Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Draht?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

MichiP

Aktives Mitglied
Hi,

ich bau mir gerade ein eine Taukappe für mein C11 GPS damit nicht auf die Spikes bei den Sternen verzichten muss möchte ich 2 Drähte übers Kreuz spannen und in die Taukappe einbauen. Kann mir jemand von euch sagen, wie dick der Draht sein sollte um schöne Spikes zu bekommen?

Länge der Taukappe beträgt 60cm

Danke für eure Hilfe und ein Frohes Fest!

CS!
Michi
 
Hi Michi,

da die Spikes ja von den Kanten des Drahtes erzeugt werden
dürfte die Dicke eigentlich keine Rolle spielen. Ich würde
also sagen: so dünn wie möglich, aber so dick, dass sie
nicht durchhängen und supergerade bleiben. Freue mich schon
auf deinen Erfahrungsbericht mit unterschiedlichen Drahtdicken.

Ciao, Heiner

BTW: Ich finde auch, dass Aufnahmen mit Spikes wesentlich dramatischer aussehen.
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo,

das hängt von der Belichtungszeit und der Art der Kamera ab (CCD oder chemisch).

Ich habe an meinem 10-Zoll-Newton eine Spinnendicke von ca. 0,7mm, damit sieht man bei CCD-Aufnahmen Spikes bei Sternen, die heller als ca, 9mag sind, darunter sieht man nichts, zumindest nicht wenn man das Bild normal betrachtet.

Bei chemischen Aufnahmen erhalte ich erst Spikes ab 6.ter Größe oder so.

Ich hab mal Versuche mit einem 200-er Tele gemacht, um auch Spikes hinzubekommen hab ich 1mm Draht davor gespannt, das war klar zuwenig für den typischen "Plejaden-Effekt".

Irgendwer hat mal mit einem C11 Sirius aus Namibia gemacht um den Begleiter anhand der zwei Spikes nachweisen zu können, dabei schrieben die Kollegen was von "Holzleisten", also scheinbar auch was breiteres.

Ich würde daher mal mit wenigstens 2mm Material anfangen, eine M2 oder M3 Gewindestange wäre mein Ansatz, die kann man auch schön spannen bzw. leichter einbauen.

Je dicker das Material ist, umso breiter und kürzer werden die Spikes, je dünner, umso länger aber schmäler...das sind aber nur Faustregeln, konkret hängt das Erscheinungsbild der Spikes auch vom Aufnahmematerial und der Helligkeit der Sterne ab...außerdem von der Nachführgenauigkeit, tritt nämlich eine Bildfelddrehung auf, so werden die Spikes verschmiert und entsprechend lichtschwächer bzw. sogar unsichtbar.

 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo Frank,

ich fotografier hauptsächlich mit der Canon 10D ich bin auf die Idee gekommen nachdem jemand eine Plejaden Aufnahme von Gendler reingestellt hat und er mir auf die Frage wie er die Spikes hin bekomme hat, meinte er er hat einfach 2 Drähte gespannt. Ich werd es mal mit M2 Gewindestangen probieren, ich schätz das sollte dann mal funktionieren. Sag euch dann bescheid ob es auch geklapt hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Frohe Weihnachten!
Michi
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo Michi,

> Ich wer es mal mit M2 Gewindestangen probieren

Wenn ich nicht völlig falsch liege, dann werden die
Spikes durch Beugung am Rand der Spinnenarme erzeugt.
Eine Gewindestange dürfte dann die denkbar schlechteste
Alternative sein. Versuch auf alle Fälle auch mal einen
Draht!

Ciao, Heiner
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo,

Irgendjemand hat das dochmal hier simuliert, die Frage war damals, welche Spinnenform die geringsten Spikes macht und ob besondere Konstruktionen wie gebogene Spinnenbeine, etc. entscheidende Vorteile haben.

Dieser Jemand (ich weiß nicht mehr, wer es war) hat damals die Spinne als 2-D-Modell simuliert, und das hat gereicht, um alle wesentlichen Eigenschaften "draufzuhaben".

Das Beugungsbild ergibt sich "einfach" als Fouriertransformation des Schattenrisses, zumindest wurde das damals so ausgedrückt.

Daraus schließe ich (und das deckt sich auch mit meinen rudimentären Optikkentnissen), das lediglich der Schattenwurf entscheidend ist, d.h. die Dicke der Spinnenarme.

