Takahashi FOA-60 - Erfahrungen?

STrevirensis

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Hallo zusammen,

ich beschäftige mich bereits eine ganze Weile mit dem Takahashi FOA-60 und denke über die Anschaffung nach (in der Basisversion erstmal ohne Q-Extender). Die (deutsch- und englischsprachigen) Erfahrungsberichte die im Internet zu finden sind sind mir inzwischen alle bekannt, aber es gibt relativ wenige Berichte von deutschsprachigen Besitzern - ich glaube jedenfalls nicht, dass ich da etwas bisher noch nicht gefunden habe.
Ein wichtiger Punkt erscheint mir bei diesem Teleskop zu sein, dass es aufgrund des Objektivaufbaus wohl Justierbedarf geben könnte - vielleicht nicht so sehr wie beim Sky 90 damals, aber dennoch...
Im Cloudy Nights Forum wurde zuletzt darüber diskutiert, dass die neueren ausgelieferten Modelle (seit etwa 2024) jedoch keine Schrauben zur Justierung des Objektivs mehr besitzen, was größtenteils negativ bewertet wird.

Meine Fragen ans Forum sind daher:
  • Gibt es Besitzer des FOA-60, die eigene Erfahrungen mit dem Refraktor haben und darüber berichten können?
  • Erreicht man mit 1" und 2" Zubehör den Fokus (was ja bei den kurzen OAZ des FS-60cb und des FC-76DCU etwas schwieriger sein kann)?
  • Wie bewertet Ihr die Änderung, dass neuere Modelle anscheinend nicht mehr justiert werden können und im Zweifel wohl nach Japan gesendet werden müssten? Ist das vielleicht sogar ein gutes Zeichen, dass Takahashi die werkseitige Justage inzwischen für stabil genug hält?
Eure Meinungen dazu würden mich sehr interessieren!

Viele Grüße
Stephan
 
Hallo zusammen,

ich habe natürlich auch auf anderem Wege versucht Antworten auf meine Fragen und weitere Infos zu dem Thema zu erhalten. Von Optique-Unterlinden als Europa-Importeur habe ich bisher keine Antwort erhalten. Aber mit Intercon-Spacetec konnte ich mich heute über die Frage nach den Justage-Schrauben telefonisch austauschen und möchte (und darf) das Telefonat auch hier kurz zusammenfassen:

...
Ja, es ist so dass die Schrauben bei den neueren Modellen nicht mehr vorhanden sind. Der Händler ist darüber jedoch eher glücklich, da sie nach eigener Aussage in der Vergangenheit größere Probleme mit durch den Nutzer selbst verstellten Objektiven hatten – die es dann über Optique-Unterlinden zu beseitigen galt – als mit werkseitig dejustierten Teleskopen. Takahashi hätte den Prozess den großen Luftspalt sehr genau zu berechnen inzwischen sehr gut im Griff. Die Objektive würden nach Erhalt über den Importeur vor Versand an den Kunden nochmals kontrolliert, und bei diesen Teleskopen gab es bisher keine Probleme, der FOA-60 kommt in der Regel mit perfekter Justage an. Es sei (generell) so, dass Takahashi die Justage der Optiken vor Versand sehr gut ausführen würde, eine Dejustage dann wenn überhaupt auf dem Seeweg passiert, wo sie über Wochen herumschaukeln, nicht aber auf den letzten Metern zum Kunden.

(btw: er meinte auch beim Sky-90, der etwas anders gelagerte Justageprobleme hatte, wären die späteren Modelle deutlich besser/ stabiler justiert gewesen als zu Beginn).

Im Gegensatz zu Takahashi Amerika hat nach Aussage des Händlers Takahashi Europe in Frankreich jedoch die notwendigen Justage-tools, um im Fall einer Dejustage diese selbst zu beheben, so dass kein Rückversand nach Japan erfolgen muss.

