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uboot

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Hallo,

Ich möchte mir demnächst ein Teleskop anschaffen und habe diverse Diskussionen verfolgt, so daß ich jetzt in etwa weiß, was ich suche.
Internet- Shopping ist zwar gut und schön- aber bevor ich eine Stange Geld ausgebe, möchte ich mir ein paar Teleskope doch einmal "live" anschauen. Kennt jemand einen Shop im Bereich Mecklenburg- Vorpommern oder Berlin (ggf. dazwischen)? Die Sterngucker in MV scheinen mir nicht allzu dicht gestreut, obwohl hier im Bundesvergleich noch der beste Himmel zu sein scheint.

Gruß,
Jan
 
Hallo Jan,

willkommen im Forum!
Komme leider aus einer komplett anderen Ecke als du, sodaß ich dir zum Thema Shop leider nicht weiterhelfen kann, sorry! Mich würd aber interessieren, für was du dich "in etwa" entschieden hast.

CS, Michael
 
Hallo Michael,

Ich plane, mir erstmal eine solide Montierung (geeignet für visuell 200mm- Optiken) und einen vergleichsweise eher "kleinen" Reflektor 130- 150mmm zuzulegen. Später kann ich dann immer noch auf die 200mm aufrüsten. Nach dem, was ich über Astrophotographie gelesen habe, scheint das für mich eher nicht in Frage zu kommen.

Gruß,
Jan

P.S.: Habe früher auch woanders gewohnt- im SW.
Nochmal P.S.: Dobson ist mir definitiv zu sperrig.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Daniel,
Danke für den Hinweis.
Ich habe mich noch nicht für den Hersteller, Modell o.ä. entschieden. Außerdem wollte ich gerade keine Diskussion beginnen, was für Einsteiger geeignet ist und was nicht.
Viele Posts zu diesem Thema habe ich mir durchgelesen.
Da wettern die Dobsonianer gegen die Refraktoraner und die wiederum hauen die Reflektoringer in die Pfanne, währenddessen lobpreisen die Anhänger des großen Schmidt- Cassegrain- Ordens ihre Platte.

Ich suche einen Reflektor (Viel Licht- dabei preiswert)
Er soll nicht zu sperrig sein ( sorry- k.o. für den Dobson)
Eine Montage für größere Teleskope (Z.b. MON-2)
Zunächst ein kleiner Reflektor (möchte nicht auf einmal so viel ausgeben)
Es wird mit Sicherheit kein "Vollzeit- Hobby"- eher etwas für Winternächte. Im Sommer bin ich schon weitgehend ausgelastet.

Um eine bessere Übersicht zu bekommen, habe ich gestern noch das Sonderheft "Teleskope" von "Interstellarum" geordert.

Gruß,
Jan

 
Hallo Jan,

Zitat von uboot:
Ich suche einen Reflektor (Viel Licht- dabei preiswert)
Er soll nicht zu sperrig sein ( sorry- k.o. für den Dobson)
Eine Montage für größere Teleskope (Z.b. MON-2)
Zunächst ein kleiner Reflektor (möchte nicht auf einmal so viel ausgeben)

wenn es nicht zu sperrig werden soll, scheiden alle langbrennweitigen Newtons schonmal aus. Die Bedingungen, dass es ein kleiner Reflektor mit weiterer Montagemöglichkeit sein soll, lässt sich mit einem Celestron C6 (Schmidt-Caeesgrain-Teleskop mit 15 cm Öffnung) als OTA (Optik mit Tubus) und einer parallaktischen Montierung der GP- bzw. GP2-Klasse unter einen Hut bringen.

Mit dem Öffnugsverhältnis von 1:10 sind große Gesichtsfelder und große Austrittspupillen und damit eine größtmögliche Bildhelligkeit jedoch nur bedingt zu erreichen. Großflächige Nebel und Galaxien werden also kompliziert.

Ein Maksutov mit vergleichbarer Öffnung ist von der Baulänge her etwas größer, hat ein langsameres Öffnungsverhältnis und ist etwas teurer. Die Bildschärfe ist aber besser als beim SCT.