Von daher sollte alles gehen, was eine gewisse Dicke überschreitet.

Die "dritte Dimension" der Streben ist AFAIK völlig egal, die Spikes sehen immer gleich aus, egal ob das jetzt Drähte oder Platten sind.
Die "Fangspiegeldicke" hat ja auch keine Auswirkungen auf das Beugungsscheibchen sondern lediglich der reine Durchmesser (also der Schattenwurf) zählt.

Die Gewindegänge einer M2 oder M3 Gewindestange sind vermutlich gegenüber dem Kerndurchmesser zu fein, um überhaupt abgebildet werden zu können.

Wichtig ist evtl. noch, das die Spinne schwarz gestrichen wird, um Reflexionen zu unterdrücken.

 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo,

Ja, das ist ein "Spin-Off" des ersten Threads zu diesem Thema, also sozusagend eine Fortsetzung...die ersten dieser Figuren wurden IMHO hier auf astronomie.de gepostet, als es wiedermal um Obstruktion und so ging....damals war die Frage interessant, ob eine gekrümmte Spinne wirklich was bringt, da die Spikes damit ja quasi "rundherum verschmiert" werden und daher Sterne "dicker" machen können.

Gleich bleibt aber, das die Modelle der Spinnen immer 2D (=Schattenrisse) sind, es wird nirgends auf die Höhe der Spinne abgehoben...für die Modellierung (und die Realität, da die Modelle mit dieser ja sehr gut übereinstimmen) ist es daher scheints egal, ob die Spinnenfüße rund oder rechteckig sind....eine (Gewinde-) Stange sollte daher dieselben Spikes erzeugen wie eine gleich dicke Platte, da der Schattenwurf beider Objekte gleich ist, und nur dieser bestimmt die Beugungsfigur...optimale Schwärzung aller Kanten vorausgesetzt.

 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo,

Also einen Teil der Bilder bzw. Fragen habe ich in diesen zwei Threads wiedergefunden:

Thread 1

bzw. hier:

Thread 2

Einfach mal durchlesen, da sind einige Aspekte von hier schon angerissen worden.

Ansonsten sollte ein durchsehen der Postings von "Mario_II" auch weiterhelfen, der hat da nämlich den Durchblick.

 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo,
also wenn's hilft, hier ein kleiner Trick zum Abschätzen der Beugungsfigur: Ein Objekt (hier: 2 gekreuzte Drähte) zeigt exakt genau die gleiche Beugungsfigur wie das inverse Objekt (d.h. durchsichtig und undurchsichtig vertauscht), das wäre hier 2 gekreuzte Spalte in der Dicke des Drahts.
Das Ganze läuft unter dem Begriff 'Babinetsches Prinzip'.
Und die Spaltbeugung ist hinreichend in jedem Lehrbuch beschrieben, da braucht's keine numerische Simulation... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Grüße mit Spikes
Karl-Heinz
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo,

Jo, dagegen sagt ja auch niemand was.

Aber auch bei zwei Spalten wäre es egal, ob diese in eine unendlich dünne Platte gefräst wurden oder ob es in Wirklichkeit Schächte wären, die also in Richtung des einfallenden Lichtes eine bedeutende Ausdehnung haben.

Es zählt alleine der Schattenwurf des Objekts, nicht dessen wirkliche Dicke. Daher dürften die Beugungsbilder einer Drahtspinne und einer Plattenspinne identisch sein.

Nichts anderes versuche ich hier seit 3 Postings auszudrücken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hi Michi,
könnte der thread von marioII gewwesen sein?
spikige Grüße und
cs
jorgos
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo Frank,

du schreibst:
> Es zählt alleine der Schattenwurf des Objekts

Eben nicht. Die Spikes werden nicht durch Abschattung,
sondern durch Beugung an der Kante des Objekts erzeugt.

Natürlich hast du recht, dass es für Strahlen auf der Achse
keinen (und für off axis Strahlen nur geringen Einfluss)
macht, ob das Objekt in Richtung des Lichtwegs breit oder
schmal ist, aber das hat nichts mit den Spikes zu tun.

