Takahashi FSQ85/106

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Sternenstaub30

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Hallo Sternfreunde

Möchte mein Equipment erweitern und jetzt stellt sich die Frage ob ich kaufen soll oder nicht!
Sind beide für die Vollformat Kameras ausgelegt mit 100% Ausgeleuchteten Bildfeld?
Auch mit dem Original Reducer?

Vielen Dank im voraus

Grüße Christoph


 
Hallo Christoph

FSQ85 bzw. FSQ106 ist "Königsklasse" :)

Hier die Details zum FSQ85 und hier die Details zum FSQ106.

Allein schon aufgrund dieser Daten würde ich zum FSQ106 raten. Bezüglich des FSQ85 möchte ich auch auf diesen Thread hinweisen. Dort ist von einem seltsamen "Hof" um helle Sterne die Rede, welcher charakteristisch für den FSQ85 sein soll. Eventuell suchst Du einmal bei Astrobin gezielt nach FSQ-85 Bildern und suchst nach diesem Phänomen um helle Sterne...

Gruß

Frank
 
Hallo Frank

Danke für die schnelle Antwort.
Werde mich umschaun!!

Bin ein Takahashi Fan geworden und will nicht mehr ohne :-)

Der FSQ soll ab Juni zum Einsatz kommen.
Habe noch bisschen Zeit um mich schlau zu lesen!

Grüße Christoph
 
Zitat von fbrand:
Allein schon aufgrund dieser Daten würde ich zum FSQ106 raten. Bezüglich des FSQ85 möchte ich auch auf diesen Thread hinweisen. Dort ist von einem seltsamen "Hof" um helle Sterne die Rede, welcher charakteristisch für den FSQ85 sein soll.
Hallo Frank, ich habe die 17 Seiten dieses Monster-Threads aus dem HK-Astroforum eben mal durchgeschaut. Nach allerlei Konfusionen wird dann aber bald klar, dass es sich dabei nicht etwa um einen Konstruktionsfehler vom FSQ85 handelt, sondern um einen banalen Abschattungseffekt, also Vignetting!

Dass der Effekt beim FSQ106 weniger als beim FSQ85 bemerkbar ist, liegt schlicht und einfach an seinem größeren voll ausgeleuchteten Sensorformat. Die bei sehr hellen Sternen sichtbar werdenden Schattenkegel sind Beugungserscheinungen der mit zunehmendem radialem Abstand nicht mehr kreisförmig, sondern abgeschnitten erscheinenden Objektivöffnung. Das betrifft aber nicht nur den FSQ, sondern auch jede andere Optik.

Es handelt sich dabei also um einen Beugungseffekt, dessen Ausprägung mit dem Grad der Abschattung zum Feldrand zunimmt. Der größere FSQ kann einen größeren Bildsensor ausleuchten und ist jedenfalls innerhalb vom Kleinbildformat praktisch immun in dieser Hinsicht. Entsprechendes gilt vermutlich für das kleinere APS Sensorformat beim Baby-Q. Es kommt also auf die Sensorgröße an.

Gruß, Peter

 
Hallo Peter,

ich muss gestehen, dass ich den "Monster-Thread" nicht komplett in allen Einzelheiten durchgelesen hatte. Ich habe hauptsächlich die Bilder mit diesem "Hof" um die Sterne gesehen, bei "Astrobin" mal gegengecheckt und diese Erscheinungen um hellere Sterne beim FSQ-85 dort auch gefunden, beim FSQ-106 konnte ich sie nicht nachweisen ... das war dann letztlich der ausschlaggebende Punkt warum ich mich damals für den FSQ-106 entschieden habe.

Es liegt mir völlig fern von irgendwelchen Defekten beim FSQ-85 zu sprechen, wollte nur auf diesen Umstand wie oben beschrieben hinweisen.