Wären dir ca. 75 cm Tubuslänge schon zu sperrig? Wenn nicht, dann käme ein 6'' f/6 Newton in Frage. Er bietet große Gesichtsfelder, hellere Bilder, und mit einer guten Barlow-Linse erzielt man hohe Vergrößerungen für Mond- und Planetenbeobachtungen.

CS und VG Christian
 
Hallo jan,

ein parallaktisch montierter newton brauchst mindestens genausoviel platz wie ein Dobson von wegen sperrigkeit, eher noch mehr. Außerdem musst da fast mehr gewicht und einzelteile schleppen, ist nicht jedermanns sache. Dobson sind halt zwei teile und gut is (ohne zubehör). Aber das wirst eh sehen wennst es dir mal anschaust.

Im intertellarum sonderheft sind eigentlich nur wenige tests drinnen von dingen die dich intressieren könnten, vielmehr ist das eine komplette marktübersicht die jetzt nicht mehr ganz aktuell ist (vorallem bei den preisen hat sich einiges getan).

Gruß

Daniel
 
Hallo Christian.

Danke für den Tipp - werde mich am Mi dort umsehen.
Na gut- ich habe natürlich doch schon ein paar Vorstellungen, was es denn sein sollte und wie sperrig es sein darf.

1. Montierung MON-2
2. Omegon 150/750 oder Skywatcher (nur Optik)
(3. später evt. Bresser 203/1000 Messier, die o.g. Montage wird oft in Kombination mit diesem Teleskop angeboten- die hätte ich dann schon. )

Nicht der Durchmesser schreckt mich beim Dobson, sondern die Länge in Kombination mit dem Durchmesser.

Gruß,
Jan

Habe gerade noch Daniels Post gesehen:

Das Gerät sollte nicht nur im Auto sondern auch zu Wasser transportiert werden können. Da sind (unabhängig vom Gewicht) mehrere Einzelteile geeigneter. Ein Dobson bräuchte schon eine ganze Koje für sich alleine. Ich habe auch zweifel, ob mir das "Schubsen" so gut liegt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Liebe Gemeinde,

Ich hatte gerade ein klärendes Telefongespräch mit einem Kollegen, den ich zufällig in einem anderen Forum (Atrotreff) gefunden habe.
Von Mensch zu Mensch ist die Auseinandersetzung mit der Thematik doch sehr hilfreich. Ich konnte alle Fragen loswerden und habe mir seine Erfahrungen angehört- ich glaube ich werd nun doch Dobsonianer!
Ich hatte die Gitterrohrdobsons bisher immer preislich bei mehreren tausend EUR eingestuft- dabei gibt es sie bereits ab ca. 600 EUR. Das würde gerade noch so in mein Budget passen.
Ich denke das wars in Punkto Entscheidung...
ALEA IACTA EST!

Danke an alle, die beratend eingegriffen haben!

Gruß,
Jan
 
Nachtrag:

War dann noch in Berlin im Fachgeschäft, wo ich dann wieder hörte:" Dobson....für Anfänger...schlecht geeignet. Lieber solide parallaktische Montierung..."
Wie in so vielen Bereichen gilt auch hier: "Frage fünf Leute und du erhältst fünf verschiedene Antworten."
Also habe ich nach Intuition entschieden und mich für einen"Lightbridge 10" entschieden, den ich von privat gekauft habe.
Falls das Wetter mitspielt, was es wahrscheinlich nicht tun wirs, werde ich heute Abend mal etwas Licht hineinlassen.

Gruß,
Jan
 
Und die Kasse klingelt!

Hallo Jan,

schön, dass Du zu Deinem Gerät gefunden hast.

Was die "fünf Meinungen" angeht, möchte ich dazu aber doch noch kommentieren.

Die stark unterschiedlichen Antworten bzw. Ratschläge, die ein Rat suchender bekommt, sollte derjenige im Stillen für sich auf die Gründe für die verschiedenen Ratschläge abklopfen.

Im Idealfall sind das unterschiedliche Erfahrungen, die verschiedene Sternfreunde mit ihrem eigenen Equipment gesammelt haben. Dicht gefolgt von verschiedenen Neigungen und Beobachtungsvorlieben dieser Sternfreunde.
Das sind sozusagen die Gründe für unterschiedliche Meinungen bei Sternfreunden, die wirklich Beratung zum Antrieb haben.