Der FOA-60 sei nach Aussage des Händlers ein hervorragendes Teleskop bei dem er selbst noch keine Dejustage erlebt hat (außer durch Besitzer die wie oben beschrieben).

Zudem hatte ich mich noch über die Verfügbarkeit und die Zukunft der „Q“ Version informiert, weil mir aufgefallen war, dass dieses Modell anscheindend überall europaweit nicht mehr lieferbar ist, die EInzelkomponenten aber schon. Tatsächlich würde der FOA-60Q in dieser Form nicht mehr von Takahashi produziert, aber es gibt noch die Möglichkeit den FOA-60 und den Extender – solange sie noch in Beständen vorhanden sind – einzeln zu erwerben. Ob das Sinn macht, den FOA-60 als f/15 Version zu benutzen, muss man natürlich für sich selbst beurteilen.
...

Bitte berücksichtigt, dass ich hier den Inhalt meines Gesprächs mit dem Händler zwar wiedergebe, aber selbst natürlich keinerlei Garantie für das Gesagte übernehmen kann. Ich hoffe aber ich konnte damit ein wenig zur allgemeinen Information beitragen, vielleicht interessiert es ja noch andere hier.

Stephan
 
Zudem hatte ich mich noch über die Verfügbarkeit und die Zukunft der „Q“ Version informiert, weil mir aufgefallen war, dass dieses Modell anscheindend überall europaweit nicht mehr lieferbar ist, die EInzelkomponenten aber schon. Tatsächlich würde der FOA-60Q in dieser Form nicht mehr von Takahashi produziert, aber es gibt noch die Möglichkeit den FOA-60 und den Extender – solange sie noch in Beständen vorhanden sind – einzeln zu erwerben. Ob das Sinn macht, den FOA-60 als f/15 Version zu benutzen, muss man natürlich für sich selbst beurteilen.
Hallo Stephan,

erstmal Danke für die Infos.

Ich finde es etwas merkwürdig das Takahashi in Zukunft die FOA nicht mehr mit Q-Modul anbietet, gerade mit diesem Zubehör macht es doch gerade den FOA zu einem praktisch perfekten APO?!
Hast Du Infos von ICS warum Takahashi das Q-Modul nicht mehr anbietet?

Leider kann ich Dir bei Deinen Fragen auch nicht weiterhelfen da ich "nur" den FS 60Q verwende, habe aber in Vergangenheit auch schon über den FOA-Q nachgedacht.
Mein "Wissen" stammt also auch nur von Erfahrungsberichten, habe davon den Eindruck gewonnen das der FOA ohne Q etwa genauso gut performen soll wie der FS mit Q, wobei die Bildfeldwölbung beim FOA noch als etwas ausgeprägter beschrieben wurde.

Diese gehäuften Berichte von dejustierten FOA's haben mich aber auch davon abgehalten hier umzurüsten, zudem würde ein signifikanter, optischer Unterschied nur zum FOA-Q bestehen und hier eben im Hochvergrößerungsbereich jenseits von 100x.

Diese ganzen Berichte vornehmlich auf CN. muss man sowieso etwas mit Vorsicht genießen, die Bandbreite geht von "sehe keine optischen Unterschiede" bis hin zu "Welten an optischen Unterschieden", den seriösen Mittelweg hat ein m.E. kompetenter Kollege geliefert der den FS 60Q mit dem FOA 60Q über längere Zeit und an verschiedenen Objekten getestet hat.
Zusammenfassend kann man sagen, das der FOA-Q bei Hochvergrößerungen einen Tick mehr Schärfe und Kontrast zeigt, die Unterschiede springen aber nicht sofort ist Auge und sind eher subtil.
Soweit ich erinnere hat er zwischen den FOA ohne Q und dem FS mit Q keine wirklichen Unterschiede ausmachen können.

Somit scheint das Q-Modul bei FOA nochmal den Unterschied zu machen.