Gruß

Frank
 
Hallo Frank, nichts für ungut - mein Kommentar sollte ja auch nur zum Verständnis dieses zunächst wohl etwas mysteriösen Effekts beitragen. Man kann diesen Beugungseffekt auf einfache Weise demonstrieren, indem man einen Teil der Objektivöffnung abdeckt. Dann zeigen helle Sterne sogar in der Bildmitte solche Schattenmuster im Beugungsbild. - Gruß, Peter
 
Hallo Freunde, @Peter,

jetzt muss ich doch noch einmal nachhaken. Ich hatte vor einer Weile schon mal in einem anderen Thread die Diskussion welcher Apo es werden soll, und seit dem schwanke ich so zwischen 70-90% dass es der FSQ85 werden soll(te).
Der Kauf steht bislang nur noch aus, weil ich mich noch nicht so ganz für eine Mount entscheiden konnte (zu 60-70% neige ich zur SX2).

In dem oben verlinkten "Problem-Thread" werden unter anderem aber auch solche Beispiele gezeigt.
Link zur Grafik: http://www.hkastroforum.net/files/080629_antares_240x10_328_m5d_stars_114.jpg

Das finde ich ehrlich gesagt schon ziemlich heftig für eine 3k Euro Optik.

IMHO ist das auch keine Vignettierung o.ä., das muss etwas anderes sein. Ich komme nun doch wieder etwas ins Zweifeln. Den oben genannten "Hof" um helle Sterne kann ich auch auf einigen Astrobin Bildern nachvollziehen, aber ich empfinde diesen Hof auf den Beispielen die ich da so finde nur selten als zu krass. Im Crop sieht das aber leider doch schon oft anders aus.

Daher direkt die konkrete Frage wovon wir hier reden: Von solchen "Fehlern" wie hier oben zu sehen, oder 'nur' einer schwachen Halo um sehr helle Sterne? Denn gerade solche "Fehler" im Bild oben würde ich in der Preisklasse definitiv nicht akzeptieren. Ja sogar die Halo lässt mich nun zweifeln ob ich die 3k Euro dann doch irgendwann bereuen werde.

Abgesehen davon auch die generelle Nachfrage ob man beim FSQ85 bei FF mit Vignettierung rechnen muss? Denn formal wird der FSQ85 mit 44mm Bildkreis angegeben und deshalb gehe ich davon aus, dass auch bei FF keine Abschattung zu erwarten ist. Oder liege ich damit falsch?

Danke und beste Grüße,
Santigua
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Santigua,

ich habe mich in meinem ersten Post hier leider etwas missverständlich ausgedrückt. Was ich meinte waren, wie von Peter beschrieben, die "kegelförmigen Schatten" die um helle Sterne beim FSQ-85 sichtbar sind. Dies ist meiner Meinung nach kein Defekt beim FSQ-85, es liegt vielmehr daran, dass die Optik extrem ist: Öffnung von 85 mm, dazu eine Brennweite von 450 mm (f/5.3), kombiniert mit einem ausgeleuchteten Bildkreis von 44 mm. Beim FSQ-106 ist die Sachlage etwas entspannter in dieser Hinsicht, da der ausgeleuchtete Bildkreis viel größer ist (88 mm). Das ist also kein Defekt oder so, sondern Mathematik :)

Gruß

Frank
 
Hallo Frank,

ich kann mich Deiner Mathematik da nicht anschließen. Die im Bild sichtbaren Effekte sind auf Beugung zurückzuführen. Ich kenne diese Strukturen um helle Sterne als verursacht von Abstandsplättchen sowie Halteklammern (beides hat die gleiche Form und den gleichen Querschnitt im Strahlengang) und der Beugungsstrahl in der einen Aufnahme ist entweder ein Spinnenfaden im Teleskop, vielleicht auch ein mit Absicht gespannter Zwirnfaden zum Fokussieren, oder aber eine andere gerade "Kante" im Bild, z.B. von einem OAG Prisma. Das liegt nicht daran, dass die Optik extrem ist, sondern der unbeabsichtigte Beugungsstrahl ist eine optischer Unfall, den es zu beheben gilt. An den Abstandsplättchen kann man ohne Öffnungsverlust nichts machen. Da aber bei der Fotografie nicht die Öffnung, sondern Brennweite und Spotdurchmesser zählen, kann man bedenkenlos mit einer Pappblende vor dem Objektiv die Abstandsplättchen in den Schatten stellen. Natürlich sollte der gesamte Strahlengang auf hineinragende Störungen untersucht werden - denn Beugungseffekte sind die Folge. Helfen kann dabei, ob die Störungen im gesamten Bildfeld auftreten. Ist das ganze Bildfeld betroffen, so findet man die Störung dicht vor oder dicht hinter dem Objektiv - oder je nachdem an vergleichbaren Stellen im Strahlengang (bei Korrektoren oder anderen Zusatzoptiken).

