TAK FC-100 DL oder APM Doublett SD 140 f/7

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Hallo,

auch wenn es vielleicht an Blasphemie grenzt, würde mich mal interessieren wie der neue Zweilinser vo TS 102 f7 mit der Kombination FLP53 und Lanthanglas im Vergleich mit den Taks abschneidet.

Viele Grüße
Jürgen
 
Ich bezweifle, ob man das bei nur einem Gerät pro Serie aufgrund der Serienstreuung überhaupt sinnvoll sagen könnte. Schon die Teleskope derselben Serie weichen oft signifikant ab im Strehl, da müsste man schon jeweils 5-6 Geräte mitteln, denke ich. Die Justage müsste vorher überdies geprüft und ggf. optimiert werden.

lg
Niki


Auf einer optischen Bank bei Höchstvergrößerung und im doppelten Durchgang fallen designbedingte Unterschiede bzgl. Farbkorrektur zwischen verschiedenen Konzepten schon recht deutlich auf. Ich glaube nicht, dass das durch Serienstreuung kompensierbar ist - es sei denn die Konzepte liegen generell sehr dicht bei einander. Der DZ soll ja gerade im blauen besser sein als andere D´s - wobei der DL Da sicher auch schon sehr gut ist - vielleicht sind die Unterschiede wirklich gering bis nicht sichtbar?!?

Auch sieht man dort sofort jegliche Reste von Koma und oder Astigmatismus was bei geringen Abweichungen an der Farbkorrektur aber wenig ändern dürfte.

Ob das für den Beobachter am Okular überhaupt relevant ist steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt aber wenn ich mir schon ein NEUES Gerät kaufe würde ich bei gegebenem Geldeinsatz natürlich das beste verfügbare nehmen :)
 
Hallo Christoph,

Sehr beeindruckend finde ich beim DZ vor allem die Strehlkurve, die von 460 bis 670nm über 90% liegt - vermutlich wäre es sinnvoller diese mit dem DL zu vergleichen allerdings ist mir dazu leider keine bekannt - gibt es die auch irgendwo vom DL?

zum DL ist mir leider auch keine Strehlkurve bekannt.
Man kann sich aber Näherungsweise behelfen.

@Marcus

Gibt es vielleicht die Möglichkeit, mit Hilfe der LSA Diagramme, die Strehl-Werte zu berechnen? Dann könnte man doch die beiden Teleskope doch gut vergleichen...

Na ja zumindest lässt sich in Näherung ein Anhaltspunkt für den Strehl aus so einem LSA Diagramm gewinnen.
Um die Wirkung des Farblängsfehlers bzw. des von diesem hervorgerufenen Defokus für die jeweilige Wellenlänge bestimmen zu können benötigen wir die Schnittweitendifferenz für die betreffende Wellenlänge.
Diese kann man zumindest näherungsweise aus so einem LSA Diagramm ablesen.
Dazu müssen wir den Abstand der jeweiligen Kurve von Grün in der 0,7 Zone bestimmen.
Also senkrecht hoch bis 0,7 und dann waagerecht den Abstand ermitteln.
Leider sind die LSA Diagramme hier mit +/-1mm in einem relativ groben Maßstab. Besser wäre zb. +/- 0,5mm gewesen dann könnte man natürlich deutlich genauer ablesen.
Insbesondere beim DZ wird’s schon recht schwierig so das wir hier doch eine deutliche Ungenauigkeit in den so ermittelten Schnittweitendifferenzen haben.

Aus diesen Schnittweitendifferenzen lässt sich dann der durch den Defokus hervorgerufene Wellenfrontfehler und damit auch der Strehl ermitteln.
Wer da keine große Rechnung machen will bedient sich der Bequemlichkeit halber eines Optikdesignprogramms und überlässt das Rechnen dem Programm.
Dazu ist eine ideale Optik mit den Eckdaten des fraglichen Refraktors zu erstellen und dann defokussiert man diese um die ermittelte Schnittweitendifferenz und ermittelt dann den Strehl für die fragliche Wellenlänge.

Ich hab das mal für g und C anhand der 2 LAS Diagramme gemacht.
Ich komme da so ungefähr auf folgende Schnittweitendifferenzen.