Ich bin dann für mich zu dem Schluss gelangt das ich mein FS 60 Q behalte schon um mir eventuelle Dejustageprobleme vom Hals zu halten.

Diese Überlegungen sind natürlich auch aufgrund der Tatsache entstanden das ich den FS 60 Q jetzt schon hatte, wäre das nicht der Fall gewesen hätte ich mich vielleicht für den FOA entschieden, dann aber nur mit Q-Modul.

Schwierig, vielleicht äußert sich ja wirklich noch jemand der den FOA-Q in Gebrauch hat, im günstigsten Fall im direkten Vergleich zum FS-Q.

Andreas
 
Hallo Andreas,

in Bezug auf das Q-Modul habe ich momentan keine weiteren Infos, aber ich werde gerne nochmal nachfragen wenn ich nochmal mit Herrn Thurner oder mit Optique-Unterlinden sprechen kann. Mir war schlicht aufgefallen, dass der „FOA-60Q“ europaweit ausgelistet zu sein scheint, und ich hatte irgendwo gelesen, dass auch der „FS-60Q“ wohl seit einiger Zeit ohne die rote Plakette ausgeliefert würde. Ich hatte das eigentlich nur als irgendeine Form der Modellpflege abgetan, da die Extender ja noch weiterhin als verfügbar angezeigt werden und man die Q-Version zumindest bisher noch selbst zusammenstellen kann.

In Bezug auf die unterschiedlichen Aussagen bei Cloudy Nights gebe ich Dir recht, genau aus diesem Grund hatte ich gehofft es gäbe vielleicht hier einige berichtenswerte Erfahrungen. Man muss dort schon sehr genau einordnen was berichtet wird und wieviel Erfahrung die Nutzer mit so einer kleinen Öffnung eigentlich mitbringen – wenn man manche Berichte liest kann man leicht vergessen, dass das alles im Kontext einer 60mm Linse einzuordnen ist.

Ich hatte mal den FC-76DCU und den FS-60Q gleichzeitig und konnte sie nebeneinander testen. Den FC-76DCU habe ich behalten, die beiden Teleskope sind größen- und gewichtstechnisch so nahe beieinander und der 76er dann doch so viel Leistungsstärker, dass ich den FOA-60 für mich persönlich als die bessere Ergänzung sehen würde. Zumal die Option mit dem Q-Modul auf f/15 zu kommen natürlich das Sahnehäubchen ist. Und mein Bauchgefühl sagt mir, dass der FC-60cb noch lange verfügbar sein wird (und sei es auf dem Gebrauchtmarkt), beim FOA-60 habe ich irgendwie Zweifel, es ist schon eine sehr spezielle und teure Optik – ob sich das für Takahashi dauerhaft lohnt?

Viele Grüße
Stephan
 
Und mein Bauchgefühl sagt mir, dass der FC-60cb noch lange verfügbar sein wird (und sei es auf dem Gebrauchtmarkt), beim FOA-60 habe ich irgendwie Zweifel, es ist schon eine sehr spezielle und teure Optik – ob sich das für Takahashi dauerhaft lohnt?
Moin Stephan,

tja der FOA (Q) ist schon ein Puristenteleskop, eben für Leute die eine praktisch perfekte optische Leistung haben möchten.
Ich glaube auch nicht das Takahashi damit viel Umsatz macht, bei aller Perfektion muss man halt auch berücksichtigen das es eben "nur" 60mm. Öffnung hat und man rein an Quantität mit einem herkömmlichen China ED in 3 Zoll besser bedient ist.

Der FOA-Q kostet rund 2000,- Euro, rein rational bekommt man dafür schon einen guten 10-12 Zoll Newton, die meisten Leute würden sich wohl im Zweifel immer für das größere Teleskop entscheiden was ja rational auch vernünftig ist.
Der FAO-Q ist und bleibt wohl ein absolutes Nischenprodukt.

