Tanz der Jupiter Monde

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Andreas_Nrb

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Hallo,

ich habe in der Nacht zum 1. Februar mit einem GSO 6-Zöller Newton und einer Canon EOS 450D etwa 90 Fotos von Jupiter und seinen 4 Monden gemacht. Nach Einnorden über Polsucher wurden die Fotos von einem Timer alle 5 min ausgelöst. Zwischendrin wurde die Nachführung über ein paralleles Rohr mit Fadenkreuz korrigiert, da sich die Fotos insgesamt über einen Zeitraum von etwa 7 Stunden erstrecken. Die letzten vier Stunden liefen Timer und Nachführung ohne Korrektur durch. Die Sicht war überwiegend klar, aber vor allem gegen Ende durch Nebel eingetrübt.
Für den Film wurden 45 Fotos im Abstand von etwa 10 min ausgewählt und mit WindowsMovieMaker zu einem kleinen Film zusammengefügt, der unter folgendem Link einsehbar ist:

Film Jupiter-Monde

Andreas
 
Nun klappts :)

Schöne Animation, den Tanz der Jupitermonde gibt dieses tatsächlich sehr nett wieder :)

Ein paar Tips:

Die Monde zeigen alle einen kleinen Schweif in die selbe Richtung - Teleskop ist nicht justiert!

Bei Planetenfotgraphie verwendet man nicht einzelbelichtete Bilder sondern nimmt typischerweise ein kurzes Video auf und stackt dieses dann zu einem schönen Bild. Mit dieser Technik und angepasster Eizelbelichtungzeit (Dein Jupiter ist leider überbelichte) zeigen sich dann auch auf Jupiter Strukturen wie die Wolkenstreifen und nicht einfach nur eine weiß-beige Scheibe.

Gruß, Gerry

 
Hallo Gerry,
vielen Dank für die Tips.
Die Justierung wäre sicherlich noch zu verbessern. Aber ich beherrsche das Scheinern noch nicht.... muss ich noch üben.

Mit Videos und Stacken kenne ich mich leider auch noch nicht aus. Ich vermute aber, dass das für diesen Zweck nicht geht. Die Fotos gehen über einen Zeitraum von 7 Stunden! Mit einem kurzen Video sähe man nur eine sehr kurze Phase der Bewegungen der Monde....

Und die Belichtung ist bei Fotos nicht besser hinzubekommen. Ich habe sie so gewählt, dass die Monde gerade noch sichtbar sind. Bei Belichtungen mit Strukturen auf Jupiter sind keine Monde mehr sichtbar. Wenn man diese drauf haben möchte, ist Jupiter zwangsläufig überbelichtet.

Das alles schränkt die Qualität der Fotos erheblich ein, klar. Worum es mir ging, war das Sichtbarmachen der Bewegungen der Monde....

Viele Grüße,
Andreas
 
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Zitat von Andreas_Nrb:
Hallo Gerry,
vielen Dank für die Tips.
Die Justierung wäre sicherlich noch zu verbessern. Aber ich beherrsche das Scheinern noch nicht.... muss ich noch üben.

Nö, mit Scheinern hat das nix zu tun :)

Es geht um die Justage der optischen Komponeten und des OAZ(Okularauszug) deines Newtons. Hauptspiegel, Fangspiegel und OAZ müssen auf die optische Achse ausgerichtet sein, ist das nicht der Fall wird die Abbildung immer fehlerhaft sein. Die kleinen Schweife die deine Jupitermonde zeigen sind die Koma, ein Bildfehler der bei Dejustage dort sichtbar wird wo er nicht zu sehen sein sollte.

Such mal in der Suchfunktion hier nach "Newton Justage", da gibts viele Beträge zu, und keine Angst, das ist nicht so kompliziert wie es sich anhört ;)

Das Scheinern was du erwähntest wäre die genaueste Ausrichtung einer parallaktischen Montierung auf den Himmlspol um eine exakte Nachführung bei Langzetbelichtungen zu erhalten, das brauchst aber nicht bei Planetenfotografie.