FC100 DL
g….0,1mm…………Strehl 0,65
C….0,09mm………..Strehl 0,86

FC100 DZ
g….0,1mm…………Strehl 0,49
C…0,06mm………...Strehl 0,9

Den sich daraus ergebenden Strehl für die jeweilige Wellenlänge habe ich dahinter geschrieben.
Zu beachten ist das hier der Gaußfehler unberücksichtigt bleibt, dieser dürfte aber bei den Eckdaten um die es hier geht noch weitestgehend vernachlässigbar sein.
Entgegen der Werbeaussage ist also der DL bei Violett besser und nicht der der DZ.
Bei Rot ist es anders rum.
Das erkennt man auch gut am LSA Diagramm wenn man sich auf die 0,7 Zone konzentriert.
Leider geht die Strehlkurve des DZ nur bis 450nm so das wir nicht den von mir für 436nm ermittelten Strehl anhand der Kurve überprüfen können.

Wie man anhand der von mir ermittelten Strehlwerte sieht nehmen sich beide nicht sehr viel.
Der eine ist bei Violett etwas besser und dafür bei Rot etwas schlechter und beim anderen ist es anders rum aber unterm Strich ist das Ergebnis doch recht ähnlich.

Übrigens nicht vom etwas kleiner wirkenden Spot des DZ täuschen lassen.
Zum einen fehlt hier die Relation zum Beugungsscheibchen und das ist bei F9 eben auch größer als bei F8 und was zählt ist eben auch wieder die Relation zueinander, zumindest Visuell.
Zum anderen kann man allein anhand der Größe des Streukreises noch keine verlässliche Aussage zum daraus resultierenden Wellenfrontfehler ableiten.
Es kommt eben auch auf die Verteilung des Lichts an und nicht nur auf die Größe des Streukreises.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sternfreunde,
darf ich einmal meine persönliche Geschichte zum TAK berichten.:)

Vorgeschichte:
Ich bin zum ITV 2019 gefahren um mir ein Teleskop zu suchen, mit dem ich möglichst gut Planeten beobachten kann. Die Mission hieß also: Suche auf dem ITV in 4 Nächten das Teleskop mit dem besten Jupiter. Das Seeing war an einem Abend auch überdurchschnittlich gut.
Eigentlich stand schon so gut wie fest, dass es ein hochwertiger Newton wird. Ich hatte mir einen ICS 12,5" f/5 Newton ausgesucht und wollte ihn auf dem ITV bestellen.
Der große hochwertige Newton ist ja, auch für Planeten, oft die richtige Entscheidung und Empfehlung.

Die Empfehlung lautet aber auch, immer selber durch zu schauen und beurteilen was man sieht.
Gesagt getan: Ich hatte mir also die ICS-Newton die aufgebaut waren (10"+12,5") angeschaut und durchgeschaut. Ich habe natürlich auch durch viele andere Teleskope geschaut. Unter anderen auch ein 10" Schiefspiegler. Die waren auch alle sehr gut. Der Jupiter sah jedoch so ähnlich aus wie ich es bereist seit 16 Jahren bei meinen 10" f/5,8 Newton kannte.

Und dann passierte es .......... ICS hat ja auch noch diesen Tak TOA-150B direkt neben den Newtons aufgebaut. " ... Aber, so dachte ich mir ....... der hat ja nur 6 Zoll und dann auch noch dieser hohe Preis ...... der kommt wohl kaum in Frage....."

Als ich dann aber durch diesen TAK TOA schaute sprang mir sofort ein Io Schatten in´s Auge!
Den hatte ich bei allen anderen Teleskopen doch glatt übersehen. Dann sofort noch mal zurück zu den anderen Newtons, wo ich den Io Schatten nun natürlich auch sah.

Dieser Io Schatten war jedoch im TAK TOA dermaßen gut und kontrastreich - wie ausgestanzt zu sehen - unglaublich schön im Vergleich zu den anderen Teleskopen!

Für mich brach gerade eine Welt zusammen. Wie kann dieses kleine Teleskop mit noch nicht einmal 6" so einen Kontrast erzeugen. Das Bild war unglaublich ästhetisch und ruhig und hat mich einfach umgehauen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das ist das "Jupiter Bild" was ich immer gesucht habe.