Wenn der FOA demnächst nur noch ohne Q-Modul angeboten wird nimmt ihm das vielleicht auch den Status der Perfektion und optisch dürfte er zu nahe am FS 60Q liegen was die Verkaufszahlen noch mal schmälern könnte, zumal man dann mit dem FS noch die Möglichkeit das Modul zu entfernen um es als ultimatives Weitfeldteleskop zu nutzen.

Meine Vermutung ist auch das der FOA mittelfristig nicht mehr hergestellt wird.

Andreas
 
Ich habe mir den FOA-60 von Intercon Spacetec bestellen lassen, um ihn in Augsburg persönlich in Augenschein zu nehmen. Falls jemand mit angucken will, kann er sich gerne melden :-)

Der FOA-Q kostet rund 2000,- Euro, rein rational bekommt man dafür schon einen guten 10-12 Zoll Newton, die meisten Leute würden sich wohl im Zweifel immer für das größere Teleskop entscheiden was ja rational auch vernünftig ist.
Der FAO-Q ist und bleibt wohl ein absolutes Nischenprodukt.

Eines bitte ich zu bedenken: Ein 10 Zoll Newton ist extrem abhängig von gutem Seeing, während ein 60 mm Refraktor auch bei schwachem Seeing Spaß machen kann. Aber ja, natürlich gibt es kleine Apos, die halb so viel kosten und fast die gleiche Leistung bringen, man muss schon etwas irrationale Faszination für kleine Refraktoren mitbringen, um sich für den FOA-60 zu interessieren.

Ich würde den FOA-60 erstmal ohne "Q" nehmen, da ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass ein 60 mm Fluorit Apo mit f/8.8 signifikant besser wird, wenn man die Brennweite noch weiter verlängert. Ich kann mich aber auch irren ;-)
 
tja der FOA (Q) ist schon ein Puristenteleskop, eben für Leute die eine praktisch perfekte optische Leistung haben möchten.I
Da habe ich andere Erfahrungen gemacht.
Beim Sterntest nach Suiter zeigte der FOA 60 Q eine unzureichende sphärochromatische Korrektur.
Bei hoher Vergrößerung zeigte sich ein viel zu starker und störender Beugungsring z. B. bei Epsilon Bootis und anderen helleren Sternen.
Ganz anders und viel besser z. B. beim günstigen Explore Scientific ED Triplet Apo 102 mm f/7 FCD-1, noch etwas besser im Vixen FL 102 f/9 und am besten im HCQ 115/1000.
Ich glaube nicht, dass das getestete FOA 60 Q-Exemplar eine Gurke war...
 
Ich glaube nicht, dass das getestete FOA 60 Q-Exemplar eine Gurke war...
Ich denke dennoch das man anhand von einem Exemplar keine Allgemeingültigkeit ableiten kann.

Außerdem, Takahashi bezeichnet den FOA-Q selber als das optisch beste Teleskop das sie jemals hergestellt haben, ob es stimmt, keine Ahnung.
Man sollte auch annehmen das anderen, erfahrenen Benutzern diese "Schwächen" aufgefallen wären, auch hier gibt es keine signifikante Berichte.

Andreas
 
Hallo Stephan,
Ich besitze den FOA-60Q nicht, sondern "nur" einen TAK FC-76dcu. Für mich ist aber die Seite Scopeviews immer eine gute Quelle für ausführliche Testberichte, die ich auch oft so nachvollziehen konnte.
Hier wurde auch der Tak FOA 60Q getestet. Vielleicht kennst Du den ja auch schon:

Tak FOA-60Q

Viele Grüße
Jürgen
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jürgen,

Danke, aber die Seiten von Roger Vine kenne ich natürlich, es ist ja eine der Quellen die man recht schnell findet wenn man nach Erfahrungsberichten zum FOA-60 sucht. Wenn man dann etwas tiefer gräbt landet man irgendwann eben bei den Berichten im Cloudy Nights Forum, wo es z.T. unterschiedliche Erfahrungen zu geben scheint. Daher bin ich ja auch für jeden Austausch hier mit Euch dankbar. Insbesondere würde mich nach der Anmerkung von @Steinheil interessieren was mit dem spezisifischen Modell los war.