Clear Skies
Sven
 
Zitat von Sven_Wienstein:
Hallo Frank,
ich kann mich Deiner Mathematik da nicht anschließen. Die im Bild sichtbaren Effekte sind auf Beugung zurückzuführen.
...die sich bei einem ausgeleuchteten Bildkreis von 44 mm beim 85er gegenüber 88 mm beim 106er FSQ anscheinend stärker auswirken.

Der Link oben sollte ja nur für den Thread-Starter eine Zusatzinformation sein. Es sollte lediglich eine Unterstützung bei der Entscheidung sein.

Ich packe jetzt "meine Mathematik" ein und bin raus.

Cheers,

Frank

 
Hallo Christoph,
Bin selber noch blutiger Anfänger im Thema Astronomie und erst recht in der Astrofotografie ( mein erstes Astrobild steht noch aus) und kann deswegen die dargestellten Probleme in den Bildern nicht beurteilen. Ich habe mir jedoch einen FSQ85 inkl. Reducer gekauft um in das Thema einzusteigen (visuell und fotografisch im 2. Schritt). Für mich war bei der Kaufentscheidung ausschlaggebend, dass wenn ich schon später mal grosse Himmelsbereiche ablichten will, dann sollte ich mir auch ein Teleskop mit geringer Brennweite besorgen. Der 106er war mir hier schon zu lang, bzw. irgendwie dann ein Kompromiss. Eine Kamera die die 88mm Bildkreis voll ausnutzt, wird bei mir wohl erstmal sowieso nicht drin sein :-).
Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich bisher mit dem FSQ85 sehr zufrieden bin. Nadelfeine Sterne und Planeten geht auch (zumindest die Großen :-) ). Verarbeitung und Haptik einwandfrei und erfüllt in meinen Augen die Erwartungen die man bei dem ja gehobenen Preis sicherlich haben darf.
Viel Glück bei der Entscheidung!

VG Martin
 
Hallo Martin,

was Fotos einfach nicht zeigen ist, wie stark der Stern an sich schon überbelichtet ist. Du kannst ja je nach Sternhelligkeit und Chip-Eigenschaften einen Stern schon nach wenigen Sekunden ausbelichtet, also komplett weiß haben. Wenn aber die Belichtung 600 Sekunden lang geht? Oder 1200? Dann ist der Stern locker um den Faktor dunkler, als er eigentlich abgebildet werden müsste, um die Helligkeit des Halos mit der Helligkeit des Sterns zu vergleichen. Deshalb sagt der visuelle Eindruck nichts darüber aus, ob fotografisch derartige Halos entstehen.

Clear Skies
Sven
 
hallo,

nach meiner Erfahrung sieht der beidseitige dunkle Spike in den Sternhalos nach etwas aus, was entweder in den Strahlengang ragt oder einer Störung der runden Aperturbegrenzung. Hatte ich zb beim Gummi-Pufferring vor den Linsen, wenn er kein durchgängiger O-Ring war - dort wo die Enden zusammentrafen war eine kleine Kante, und das machte den beidseitigen Spike.

Ist hier beschrieben:
http://interferometrie.blogspot.co.at/2014/08/esprit-tuning-how-we-finetune-esprit80.html

Druckstellen durch Justageschrauben treten auch als einseitige dunkle Spikes auf. Da müssten zwei gegenüberliegende drückem, damit es so aussieht.