Was mache ich denn jetzt ...... erst mal ne Nacht drüber schlafen. Oh man was für ein Abend.:sleep:

Am nächsten Morgen habe ich das mit meiner Frau besprochen und sie hat mir grünes Licht gegeben. Ich habe den TAK TOA-150B als Vorführgerät mit ca. 20% Rabatt gekauft.

Die intra- und extrafokale Sternabbildung ist bei 0,5 AP identisch - auch keine Farbe zu sehen.
Die Fresnelringe (Ringe beim defokusieren) sind absolut Zentrisch und die Überprüfung mit einem Ronchigitter 10 L/mm + 2x Barlow zeigt perfekte gerade Linien und einen extrem hohen Kontrast zwischen den Linien!
Die performens des Teleskops sind auch in der Abkühlphase noch sehr gut.


@ Ralph ;) : Ich weiß das willst du nicht hören, aber du musst selber durchschauen. Und ich weiß auch das ist leichter gesagt als getan. Auf dem ITV habe ich mir den APM Doublett SD 140 f/7 auch angeschaut. Er zeigte keine Farbe. Sehr interessantes und gutes Teleskop, besonders Preis Leistung ist Top. Jupiter konnte ich leider auf Grund des unglücklichen Standortes damit auf dem ITV nicht beobachten. Das Gerät stand zu nah an der Hecke, so dass Jupiter nicht darüber kam. Sehr gerne hätte ich Jupiter damit beobachtet und berichtet.

Ich war also nun mit dem kauf des TOA ein mal unvernünftig , aber bin nun glücklich mit dem was ich sehe. Wer mehr Deep-Sky macht oder Standort bedingt oft gutes bis sehr gutes Seeing hat wird natürlich zu anderen Teleskopen greifen.

So weit meine ganz persönlicher Erfahrung in Sachen Planeten-Teleskop. :)

20190721_203023.jpg


CS
Arno

 
Dieser Io Schatten war jedoch im TAK TOA dermaßen gut und kontrastreich - wie ausgestanzt zu sehen - unglaublich schön im Vergleich zu den anderen Teleskopen!

:D Das glaube ich Dir sofort. Bei Planeten zeigt ein farbreiner Apo eigentlich alles, was es zu sehen gibt.

Ich kam Mal von der Kuffner Sternwarte mit ihrem 27 cm-Refraktor (3.400 mm Brennweite) nach Hause und hatte, da das ein alter, nicht farbreiner Zweilinser ist, den GRF im Großgerät absolut nicht gesehen. Zu Hause mit dem TSA-120 war er eine leuchtend orange Stecknadel auf einem Juppi wie aus dem Bilderbuch... Apo ist Apo. Wenn´s denn einer ist, und er es nicht nur am Tubus "APO" stehen hat.

Ein TOA-150 übertrifft selbstredend manch größeres Gerät, nur kostet er leider Liste fast 15.000 Euro. Mit 15 kg Masse auch nicht ein Grab-and-Go. ;)

Ein sehr schöner Bericht, der vielleicht wieder für manch Kontroverse (Newton gegen Linse) gut sein kann, aber ich gebe mittlerweile auch viel auf persönliche Erfahrung in der Praxis und nicht die ewig voneinander abgeschriebene Einheitsmeinung, das ein 10" Newton (und noch dazu immer preiswert und transportabel als Dobson) der Weisheit letzter Schluss für alle Menschen auf diesem Planeten sei. Das erinnert mich aber gerade selbst daran, dass ich meinen 11" Spiegel vom Carl endlich mal in einen Tubus stecken sollte. Und dann werde ich ihn gegen den 120er Tak testen - am Jupiter.

lg
Niki
 
Hallo Arno,

schöner Bericht - danke und Glückwunsch zum TOA! ein tolles Gerät und aus eigener Erfahrung der beste 6-Zoll Apo auf dem Markt - ohne wenn und aber. Einziger Nachteil ist das relativ hohe Gewicht aber wenn Du ihn ohne das Gegengewicht nutzt geht auch das noch mit knapp 19kg ;)