Stephan
 
Hi,

ich habe mal meinen FS60 und und einen FOA vergleichen können. Meine FC100DF und FS60 nutze ich parallel. In der Öffnungsklasse hatte ich noch einen TS72 ED und einen William Optics ZS66 und habe noch einen Telementor. Als Referenz sehe ich meinen AOM FLT105.

Hinsichtlich visuellem Farbfehler empfand ich den TS ED 72f6 das Schlusslicht, der Telementor hat für mich sogar weniger Farbfehler. Der FS60 zeigt weniger, aber noch deutlich Farbe, so dass diese Optiken m.E. bis ca. 80x noch gut nutzbar sind. Der ZS66 ist besser farbkorregiert und etwa auf dem Niveau des FC100DF, ich sehe hier noch Farbe aber AP 0,5 ist gut nutzbar. Am FOA habe ich keine auffällige Farbe gesehen. Der Farbfehler der anderen macht sich insbesondere am Mondrand, an Sonnenflecken im Weislicht und an der Farbwiedergabe der Planeten bemerkbar. Außerdem sind die Optiken auf unterschiedliche Wellenlängen optimiert. So zeigt z.B. der FS60 am Jupiter rötliche Bänder und einen violet bis rosafarbenen Saum am Rand, beim FC100DF haben die Bänder ehr einen Braunton, der Farbsaum ist geringer und ehr gelblich. Die Unterschiede zeigen sich auch bei Vollapos noch. So zeigt der FOA keinen Farbsaum, die Bänder am Jupiter gehen aber ehr in Braun als ins Rote. LZOS 5"f6 und etwas geringer 6"f8 verhalten sich ähnlich. Das Bild ist wärmer als z.B. beim AOM. Hier sind die Farben deutlich abgestufter und vielfältiger, es gibt keine künstliche Verstärkung bzw. Verdrängung.
Das mit der Sphärenchromasie kann ich nicht ganz nachvollziehen, diese sollte doch hauptsächlich vom Öffnungsverhältnis abhängig sein, insofern das Design ordentlich umgesetzt wurde und keine handwerklichen Probleme vorliegen. Ab ~f6 sollte das eigentlich nicht das Problem sein. Vielleicht hat der Abstand der Linsen warum auch immer bei dem getesteten Exemplar nicht ganz gepasst.

Hinsichtlich Schärfe und Schärfentiefe helfen langsame Öffnungsverhältnisse und "Reserven" bei der Farbkorrektur ungemein. Ist das Seeing deutlich schlechter als das Auflösungsvermögen der Optik, ist es schwerer den Punkt der optimalen Schärfe zu finden, das Bild ist unruhig und verschwimmt. Nicht zu verwechseln weil in der Wirkung ähnlich wie Tubusseeing. Ist eine Optik nur im Fokus einigermaßen farbrein und nur auf eine spezifische Wellenlänge optimiert, "engbandig" würde man bei Filtern sagen, erzeugt das Seeing nicht nur Matsch, sondern auch noch bunten Matsch.
In dieser Hinsicht sind der TS ED und der FS60 folgerichtig die Schlusslichter und m.E. ehr keine Planetengeräte. Der Telementor schlägt sich im o.g. eingeschränkten Vergrößerungsbereich deutlich besser. FC100 und ZS66 sind ähnlich farbrein, der FC100 hat aber den Vorteil der besseren Schärfentiefe. Der FOA ist hier unempfindlich, das Bild ist klar und ruhig, die Farbverschiebung auch außerhalb des Fokus ist gering aber doch sichtbar. Gut möglich, dass der Extender das noch verbessert. Man muss natürlich fairerweise sagen, dass bei so kleinen Öffnungen diese Fehler weniger ins Gewicht fallen, als bei größeren Optiken. Mein 20Zoll f3 Dobson produziert das ganze Jahr Specles und der Fokus schwimmt immer mit dem Seeing.

