Suche Tour für Jungs zwischen 9 und 13

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OliverWieland

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Hallo, zusammen,
ich bin nächstes Wochenende (14. bis 16. Juli) mit insgesamt 6 Jungs und ihren Vätern auf einem Vater-Sohn-Wochenende auf einem alten Bauernhof in Frankreich 30km östlich von Nancy. Wenn das Wetter mitmacht, möcht ich gern eine kleine Sternentour mit meinem GSO 200/1200 Dobson machen und bräuchte ein paar Ideen, was ich den Jungs so zeigen könnte.
Ich dachte an die Sommertour von Antares, da diese zum Einen so ziemlich alle Klassiker drinhat und zum anderen nur wenige die Objekte im Westen stehen (Stichwort Nancy). Zusätzlich natürlich noch Jupiter und den Mond. So kurz nach Vollmond stellt sich mir natürlich auch die Frage, ob man überhaupt so viel sehen kann, aber mal schaun.
Hat jemand von Euch noch sonstige Ideen, wie man den Jungs den Himmel ein bißchen näher bringen kann?

Gruß und schonmal Danke sagt
Oli
 
Danke, das schau ich mir mal an.
Hat jemand von Euch Erfahrung, wieviel ich Jungs in diesem Alter "zumuten" kann (zeitlich unf mengenmäßig)?

Gruß
Oli
 
Guten Tag Oli

Wieviel Du denen zumuten kannst/darfst hängt schon auch am Interesse ab welches die Jugendlichen mitbringen.
Die kann man aber eigentlich sehr gut zum Thema Astronomie mitreissen, zeige zuerst einfache Objekte wie der Mond, der faziniert immer wieder, bereite Dich aber vor so dass Du die Krater und Meere benennen und erklären kannst. Dann würde ich zu Jupiter übergehen, seine Staubbänder und Monde sind toll. Natürlich gehören auch die Sternbilder dazu. Evtl. kann man in der betreffenden Nacht noch die ISS oder Iridium-Flares anschauen, sind sehr eindrückliche Beobachtungen die man sehr schön vorher planen kann (z.B. Calsky.de)
Nun wirst Du sehr schnell spüren ob die Jungs noch mehr wollen, dann gehe weiter zu den Doppelsternen (Alberino usw) und dann natürlich Kugelsternhaufen usw.
Ich habe die Erfahrung gemacht dass Jugendliche sehr interessiert sind an Astronomie und somit auch gerne länger zuhören und zuschauen, da sind Erwachsene viel ungeduldiger und desinteressierter.

Viel Spass in Frankreich

Gruss Peter
 
Hi Oliver,

also ich denke eine gute Stunde werden sie schon durchhalten. Stelle einfach die helleren Objekte wie Mond, Jupiter, M31, h & Chi, M13 ein, dann wird das bestimmt eine lustige Sache.
Lass sie auch selber mal experimentieren und Objekte finden und halte ein paar Infos zu den Objekten bereit.

Gruß

Lots
 
Hallo Oliver,

nach meiner Erfahrung bietet es sich an, eine Spannungskurve einzubauen, also immer von den 'weniger' spektakulären Objekten zu den wirklichen Hämmern zu gehen. Man kann da durchaus bei den einzelnen Objektgruppen bleiben, dann halt jeweils M13, Albireo, Saturn usw. ganz zum Schluss.
Gruß,

Bernhard
 
Tach Oli!

Hat jemand von Euch Erfahrung, wieviel ich Jungs in diesem Alter "zumuten" kann (zeitlich unf mengenmäßig)?

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Also - meine Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen am Teleskop waren bislang immer so, dass selbst jüngere Kids am liebsten bis zur Morgendämmerung weiterbeobachtet hätten. Allein der Anblick des Mondes oder einiger Paradeobjekte durch´s Teleskop (oder durch´s Fernglas!) fasziniert - meiner Erfahrung nach - wirklich jeden in jeder Altersgruppe so dermassen, dass mich wundern würde, wenn Deine Kids das anders erleben würden. Ich habe schon einige Kinder mit dem "Astro-Virus" dauerhaft infiziert. Und was mich immer total freut: Mädchen und Jungen sind von Astronomie und der eigenen Beobachtung grundsätzlich gleichermaßen fasziniert.

Du kannst uns ja nach dem Urlaub mal berichten, ob Ihr bei Eurem Frankreich-Trip irgendwann mal vor der Morgendämmerung zum Schlafen gekommen seid...

Viel Spass und eine nette Reise!

