Swift Kestrel 826 - kennt das jemand?

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holger_merlitz

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Hi,

auf der Suche nach einem Ueberblick ueber den momentanen Markt an 10x50 Fernglaesern bin ich auf dieses Geraet gestossen:

http://www.epinions.com/elec-Optics-Binoculars-All-Swift_Kestrel_10x50/display_~full_specs

Kennt das hier jemand? Mit 7 Grad ist das ein ordentliches Weitwinkel, und auf einigen Internet Seiten wird es fuer weit ueber 300 $ angeboten. Der einzige Review ist positiv (was aber nichts heissen muss):

http://www.epinions.com/content_116711394948

Bei dem derzeitigen $-Kurs ist es ja fast verlockend, mal in Uebersee einzukaufen :-)

Gruss,
Holger
 
Hallo Holger,

ich besitze ein Swift Audubon 8,5X44, welches in der Bauart dem 10X50 Kestrel sehr ähnelt.
Das ca. 20 Jahre alte Audubon hat ein riesiges Seefeld von 144m/1000m und ein eingebautes Stativgewinde. Nachteilig sind die geringe Pupillendistanz ( für Brillenträger völlig ungeeignet ) und das nicht sehr helle Bild - mein Glas hat noch keine Multivergütung - , die Schärfe in der Bildmitte ist allerdings hervorragend. Ich denke, daß die aktuellen Swift Audubons erheblich verbessert sind und ihren Preis wert sind. Soviel ich in der engl. Ornipresse gelesen habe, gibt es vom 8,5X44 auch eine ED-Version, wie das beim 10X50 ist, kann ich Dir nicht sagen.

Gruß,

Manfred
 
Hallo Manfred,

Zunächst einmal vielen Dank für Deine Informationen!

Ich habe mir das Kestrel 10x50 inzwischen zugelegt und intensiv getestet. Der Bericht ist hier:

http://de.geocities.com/holger_merlitz/kestrel10x50.html

Insgesamt ist es ein nettes Gerät der Mittelklasse. Ich habe es (neu) für 200 Dollar im amerikanischen E-bay gekauft. Mit Versand, Steuer und Zoll wurden daraus 220 Euro, also etwas mehr als ein Zeiss Jenoptem in gutem Zustand. Insgesamt ist das Kestrel einen Tacken besser als das Jenoptem, reicht aber nicht an das Nobilem heran. Dafür ist es mit 900g erfreulich leicht und handlich. Ich finde es Astronomie-tauglich und eine gute Alternative zu den alten Zeiss Geräten.

Gruss,
Holger
 
Hallo Holger,

toll, daß Du das Swift-Glas, das hierzulande unberechtigterweise völlig unbekannt ist, ausführlich getestet hast. Dein Testergebnis bestärkt mich in der Meinung, daß die Topmodelle der Fa. Swift ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis haben, vor allem dann, wenn man sie günstig einkaufen kann.
Wie würdest Du das Fujinon 10X50, das Du ja auch getestet hast, im Vergleich zum Nikon 12X50 SE sehen ( Leider gibts ja kein 10X50SE !)?

Beste Grüße,

Manfred
 
Hallo Manfred,

leider kenn ich das Nikon nicht! Ich war gerade bei der IWA in Nürnberg, dort bin ich zum Nikon Stand hin. Die hatten ihre neuen und super teuren Dachkanten ausgestellt, und die Porros in einer geschlossenen (!) Vitrine verbarrikadiert. Die hatten offenbar die Auflage von Nikon, die Porros auszustellen, wollten sie aber den Kunden nicht zeigen, damit diese sich den noch teueren Dachkanten widmen konnten (die waren aber auch wirklich gut).

Dafür habe ich bei Fujinon das 8x30 FMTR-SX gesehen - das war, wie erwartet, umwerfend! Es ist hier in Europa gar nicht in den Katalogen, aber in US gibt es genug Händler, und ich habe schon Sonderangebote für 330 Dollar gesehen - ich hoffe, ich werde nicht schon wieder schwach :-)

Gruss,
Holger
 
Swift und Fujinon

Hallo Holger,

wie immer, ein schöner und detailierter Bericht! Schade, wieder kein "Nikon SE" für 300 Euro <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, Nikon hat die Meßlatte bei mittig angetriebenen Porrogläsern so hoch gehängt, da kommt die Konkurrenz nicht mal annähernd ran. Man muß natürlich auch den Preis sehen, Nikon´s Top Porrogläser kosten ja reichlich das doppelte. Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Erstaunlich finde ich, daß bei der Streulichtbremsung die "Uraltmodelle" von Zeiss und Hensoldt so viel besser abschneiden wie das Swift Glas. Für um die 250 Euro könnte man bei einem Porroglas eigentlich etwas mehr erwarten. Also fürs erste Jenoptem behalten und Kestrel noch nicht kaufen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Wenn Du in absehbarer Zeit Lust auf eine weitere Testorgie hast, dann hätte ich eine Idee. Was hälst Du davon, das Swift Kestrel (oder auch das Jenoptem) gegen das neue TS 10x50 Porro und das Nikon 10x50 Action EX antreten zu lassen? Ich bin sicher, Herr Ransburg stellt Dir sehr gern das TS 10x50 zur Verfügung. Bei Nikon müßte man mal nachfragen, ob die Testgläser herausgeben.