Um beim Planetengucken wirklich glücklich zu werden solltest Du aber unbedingt auch einen ADC an Bord haben - ab 250fach ist der bei der aktuellen Höhe von Jupiter und Saturn ein sehr großer Gewinn - gerade bei einem top Gerät, das wirklich alles aus den gegebenen Bedingungen rausholt. Meine Empfehlung ist der Gutekunst aber - setz dich besser hin bevor Du den googelst. Aus persönlicher Erfahrung kann ich Dir aber garantieren, dass Du es nicht bereuen wirst und jeder, der bisher durchgeschaut hat war der gleichen Meinung. Ich gehe sogar soweit zu sagen ein top-Apo ohne top-ADC ist Blödsinn weil man die Qualitätsvorteile der Optik in der Atmosphäre liegen lässt... Vermutlich bringen da auch die günstigen ADC-Vertreter schon einen großen Mehrwert - die kenne ich aber nicht.

Viele klare TOA-Nächte!
Christoph

Ps - wäre vermutlich sinnvoll das Thema TOA in einen extra thread zu verlagern...???
 
Ps - wäre vermutlich sinnvoll das Thema TOA in einen extra thread zu verlagern...???

Zumindest wenn wir jetzt auch noch über den ADC reden... :eek::D - ich kenne den Preis des Gutekunst. Ich muss direkt mal bei Gott nachfragen, was meine Augen ursprünglich neu gekostet haben - aber ich denke, die waren billiger, obgleich da Hard-und softwareseitig echte Hammerteile verbaut wurden... (y)

Wenn die gesamte Kette Objekt-Atmosphäre-Objektiv (TOA)-ADC-Okular-Auge-Hirn vom Feinsten ist, dann schmeisst einen das sicher um. Ich verwende derzeit einen ZWO ADC, der ist mühsam einzustellen wenn man fotografiert, weil das Ziel immer wieder aus dem Chip-Fenster abhaut. Visuell ist er weniger problematisch, aber der Gutekunst ist eindeutig intelligenter konstruiert und kommt mit nur einem Hebel aus.

lg
Niki
 
ja, hatte beide lange Zeit parallel und konnte vergleichen - beide sehr gut aber wo die Fresnelringe beim LZOS intra/extrafokal noch leicht farbig sind sind sie beim TOA rein weiß - im Fokus sieht man visuell freilich keinen Unterschied - trotzdem fand ich den TOA da absolut beeindruckend.

Man muss sich mal die aufwändige Linsenfassung des TOA, die perfekte und absolut professionelle Innenschwärzung und die Vergütung anschauen - alles einen Tick besser als bei LZOS.

Ok der OAZ - da sehe ich den FT des LZOS vorne - aber ist ja nix eigenes - außerdem mochte ich die Schiebetaukappe des TOA nicht (wie alle von Tak!) weil die mit Schrauben direkt auf den Tubus drückt.

Also beide top aber der TOA eben noch nen Tick topper :) ist aber auch ein Brummer - Mann oh Mann ;)

...und ja - konnte auch mit CFF, TEC, AP und AOM vergleichen... Fazit: die sind alle gut - wenn man nen guten erwischt ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christoph,

ja, die Dreilinser sind ja generell etwas schwerer und Kopflastiger. Der 150 TOA ist aber da nochmal extremer sodass man sogar besser noch ein Gewicht am Auszug braucht. Als ich mich vor einigen Jahren entscheiden musste war das der Hauptgrund gegen den TOA, da er für mich kaum noch transportabel erschien. Daher wurde es bei mir ein APM Lzos152/ 1200 der mit Rohschellen und 3" FT 12,7kg wiegt. (Damals waren die Preise aber auch noch wesentlich niedriger... ;-) )
Mein Lzos Triplett erscheint mir sehr farbrein, aber einen direkten Vergleich zum TOA hatte ich nie.

Viele Grüße Jürgen
 
...und ja - konnte auch mit CFF, TEC, AP und AOM vergleichen... Fazit: die sind alle gut - wenn man nen guten erwischt
Hallo Christoph,

ich kann das nicht so wie Du für alle Marken sagen, aber bei APM/Lzos muss man auch keinen guten "erwischen", sondern man bekommt immer einen guten mit individuellem Prüfzertifikat und garantierten 0,95 Definitionshelligkeit.