Serenitatis
 
Hallo Oli,
ich bin ja auch schon mit einer reinen Mädchengruppe von 10 Personen unterwegs gewesen so im Alter von 10 bis 11 Jahren. Es war wundervoll, diese jugendliche Begeisterung. Ich habe aber vorher einen kleinen Astrokurs an einem Bastelnachmittag mit denen gemacht, also drehbare STernkarten gebastelt, das eigene Sternzeichen abmalen lassen, Astroaufnahmen angeschaut, alles rund um den Großen Wagen samt "Uhr" gebastelt und dann gings erst ans TEleskop...Gruß von Anette
 
Hallo Oli,
vor ca.2 Jahre hatte ich mal sowas mit einer Gruppe von 10 Kids zwischen 7 und 12 gemacht. Leider habe ich die Unterlagen nicht mehr sonst könnte ich die dir schicken. Hauptproblem ist die Kids über einen längeren Zeitraum bei der Stange zu halten, wenn z.B. vor dem Teleskop gewartet werden muß.
Ich habe damals zunächst mit der einfachen Orientierung am Himmel anhand einprägsamer Sternbildern wie Gr.Wagen etc. angefangen. Man wundert sich wie wenig Kinder jemals in ihrem Leben schon mal nach oben gekuckt haben. Damit alleine kann man schon einen Abend füllen.
Mein Programmpunkt am Teleskop war eine Reise durch den Kosmos ausgehend von der Erde. Die Objekte (Mond, Planeten, nächste Sterne, Doppelsterne, offenen Haufen usw.) habe ich nach Entfernung gestaffelt und da ein bisschen Story über Dauer der Reise mit verschiedenen Fahrzeugen (Auto, Apollo Rakete, Lichtgeschwindigkeit) zugrunde gelegt. Da kann man die Kids auch gut einbinden (Na, wie lange braucht dein Vater mit seinem Auto bis zum Mond? Wat schätze?) Die bereits angesprochene Sommerreise von Antares wäre eine gute Basis für den DS Bereich einer solchen Reise.
Da du ja nur ein Teleskop hast müssen die Wartenden sich auch weiter beschäftigen können um nicht die Lust zu verlieren. Da wären z.B. dann weitere Sternbilder auf dem Programm. Oder ein kleines Fernglas mitnehmen un die Wartenden selber auf die Reise schicken.
Auch habe ich die Erfahrung gemacht, daß Kids bei Objekten die zu "abstrakt" werden schnell aussteigen. Eine Gx von der man nur einen leichten nebligen Schleier sieht ist weniger interessant als z.B. M57 an dem man die Supernovastory mitliefern kann. Und wie bei Allem: Weniger ist meistens mehr. Also Programm für 1-1,5 Stunden reicht. Wenn dann noch Interesse da ist kann man immer noch drauflegen.
Ansonsten: Mit Kindern kann ein Astro-Abend richtig Spaß machen! Und den wünsche ich dir dabei.
 
Vielen Dank für Eure vielen Vorschläge! Da ich eigentlich als Teilnehmer und nicht als Mitarbeiter mitgeh und die Sache mit dem Teleskop nur so 'nebenher' läuft, werd ich kaum die Gelegenheit haben, ein großes Programm um die Beobachtung rum zu machen. Aber eine kurze Einführung sollte auf keinen Fall fehlen, da habt Ihr auf jeden Fall recht.
Ich werd nach dem Wochenende berichten, wie's war.

Anette: Hast Du zufällig ne Vorlage für die Sternscheiben?

Gruß
Oli
 
M57 an dem man die Supernovastory mitliefern kann.
Hallo Wolf,

ich möchte nur anmerken, dass M57 nicht aus einer Supernova hervorgegangen ist. Eine durch den zentralen Weißen Zwerg zum Leuchten angeregte Gashülle, ist kein Merkmal eines Supernovaüberrests.

Sagt den Kiddies lieber, dass unsere Sonne auch mal so enden wird.

Gruß - Nico
 
Hallo, wieder,

hier wie versprochen ein kurzer Bericht, wie's am Wochenende war.

Angefangen haben wir etwa um 3/4 11 Uhr abends mit einer kleinen Nachtwanderung vom Lagerfeuer zum Beobachtungsstandort, hauptsächlich, damit sich die Jungs schonmal an die Dunkelheit gewöhnen können. Dabei wurden schon heftig die einzelnen Sternbilder diskutiert und gesucht. Und ich muss zugeben, durch die Fülle von Sternen, die wir sahen, fiel es mir manchmal echt schwer, die Sternbilder zu erkennen. Ich glaub, ich hab seit 20 Jahren keine Milchstraße mehr gesehen. Das war schon überwältigend, welche Pracht sich uns da bot.
Das erste Beobachtungsobjekt durch meinen 200/1200er Dobson war der Jupiter. Als Vergrößerung wählte ich 133fach (9mm SP), obwohl vom Seeing her weitaus mehr dringewesen wäre. Aber auch so war ich mit "hinterherschubsen" zwischen zwei Beobachtern schon ganz schön beschäftigt, da die Jungs das einfach noch nicht so hinbekommen haben.
Als zweites Objekt waren Mizar und Alcor dran. Dass es sich um einen Doppelstern handelte, wussten schon manche, vor allem die Väter. Aber die meisten waren doch beeindruckt davon, dass Mizar selbst im Teleskop nochmal einen Begleiter hat.
Mittlerweile hatten sich schon ein paar der Jungs mit Vätern auf den Rückweg gemacht, nicht alle kann man von der Pracht eines so wundervollen Sternenhimmels begeistern.
Die die geblieben waren, bekamen noch M13 im 9mm SP vorgesetzt. Einem blieb vor Staunen der Mund offen stehen. Ich muss sagen, in einer solchen Pracht habe ich ihn selbst noch nicht gesehen. Da sieht man mal, dass die Weisheit, dass ein Dunkler Himmel durch nichts zu ersetzen ist, absolutr wahr ist. Winzig kleine Nadelstiche nebeneinander, und doch fast bis ins Zentrum hin aufgelöst - einfach Wahnsinn!
Den Abschluss machte M57, den ich selbst auch nur als kleines nebliges Fleckchen kannte. Bereits im 25mm SP war das dunkle Zentrum gut zu erkennen, im 6mm SP war das Ganze einfach ein Genuss!