Weniger ideal schaut es aus, wenn ein Ratschlag von Eigeninteresse begleitet ist. Das ist notwendigerweise der Fall, wenn man sich "professionell beraten" lässt. Ich erinnere mal daran, was "professionell" heißt: Das ist jemand, der verdient damit seine Brötchen.
Das bedeutet, dass der "Profi" stark dazu neigt, die Beratung auf die eigene Produktpalette zu beziehen, am besten noch auf solche Produkte, die gerade vorrätig sind. Argumente finden sich schnell und derjenige, der wirklich Rat braucht, wird solche Argumente schwer prüfen können.
Auch ich habe vor einigen Jahren eher gegen den Dobson gesprochen, und zwar mit dem Hintergrund der Erfahrung mit üblen azimutalen Montierungen bzw. üblen Montierungen überhaupt. Die Praxis hat mich dann nach und nach überzeugt, dass ein Dobson für Anfänger sehr gut geeignet ist. Insbesondere auch die Erfahrung, was Einsteiger für Probleme mit parallaktischen Montierungen haben.
Man könnte nun eine solche "Beratung" aus dem Fachgeschäft einfach nur hinstellen als "der hatte eben nicht die Erfahrung". Gut, das wäre schon schlimm genug für einen "Profi". Aber da gibt es ja auch noch andere Optionen für die Erklärung.
Der Advocatus Diavoli wird nämlich hier an erster Stelle sehen, auf welchen Weg der angehende Sternfreund hier vom "Profi" geleitet wird.
Mal schauen. Da ist der Weg, den ich (mit anderen) bei passender Interessenlage gern vorschlage:
1. Dobson anschaffen (typisch 8") mit einem individuellen Zubehörpaket für den Anfang.
2. Himmel kennenlernen, Schwächen von Teleskop und Zubehör erkennen.
3. Zubehör aufstocken
4. Vielleicht den Dobson eine Nummer größer, vielleicht aber auch auf ewig mit der in "1." gekauften Größe zufrieden sein, weil großes Leistungspotenzial.

Jetzt mal den Weg des Konsums:
1. "solide parallaktische Montierung" für den Anfänger, also... na bleiben wir mal im Preisbereich wie unter 1. im obigen Verlauf. Also entweder einen GP-Clon, aber kein Geld mehr für die Optik, oder eben doch nur eine Montierung der Klasse EQ-3/Skyview.
2. Darauf dann eine Optik... vielleicht ein Refraktor? Muss nicht justiert werden, sehr vorteilhaft, hat auch keine Obstruktion und sieht aus wie ein richtiges Teleskop.
3. Der Okularkoffer ist ein tolles Zubehörset, sind wir zwar schon wieder um mindestens 50 Euro über dem Budget, aber dafür ist die Ausrüstung dann auch "komplett".
4. Himmel kennenl... äh... über die wacklige Montierung schimpfen, die für den Refraktor gerade noch geht, weil aber Motoren fehlen immer im Dunklen das Gefummel mit den Biegsamen Wellen und irgendwie bekommt man das nicht hin, nur mit einer der beiden Wellen auszukommen...
5. Jemand erzählt von "Nebelfilter" - welcher der bunten Filter aus dem "Okularkoffer" is'n das? Achso... gar keiner, lag nicht bei. Bestimmt vergessen oder der Profi-Berater hatte die Erfahrung noch nicht.
6. Nebelfilter kaufen $$RING!$$
7. Im Okularkoffer waren zwei Weitwinkel-Okulare, aber die Brennweiten passen nicht zu den Vergrößerungen, wo man Weitwinkel braucht. Aber Weitwinkel ist toll für so Deepsky-Objekte. Mal noch ein weitwinkel kaufen. $$RING!$$
8. Mit der Montierung, ach, das macht keinen Spaß. In 40 Sekunden rauscht mir Jupiter durch's Bild, ich muss immer nachstellen. Ich brauche einen Motor. $$RING!$$
9. Der Motor hat's doch nicht gebracht, ich brauche wohl doch eine Montierung der GP-Klasse. $$RING$$ Vielleicht sollte ich wegen Deepsky auch mehr als 100mm Öffnung nehmen, so 127mm oder vielleicht 150mm? $$RING!$$ Es gibt ja günstige 150mm Teleskope, die kosten weniger als anderswo 127mm...
10. Das neue Teleskop ist irgendwie doch nicht der bringer. Irgendwie war mein früheres schärfer/farbreiner, machte mehr Spaß. Billig war wohl doch nicht so gut, ich kaufe besser etwas hochwertiges. Ah, hochwertig sagt mein "Profi" wäre ein APO, da gibt es diese EDs, gar nicht so teuer, wie man bei "APO" denken mag. $$RING$$ $$RING$$-$$RING$$
11. Früher hatte ich f/10, jetzt habe ich f/7. Die Okulare passen wieder nicht so gut. Das Weitwinkel aus dem Okularkoffer hat zwar jetzt eine gute Brennweite, aber am Rand ist es unscharf, das mag ich nicht. Ich brauche neue Okulare. $$RING$$
12. Hm... der ED-Apo hat jetzt 120mm und im Deepsky-Reiseführer sehen die damit alles und können das auch zeichnen, blos ich seh nichts. Liegt sicher an der Erfahrung, oder am Standort. Ich komme hier aber nicht weg, und das Teleskop und die Montierung mit in den Urlaub? Das ist zu groß und zu schwer. Vielleicht doch mehr Öffnung? Und trotzdem verreisen? Aber es gibt da ja diese Dobsons, die haben schon "light" im Namen stehen, lassen sich zerlegen. Kriegt man vielleicht besser ins Auto, und... $$RING$$
13. War jetzt endlich auf einem Teleskoptreffen, mit dem Dobson. War toll, blos... da hatte einer einen "Reisedobson", der sah fast aus wie selbstgebaut, war so klein wie ein Koffer. Der wog nicht mal die Hälfte von meinem Teil und... $$RING$$
14. Ach je, der neue Reisedobson hat f/4, die ganzen Okulare die ich hab sind wieder am Rand unscharf. $$RING$$ $$RING$$ $$RING$$