Der helle Spike im rechten Bild stammt typischerweise von einer Beugung an der geraden Kante des inneren Kamerakastens. Er ist rechtwinkelig zum Kamerakasten.

lg Tommy
 
Hallo Frank,

Danke nochmals. Wenn ich Deine Aussage jetzt richtig verstehe, dann muss man Deiner Meinung nach beim FSQ85 tatsächlich "bauartbedingt" mit derart heftigen Fehlern rechnen? Ich kann gerade gar nicht glauben, dass man bei einer >3kEuro Astrophoto-Linse solch eigenartige "Doppelkegel-Schatten" hinnehmen soll... Du meinst das wirklich Ernst oder verstehe ich gerade irgendetwas vollkommen falsch?

Vorab, ich bin kein Fachmann und daher ist folgendes nur meine Meinung und eher weniger fundiertes Wissen.
Ehrlich gesagt könnte ich mir eine gleichmässige Halo um einen Stern noch irgendwie erklären (Dispersionskorrektor, Belichtungszeit, usw, siehe auch den Kommentar von Sven) zumal es scheinbar überwiegend auf helle Sterne beschränkt zu sein scheint.
Auf Astrobin habe ich selbst auch bisher noch nirgends selbst diese zwei Kegelförmigen Schatten gefunden.

Die Argumentation mit der Öffnung und dem ausgeleuchteten Bildkreis erscheint mir auch irgendwie nicht schlüssig. Vignettierung habe ich bisher stets nur als "abgedunkelte Ecken" kennen gelernt, aber solch seltsamen Doppelkegel deuten für mich eher auf einen Beugungsfehler hin. Da ist vielleicht irgendwo etwas seitlich im Strahlengang. Aber ich denke, dass nichts dass kreissymmetrisch den Strahlengang einfasst solche Doppelkegel erzeugen kann. Das erscheint mir irgendwie unlogisch.

Und zu guter letzt, der Thread den Tommy da verlinkt hat scheint genau das gleich (Fehl)Verhalten zu zeigen. Und das macht IMHO eher Sinn: Irgendetwas "nicht rotationssymmetrisches" führt zu diesen Beugungserscheinungen.


So wie sich das hier jetzt darstellt, ist mein Fazit dann allerdings erstmal sehr ernüchternd. Bislang habe ich nur Positives in Sachen FSQ85 gelesen, das war auch das Hauptargument für den geplanten Kauf. Aber jetzt habe ich doch deutliche Zweifel.
Selbst wenn das nur vereinzelt mal bei einem FSQ85 auftritt und sonst auch viele mit ihrem FSQ85 zufrieden sind; So etwas würde ich definitiv nicht mehr akzeptieren in der Preisklasse. Ich hoffe ja ehrlich gesagt nun, dass sich diese "2 Kegelschatten" noch als ein eindeutiger Defekt herausstellen, und im Falle des Falles soetwas ohne Probleme zu einem Austausch führt.

Den Kauf werde ich wohl jetzt erstmal abblasen, da muss ich jetzt doch erst noch mal nach recherchieren. (Der 106er ist mir leider schon zu groß/unhandlich.)

Beste Grüße,
Santigua
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
So, noch mal ein kurzer Nachtrag:

Ich habe jetzt doch noch einmal genauer auf Astrobin geschaut und bin tatsächlich mehr fach fündig geworden.

6D: http://www.astrobin.com/192553/
550D: http://www.astrobin.com/49412/
Atik: http://www.astrobin.com/187288/
5DmkII: http://www.astrobin.com/226290/


Es gibt noch Weitere, einige schlimmer Anderer sind weniger schlimm.

Zudem haben ich den schon oben erwähnten Thread noch einmal im "detailierten Schnelldurchlauf" überflogen. Und er gibt in der Tat doch noch einigen Aufschluss der im weitesten Sinne die schon gemachten Bemerkungen bezüglich Vignetierung zu bestätigen scheinen:

Unter anderem wird auch dieser Bild verlinkt
Link zur Grafik: http://www.hkastroforum.net/files/patternandfft_499.jpg

Damit kann man in gewisser Weise auch einen Zusammenhang zwischen der assymetrischen Form des Fehlers (2 Kegel sind ja nicht rotationssymmetrisch) und der Ausleuchtung herstellen. Die Richtung der Kegel bildet dabei scheinbar einen Kreis um die optische Achse.