Viele Grüße
Jürgen
 
Hallo zusammen,

da hier das doch schon recht hat hohe Gewicht der großen Triplets angesprochen wurde.
Mit dem Agema bekommt man ein absolut ebenbürtiges Level an Farbkorrektur jetzt auch als Doublet.
Es wäre leichter und obendrein auch preisgünstiger als der TOA und das bei ebenbürtigem Level der Farbkorrektur.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

der Agema 150 bewegt sich preislich aber auch schon "fast" auf Tak Niveau und mit gut 13kg (lt. Homepage) ist er auch kein Leichtgewicht - die Fassung ist da wohl sehr massiv. Frage ist ob da schon Ringe und Schiene dabei sind? ansonsten kommt er auf gut 15kg und wäre dann sogar schwerer als die bekannten Dreilinser... - würde gerne mal durch einen durchgucken :)

@Jürgen - ja LZOS liefert ein Zertifikat mit Strehl im grünen (früher roten) - vermutlich eine schnelle Einzelmessung (also eine Richtung) - soo viel sagt die auch nicht über die Optik... aber man hat eben was in der Hand... - CFF liefert die übrigens ebenfalls.

Alle Apos der Top-Hersteller, die ich in den Fingern hatte oder habe waren/sind auch top - von daher gehe ich davon aus, dass hier generell eine sehr hohe Qualität geliefert wird.

Allerdings habe ich bis auf die AOM´s alle gebraucht erworben und evtl. Probleme wurden da wenn vorhanden schon von den Vorbesitzern adressiert. Von einem weiß ich z.B. das der Erstbesitzer den Apo 2x hat nacharbeiten lassen bis es gepasst hat... Kenne auch andere konkrete Fälle wo herstellerseitig nachgebessert werden musste.

Fehler passieren sicher überall mal und dann kommt es auf den Hersteller/Händler an wie schnell und gut so eine Reklamation bearbeitet wird. Da kann man sich als Kunde gut aufgehoben fühlen oder auch nicht... - bei manchen Händlern wird sowas dann ÄUSSERST anstrengend! - sei froh, dass bei Deinem LZOS alles passt ;)

Gruß
Christoph
 
Hallo Christoph,

jeder macht halt seine Erfahrungen... ;-)

Meine Erfahrungen sind:

Ja, der Strehl bei Lzos ist nur bei einer Wellenlänge vermessen, aber immerhin ist das mehr als bei Tak. Und APM garantiert 0,95 Definitionshelligkeit Minimum. Meiner ist übrigens von Kurt vermessen worden mit 0,97 Strehl über mehrere Wellenlängen. Ich selbst habe 3 Lzos Apps bessesen und in meinem Bekanntenkreis kursieren ca. 10 weitere. Das ist immerhin mehr als ein Dutzend ohne jegliche Beanstandung. Deshalb haben Lzos Apm Apos bei mir einen tadellosen Ruf im Laufe der letzten 15 Jahre erworben.
Takahashi hat bei mir ebenfalls einen guten Ruf, sie geben keine Garantie aber liefern immer hohe Qualität.
Transportschäden kann es aber bei beiden natürlich trotzdem geben.
TEC habe ich ebenfalls persönlich nur gutes gehört, aber nur bei einem selber durchgeschaut.

Alle anderen kenne ich nur sporadisch. Ich selbst habe noch einen 80mm Triplett Flp53 aus China, der ist Top und kann es optisch mit jeder Edelmarke aufnehmen. Die Chinesen holen auf, aber ich würde sie immer nur nach ausgiebigem Test kaufen und ab einer bestimmten Preisklasse am besten professionell optimieren/testen lassen.
Wenn ich heute einen Apo kaufen würde, dann entweder eine Edelmarke gebraucht, selbst die Taks bekommt man für fast den halben Preis gebraucht, oder einen chinesischen Apo mit Rückgaberecht den ich selber prüfen und optimieren lasse.

Um auf das eigentliche Thema zu kommen, die Taks sind meiner Meinung nach bei der UVP total überteuert, selbst Rohrschellen und Adapter müssen bei Tak wohl aus Goldstaub gefertigt sein. Der Gebrauchtmarkt zeigt das der Markt das auch so sieht. Einen Tak würde ich immer nur gebraucht kaufen.