Hier bei Punkt 14 höre ich mal auf. Wie gesagt, es schreibt hier Teufels Advokat und parallelen zu real existierenden Forenteilnehmern sind mit süßer Schadenfreude auch beabsichtigt...

Jedenfalls ganz klar: Marketing kann man darauf reduzieren, Bedürfnisse zu wecken, wo keine Bedürfnisse sind. Da ein Teleskop nicht lebensnotwendig ist, schreit es doch geradezu nach Marketing, und besonders, weil das alles so kompliziert erscheint, kann Marketing so große Erfolge feiern. Und die Kasse klingelt... $$RING$$

Clear Skies
Sven
 
Re: Und die Kasse klingelt!

Ich kann da Sven nur zustimmen, am Anfang habe ich mich einfach nur leiten lassen von den Angaben und Tipps des jeweiligen Teleskopanbieter. Jedoch bei jedem stand am Ende "schauen sie sich aber auch das Gerät XY an", oder "wenn sie aber...".
Für mich war das wie ne Spirale, es wurde immer teurer und evt. auch besser, trotzdem wusste ich nicht was nun für mich passend ist.

Meine Erfahrungen mit Verkäufer ist das diese immer nur dein Bestes wollen, Dein GELD ! ;)
Wenn ich von einer Materie keine Ahnung habe gehe ich lieber zu jemanden der Ahnung hat und Neutral ist.

CS
Markus
 
Re: Und die Kasse klingelt!

Den Standpunkt kann man auf andere Bereiche ausweiten: Fahrrad, Computer, Digitalkamera etc. Oder wie heißt es beim Fußball? -> "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel."

Vermutlich dauert es bei vielen Leuten, die gerne Teleskoptechnik haben (Ich schrieb absichtlich nicht 'Amateurastronomen'.) lange, bis sie ihren Frieden mit dem Markt und dem eigenen Sammelsurium gemacht haben. Und solange Kohle im Geldbeutel ist und die Reize der Angebote und Versprechungen unruhige Zustände bewirken, macht man das Spiel der Suche nach der idealen und perfekt zu einem passenden Ausrüstung mit. Wird man jemals daran kommen?

Interessant wäre diesbezüglich ein Vergleich der tatsächlichen Anzahl der zum Beobachten verwendeten Stunden mit denjenigen, die für Recherchezwecke, dem An- und Vekauf sowie dem Lesen von Internetinfos und mehr oder weniger sinnvollen Tunignmaßnahmen und dergleichen verbraucht wurden.


