine gerade Fläche und dreh den Adapter beim Schmirgeln.

Ah ok. Das werde ich mal probieren. Eigentlich habe ja eine Werkstatt mit Dreh- und Fräsmaschine etc. zu Hause zur Verfügung, nur wohne ich mittlerweile weiter weg und kann nicht so oft drauf zugreifen:cautious:.

Aber ich werde es mit Schmirgel probieren. Das sollte auch gehen. So stabil wird das chinesische Weicheisen schon nicht sein:D



Ich hoffe es, bzw glaube auch, dass das ein feines Objektiv ist:) Hab mir in letzter Zeit mal einen Überblick über die manuellen 200mm Linsen verschafft und hab mich dann auf dieses eingeschossen. Hab es dann recht preiswert gebraucht bekommen. Macht einen sehr hochwertigen Eindruck und sieht einfach traumschön aus, verglichen mit den Canon- Kitlinsen:) Und mit f3,5 recht lichtstark.

Danke dir schonmal

Gruß
Martin
 
Hallo,

nochmal zum Objektiv:

Hier ein Bildausschnitt der Plejaden von gestern Abend. Die Hauptsterne erscheinen sehr rötlich/lila/rosa. Ist das üblich und gibt sich bei der Bearbeitung später? Oder kann die Färbung mit dem Objektiv zusammenhängen?

Vllt kann man anhand des Bildes auch den Fokus beurteilen. Die Sterne sind leider minimal verzogen.
Ich denke, viel fehlt nicht zum optimalen Fokus. Ich werde es heute mal mit dem Abschleifen des Adapters versuchen.

IMG_0113.JPG

Einzelbild 1min35 auf eq1

Gruß
Martin
 
Also die rote Farbe ist nicht normal. Zudem erkenne ich einen Nachführfehler. Hast Du mal ein Kontrollfoto tagsüber geschossen? Gibt es hier auch den Farbfehler?
 
Hallo Martin,

die Rotfärbung passt auf keinen Fall. Es kann sein, das hängt von dem Objektiv ab, dass sich blaue oder purpurne Säume bilden, die sind Folge des Farbfehlers, der dem Objektiv eigen ist, das Zentrum muss aber die richtige Sternfarbe zeigen.

Ich denke der Fokus kann noch besser sein. Nimm ein kleines Wenig vom Adapter, damit Du etwas "hinter" Unendlich kommst, das sind am Adapter nur ein paar Zehntel mm.

Die eigenartige Farbe kann auch von den Weisabgleicheinstellungen kommen.

CS
Jörg
 
Hallo,

danke, Matthias für die Seite. Die knüpfe ich mir nachher gleich vor.
Am Adapter hab ich 1,4mm Auflagemaß gemessen. Scheint aber trotzdem ein bisschen zu dick zu sein.

Zur Farbe: Das ist schon etwas seltsam.
Ich habe gerade noch ein paar Testbilder bei Tageslicht gemacht. Zum Vergleich hab ich das Canon Kit 75-300mm hergenommen. Habe beide bei gleicher Blende verwendet.
Linkes Canon, rechts Mamiya. Der Unterschied ist in meinen Augen nicht sehr groß...
Canon.JPG Mamiya.JPG

Hier wirkt das Mamiya rechts etwas blasser... warum auch immer?
Canon2.JPG Mamiya2.JPG

Gruß
Martin
 
Hi Markus,

die Farbabstimmung ist bei verschiedenen Objektiven unterschiedlich, der Unterschied zwischen Canon und Mamiya ist somit OK.

Bei den M42-Objektiven und den Adaptern kommen solche Abweichungen immer mal vor. Meine sind überwiegend auch bearbeitet da ich gerne etwas "Luft" zum fokussieren habe.

CS
Jörg
 
Die Fotos sehen erstmal ok aus. Ich denke Jörgs Tipp was den Fokus angeht, ist zielführend. Das Rot könnte tatsächlich vom Weissabgleich kommen. Fotografiere RAW und mache das nachträglich im Rahmen der Bildverarbeitung.
 