Viele Grüße
Jürgen
 
Hallo Christoph,

der Agema 150 bewegt sich preislich aber auch schon "fast" auf Tak Niveau und mit gut 13kg (lt. Homepage) ist er auch kein Leichtgewicht - die Fassung ist da wohl sehr massiv. Frage ist ob da schon Ringe und Schiene dabei sind? ansonsten kommt er auf gut 15kg und wäre dann sogar schwerer als die bekannten Dreilinser... - würde gerne mal durch einen durchgucken

na ja mit 12,8kg ist er 150mm in der Tat auch kein Leichtgewicht aber immerhin doch leichter als der TOA der mit 15kg zu Buche schlägt.
Wenn du mal durchschauen möchtest sollte sich bei einem Teleskoptreffen die Möglichkeit ergeben.
Astroshop hat ja nun zumindest den 130 und 150mm auf Lager und soweit ich weiß kommt zumindest der 130mm mit zu Messen und Teleskoptreffen.
Beim ITV in diesem Jahr war der 130mm meines Wissens mit dabei.
Vielleicht meldet sich ja hier mal jemand der bei der Gelegenheit durchgeschaut hat.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

mit 15kg kommst Du beim TOA 150 eher nicht hin. Ich meine in Erinnerung zu haben das der mit Rohrschellen usw. bei über 18kg landet.

Viele Grüße
Jürgen
 
beim Tak reichen 15kg nicht... der wiegt gut 19 mit Schellen, Schiene, Staubkappe und der Verbindungsplatte. Das Gegengewicht so man es denn nutzen will hat dann nochmal 4,7kg :)

CFF, TEC und AP sind da wesentlich leichter...
 
Der TOA 150 braucht eine Montierundgsklasse über den leichteren 150igern und Birkemaiwe sagte mir damals der TOA150 ist ein Instrumnent für eine feste Aufstellung in einer Sternwarte.


Noch als Tip für den threatsteller: bei Ebay ist ein FS 102 im Angebot, der einen sehr gepflegten Eindruck macht...
 
Der TAK-TOA 150 ist in meinen Augen zuerst ein Instrument für die Fotografie welches sich natürlich auch prima visuell nutzen lässt.
Alternativ gibt es auch den Skywatcher 150 APO für 1/3 des Preises eines TOA.
Die schaffen mit etwas Glück auch Strehl 0.90-0.95.
Und wenn nicht, mit Prüfung und Optimierung immer noch deutlich günstiger als der TOA.

CS
 
Nun ja wenn man was "günstiges" sucht ist Takahashi wohl generell das Falsche oder?

Wenn man einen TOA nicht gerade zum Durchschauen nutzt kann man ihn auch einfach ins Wohnzimmer stellen, sich jeden Tag dran freuen und ab und zu mal drüber streicheln :D

Das machen bestimmt die wenigsten bei nem Skywatcher oder LZOS - die sind funktional - ja aber ein TOA ist darüber hinaus auch ästhetisch und hat ne tolle Haptik :)


...so Andreas - und jetzt möchte ich meinen bitte wieder haben! ;)

5.jpg
 
Hallo Christoph,



zum DL ist mir leider auch keine Strehlkurve bekannt.
Man kann sich aber Näherungsweise behelfen.

@Marcus



Na ja zumindest lässt sich in Näherung ein Anhaltspunkt für den Strehl aus so einem LSA Diagramm gewinnen.
Um die Wirkung des Farblängsfehlers bzw. des von diesem hervorgerufenen Defokus für die jeweilige Wellenlänge bestimmen zu können benötigen wir die Schnittweitendifferenz für die betreffende Wellenlänge.
Diese kann man zumindest näherungsweise aus so einem LSA Diagramm ablesen.
Dazu müssen wir den Abstand der jeweiligen Kurve von Grün in der 0,7 Zone bestimmen.
Also senkrecht hoch bis 0,7 und dann waagerecht den Abstand ermitteln.
Leider sind die LSA Diagramme hier mit +/-1mm in einem relativ groben Maßstab. Besser wäre zb. +/- 0,5mm gewesen dann könnte man natürlich deutlich genauer ablesen.
Insbesondere beim DZ wird’s schon recht schwierig so das wir hier doch eine deutliche Ungenauigkeit in den so ermittelten Schnittweitendifferenzen haben.

