SWIR-Mond am 13.12.2023

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StKorth_privat

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Heute früh habe ich zum ersten Mal per SWIR-Kamera mit meinem 60 / 360 mm - TS - Apo auf den Mond gehalten, anbei das Resultat als Mittelung von 500 Einzelbildern.
SWIR heißt hier: Die verwendete ImageIR9100 von InfraTec ist - so wie ich sie verwendet habe - von 920 nm bis 1.700 nm empfindlich. Der in dieser Kamera verwendete Sony-Sensor (InGaAs-Technologie) ist sogar noch breitbandiger, er macht schon ab 400 nm auf - aber auch so wird eine Linsenoptik ihre Probleme mit der Farbkorrektor bekommen, von daher ist der eingeschraubte 920nm-Langpassfilter schon ganz sinnvoll.
Beim meinem First Light ging es mir erst einmal nur darum, überhaupt zu testen, ob ich die Kamera auch für Mondfotografie nehmen kann - eigentlich ist sie für Hochtemperatur-Thermografie ab 300°C aufwärts kalibriert. Spannend ist sicherlich die Verwendung unterschiedlicher Spektralfilter, sinnvoll vielleicht auch der Einsatz an einer reinen Spiegeloptik - man wird sehen...

CS,
Stefan Korth
 

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Servus Stefan!
Das ist ein sehr interessantes Vorhaben! Ich hab mal nach der Kamera gegoogelt, die scheint ja auch recht hohe Frameraten zu ermöglichen. Ich hatte mich erst in der Typenbezeichnung verhauen und nach der ImageIR 9500 gesucht und hatte mich schon gewundert, wie du einen 4kg-Klotz an das Teleskop bekommen hast :LOL:Aber die 9100 ist ja nicht viel größer als eine "größere" Planetenkamera.
Eventuell kannst du ja mal kurz erläutern, wo gegenüber einer spektral gesehen "normalen" Planetenkamera der Vorteil in diesen Wellenlängen am Mond ist? Das SWIR gegenüber Wasserdampf in der Atmosphäre relativ immun ist, habe ich mir schon selbst ergoogelt. Ansonsten kenne ich die Anwendung von so tiefem IR nur von den Methanfiltern.
Ansonsten eine coole Sache, mal was neues. Ich bin auf weitere Ergebnisse gespannt!

Beste Grüße,
Micha
 
@Micha-C8 @Optikus
Danke für Eure Kommentare und das Interesse. Ich muss vorweg schicken, dass ich bei InfraTec arbeite und die Kamera so oder so daheim zum Testen hatte - eigentlich, um damit probehalber auf verschiedenen Metalloberflächen zu thermografieren. Aber das ist eine andere Geschichte...
Und was macht der Astrofotograf, wenn er so ein Teil schon einmal zuhause hat? An´s Fernrohr hänge natürlich - da war Neugier der erste Antrieb. Der Wellenlängenbereich wird schon länger genutzt, zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie oder auch gelegentlich in der Forensik. Neu an dieser Kamera ist der Sony-Sensor, der dafür sorgt, dass damit ausgestattete Kameras "nur" noch 15.000 - 25.000 Euro kosten. Mit japanischen oder israelischen Detektoren sind die Systeme deutlich teurer.
Und was kann man damit astrofotografisch anstellen. Methan ist ein gutes Stichwort, beim Mond haben viele Mineralien im nahen Infrarot sehr unterschiedliches Reflexionsverhalten (einfach einmal nach "spectral response of lunar minerals in swir" googeln). Ob diese Kamera so ohne weiteres auch Deep-Sky-tauglich ist, bleibt noch zu testen - Wasserdampf kann da sehr wohl stören, lässt sich aber auch wegfiltern. Ein anderes Problem sind Streulicht und Airglow, die beide SWIR-Aufnahmen sehr stören können (da gibt es interessante Studien am Fraunhofer-IOSB in Ettlingen).
"Leider" muss ich die Testkamera, die ich in der vergangenen Woche im Heimbüro hatte, nun diese Woche nach Dresden bringen, so dass ich noch keine weiteren Teleskop-Experimente machen kann. Aber mein Dobson scharrt schon mit den Hufen, der wird sie als nächstes an den Okularauszug bekommen...
Anderen Infrarotkameras aus unserem Hause habe ich natürlich auch schon auf den Nachthimmel gerichtet, mit gekühlten MWIR-Systemen (2 - 5.5 µm) kommt man zu interessanten Mondaufnahmen (vorausgesetzt, die Brennweite stimmt). Und mit LWIR-Kameras (7,5 - 14 µm) kann man dann echte Wärmestrahlung abbilden. In beiden Fällen braucht man aber die üblichen Thermografie-Optiken - bis auf wenige Ausnahmen sind die leider nicht sehr langbrennweitig. Um da richtig punkten zu können, nimmt man am besten Gold-bedampfte Cassegrain-Systeme (völlig linsenlos), da wird´s dann richtig teuer...

CS,
Stefan
 
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