Etwas später (S.10 des Threads) werden dann noch einige Vergleiche gemacht wobei unter anderem folgende Aussage gemacht wird: Und zwar, dass der 44mm Bildkreis in der Tak Definition bedeutet, dass "am Rand noch etwa 50-60% des Lichts auftreffen". Das sollte man vielleicht wissen bevor man sich einen FSQ85 kauft. Real wird der voll ausgeleuchtete Bildkreis also erheblich kleiner sein.

Auf jeden Fall scheint das tatsächlich eine grundsächliche Sache beim FSQ zu sein. (Obwohl auch dort im Thread auch Vergleiche mit Canon Linsen gemacht werden.) Mehr oder weniger ist das Ganze zum Teil wohl auch der Komplexität (4 Linsen) geschuldet, so die Vermutungen, denn bei zwei oder dreilinsigen System ist das Problem wohl noch nicht beobachtet worden.

Auf den Seiten 14/15 wird auch der T2 Ring mit 42mm thematisiert. Dort auch der klare Hinweis, dass eine 42mm Einfassung bei FF auch zu erheblicher Vignettierung führt. Das erscheint zumindest auch logisch wenn man einen 44m Kreis noch voll ausleuchten will.

So, das nur als kleine Zusammenfassung des oben verlinkten doch recht länglichen Threads.

Mein Schluss daraus ist dann wohl keinen FSQ85 zu kaufen. Schade eigentlich.
Manche werden wohl sagen, dass das Jammern auf hohem Niveau ist, aber immerhin reden wir hier über die "Königsklasse" und nicht von einer 500Euro Linse.
Ich hatte mich in letzter Zeit eigentlich schon drauf gefreut und sah mich schon unter Entscheidungszwang in Sachen Montierung, aber das hat sich ja nun erstmal erledigt. Mein Hauptanliegen war/ist schließlich, bis in die Ecken knackscharf abzubilden. Da werde ich das Geld jetzt wohl doch lieber woanders investieren. Dafür bekommt man leicht 2-3 gute Kameralinsen und mit etwas Glück bleibt dann auch noch was für ein günstiges Planetenrohr übrig. Wirklich schade, aber da hat sich das Warten offenbar ausgezahlt. Für eine erstklassige Optik wäre ich ich ja durchaus bereit einen "solch erklassigen Preis" zu zahlen, aber ich würde mich wohl jedes Mal wenn der Fehler in einem Bild relevant wird darüber ärgern.

Wirklich schade und ziemlich ernüchternd, aber vermutlich war es besser das vor dem Kauf heraus zu finden.

Beste Grüße,
Santigua
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo allerseits,

eigentlich wurde eine vollständige Erklärung des Effekts in dem von Frank verlinkten Thread im HK-Astroforum geliefert, aber anscheinend haben das einige hier überhaupt nicht verstanden.

Also nochmal:

1. Ja, es handelt sich bei den kegelförmigen Schatten im Beugungsbild von sehr hellen Sternen um einen Beugungseffekt.

2. Der Effekt tritt nicht in der Feldmitte auf, sondern erst außerhalb des zu 100% voll ausgeleuchten Feldes.

3. Der Effekt wächst mit dem radialen Abstand und der damit einhergehenden zunehmenden Abschattung.

4. Die Orientierung der kegelförmigen Schatten im Feld ist rotationssymmetrisch, d.h. tangential auf Kreisen mit konstantem Feldradius.

5. Die Ursache für den Beugungseffekt ist die partielle Abschattung der Objektivöffnung für große Feldradien: die Objektivöffnung erscheint dort nicht mehr kreisrund wie in der Feldmitte, sondern partiell abgeschnitten. Das erzeugt dann entsprechend asymmetrische Beugungsfiguren.

Das FSQ85 hat ein kleineres zu 100% ausgeleuchtetes Feld als das FSQ106. Das Kleinbildformat wird beim FSQ85 zum Bildrand hin nicht nur stärker abgeschattet. Es zeigt dort dann auch die oben beschriebenen Schatten im Beugungsbild heller Sterne.

Der Effekt hat also nichts mit irgendwelchen konstruktiven Defekten der Optik zu tun, jedenfalls solange man die begrenzte Feldausleuchtung nicht als "Defekt" betrachtet. Der Effekt betrifft jede Optik mit einer gewissen Feldabschattung, also praktisch alle.