Aus diesen Schnittweitendifferenzen lässt sich dann der durch den Defokus hervorgerufene Wellenfrontfehler und damit auch der Strehl ermitteln.
Wer da keine große Rechnung machen will bedient sich der Bequemlichkeit halber eines Optikdesignprogramms und überlässt das Rechnen dem Programm.
Dazu ist eine ideale Optik mit den Eckdaten des fraglichen Refraktors zu erstellen und dann defokussiert man diese um die ermittelte Schnittweitendifferenz und ermittelt dann den Strehl für die fragliche Wellenlänge.

Ich hab das mal für g und C anhand der 2 LAS Diagramme gemacht.
Ich komme da so ungefähr auf folgende Schnittweitendifferenzen.

FC100 DL
g….0,1mm…………Strehl 0,65
C….0,09mm………..Strehl 0,86

FC100 DZ
g….0,1mm…………Strehl 0,49
C…0,06mm………...Strehl 0,9

Den sich daraus ergebenden Strehl für die jeweilige Wellenlänge habe ich dahinter geschrieben.
Zu beachten ist das hier der Gaußfehler unberücksichtigt bleibt, dieser dürfte aber bei den Eckdaten um die es hier geht noch weitestgehend vernachlässigbar sein.
Entgegen der Werbeaussage ist also der DL bei Violett besser und nicht der der DZ.
Bei Rot ist es anders rum.
Das erkennt man auch gut am LSA Diagramm wenn man sich auf die 0,7 Zone konzentriert.
Leider geht die Strehlkurve des DZ nur bis 450nm so das wir nicht den von mir für 436nm ermittelten Strehl anhand der Kurve überprüfen können.

Wie man anhand der von mir ermittelten Strehlwerte sieht nehmen sich beide nicht sehr viel.
Der eine ist bei Violett etwas besser und dafür bei Rot etwas schlechter und beim anderen ist es anders rum aber unterm Strich ist das Ergebnis doch recht ähnlich.

Übrigens nicht vom etwas kleiner wirkenden Spot des DZ täuschen lassen.
Zum einen fehlt hier die Relation zum Beugungsscheibchen und das ist bei F9 eben auch größer als bei F8 und was zählt ist eben auch wieder die Relation zueinander, zumindest Visuell.
Zum anderen kann man allein anhand der Größe des Streukreises noch keine verlässliche Aussage zum daraus resultierenden Wellenfrontfehler ableiten.
Es kommt eben auch auf die Verteilung des Lichts an und nicht nur auf die Größe des Streukreises.

Grüße Gerd

Hallo Gerd,
can you calculate the Strehl of the DL - DZ in the (e) line?
I enclose photo with better resolution of the DZ.
 

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Hallo Angelo,

can you calculate the Strehl of the DL - DZ in the (e) line?
I enclose photo with better resolution of the DZ.

der Strehl den ich für g und C angegeben habe beruht ausschließlich auf der Wirkung des Farblängsfehlers bei festem Fokus auf die e Linie.
Der Fokus liegt also auf e und daher gibt es hier keinen Defokus der den Strehl mindern kann.

Man könnte anstatt fest auf e auch einen polychromatischen Fokus wählen.
Da sowohl Rot als auch Blau weiter als e fallen würde man in dem Fall dann ganz leicht hinter e fokussieren und damit bei e einen geringfügigen Defokus in kauf nehmen damit Rot und Blau näher am Fokus liegen.
So würde man auch in der Praxis fokussieren wenn man den Punkt der besten Abbildung einstellt.
In dem Fall hätten wir dann also bei e einen geringfügigen Defokus der bei dem Level der Farbkorrektur der beiden APOs den Strehl aber nur geringfügig drücken würde.
Möglicherweise liegt für die beiden gezeigten LSA Diagramme ein polychromatischer Fokus vor.
Ob das der Fall ist und wenn ja wieweit e dann aus dem Fokus wäre lässt sich aber aufgrund des groben Maßstabes leider nicht sagen.