Mechanisch hat Takahashi einen polarisierenden Stil: Traditionell hochwertige Fertigung, ein ebenso traditionelles Konzept für die Auszüge und Design. Ich habe hier schon oft geschrieben, dass ich kein Fan der Tak Auszüge bin.
Ich habe selbst keinen FOA, den FS60 nutze ich nur für Widefieldfotos bzw. als Leitrohr und den Telementor sehe ich als funktionale Wohnzimmerdeko.
Bei meinen Afrika- und Asienaufenthalten hatte ich ein APM 85mm Spektiv, ein 100/90 ED Bino oder den FC100DF mit, 60mm reichen mir da ehr nicht. Der FS60 hat den Vorteil größter Modularität. Würde ich mich auf Flugreisen auf 60mm beschränken müssen, würde ich den FS60Q mit einem 2 Zoll Feathertouch als beste Option sehen. Gegenüber dem FOA ist das bei ähnlichem Preis vielseitiger.

cs Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
Was Alex schreibt bzgl. Seeing trifft in gewisser Weise auch auf die Okularwahl zu. Das FOA 60Q ist mit seinen F/15 gutmütig, lässt eine andere Okularwahl zu. Besonders die Nutzer klassischer Orthos wissen das zu schätzen. Ich konnte in meinen beschränkten Vergleichen eines FOA 60Q gegen ein FS 60 nur zum Feldrand hin einen reproduzierbaren Gewinn des FOA sehen. Das wäre für mich nicht der Punkt - sondern die anderen Möglichkeiten in der Okularwahl.

Hier wird folgerichtig im Teleskop-Brett vom Teleskop her argumentiert. Man kann das Spiel aber auch anders herum aufziehen: Wenn man in "eyepiece mode" unterwegs ist - somit das Okular konstant hält und lieber das Teleskop als das Okular wechselt - macht es durchaus Sinn, sowohl ein FOA 60Q als auch ein FS 60 im Fuhrpark zu haben sofern 60mm Öffnung reichen und die Finanzen das erlauben. Für mich war weder das eine noch das andere gegeben und beide Teleskope durften weiterziehen.

Gruß in die Runde, Christopher
 
Hallo Alex,

vielen Dank für das Teilen Deiner Erfahrungen mit den Teleskopen! Gerade solche direkten Vergleiche mit genau beschriebenen Unterschieden sind für mich Gold wert.
Der ZS66 ist besser farbkorregiert und etwa auf dem Niveau des FC100DF, ich sehe hier noch Farbe aber AP 0,5 ist gut nutzbar. Am FOA habe ich keine auffällige Farbe gesehen. ..... So zeigt z.B. der FS60 am Jupiter rötliche Bänder und einen violet bis rosafarbenen Saum am Rand, beim FC100DF haben die Bänder ehr einen Braunton, der Farbsaum ist geringer und ehr gelblich. Die Unterschiede zeigen sich auch bei Vollapos noch. So zeigt der FOA keinen Farbsaum, die Bänder am Jupiter gehen aber ehr in Braun als ins Rote.
Der Vergleich hilft mir sehr, da ich selbst einen FC100DF besitze und kurz mal einen FS-60 besaß, und aufgrund Deiner Beschreibung nun eine bessere Vorstellung davon habe wie sich der FOA-60 im Vergleich verhalten könnte.