Wenn der Groschen jetzt immer noch nicht gefallen ist, dann erwartet jedenfalls von mir keine weiteren Erklärungsversuche.

Nichts für ungut,
mit freundlichen Grüßen,
Peter


 
Hallo,

Ich als FSQ85 Besitzer möchte nur kurz Erfahrungen aus der PRAXIS beisteuern. Ja, die angesprochenen Beugungserscheinungen gibt es an hellen Sternen. Sie treten hauptsächlich bei LRGB auf. In Schmalband sind sie mir nicht aufgefallen. Der Effekt ist aber kein Fehler, und stört mich auch ästetisch nicht, da er doch eher schwch ausgeprägt ist. Gut, an den Plejaden sieht man ihn deutlich ;-)
Ich kenne jedenfalls kein Teleskop mit schöneren Sternen als die Takahashis allgemein und die FSQs im Besonderen. Wer mag kann auf meiner HP oder auf Astrobin die mit dem Tak gemachten Bilder anschauen und sich selbst ein Urteil bilden.
Die hier aus dem ausländischen Forum gezeigten abschreckenden Bilder sind m. E. durch EBV künstlich übertrieben. Entweder absichtlich oder durch Unvermögen bei der Bearbeitung. Grundsätzlich ist es problematisch aus einigen zusammengesuchten Fotos gleich auf die gesamte Baureihe zu schließen. Das ist wie die Sternebewertung bei Amazon. Wertlos, weil es zu JEDEM Produkt immer auch negative Bewertungen gibt. Gerade bei Astrofotos spielt die EBV eine große Rolle. Was habe ich schon gruselige Fotos gesehen, die eigentlich mit Spitzenequipment gemacht wurden. Und umgekehrt überrascht mich ab und zu ein vermeintlicher Bilig-Apo mit erstklassigen Bildern - weil der Besitzer die gewonnenen Fotos exzellent bearbeitet hat.

Viele Grüße
Jens
 
hallo,

Danke für die Zusammenfassung, Peter!

Die Spitzen in dem "Zweieck" welches von der Vignettierung gebildet wird, sind natürlich auch eine Störung der Rundheit der Apertur mit entsprechenden Beugungserscheinungen.

Womit wir auch ein Unterscheidungsmerkmal für die dunklen Spikes hätten, ob sie von der abgeschatteten Öffnung oder von etwas das in den Strahlengang ragt hervorgerufen werden. Denn wenn etwas hineinragt, ist die Orientierung über das ganze Bild dieselbe. Und wenn es von der Vignette stammt, dann ist die Orientierung tangential auf Kreisbögen ums Zentrum.

Der Beugungseffekt tritt natürlich bei allen Optiken auf die Vignettieren, auch bei Fotoobjektiven:

Samyang 135mm f/2 Offenblende
http://www.astrobin.com/full/228813/0/

Sigma 180mm bei f/2.8 Offenblende
http://www.astrobin.com/full/179185/0/

Canon 300mm L f/4 Offenblende
http://www.astrobin.com/full/210939/0/

lg Tommy
 
Ja, ebenfalls Danke auch von mir für die Erläuterungen/Zusammenfassung/Beispiele.

Dem kann ich mich soweit anschließen. Die genannten Beispiele von Tommy zeigen ziemlich genau den selben Effekt (Sterne werden zum Teil "dreieckig") den ich auch bei anderen Canon Objektiven schon beobachtet habe.

Bisher dachte ich, dass man das darauf zurückführen kann, dass normale Objektive eben nicht zur Abbildung von Punkten aus dem Unendlichen konzipiert sind; Aber nun bin ich ziemlich sicher, dass es sich wie auch hier schon diskutiert um eine Vignettierung bei offener Blende handelt. (Das schreit nach einem Test verschiedener Blendenstufen.)