Was zählt ist letztlich das was unter dem Strich herauskommt und dass lässt sich am besten über den Poylystrehl ausdrücken.
Der Polystrehl ist das nach Sensorempfindlichkeit gewichtete Mittel, visuell wird photopisch gewichtet.
Anhand der für den DZ gezeigten Strehlkurve lässt sich der Polystrehl auf etwa 0,97 bis 0,98 schätzen.
Beim DL dürfte es ähnlich sein.
Damit sind sowohl der FC100 DL als auch der FC100DZ schon deutlich besser als der FS102 für den TAK einen Polystrehl von 0,94 angibt.
An den TSA 102 der auf Polystrehl 0,993 kommt reichen sie aber nicht ganz heran.

http://www.takahashi-europe.com/images/products/tsa102/700/TSA-102_PSF_700.png

Grüße Gerd
 
@Ralph alias chlopak - bevor wir hier weiter über irgendwelche Apos philosophieren... hast Du Dich schon entschieden? ;)

Hallo Christoph,

eine Entscheidung habe ich schon getroffen: ein TOA 150 wird es nicht ;).

Alles weitere wird sich entscheiden, wenn ich die Gelegenheit hatte, mal einen FC-100 unter freiem Himmel auszuprobieren.

Wer von den TAK FC-100-Besitzern wohnt denn im Raum Mannheim-Frankfurt und würde mich mal bei sich durchgucken lassen? Ein größeres Teleskoptreffen zu besuchen schaffe ich voraussichtlich dieses Jahr nicht mehr, außer in Meckesheim, aber da gehe ich davon aus, dass kein Tak dabei sein wird.

Gruß
Ralph
 
Thanks Gerd, I really appreciate your explanations, always exhaustive.
I'm a visualist, I think it's the green line that should have a high strehl value, where the human eye is more sensitive,
correct me if I'm wrong.
Ciao
Angelo ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gerd,

lässt sich anhand der Diagramme auch eine Aussage treffen inwieweit ein Zenitprisma die Korrektur verbessert oder verschlechtert? Zumindest beim DL fällt mir beim Wechsel zum Prisma keine Veränderung der Farbkorretur auf. Ist das beim DZ auch so zu erwarten? Wie ist Deine Einschätzung hierzu?

Viele Grüße,
Marcus
 
Hallo Marcus,

lässt sich anhand der Diagramme auch eine Aussage treffen inwieweit ein Zenitprisma die Korrektur verbessert oder verschlechtert?

ja das kann man im LSA Diagrammerkennen.
Entscheidend ist die Lage der Schnittweiten der einzelnen Farben zueinander und die sieht man in der 0,7 Zone.
Ein Glasweg verlängert die Schnittweite für Blau/Violett und verkürzt die für Rot.
Bei beiden Apos fällt Violett zwar am weitesten aber Violett sieht man kaum noch, viel wichtiger ist hier Blau (F) und das fällt bei Beiden ungefähr mit Grün in einen gemeinsamen Fokus.
Das ist zwar rein Visuell nicht ganz optimal aber durchaus ok.
Würde F deutlich kürzer als e fallen würde ein Glasweg eine Verbesserung bringen.
Würde F soweit wie C fallen würde ein Glasweg eine Verschlechterung bringen.
Im vorliegenden Fall verändert ein Gasweg natürlich auch die Lage der Schnittweiten zueinander aber wir liegen sowohl mit als auch ohne Glasweg in einem Bereich der noch nah genug am Optimum liegt.

Außerdem haben wir hier ja mit F8 und erst recht mit F9 eine relativ große wellenoptische Schärfentiefe, da hat dann zumindest ein moderrater Glasweg so oder so nur noch geringen Einfluss.

In der Praxis kommt es aber immer wieder mal vor das sich ein Testexemplar bezüglich der Lage der einzelnen Schnittweiten zueinander vom Design unterscheidet.
Komischerweise ist es dann fast immer so das Blau kürzer fällt als im Design vorgesehen und Rot dafür dann weiter.
In dem Fall kann ein Glasweg der ja Blau verlängert und Rot verkürzt die Schnittweiten in ihrer Lage zueinander wieder so schieben wie es ursprünglich im Design einmal vorgesehen war.

Grüße Gerd
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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