SUW Astronomie für alle merkwürdige Ansichten...

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Pegasus_wtal

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Da kauft man sich als Astronomieanfänger das o.g. Heft, um dann im ersten Artikel "Abenteuer Astronomie, Aufbruch zu fremden Welten" folgendes zu lesen:

"In den...Industrieländern ist die Atmosphäre...fast flächendeckend durch künstliche Lichtquellen aufgehellt...Nur noch helle Objekte wie Sonne, Mond, Planeten und die hellsten Sterne kann man unter solchen Bedingungen beobachten. Wer schwache Nebel, Galaxien oder andere lichtschwache Objekte beobachten möchte, muss die Flucht ergreifen und sich einen dunklen Ort in dünn besiedelten Ländern suchen. Auf dem Gornergrat, auf La Palma oder auf Teneriffa, aber vor allem in Namibia finden Astronomen einen Nachthimmel nach ihrem Herzen."

Was wollen uns die Autoren (Thorsten Neckel und Martin Neumann) damit sagen ???

Daß alle Fotos, die "angeblich" von lichtschwächeren Objekten in Deutschland gemacht wurden, Fakes sind ?

Oder ist das ein Versuch, Anfänger abzuschrecken, nach dem Motto, "kauf dir gar nicht erst ein Teleskop, außer Planeten kannst du damit doch nix sehen!" (Wenn ja, was sagen die Teleskophersteller dazu) ?

Oder, dritte Möglichkeit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ist dieser Abschnitt in Wirklichkeit eine Aufforderung zur Auswanderung nach Namibia ? Wobei, wenn alle dieser Aufforderung nochkommen, ja dort dieselben Lichtverhältnisse herrschen wie bei uns. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />


Ansonsten finde ich das Heft sehr informativ, lediglich über den Umgang mit dem Teleskop hätte ich gerne mehr gelesen. Aber wozu gibt es schließlich das Internet und vielleicht gibt es ja auch einen Nachfolgeheft.
 
Moin Pegasus,

tja, wieder mal arg pauschalisiert. Aber im grossen und ganzen stimmts halt schon. Hier in Zentral-Europa findet man nur noch schwer richtig gute dunkle Himmel. Ich glaube, das wollten die Autoren damit aussagen. Das heist natürlich nicht, das es gar keine mehr gibt.

Zum Thema lightpollution gibt es hier gute Informationen und Karten.
 
Hallo,

es stellt sich die Frage, mit welchen Anspruch Astrobilder erstellt werden sollen. Für "semiprofessionelle" Fotografen ist diese Aussage mit Sicherheit zutreffend. Für den "normalen" Amateurastronomen gibt es aus meiner Sicht genügend Möglichkeiten von Mitteleuropa aus, adäquate Foto`s zu erstellen. Wenn die Situation tatsächlich so negativ bewertet wird, könnte man sich auch die Frage stellen, warum bekannte Astrofotografen eines der größten Amateurteleskope (ca. 1 Meter Durchmesser) in Melle (nahe Osnabrück) installieren? Also nicht abschrecken lassen und viel Spaß an der Astronomie! Wenn Du eine Amateurzeitschrift suchst, schau mal bei uns unter NightSky rein.

Grüße und sternenklare Nächte, Christoph Lohuis.

 
Der Spatz in der Hand ...

Hallo Pegasus_wtal,

die Aussage stimmt natürlich erstmal: auf den Lichtverschmutzungskarten sieht man, daß es wirklich kaum noch Gebiete gibt, die frei von Lichtverschmutzung sind.
Aber ganz so eng würd' ich's dann doch nicht sehen, man kann auch hier in D ganz vernünftig beobachten, siehe z.B. Beobachtungsboard. Wenn man allerdings einmal die blendend helle Milchstraße gesehen hat, dann fällt es einem schwer den hiesigen Himmel ernst zu nehmen.
Kaum jemand kann es sich leisten für sein Hobby auszuwandern, also muß man halt das nehmen, was man hat. Eine Beobachtung vom Balkon aus durch die Lichtglocke einer Stadt ist mehr wert, als der Traum vom 7mag Himmel in Namibia. Und wenn man paar Kilometer raus fährt, dann hat man auch hier bei uns einen Himmel, der einen mehr beobachten läßt, als man Zeit dafür hat.
Die Aussage ist soviel wert wie "Mit einer Stereoanlage unter xxx Yuros kann man keine Musik hören!"

Mich persönlich stört hier eher das Wetter als die Lichtverschmutzung.

Gruß
Schicko
 
Amateurastronomie als Wettbewerb oder Spaßfaktor ?

Hallo !

Schicko hat es sehr treffend formuliert; ich möchte aber noch einen kleinen Nachschlag dranhängen.