Zitat von Andreas_Nrb:
Mit Videos und Stacken kenne ich mich leider auch noch nicht aus. Ich vermute aber, dass das für diesen Zweck nicht geht. Die Fotos gehen über einen Zeitraum von 7 Stunden! Mit einem kurzen Video sähe man nur eine sehr kurze Phase der Bewegungen der Monde....

Nun, auch für diesen Zweck ginge das. Im Laufe der sieben Stunden machst du anstatt aller 10 Minuten ein Einzelfoto jeweils ein z.B. etwa einminütiges Video, dieses Video wird dann gestackt und weiter bearbeitet und du hast wieder ein Einzelbild, aber in viel besserer Qualität mit Details auf Jupiter und gleichzeitig sichtbaren Jupitermonden! Natürlich ist das ganze dann etwas zeitaufwendiger... ;)

Zwei Links zum Thema...

http://astrofotografie.hohmann-edv.de/aufnahmetechniken/index.php

http://www.intercon-spacetec.de/rat/ccd/ccd-planeten/


Zitat von Andreas_Nrb:
Worum es mir ging, war das Sichtbarmachen der Bewegungen der Monde....

Klar, und das ist dir ja auch schön gelungen :)

Gruß, Gerry
 
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Hallo Gerry,
Vielen Dank, das sind alles sehr wertvolle Tips für mich. Das mit der Justage hatte ich bereits dumpf vermutet, mich aber nie daran getraut. Deine Zeilen machen mir Mut, das anzugehen. Es wird nötig sein.
Was die Videos anbelangt, werde ich mich wohl erst noch genauer einarbeiten müssen.
Was mir aber grundsätzlich unklar ist: wieso hat eine Videokamera - die ja ebenfalls, nur halt in sehr schneller Abfolge, einzelne Bilder schießt - nicht das Problem, in einem Ausschnitt, auf dem Jupiter und die vier Monde zu sehen sind, diese sichtbar abzubilden ohne Jupiter überzubelichten? Das ginge wirklich?
Viele Grüße,
Andreas
 
Moin Andreas,

lese dir doch mal wenn du länger Zeit hast die von mir oben verlinkt Hohmann-Seite genauer durch. Da wird dir dann vieles klarer warum man viele Bilder in kurzer Zeit vom Planeten aufnehmen möchte. Es geht darum das Seeing, also die Luftunruhe herauszumitteln und das Rauschen im Bild zu reduzieren. Und da ist wohl auch der Grund warum du mit deinem Setup bei Einzelbelichtungen Jupiter überbelichten musst um die Monde sichtbar zu machen - wenn du die Aufnahme kurz genug für Details auf Jupiter belichtest sind die Monde so dunkel das sie im Rauschen unter gehen. Das stacken vieler Aufnahmen arbeitet dann die Monde aber aus dem rauschen heraus und die Jupiteroberfläche bleibt leichzeitig detailreich. Ausserdem wird der Dynamikumfang beim stacken erhöht.

Gruß, Gerry

EDIT:

Ich hab nochmal rasch eine Aufnahme aus dem November herausgekramt welche ich noch nicht weiter verarbeitet hatte :blush:

Bearbeitung jetzt nur mal Quick&Dirty, es geht nur darum zu zeigen das mit der richtigen Aufnahmetechnik Detail auf Jupiter und Monde sichtbar gemacht werden können:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/66852006/Astronomie/06_conv_1-48-18-875-Gesamt_g3_ap11_3_giotto_histo_mexican_hat.JPG

Entstanden mit einem 8" Newton aber zu wenig Brennweite, da geht also eigentlich noch mehr. Das Bild entstand aus einem Video das über 2 Minuten mit 200 fps (!) aufgenommen wurde, Kamera ist eine einfache Planetenkamera um 200€.

Vegleichbare Ergebnisse solltes du mit deinem 6" Newton und deiner DSLR im Videomodus, auch wenn die eher suboptimal für Planeten ist, erzielen können.