Das mit der Sphärenchromasie kann ich nicht ganz nachvollziehen, diese sollte doch hauptsächlich vom Öffnungsverhältnis abhängig sein, insofern das Design ordentlich umgesetzt wurde und keine handwerklichen Probleme vorliegen. Ab ~f6 sollte das eigentlich nicht das Problem sein. Vielleicht hat der Abstand der Linsen warum auch immer bei dem getesteten Exemplar nicht ganz gepasst.
Vielleicht möchte sich @Steinheil ja nochmal melden und ein wenig mehr zu dem von ihr getesteten Exemplar sagen, es würde mich auch sehr interessieren.

Mechanisch hat Takahashi einen polarisierenden Stil: Traditionell hochwertige Fertigung, ein ebenso traditionelles Konzept für die Auszüge und Design.
Ich bin mit den Auszügen der Taks bisher gut zurecht gekommen, nachdem ich herausgefunden habe wie ich sie für mich passend einstellen kann, aber nutze sie auch rein visuell und habe da noch nie eine Kamera dran gehabt. Allerdings muss ich auch zugeben, dass mir das ganze "Retro-Design" dieser Teleskope sehr gut gefällt, und auch die Art und Weise wie das Instrument an sich hergestellt ist für mich einen großen Teil der Faszination ausmacht. Dazu gehört der Okularauszug (für mich) definitiv dazu, ebenso wie der optische 6x30 Sucher, obwohl ich an anderer Stelle meistens mit einem Leuchtpunktsucher oder mit einem Telrad-Finder arbeite. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass ein Feathertouch das ganze System nochmal deutlich anhebt, zumindest nach Allem was ich darüber gelesen habe - ich hatte selbst noch nie einen.

Stephan
 
macht es durchaus Sinn, sowohl ein FOA 60Q als auch ein FS 60 im Fuhrpark zu haben sofern 60mm Öffnung reichen und die Finanzen das erlauben.
Hallo Christopher,

Ja, wenn man immer so könnte wie man gerne würde... Ich weiß ja was ich von 60mm Öffnung zu erwarten habe, und schon häufiger war mein kleiner TV-60 das einzige Teleskop neben einem Fernglas, das neben Kindern, Hund, Ehefrau und Gepäck noch ins Urlaubsauto gepasst hat. Und immer war ich mehr als glücklich darüber was ich damit doch erreichen konnte, auch wenn ich natürlich gerne mehr Öffnung dabei gehabt hätte. Da hoffe ich ein wenig auf mein Bauchgefühl, einen FS-60 irgendwann, wenn ich möchte, nochmal entweder neu, oder auf dem Gebrauchtmarkt ergattern zu können. Beim FOA-60 bin ich mir da nicht so sicher, wie oben beschrieben.

Stephan
 
Hallo zusammen,
noch ein kleiner Nachtrag: Ich hatte inzwischen auch Kontakt mit Optique-Unterlinden, und das am Telefon mit Intercon-Spacetec Besprochene wurde mir dort im Großen und Ganzen auch so wiedergegeben. Einzig bei der dauerhaften Nicht-Verfügbarkeit der "Q-Version" klingt es hier nun nicht mehr ganz so eindeutig, oder besser gesagt als wüsste man dort selbst nicht so ganz genau wie es damit weitergeht:

"...The FOA-60Q is temporarily unavailable in Japan.
The restocking time is unknown at this time.
However, the separate components are currently available at our place : ...."

Wie auch immer, ich habe den FOA-60 geordert und freue mich darauf meine eigenen Erfahrungen mit dem Teleskop zu machen. Ich werde vermutlich das Q-Modul gesondert ordern, aber erst wenn ich die "Astro-Kasse" wieder ein wenig aufgefüllt habe.