Als angehender Teleskopbesitzer sollte man sich fragen, wozu man das Ding verwenden möchte. Macht es einem aus Gelegenheit und Neigung Spaß, damit Vögel zu beobachten? Soll es als Blickfang im Wohnzimmer dienen oder den freien Platz im VW-Bus möglichst völlig beanspruchen, um mit großer Öffnung und einer mobilen Ausrüstung kalte Nächte auf freiem Feld zu verbringen? Letztendlich bleibt vielen Teleskopfreunden eine jahrelange An- und Verkaufsodyssee nicht erspart.

Wie Sven schon erwähnte, ist ein Teleskop nicht lebensnotwendig. Es ist fast immer ein reiner Luxusartikel ohne existenziellem Zweck, basierend auf vielfältiger Technik (Elektrik, Mechanik, Optik, EDV), die ein paar Leute mit einem Hang zu solchen Spielsachen anspricht. Diese, und dazu muss ich mich auch zählen, werden immer wieder neue Artikel ausprobieren, sie besitzen wollen und das eine oder andere kaufen.



Tom
 
Re: Und die Kasse klingelt!

hallo Leute,

aus meiner Situation als Amateur und seit kurzem Händler-Mitarbeiter möchte ich hinzufügen, dass ich beim Beraten eigentlich schon versuche, dem potentiellen Kunden das Scope zu empfehlen das am besten zu seinen Vorstellungen und Bedürfnissen passt. Wenn mein Boss mir sagen würde, dass ich bestimme Scopes verkaufen soll, weil wir sie gerade viel auf Lager haben, würde ich den Job nicht machen.

Manchmal sind die Vorstellungen der Kunden aber nicht vorhanden oder auch übertrieben, sodass ich ziemlich ausholen muss um einen Überblick zu geben. Ein Dobson ist eben nix für Fotografie oder Vogelbeobachter und ein f/5 ist unfreundlicher zu Okularen als ein f/8. Das kann dann für Einsteiger auch mal ein leichter Informationsoverkill werden.

Die Qual der Wahl gibts übrigens auch für mich als Amateur immer noch, zB welches Teleskop nehme ich auf meine nächste Reise mit? Einen kleinen Refraktor (welchen?), einen Mak oder doch ein kleines SCT?

Den Leuten zu einer Entscheidung zu verhelfen die dann auch nach einem Jahr noch passt ist wirklich schwierig: Manchmal ist den Leuten der Achromat lieber als der doppelt so grosse Spiegel, weil sie da einfach locker gemütlich dahinter sitzen können. Sowas kann man bei der Beratung erwähnen, aber ich müsst ein Hellseher sein um immer alle sich im Nachhinein als relevant herausstellenden Begleitumstände vorauszusehen.

Vielleicht sollte ich meine Kollegen mal anstiften dass sie bei der Beratung den Advocatus Diaboli abgeben. Das wäre für den Kunden ein völlig neues Beratungserlebnis :-)))

lg Tommy
 
Re: Und die Kasse klingelt!

Hallo Tommy,

Du machst das so... schön. Aber Du haftest auch nicht bis auf die Unterhose, wenn's dem Laden mal schlecht geht.

Ich find's gut, wenn ein Händler sich samt Mitarbeiterstab bemüht, eine ordentliche Beratung zu machen. Man erlebt's blos so selten...

Vielleicht sollte man mal schreiben, dass die Händlerberatung das beste auf Erden überhaupt ist, und dass die ganzen selbstlosen Amateurberater doch nur ihren eigenen Schrott schönreden wollen. Wenn dann die schlechten Berater auch vortreten würden um zu schreiben "Ey, uns könnt ihr doch nicht meinen mit guter Beratung und so..."!

Clear Skies
Sven
 
Re: Und die Kasse klingelt!