Wir sehen an der Aussage in SUW mal wieder, unter welch' verschiedenen Perspektiven man unser Hobby betrachten kann:

Eine Möglichkeit ist es, die Astronomie als Schauplatz des Wettbewerbs und Vergleichs zu verstehen, wo man sich mit herausragenden Ergebnissen (Astrofotos) Ruhm und Ansehen verdienen kann. Wer das will, muss natürlich schon ordentlich investieren. Wer den Preis eines Mittelklassewagens in sein Equipment steckt, dürfte reelle Chancen haben, ernstgenommen zu werden. Aufwändige Touren zu entfernten Orten mit besonders guten Bedingungen erhöhen die Erfolgschancen.

Eine andere Möglichkeit ist es, Astronomie ohne den Wettbewerbsgedanken "zum Eigenspaß" zu betreiben. Das schließt es nicht aus, hochwertiges Equipment zu verwenden oder Bilder zu machen, aber dem liegt dann eine andere innere Einstellung zugrunde.

Ob nun bewusst oder unbewusst - auch die Zeitschriften folgen tendentiell eher der einen oder der anderen Betrachtungsweise.

Es kann jeder selbst entscheiden, wieweit er in Richtung "professioneller Amateur" gehen will. Ich finde es nur bedauerlich, wenn Äußerungen in Zeitschriften den "Leistungsdruck" hoch halten: Einsteiger bekommen ein unzutreffendes Bild ihrer Möglichkeiten!

Mir liegt es völlig fern, die eine oder andere Sichtweise zu loben oder zu tadeln. Bei "Urteilen" vergessen wir nur allzu schnell, dass beide Sichtweisen für ihre Anhänger legitim sind. Doch nicht nur Einsteiger sind sich dieser beiden "Pole" möglicherweise nicht bewusst und bekommen ein falsches Bild...

Seit nunmehr fast 25 Jahren fasziniert mich die Astronomie. In einer so langen Zeit habe ich auch unter mäßigem deutschen Himmel viele schöne Beobachtungen gemacht. Wenn ich mal die Gelegenheit hatte, unter dunklem Himmel im Ausland zu beobachten, dann war das immer sehr schön. Nur: an keinem dieser Orte irgendwo auf der Welt hätte ich mir vorstellen können, mit meiner Familie dauerhaft zu leben und zu arbeiten. Für mich gibt es auch bei schlechtem Wetter so vieles zu tun oder zu erleben, dass die Astro-Zwangspausen nicht frustrieren brauchen. Aber natürlich freue ich mich schon drauf, mal wieder am Fernrohr zu stehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Clear skies und nix für ungut,
Tom
 
Was wollen uns die Autoren (Thorsten Neckel und Martin Neumann) damit sagen ???

Daß alle Fotos, die "angeblich" von lichtschwächeren Objekten in Deutschland gemacht wurden, Fakes sind ?

Oder ist das ein Versuch, Anfänger abzuschrecken, nach dem Motto, "kauf dir gar nicht erst ein Teleskop, außer Planeten kannst du damit doch nix sehen!" (Wenn ja, was sagen die Teleskophersteller dazu) ?

Oder, dritte Möglichkeit ist dieser Abschnitt in Wirklichkeit eine Aufforderung zur Auswanderung nach Namibia ? Wobei, wenn alle dieser Aufforderung nochkommen, ja dort dieselben Lichtverhältnisse herrschen wie bei uns.

Hallo!

Es geht im Zitat um *Beobachten* und nicht *Fotografieren*. Während letzteres erschwert wird, aber doch möglich bleibt ist ersteres wirklich ein Jammer.

Ich finde es traurig, daß ich in Deutschland mit dem Feldstecher oft weniger sehe als in *guten* Gegenden mit dem blossen Auge.

Bleiben visuell noch Mond und Planeten und ab und zu ein Komet. Schon alleine deshalb würde ich mein *visuelles* Telskop (10" f/6 Dob) nicht verkaufen.

Und den Spass lass ich mir gleich garnicht verderben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
SUW Astronomie für alle (Kurze Rezo)

Ich finde die SuW-Scecial Ausgabe keineswegs gelungen. Darin erhofft sich doch ein zukünftiger Teleskopbesitzer eine objektive Analyse was er für seine ersten Beobachtungsschritte braucht und was es kosten darf. Aber weit gefehlt.
Zunächst einmal zum Artikel über die Orientierung am Himmel(Seite 17):
Der ganze Artikel ist fad und für einen Menschen, der vorher nicht beobachtet hat eine unverständliche Abschreckung. Die Skizzen sind ja schön und gut, aber was nutzen sie, wenn sie nicht zum Text passen, bzw. die wesentlichsten Darstellungen fehlen? Frühlings- und Sommerdreieck, Herbstviereck und und Wintersechseck werden einfach in der Luft stehen gelassen. Gegenüber ist gleich die Werbung für eine drehbare Sternkarte, der Leser soll sich die Informationen selbst kaufen (haben das wohl vom Kosmosverlag abgeguckt)bzw. (was wesentlich besser ist) ein astronomisches Jahrbuch und einen Sternenatlas kaufen womit er wesentlich besser bedient ist und sich dieses Special spart.