Stephan
 
Ende letzten Jahres habe ich den kleinen FOA-60 bei Intercon Spacetec gekauft - leider hatte ich noch wenig Zeit ihn wirklich ausgiebig zu nutzen. Allerdings konnte ich in 2 Nächten bei klarem Himmel und für meinen Standort guter Luftruhe den Kleinen parallel montiert (einmal auf der Giro-Ercole, einmal auf der Wave100i) zum Takahashi FC-100DF benutzen. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung die er mir da an Jupiter und diversen Standard-Objekten gezeigt hat. Leider hatte ich es versäumt ihn parallel zum Televue TV60 zu montieren (auch weil ich einfach zuviel Spaß mit dem größeren Tak hatte als dass ich ihn gegen eine zweite 6 cm Röhre tauschen wollte...), aber das werde ich bei Gelegenheit sicher nachholen.
Inzwischen ist er bei diversen Händlern übrigens nicht mehr lieferbar (bspw. Intercon, Lacerta), andere Händler in Europa empfehlen eine Nachfrage vor Bestellung. Ein kurzer Austausch mit Herrn Thurner hat ergeben, dass auch die Händler nicht wirklich wissen ob es ein dauerhafter oder nur temporärer Lieferstopp durch Takahashi ist - bspw. dadurch, dass das passende Partnerglas für das Fluorit Element nicht verfügbar sein könnte.
Jedenfalls habe ich mir inzwischen auch das Q-Extender-Modul noch geordert, leider noch ohne Chance das Teleskop in der Q-Konfiguration testen zu können - ich bin gespannt!
 
Moin Stephan,

konntest du mittlerweile noch weitere Erfahrungen mit dem FOA sammeln?
Grade das Q Modul würde mich dabei interessieren.

Freue mich auf deine Antwort!

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Brian
 
Hallo Brian,

Ich hatte wenig Zeit bisher, aber hatte vor ein paar Wochen mal die Gelegenheit den FOA-60Q auf Mond und Jupiter, und den Orionnebel, zu richten. Dabei konnte ich problemlos ein 7mm Delite verwenden (also bis 128x bei einer AP 0,4) ohne dass ich Farbsäume oder einen Abfall der Schärfe erkennen konnte. Mit dem TV-60 oder dem FS-60cb war das zuviel. Ich hatte, zumindest beim Mond, das Gefühl da wären noch Reserven, aber hatte an dem Abend kein Okular mit weniger Brennweite als das Delite griffbereit. Am Nebel zeigte das Teleskop was man von 6cm Öffnung erwarten kann, aber absolut knackscharfe Sterne und absolut keine Farbsäume.
Handling und Auskühlzeit wie zu erwarten bei einem solch kleinen Teleskop. Hervorragend verarbeitet, das gilt auch für das Q-Modul selbst, die Verschraubung mit dem Tubus sitzt bombenfest ohne zu verklemmen. Ich hatte eine Weile überlegt ob ich wirklich das Geld dafür ausgeben sollte, aber habe es nicht bereut.

Definitiv das absolut beste Teleskop das ich in der Größenklasse um 6cm habe und jemals hatte. Falls ich nicht irgendwann dringend Geld brauchen sollte, wird es wohl bleiben.

Viele Grüße
Stephan
 
Hallo Stephan,

danke für deine Rückmeldung!
Das klingt ja sehr vielversprechend.

Ich habe ein gutes Angebot für ein 60q gefunden und überlege es zu kaufen.
Bin aber noch immer hin und her gerissen.
Es sind halt „nur“ 60mm, aber in einer Qualität die man sonst wohl nirgends bekommt.

Ich erwische mich immer wieder, dass ich meine großen Teleskope nicht aufbaue weil ich keine Lust habe zu schleppen…
Ich denke, dass das kleine Tak das Problem lösen könnte.

Grüße
Brian
 
Wenn es Dir primär um die Hürde zur Nutzung geht, würde ich mir an Deiner Stelle auch mal einen guten 80er Refraktor anschauen. Ich habe auch den Tak 76-DCU, der ist nur wenig größer, genauso leicht transportabel, optisch hervorragend, aber hat eben schon ein paar Millimeter mehr Öffnung. Außerdem kann man ihn mit dem Q-Modul des FS-60cb kombinieren - ein echt schönes modulares System!

Viele Grüße
Stephan
 
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