> Dafür habe ich bei Fujinon das 8x30 FMTR-SX gesehen - das war, wie erwartet, umwerfend! Es ist hier in Europa gar nicht in den Katalogen

Wenn man bei Anacortes oder bei Fujinon selbst stöbert, da staunt man, was Fujinon alles herstellt und in Deutschland nicht anbietet. Die haben ja auch einiges an Dachkantgläsern zu bieten. Oder die Fujinon Birding Serie in Porrobauweise, klingt doch verlockend <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ... Warum ist die hiesige Produktpalette eigentlich so eingeschränkt? Ist der Rest so schlecht?

Frank.
 
Re: Swift und Fujinon

Zitat:

Warum ist die hiesige Produktpalette eigentlich so eingeschränkt?

Zitat Ende



Hallo Frank,

Diese Frage habe ich dem Fujinon Vertreter auch gestellt. Er sagte, dass der zu erwartende Absatz bei einigen Modellen so gering sei, dass es sich nicht lohnen würde, in Marketing zu investieren. Man beschränkt sich daher auf eine kleine Produktpalette. Die 8x30 FMTR-SX wurden in Europa überhaupt noch nicht einzeln verkauft, nur mal eine Serie von einigen hundert Stück an die schwedische(?) Armee. Das selbe Glas gibt es auch als 6x30 Modell, aber auch nur in den USA.

Was das Kestrel betrifft, darf man das Streulichtverhalten nicht überbewerten: Es hört sich dramatischer an als es ist, bedingt dadurch, dass das Jenoptem und das Diagon sehr robust gegen Streulicht sind. Das ist manchmal nur eine Frage des vorhandenen Raumes im Gehäuse: Eingangs des Prismengehäuses gibt es im Jenoptem viel Platz, so dass man das Prisma gut abschirmen kann. Beim Kestrel läuft der Tubus vor dem Prisma recht eng zusammen. Dadurch lässt sich das Gerät zwar schön halten, es wird auch leichter, aber schräg einfallendes Sreulicht findet auch schnell seinen Weg in die Prismen. Hier bezahlt man für das geringe Gewicht. Für die Astronomie ist das ohnehin nicht relevant, ausser man beobachtet sehr nahe am Mond.

Das TS und das Nikon kann ich mir gern auch mal vorknöpfen. Dann hätten wir ja den 10x50 Porro Markt recht vollständig abgearbeitet :-)

Gruss,
Holger
 
Re: Swift und Fujinon

> Diese Frage habe ich dem Fujinon Vertreter auch gestellt. Er sagte, dass der zu erwartende Absatz bei einigen Modellen so gering sei, dass es sich nicht lohnen würde, in Marketing zu investieren.

Hallo Holger,

na ja, die Argumentation kann man auch umdrehen. Ich bin vor einiger Zeit mal mit einem Fujinon Fernglas beim Fotohändler gewesen und der war fest der Meinung, Fujinon kommt aus China <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Wenn man nicht in die Werbung investiert, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn Fujinon kaum bekannt ist. Irgendwie ist obiges Argument wenig sinnvoll. Sollte die Birder Serie dem guten Ruf von Fujinon entsprechen, dann muß man halt kräftig die Werbetrommel rühren. Dachkantgläser sind nicht der Weisheit letzter Schluß, das wissen wir ja <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Ferngläser aus Japan

Hallo Holger,

erst noch einmal ein Lob für deinen interessanten Bericht. Deine Artikel mausern sich langsam zu einer der aufschlussreichsten Infoquellen über Ferngläser im Internet.

Ich finde es auch sehr schade, dass das 8x30 FMTR-SX und andere nicht in Deutschland angeboten werden. Ein Vergleich z.B. mit Nikons 8x30 E II oder 8x32 SE könnte sehr interessant sein. Aber auch die hochwertigen Nikon Porros scheinen langsam vom hiesigen Markt zu verschwinden. Wegen der fehlenden Erwähnung dieser Gläser auf Nikons HP hatte ich vor einiger Zeit bei Nikon nachgefragt, habe aber keine klare Auskunft erhalten und Nachfragen blieben unbeantwortet. Auch ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass die teuren Modelle von Nikon insgesamt bei mehreren Händlern aus den Regalen verschwunden sind.