Hallo,

ich hab noch ein älteres Bild der Plejaden mit dem Canon-Objektiv ausgegragen. Da erscheinen die Hauptsterne auch so rötlich. Gut, das Canon ist ja auch kein Refernzobjektiv:D
Aber es wundert mich, dass ihr keine roten Sterne habt:unsure::D

Damals hatte auch einige Bilder gestackt. Die Sterne waren nach dem Stacken deutlich "normaler", also weißer..:unsure:
Wenn das Wetter passt, werde ich nochmal eine Serie mit dem neuen Mamiya aufnehmen und einfach mal schauen, was im Endeffekt aus den roten Sternen wird.

_MG_7604.JPG

Gruß
Martin
 
Hallo Mathias,

ah, daran hatte ich ach kurz gedacht. Evtl ist der Fokus tatsächlich noch nicht genau getroffen und deshalb das rote Spektrum beonders stark.
Am Adapter feile ich soeben:geek:.
Interessanter Fred, den du verlinkt hast(y). Beruhigt mich ja, dass das berühmte Canon 200/2.8 auch "nicht besser" ist:LOL: (jaja, ich übertreibe:D).

Gruß
Martin
 
Hallo Jörg,

japp, das werde ich ausprobieren, sobald ich Spielraum in beide Richtungen beim Fokussieren hab.

Gruß
Martin
 
Moin,

selbst die in manchen Kreise fast schon angebeteten weißen Canon's sind keine Astrographen, es gab schon bittere Enttäuschungen auch bei den >300mm - mit dem Kommentar von Canon, dass die Abbildung von Punktlichtquellen nicht das Entwicklungsziel solcher Objektive ist. Man muss da doch anerkennen, dass es Objektive für die Tageslichtaufnahme bzw. flächige Objekte sind.

In unserer Anwendung muss man auch bei solchen Teilen entweder das Spektrum beschneiden (L-Filter) oder aber nacharbeiten. Wobei die Fokussiergenauigkeit bei langen Brennweiten und großen Öffnungen schon sehr hoch sein muss, das was am Tag reicht, reicht für die Astrofotographie noch lange nicht!

CS
Jörg
 
Hallo Martin,
Ich habe für meine Geräte lasergeschnittene Bahtinov-Masken (für die unterschiedlichen Objektivdurchmesser). Zumindest bei helleren Objekten erleicht das die Fokussierung. Bekommst Du bei den einschlägigen Astrohändlern. Eine Markierung bzw. Fixierung des Objektives bei gefundenem Fokus ist auch hilfreich.
 
Hallo,

zur Fokussierhilfe: hier wurde doch vor kurzem eine Art Bahtinovmaske mit Fliegengitter vorgestellt. Das wollte ich mal als Nachbau ausprobieren. Ob es den Zweck erfüllt, weiß ich natürlich erst im Nachhinein :)
Bahtinov ist mir bei den Astrohändlern zu teuer. so klein hab ich sie auch noch nicht gefunden.

Und von den Canons hab ich auch schon gehört, dass die - so gut sie auch tagsüber sein mögen - nicht für uns Astrographen gemacht sind :/
Jetzt seh ich erstmal, was ich aus dem Mamiya rausquetschen kann.

Gruß
Martin
 
Doch gibt es - z.B. als snap in für Filtergewinde. Suche mal nach Bahtinov DSLR ;-)
 
Hey Matthias,

danke für das Stichwort. Gibts ja doch:D. Und garnicht mal so teuer. Das werde ich mir überlegen.

Ich hab also heute Nachmittag den Adapter etwas abgefeilt. Ganz schön anstrengend war daso_O
Jetzt komme ich deutlich hinter den Fokuspunkt (wahrscheinlich kam ich vorher auch schon knapp dahinter, habs nur nicht gemerkt...). Allerdings ist es wirklich wahnsinnig schwierig den korrekten Fokus zu treffen ohne Hilfe.
Selbst die Scheinerblende liefert nur eine Grauzone, die sich nicht weiter beurteilen lässt.

Weiterhin hab ich festgestellt, dass sich tatsächlich je nach Fokus das Farbspektrum ändert. Bei <Unendlich ist es eher bläulich und bei >Unendlich eher rötlich. Direkt im Fokus (so direkt, wie ich es halt ohne Hilfsmittel hinbekomme) bleibt aber das rötliche Spektrum stärker präsent.