Am nächsten Morgen traf ich einen der Jungs in der Dusche. Er sagte zu mir mit leuchtenden, wenn auch verschlafenen Augen: "Du, das gestern abend war echt voll toll!"

Da hat's wohl wieder einen gepackt...

Gruß
Oli
 
Hallo: Ich schließe mich einfach mal hier an, weil es dazu passt.

Nächste Woche ist die letzte Schulwoche in Bayern, und weil keiner mehr Lust auf Unterricht hat, schiebt man bei uns zwei Projekttage am Montaq und Dienstag ein. Ich habe dann das Projekt "Planung und Durchführung eines Beobachtungsabend mit dem Fernrohr" angeboten. Angemeldet haben sich komerscherweise ausschließlich Mädels, die so 14 oder 15 Jahre alt sind. Der Beobachtungsabend soll bei gutem Wetter nächste Woche am Montag zwischen ab 21.30 statt finden. Spätestens um Mitternacht werden wir wohl Schluss machen müssen. Zur Verfügung steht ein 150/1200 Newton auf dem Dach der Schule, wir müssen also leider mit einem Stadthimmel auskommen. Mein Plan sieht so aus:

Zu Beginn ist ja noch helle Dämmerung, da ist natürlich erst einmal eine ausführliche Beschäftigung mit dem Jupiter angesagt. Später bei fortschreitender Dämmerung sind dann Albireo und Epsilon Lyrae dran, weil für diese Doppelsterne es noch nicht so dunkel sein muss. Dann werden wir die Kugelsternhaufen M13 und M22 sowie die planetarischen Nebel M57 und M27 anschauen. Vielleicht probieren wir aus, ob wir doch einen kleinen Schimmer von der Whirlpool-Galaxy erwischen können.

Irgendwie fehlt da noch ein Offener Sternhaufen. h und chi sind aber noch zu tief. Welchen hübschen Offenen Sternhaufen könnt ihr empfehlen ?

Nicht ganz unwichtig: Wir sind in Freising, also ziemlich im Süden. Somit sind Objekte im Schützen und Skorpion nicht ganz so schlecht erreichbar wie in Norddeutschland. Wie sieht es eigentlich mit den Gasnebeln im Schützen aus ? Lohnen die sich unter meinen Bedingungen ?

Gruß
Martin
 
Hallo Oli,
...tja, es gibt immer wieder Leute, die haben noch nicht einmal Interesse durch ein Rohr zu schauen, auch wenn sie dírekt daneben stehen und andere vor Begeisterung was sagen hören....diese Erfahrung machte ich letztes Wochende mit erwachsenen Jugendlichen...die schliefen mir schon im Planetarium Stuttgart fast ein....dann Abends hatte ich einen Astrovortrag über die Geschichte der Astronomie mit viel Humor, Witz und philosophischen wie politischen Hintergründen, spannender gehts kaum noch (bestätigten mir einige wenige darunter, die echtes Interesse an den Sternen zeigten)...äh wo war ich....ja diese jungen Menschen hatten gerade mit ihren enormen Balz-Gefühlen in dieser lauen Sommernacht zu tun...kann das sein, dass man ab einem bestimmten Alter dann wieder ins Briefmarkenalbum, bzw. Sterne schaut? Nein, nein.....wir sind Eingeweihte...das kapiert keiner...eben deshalb....Dein Dobson muss ich mir merken....sowas kann sich ja ein Ottonormalsterblicher auch irgendwann mal leisten.....Gruß von Anette
 
Hi Martin,

OC: M39, (M34), NGC 6811, M103, NGC663
GX: M31
KS: M13, M15!, M92, M22, M4
Doppelsterne: Alberio, o1 Cygni, Epsilon Lyrae, Beta Lyrae, Mizar+Alcor, ZET1 Lyrae

Das sollte fürs erste reichen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />

Gruß

Lots
 
Hi Anette!

Also im Planetarium einzuschlafen, dazu gehört schon eine gehörige Portion Ignoranz. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />
Und was den Ottonormalsterblichen betrifft, dachte ich eigentlich bisher, ich gehör da auch dazu... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Was den Dobson betrifft: Ich komm da gut klar damit. Aber für eine Vorführung mit "Nichteingeweihten" ist mit Sicherheit ein parallaktisch montiertes Rohr besser geeignet. Das Nachschubsen war doch ein bißchen ein Problem für die Jungs.

Gruß
Oli
 
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