Die Japaner haben es wohl insgesamt sehr schwer, gegen die deutsch/österreichischen Platzhirsche Zeiss, Leica, Swarovski, Steiner (im Marinebereich der Platzhirsch in Deutschland), Optolyth usw. anzukommen. Fujinon versucht wohl deshalb, auf Nischenmärkte (z.B. Astro) auszuweichen, während andere Herstseller (z.B. Olympus, Minolta, auch Nikon) im Economy Bereich versuchen, die Lücke zu finden.

Vielleicht spielt beim begrenzten Angebot der Fa. Fujinon noch ein anderer Aspekt eine Rolle. Möglicherweise wollen sich die Japaner auch nicht gegenseitig ins Gehege kommen. Die Zusammenhänge und Verquickungen in der optischen Industrie Japans sind undurchsichtig. Doch immer wieder ergeben sich Hinweise auf solche Zusammenhänge. Ein Beispiel sind Baugleichheiten zwischen den bildstabilisierten Gläsern von Nikon und Fujinon. Auch scheint es mir viele Ähnlichkeiten im Bereich hochwertiger Mittelklassegläser zu geben, die wirklich noch in Japan hergestellt werden: Pentax, Vixen, Nikon und diverse europäische Markenableger wie z.B. Minox, Exakta, Eschenbach usw.
Vielleicht sind die uns vertrauten japanischen Markennamen auch gar nicht mehr als eigenständige Hersteller aktiv? Oder ist der Fernglasbereich lediglich ein Nischenanhängsel
des Fotosektors? Ich komme darauf, weil - wie seinerzeit schon einmal berichtet - mir letztes Jahr ein Vertreter der Fa. Minox erzählte, dass die Gläser bei dem gleichen Hersteller gebaut werden, wie jenem, welcher die Pentax Ferngläser baut. Daraus folgt wohl, dass Pentax selbst nicht der Hersteller ist, sondern seine Gläser lediglich aus der gleichen Quelle bezieht.

Vielleicht gibt es hier jemand, der sich in Japans optischen Industrie besser auskennt?

Steve
 
Re: Ferngläser aus Japan

Hallo Steve,

Danke für die lobenden Worte :-)
Ein Vergleich des Nikon 8x32 SE mit dem Fujinon wäre wirklich ein super Match - ich versuch mal, ob ich bei Nikon jemanden erreichen kann, der eventuell mal ein Demoglas herausrückt!

An dem Fernglassektor als Nische der Foto-Firmen ist etwas dran. Ich fragte Docter mal, warum man deren Ferngläser nie in den Regalen der grossen Geschäfte (Karstadt etc.) sieht, und die sagten, dass man da als Nur-Fernglas-Hersteller schwer rankommt, weil die grossen Foto-Produzenten ihre Kameras dort nur mit der Auflage anbieten, auch Platz für ihre Ferngläser zu bekommen. Dass es aber trotzdem geht, beweist Steiner.

Gruss,
Holger
 
Re: Ferngläser aus Japan

Hallo Holger,

genauso sieht es auch in Hamburg aus. Steiner ist überall gut vertreten, auch in Grossmärkten. Docter gibt es in ganz Hamburg nur in einer Firma, die nicht mal ein Ladengeschäft hat. Du solltest wirklich einmal zu den von mir hier schon einmal angekündigten Naturerlebnistagen im Katinger Watt in Schleswig-Holstein kommen. Da hatte Nikon letztes Jahr das 8x32 SE. Man kann aber auch - das habe ich bei Nikon schon abgeklärt - mit Nikon vorab besprechen, welche Gläser die noch mitbringen. Ansonsten hätte man auch auch alle 10x50/52/56/58 von Zeiss, Leica, Minox und Swarovski auf einen Schlag zur Verfügung und könnte die alte Frage nach dem besten 10x50/x wirklich abklären, wenn du Docter, CZJ und Fujinon mitbgringst. Ein verlockender Gedanke, finde ich. Falls es Dir möglich ist, zu kommen, können wir uns da treffen.

Steve
 
Re: Ferngläser aus Japan

Hallo Steve,

bis zum Watt ist es aber eine ganze Ecke von Karlsruhe aus (ich hab den Wohnort jetzt mal in meinem Profil ergänzt) - ich weiss noch nicht, ob ich mal so nah an den Polarkreis komme :-) Aber manchmal ergeben sich ja doch unerwartete Gelegenheiten.

Das Docter und das Fujinon (10x50) besitze ich übrigens gar nicht - ich hatte diese Geräte ja damals nur zum Test ausgeliehen.

Viele Grüsse,
Holger
 
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