Hallo,

Am hilfreichsten fand ich es, mit etwas angelesenem Vorwissen u.a. aus diesem Forum und einem "Einsteigerbuch" ungezwungen mit meinem Kollegen zu sprechen. So konnte ich mir ein Bild davon machen, was er für eine Ausrüstung hat und wozu er DIESE Ausrüstung hat.
Ich kannte ihn schon vorher, so daß sich der Effekt ergab "Du- hier?".
Gestern Abend war es dann soweit. In Pommern tat sich eine große Wolkenlücke auf! First Light für meine Lightbridge!
Zwar mit nur einem einzigen Okular (20mm) aber für Andromeda, Orionnebel und die Plejaden hat es gereicht.

Gruß,
Jan
 
Re: Und die Kasse klingelt!

Hallo zusammen,
eigentlich wurde ja schon alles zu dem Thema gesagt,
Jan hat sein Teleskop gefunden, auch ich gratuliere ihm dazu,
und wünsche ihm schöne Beobachtungnächte damit.

Trotzdem möchte ich für alle Anfänger nochmal meine Geschichte
zum Thema erzählen,weil ich mich so schön in Sven`s
Aufzählung wiedergefunden hab,
und weil es hier ja um die Sache geht,ist Stolz fehl am Platze.

Nach einigen Jahren mit einem 114/900er Newton musste doch mal was grösseres her.
Ein Refraktor sollte es sein.
Man hat ja keine Lust mehr auf die Justiererei und bei einem refraktor brauchste das ja nich mehr (denkste :mauer:)
und da das Internet ja so viel Möglichkeiten bietet, sich zu informieren, oder auch zu desinformieren,war das Objekt der Begierde schnell gefunden:
ein 127/820 FH.
Ein Grossfeld-Gerät mit solider Mechanik, relativ grosser Öffnung für Deep Sky, und Planeten macht er bei mittlerer
Vergrösserung natürlich auch.
Gut, er hat ein bisschen Farbe, is ja klar
bei einem schnellen Refr.,
aber das hält sich sehr in Grenzen.
Ich hab mich bei First Light richtig erschrocken.
So viele Kometen hab ich an diesem Abend gar nicht erwartet. :augenrubbel:.
Das Ding war in dem Zustand nicht zu gebrauchen.
Glücklicherweise hab ich die Möglichkeit einiges
(unter anderem einen justierbaren Linsenträger)
selbst zu bauen, und konnte damit bis 90x, Deep Sky,
und Planeten wegen der Farbe eigentlich gar nicht beobachten.
Für das in der Funktion eingeschränkte Rohr 360 Euro gezahlt zu haben,tat dann schon ganz schön weh.

Jetzt nachdem ich wieder ein bisschen Geld über hatte,
$$ringte$$ es für einen anderen Händler nochmal, aber diesmal für
eine 10" Lightbridge.
Seit dem ersten Blick dadurch, letzte Woche, weiss ich dass ich da bin wo ich hin wollte. :)
Und das alles nur weil ich ungeduldig war und es nicht vorher am Stern ausprobiert hab. :confused:


Ps.: Braucht noch jemand einen grossen Refraktor?
Echt´n super Teil und für nur 320 Euro. :totlach:






 
Re: Und die Kasse klingelt!

Hi Freunde der Nacht,

auch ich kann Svens Beitrag nur zustimmen, wenns einem tatsächlich ums Beobachten (Durchschauen geht) und nicht um zu zeigen was man sich so leisten kann, wie den Porsche vor der Tür hat er 100% recht. Wer nicht auf den Euro schaun muß, dem sei seine Profisternwarte mit Superapo von Herzen gegönnt, die anderen werden bei beherzigung von Svens teuflischen Lebenserfahrungen mindestens genauso viel Spaß beim Beobachten himmlischer Objekte haben - auch ohne allzu viel in den Sand gesetzt zu haben - und darum gehts uns doch letztendlich ;-).

Nicht immer ist billig gekauft doppelt gekauft, zumindest wenn man zuvor die Ratschläge erfahrener Astrofreunde berücksichtigt - ich will hier die Händler nicht schon wieder abwatschen, aber wenn man deren Rat einholt, sollte man halt immer reflektieren, dass die Jungs und Mädels davon leben müssen euch das Zeug zu verkaufen.

Wobei es für mich, DAS Instrument für Alles einfach nicht gibt, zumindest für Deepsky und/oder Planeten gehen die Anforderungen so weit auseinander, dass man sich hier besser, wenn finanziel möglich für jeden Bereich das geeignete Instrument zulegt, d. h. ein langbrennweitiges für hohe Vergrößerungen und eins mit viel Öffnung und großem Feld für die difusen Juwelen am Himmel.