Was ich allerdings schade finde, ist das ich bei den Angaben von Tak (44mm Bildkreis) eigentlich davon ausgehe, dass der Bildkreis der Bereich der 100%igen Ausleuchtung ist. Ich finde, dass man, wenn das nicht der Fall ist, da schon explizit dazu sagen sollte "am Rand noch 60%". Insofern finde ich die Angabe doch etwas irreführend. Aber vielleicht habe ich da auch einfach die falsche Erwartungshaltung und diese 60% sind irgendein mir unbekannter Standard.

Ich werde jetzt wohl doch noch einmal bei Null anfangen und erneut vergleichen. Da sich dieser Effekt ja scheinbar eher bei Offenblende zeigt müsste man jetzt vielleicht mal schauen wie sich ein 300/2.8 Objektiv bei f4-f5 macht, der FSQ hat ja auch ein vergleichbares Öffnungsverhältnis. Da das Objektiv ja für f2.8 konstruiert wurde, lasst sich die Vignettierung vielleicht durch 1-2 Stops weniger (praktisch) ganz abstellen und die Sterne werden perfekt abgebildet. Mal sehen ob ich da etwas zu finde. In den Brennweitenbereich richtiger Teleskope wird man damit zwar nicht kommen (zumindest nicht ohne Haus und Hof zu verpfänden) aber für Widefield ist das eventuell eine sinnvolle Alternative. Zumal das Lichtsammelvermögen beim 300/2.8er (-> Objektivöffnung etwa 107mm) ja wohl in etwa auch dem des 106er entsprechen dürfte.

Wie gesagt, für viele ist das Jammern auf hohem Niveau. Und dem Vernehmen nach scheint das was Tak an Qualität abliefert wohl auch das obere Ende der Fahnenstange zu sein. Dennoch, die Angabe "Bildkreis 44mm" habe ich dann ganz offensichtlich nicht so verstanden wie von Tak vorgesehen und damit ist der FSQ85 jetzt leider erstmal von Tisch.

Beste Grüße,
Santigua
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Santigua,
da Du wohl wieder bei Null anfängst, kannst Du ja auch mal den Wo Star-71 oder dessen Klon den TS Imaging Star 71 in Betracht ziehen. Bei astrobin gibt´s zu Hauf Bilder von dem Teleskop.
 
Hallo Christoph,

vor ein paar Monaten habe ich mir einen FSQ85 angeschafft.

Der FSQ06 war auch bei mir ein Thema. Neben anderen Gründen (FOV, Preis) war für mich ein Pluspunkt pro FSQ85, dass ich gelesen habe, dass der FSQ106 deutlich temperaturempfindlicher sein soll.

Pluspunkte pro FSQ106 wären für mich gewesen: größeres korrigiertes Feld, Möglichkeit der Verwendung eines FeatherTouch Auszuges. Die Kritiken bzgl. des Takahashi-Auszuges fand ich nicht so toll. Allerdings hat sich dies aus meinen wenigen Erfahrungen nicht bestätigt - ich finde den Original-Auszug ok. Allerdings war die Montierung des Schrittmotors für mich eine ziemliche Friemelei.

Ansonsten kann ich noch so gut wie gar nichts aus meiner Praxis sagen, da der FSQ85 bisher kaum im Einsatz war.

Viele Grüße

Reinhard
 
Hallo Matthias,

ja inzwischen gibt es einen Adapter von Starlight auch für den FSQ85 (ich glaube seit Anfang des Jahres). Als ich das Teleskop gekauft habe aber noch nicht.

Genau so einen HSM Motor - zusammen mit dem Focusboss Controller - habe ich. Ob die Montage an einem FT Auszug bei mir besser geklappt hätte weiß ich natürlich nicht.

Und da es inzwischen läuft, werde ich vermutlich kein FT-Upgrade mehr machen. Damals wollte ich halt einen haben, so noch dem Motto "wenn schon so ein teures Teleskop, dann wird auch nicht am Auszug gespart ..." :)

Viele Grüße

Reinhard

 
Hallo Sternfreunde

Vielen Dank für die Große Anteilnahme :-)

Ich denke nehme den FSQ106

Dafür Sprechen das große Gesichtsfeld.

Möchte in der Zukunft wenn alles klappt wie geplant mit Vollformat arbeiten.

Ich hoffe auf scharfe Bilder!

Grüße Christoph
 
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