Nächster Artikel: "Das Teleskop-Dein Blick ins All"
Abgesehen davon das ich glaube jeder "normale, klassische"Feldstecher besitzt Dachkantprismen (lasse mich aber auch etwas Besseres belehren) ein kleiner Lichtblick. Aber es fehlen essentielle Sachen, zB das ein Reflektor Zeit zum Auskühlen braucht, was es für Okulartypen gibt, was für einen großen Einfluss das Stativ und die Montierung auf die Beobachtung hat...Dann wird auch eine Spiegelwäsche erwähnt, ich kann nur hoffen das diese Aussage jeder Neuling übersehen hat, denn sonst haben die Leute hier im Forum viel zu tun, da ja im gesamten Heft niemals die Rede von der Ausrichtung des Haupt und Fangspiegels ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Artikel 3: "Wir beobachten unseren Mond"
Hier wollen wir uns nicht lange aufhalten, außer allgemeinen Blabla und die Aussage man soll sich einen Mondatlas kaufen nichts gewesen. Mein Tipp: Großer Atlas der Sterne, gibts immer wieder mal bei Aldi (Österreich Hofer) um EUR 9,90 und ist im 1. Teil Sachbuch mit genauen Daten über Erde, Weltraum und Planeten und im 2. Teil genauer Sternatlas der jeweiligen Sternbilder mit interessanten Objekten.

Nächster Artikel: "Planeten-Unsere Nachbarn im All"
Zunaächst wird mehr auf die digitale Fotpgrafie eingegangen, wobei genaue Aussagen (zB wie baue ich die Webcam auf manuelle Belichtungszeitvorgabe um, welche Bildverarbeitungsprogramme gibt es, um ein aufaddiertes Bild zu erhalten, was bringen Farbfilter, Oppositionsdaten) tunlichst vermieden werden. Dann kommt natürlich die Werbung für die Zeichenschablonen der VdS ins Spiel.

Nach kurzweiligen Abstechern zum Zodiakallicht, Kleinplaneten (dessen aufspüren mit dem jetzigen Wissen ein klax ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, Kometen und Meteoriten geht es zur Sonne. Hier merkt man wieder was das Hauptinteressensgebiet von SuW ist, eine Erläuterung des Hertzsprung-Russell Diagramm darf natürlich nicht fehlen, obwohl noch auf dem Titelblatt Himmelsbeobachtung stand. Nach ein paar schönen Aufnahmen von Galaxien und planetarischen Nebeln ohne die genauen Standorte zu verraten landet man wieder bei der Astrophotographie und schließlich bei den Planetariumsprogrammen. Da man ja davon ausgeht der Leser besitzt kein Internet, weil er sich die Informationen nicht gratis aus dem Netz gesaugt und stattdessen dieses Heft gekauft hat werden auch nur kommerzielle nicht Profiprogramme getestet. The Sky, Eye and Telescope, Real Sky usw sind nicht dabei, Freeware wie hallo northern sky und das einzigartige Celestia spielen wohl keine Rolle.

Dann kommt der Überhammer: Die Vergewaltigung der Satelitenschüssel als Radioteleskop mit Sat-Finder Anzeige. Also ich weiß nicht, nimmt diesen Artikel auch wirklich einer der Leser ernst. Ich hoffe keiner der Kinder kommt da auf experimentelle Ideen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Und dann: Das Heft ist auf Seite 130 zu Ende. Kein Wort über die Verbesserung der Kaufhausteleskope bei wackeligen Stativ, rüttelnden und schlecht ausbalancierten Dobsons, Kratzer auf Spiegel, Fettflecken auf Objektiven, korrekte Ausrichtung bei parallaktischer Montierung, Haupt- und Fangspiegeljustierung nach Transport oder Reinigung, Verkürzung der Auskühlzeit, Einfluss des Spiegelträgermaterials auf Preis und Fertigungstoleranzen....

Fazit: Glücklicherweise soll es bald eine deutschsprachige Ausgabe von Sky and Telescope geben, ansonsten müsste man den Amateurastronomen noch die BILD liche Star Observer empfehlen.
Doch wenn ihr mehr über den theoretischen Hintergrund wissen wollt, kann ich euch uneingeschränkt das SuW-Special "Schöpfung ohne Ende-Die Geburt des Kosmos" empfehlen, das im Herbst in der 2. Auflage erschienen ist. Hier kommt die Kernkompetenz dieses Magazins voll zur Geltung.
 
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