Grüße & CS

Harvey
 
Für Vielfalt im Angebot muss die Kasse klingeln!

Hallo Sven,

natürlich hast Du in vielen Punkten recht. Es ist sicherlich kaum zu bestreiten, dass viele Astronomieanfänger - irregeführt durch falsche Werbesprüche - durch Fehlkäufe viel Geld in den Sand setzen. Um dies zu vermeiden, gibt es ja die Foren, bei denen sich der Neuling Rat holen kann.

Andererseits stellt sich doch erst nach einiger Zeit der Beobachtungspraxis heraus, wo die Vorlieben des Einsteigers liegen.
Einer entdeckt seine Leidenschaft für Deep-Sky und ist dafür bereit, an klaren Abenden zig Kilometer zu fahren, um einen dunklen Himmel vorzufinden, ein möglichst großer, noch transportabler Dobson ist erste Wahl, dazu müssen natürlich auch die entsprechenden Okulare ( Nagler & Co. ) angeschafft werden.
Der Planetenfreund hingegen bleibt in seiner Stadt und wünscht sich ein Gerät mit Motorisierung und bequemem Einblick, hier wären beispielsweise ein Mewlon oder Mak-Cassegrain sinnvolle Geräte. Bei den Okularen zieht er gute Orthos den Naglern vor.

Somit ist doch eigentlich klar, dass in vielen Fällen das Erstquipment nur dazu dient, herauszufinden, welche Teilbereiche der Sternguckerei einem am besten liegen. Erst dann kann man die optimale Ausrüstung wählen.

Mal schauen. Da ist der Weg, den ich (mit anderen) bei passender Interessenlage gern vorschlage:
1. Dobson anschaffen (typisch 8") mit einem individuellen Zubehörpaket für den Anfang.
2. Himmel kennenlernen, Schwächen von Teleskop und Zubehör erkennen.
3. Zubehör aufstocken
4. Vielleicht den Dobson eine Nummer größer, vielleicht aber auch auf ewig mit der in "1." gekauften Größe zufrieden sein, weil großes Leistungspotenzial.

Wenn alle Sterngucker diesen Rat befolgen würden, gäbe es weder Edelhersteller wie Takahashi oder Astro Physics noch viele konkurrierende Händler. Das Angebot wäre mickrig und die Preise hoch.

Noch ein Punkt:
Es ist doch besser, wenn ein Sternfreund, der etwas Geld für sein Hobby abzweigen kann, dieses in vielleicht nicht unbedingt notwendiges aber teures Astroequipment steckt, anstatt es z. B. auf einer umweltbelastenden Fernreise zu verpulvern.

Beste Grüße

Manfred


 
Re: Für Vielfalt im Angebot muss die Kasse klingeln!

Hallo Manfred,

naja... nichts gegen Vielfalt, will ich auch nicht eingrenzen, aber bitte vergiß nicht, dass wir bei Edelherstellern noch gar nicht sind. Fakt ist doch, dass heute sogar mit günstig gefertigten China-EDs den Einsteigern vorgemacht wird, dass sie edel einsteigen würden. Im Detail stellt sich aber dann doch heraus, dass es bei den Geräten erhebliche Schwächen gibt, traurigerweise oft nicht einmal bei der Optik, sondern bei der Mechanik (falsche, nicht fehlende Justagemöglichkeiten, Plastik-Abstandsring).

Was aber den Planetenfreund angeht: Nein, der darf auch nicht in der Stadt bleiben, der unterscheidet sich vom Deepsky-Gucker eigentlich nur darin, dass der die Vollmondnächte auch gut findet. ;) Konkret meine ich, dass man in der Stadt einfach zu viele Seeingquellen hat, vom Schornstein bis zum Straßenbelag. Das ist auch nichts neues.
Aus der Stadt beobachtet Planeten- wie Deepsky-Freund eigentlich nur, weil er mit diesen eingeschränkten Bedingungen klar kommen will oder muss. Aber von optimaler Teleskopauswahl kann man da nur sprechen, wenn man's differenziert auf z.B. "Balkonbedingungen" oder die ohnehin vorliegenden Standort-Einschränkungen. In der Stadt verliert man kaum etwas, wenn man sich auf obstruierte 6" beschränkt. Wobei man das "Wunder-Seeing" vielleicht auch mal an bestimmten städtischen Standorten haben kann, aber wenn man gewillt ist, darauf zu warten, wartet man eigentlich besser außerhalb der Stadt. Naja, wie konsequent, muss jeder selbst wissen.