Gruß, Gerry
 
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Hallo,
Wow, das Foto ist natürlich phantastisch..... das hätte ich nicht für möglich gehalten. Aber wenn man bedenkt, mit wie viel Aufwand es verbunden wäre, solche Bilder für einen Zeitraum von etwa 7 Stunden zu erstellen und einen Film daraus zu machen, bei gutem Wetter und in einer Nacht, in der die Monde sich möglichst viel bewegen (in meinem ziehen Europa und Io aneinander vorbei und Europa verschwindet hinter Jupiter..... solche Bewegungen werden eben erst über Stunden hinweg sichtbar....), dann wäre mir zumindest doch der Aufwand zu groß. ....
Und ich kenne mich mit Videoaufnahmen und deren Verarbeitung eben noch nicht aus.
Scheinern und Justage hatte ich verwechselt. Das Scheinern interessiert mich aber trotzdem, da mir das Ausrichten über den Polsucher allein zu ungenau erscheint. Jupiter wandert dann noch immer im Laufe einer ganzen Nacht zu weit nach außen im Teleskop und im chip des Fotoapparates. Es wäre schön, wenn man nicht 7 Stunden lang ständig nachführen müsste, sondern in der zweiten Nachthälfte alles weiterlaufen lassen könnte - zumal im Winter :-)
Die Justage mag, wenn man sie mal beherrscht, gar nicht so kompliziert sein. Ich als Anfänger damit, finde das alles ziemlich verwirrend..... Ich habe einige Anleitungen im Internet angesehen, auch solche die angeblich anfängerfreundlich sind, und blicke trotzdem nur unvollständig durch. Das ist gerade etwas frustrierend....
Kennt jemand eine, die wirklich übersichtlich und verständlich ist?
Andreas
 
Also, nach dem ersten Versuch einer Justage, war das Ergebnis eher schlechter als besser.....
Ich habe jetzt viel gelesen und eine Anleitung ausgesucht, die für mich am brauchbarsten zu sein scheint. Ich musste mich aber auch da erst sehr genau einlesen und immer wieder durchs eigene Teleskop schauen, bis mir klar wurde, was jeweils gemeint ist....

http://www.seeing1.de/2a_justage.html

Ich finde diese Anleitung anfängertauglich, aber noch immer zu umfassend. Ich finde, es müsste eine geben, die wirklich nur das nötigste beschreibt, damit Leute wie ich nicht zu lange warten, bis sie sich überhaupt ernsthaft ans Justieren wagen.
Das bedeutet nämlich, dass man auf jeden Fall mit einem falsch justierten Gerät weiter beobachtet. Und da werde ich nicht der einzige sein.
Mein Eindruck ist, dass man allein mit den Einstellungen an den drei äußeren Schrauben des Fangspiegel und denjenigen des Hauptspiegel sowie mit einer Filmdose realtiv weit kommen kann, wenn man den Mut aufbringt, erst einmal etwas zu verstellen und ein Gefühl für die notwendigen Korrekturen zu bekommen. Aber wenn einem auch gleich noch der Versatz des Fangspiegels mit dessen Berechnung erklärt wird und wie man den Okularauszug in seiner Position am Rohr verändern kann, verliert man sich in allen sich gegenseitig bedingenden Korrekturmöglichkeiten sowie ihren Auswirkungen.
Wäre das nicht mal eine lohnende Aufgabe:
Eine Anleitung in zwei Teilen. Erstens, wie der Justage-Anfänger so simpel und kurz wie möglich erklärt den Fangspiegel zum Okularauszug, den Fangspiegel zum Hauptspiegel und den Hauptspiegel zum Fangspiegel mit einem Filmdöschen überprüfen und ausrichten kann.
Zweitens alles andere an technischen Hilfsmitteln und Justagemöglichkeiten sowie den entsprechenden Hintegründen.
Dann würden vielleicht mehr Leute früher und regelmäßig justieren......
Ich denke inzwischen, dass ich das jetzt hinbekomme und in den nächsten klaren Nächten überprüfen werde. Aber wenn mir hier nicht so deutlich Mut dazu gemacht worden wäre, hätte ich das wahrscheinlich bald wieder als eben zu kompliziert und gefährlich, etwas zu verschlimmbessern..... aufgegeben. Und gerade das ist ja falsch. Mit dem Blick fürs Wesentliche kann man doch schnell entscheidendes verbessern. Am längsten dauert eigentlich das Einlesen. Und genau diese Anfangshürde ließe sich vielleicht mit einer Minimal-Anleitung verringern......?
Andreas
 
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