Im Moment lasse ich eine Serie M31 durchlaufen. Dann mal sehen, wie sich das Objektiv nach der Bearbeitung hinterher zeigt.

Gruß
Martin
 
...grad nochmal nachgesehn. Bei Astroshop ist die Bahtinovmaske leider erst Februar nächsten Jahres wieder lieferbar.
Jetzt muss ich weitersuchen, evtl gibts das irgendwo noch international. Sonst bleibt doch nur der Selbstbau :)

Gruß
Martin
 
Schau mal bei TS für D=65 bis 100 ;-)
 
Aaah, jetzt:D. Vielen Dank Dir!!(y)(y)(y):)
Ich hab dort irgendwie nur die teuren gesehen gehabt.
Perfekt! Danke!

Gruß
Martin
 
Wenn man nicht drehen, fräsen, feilen oder schmirgeln will, kann man auch einfach mehrere Adapter kaufen. Die Fertigungstoleranzen sind sagenhaft, teilweise 0,25 mm daneben und teilweise perfekt. Ich nehme gerne die verchromten Adapter aus Messing, weil die stabil und ggfs. gut zu bearbeiten sind.

Die Auflagemaße sind:

M42: 45,46 mm
Canon EF: 44,00 mm

Ein Adapter von M42 Objektiv auf Canon EF Kamera muss 45,46 - 44,00 = 1,46 mm dick sein. Manchmal gibt es auch Kollisionen zwischen einem lieb gemeinten Griffring und dem M42 Flansch, weil die M42 Flansche je nach Objektiv verschieden breit sind.

Michael
 
Hallo Martin,
zum Experimentieren kann das von dir gekaufte Objektiv sicher gute Dienste erweisen. Es leidet allerdings, wie ganz viele der alten Objektive der Film-Zeit im digitalen Zeitalter unter überdeutlichen chromatischen Aberrationen. Die fielen teilweise bei der Verwendung von Film als Aufnahmemedium nicht so sehr auf, da der Film aus meßbaren Schichten unterschiedlicher Farbempfindlichkeit bestand.
Die üblichen Farbsensoren heutiger Zeit haben aber die Farbsensoren alle auf einer Ebene (Ausnahme: Sigma Foveon). Das läßt die chromatische Aberration so richtig deutlich hervortreten und nur ganz wenige Objektive für die Fotografie sind davon frei.
Einige Objektive für Digitalkameras und ganz wenige für Fotofilm.

Eines dieser wenigen ist das 2,8/200mm APO Mamiya Sekor 645.
Diese wurde für die 6x4,5 Mittelformat-Kameras gebaut. Es ist noch fallweise gebraucht zu bekommen, kostet aber immer noch rund 900€.

Diesen Farbwechsel Rot/Blau oder Rot/Grün an Sternen habe ich auch bei vielen Objektiven längerer Brennweiten, auch bei den Canon EOS L Objektiven, und das hat mich dann früher oder später doch dazu gebracht Foto-Objektive im Telebereich für die Astrofotografie durch APO-Linsen zu ersetzen.
Die sind eindeutiger in der Fokussierung und meist auch besser zu bedienen.
Leider ergibt gerade auch 200mm Brennweite einen recht interessanten Bildwinkel. Das häufig verwendete Canon EF 200mm L Objektiv kann da interessant sein, scheint aber auch nicht frei von Fertigungstoleranzen zu sein.

Vielleicht kannst du den Farbfehler deines 200er Objektiv durch leichtes Abblenden reduzieren. Die eingebaute Blende wird aber Beugungserseinungen erzeugen. Deshalb würde ich auch einmal versuchen durch unmittelbar vor der Frontlinse angebrachten Ringblenden eine "Quasi-Abblendung" zu erreichen. Das ist technisch zwar alles andere als eine saubere Lösung, könnte aber wirksam sein um die chromatische Aberration etwas zu vermindern und keine "Blendensterne" entstehen zu lassen.

Grüße

*entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin,

was auch zu empfehlen ist, ein L3-Luminanzfilter, das beschneidet das Spektrum und nimmt einiges an Farbe.

CS
Jörg
 
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