Was das übrige Geld angeht: Ich finde, der Kunde an sich hat es verdient, eine nachvollziehbare Einschätzung seiner Kaufwünsche zu bekommen, vor dem Kauf. Denn wenn schon Geld übrig ist, muss das ja nicht verbrannt werden. Dann lieber an mich überweisen, ich krieg das auch sinnvoll unter und mache keine umweltbelastende Fernreise davon.

Clear Skies
Sven
 
Re: Für Vielfalt im Angebot muss die Kasse klingeln!

Hallo,

auch wenn es eigentlich Off-Topic ist, möchte ich kurz in Bezug auf Svens letztes Posting meine Stadt-Seeing-Erfahrungen schildern.

Ich beobachte in einem Randbezirk von Berlin auf einem Balkon in der 3. Etage und nutze ein Meade 8'' ACF und ein Celestron C90 Maksutov (90mm Öffnung). Hierbei kann ich folgende langfristige Faustregeln zur Seeingqualität meines Standorts geben:

1. In drei Viertel aller Nächte zeigt der Achtzöller an Mond und Planeten seeing bedingt nicht mehr als der kleine MAK.

2. In einem Viertel aller Nächte ist das Seeing zumindest zeitweise so gut, dass ich das Auflösungsvermögen des Achtzöllers während einer Beobachtungssitzung von ein paar Stunden voll ausnutzen kann.

3. In gerade mal einer Handvoll Nächte im Jahr ist das Seeing so perfekt, dass ich selbst im Achtzöller bei 400-facher Vergrößerung für längere Zeit den Eindruck habe, ein Foto zu betrachten.

4. Die Nächte, in denen ich den kleinen MAK seeingbedingt frustriert wieder einpacke sind eben so selten wie jene, in denen das Bild im ACF "steht".

Möglicherweise liegt es auch daran, dass sich im 3. Stock (ca. 12 bis 14 Meter über Boden) ein Teil des Seeing nicht mehr bemerkbar macht, oder ich habe einfach nur Glück mit meinem Standort. Am Boden habe ich jedenfalls zumindest subjektiv den Eindruck, dass das Seeing schlechter ist als auf dem Balkon.

Dass ich auf dem Balkon in Bezug auf Seeing drastische Einbußen gegenüber Landbedingungen in Kauf nehmen muss, ist mir klar. Ich habe jedoch kein Fahrzeug und somit keine andere Wahl. Insgesamt bin ich mit meinen Bedingungen sehr zufrieden.

Haben andere "Balkon-Beobachter" vergleichbare Erfahrungen in Bezug auf Seeing gemacht?

CS und VG Christian
 
Re: Für Vielfalt im Angebot muss die Kasse klingeln!

Hallo Sven,

Was aber den Planetenfreund angeht: Nein, der darf auch nicht in der Stadt bleiben, der unterscheidet sich vom Deepsky-Gucker eigentlich nur darin, dass der die Vollmondnächte auch gut findet.


Hier sind meine Erfahrungen anders. Ich wohne im Vorstadtbereich mit eigenem Garten. In der Umgebung sind überall Wohngebiete mit Grünflächen.
Das Seeing ist hier im Durchschnitt keineswegs schlechter als an meinem zweiten Beobachtungsplatz in der Südeifel, wo der Himmel natürlich weitaus dunkler ist. Im Gegenteil, die gebirgige Landschaft mit unterschiedlichem Untergrund ( Wald, Wiese, Wasserflächen, Fels, Gebäude ) kann ebenfalls zu turbulenter Luft führen, so dass eine (Vor)stadtlage in der Ebene sogar Vorteile haben kann. An ein besonders gutes Seeing in der Eifel kann ich mich jedenfalls nicht erinnern, wobei ich dort zugegebenermaßen viel seltener bin als zu Hause.

Beste Grüße

Manfred


 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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