Ciao, Heiner
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hi,

also ich glaub auch nicht das das ganze was damit zutun hat ob der Draht eckig oder abgerundet ist. Ein Freund vom mir hat mit seiner Starlight Xpress experimentiert und damit aus versehen duch ein paar Äste eines Baumes fotografiert. Was dabei rauskam war ein wunder schöner Spike <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Wie ist das dann eigentlich bei den Planeten? bekommen die dann auch Spikes? Ich hab die links von Frank noch nicht genau druch gesehen, aber beim drüberfliegen hab ich keinen Hinweis darauf bekommen. Ein bisserl stressig die Nachweihnachtszeit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

CS!
Michi
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo,

Na, dann sind wir uns ja einig:

Natürlich werden die Spikes nicht durch den Schattenwurf erzeugt, sondern durch Beugung an Kanten.

Worauf ich hinauswollte, es gab eine Zeitlang mal die Aussage, die Höhe der Spinnenbeine in Richtung des Lichteinfalls (also Drahtspinne kontra Plattenspinne) würde die Spikes ebenfalls beeinflussen, und das ist IMHO falsch.

Ob die Kanten rund oder rechteckig sind und welche Ausdehung sie in Richtung des Lichteinfalls haben ist unerheblich.

Der "Schattenwurf-Vergleich" war nur der Versuch, das obige auszudrücken.
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo,

ja, Planeten bekommen auch Spikes, wenn auch dickere und kürzere, da ja keine reine Punktlichtquelle mehr vorliegt.

Schwache Planetendetails sollen dadurch auch verwischt werden können.

In diesem Zusammenhang hat Portaball mal über seine gebogene Spinne berichtet, such einfach mal nach "portaball" oder "curved spider"...auch bei meiner Suche nach "fourier" bin ich auf einige seiner Berichte gestoßen.

Die Spikes bei Newtons haben übrigens gerade im Bereich Planeten durchaus Nachteile, während der Marsoppo haben einige ja versucht, die Monde aufzunehmen, da muß man dann noch drauf achten, das diese zwischen den Spikes liegen, sonst werden sie abgedeckt...ähnlich siehts aus bei Sachen wie dem Merope-Nebel oder sehr engen Doppelsternen.
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo Frank,

> Natürlich werden die Spikes nicht durch den Schattenwurf erzeugt, sondern durch Beugung an Kanten.

Um brilliante Spikes zu bekommen, braucht man also
möglichst gerade Kanten, die geriffelte Kante einer
Gewindestange ist eher nicht geeignet.

Ciao, Heiner
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo...

"Im Prinzip ja"...wobei die Frage ist, ob die Gewindegänge im Beugungsbild unterscheidbar sind...da nach meinen Erfahrungen schon 0,7mm dicke, gerade Kanten nur sehr geringe Spikes erzeugen, düften die weitaus kleineren Gewindegänge einer M2 oder M3-Gewindestange nicht den entscheidenden Effekt haben.

Ansonsten wäre das ja eine 1a-Möglichkeit, die Spikes zu unterdrücken, indem man Gewindestangen verwendet....

Aber warten wirs einfach ab, was die Tests ergeben...


 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hi,

Wenn bei Planeten durch die Spikes an Deteils verlieren würde das ja eigentlich auch bedeuten, dass alle Newtons einen mehr oder weniger großen Nachteil gegenüber den CS's haben oder? Verliert der Planet sichtbar an Deteils? Ich mein interessant wär es ja zB beim Saturn wenn durch die Spikes die Encketeilung nicht mehr sichtbar wäre was ja einen schönen Nachteil darstellen würde.

CS!
Michi
 
Re: Taukappe mit 2 Drähten fürs Spikes, welchen Dr

Hallo,

Hmm, diese Frage müßte ein Planetenbeobachter beantworten...ich kuck selten Planeten, hab daher erst recht keinen A-B-Vergleich gemacht, aus dem Gedächtnis heraus würde ich aber sagen, das zwischen meinem C8 und dem 10-Zoll-Newton jetzt kein bahnbrechender Unterschied in Sachen Planetendetails war...beide zeig(t)en bei Jupiter feine Streifen und bei Saturn Bauchbinde und Ringteilungen, Encke dabei Seeing- und Erfahrungsbedingt nur selten...SCs leiden im Gegensatz zu aktiv belüfteten Newtons mehr an Tubusseeing, vielleicht macht dieser Nachteil den Spike-Nachteil bei Newtons wieder wett, sodaß im Endeffekt wiederum ähnliche Öffnungen ähnliche Bilder liefern.

Sehen tut man die Spikes aber, sie sind aber viel kürzer und dicker als bei Sternen.

Zu dem Thema hat aber Portaball schon einiges geschrieben, einfach mal seine Berichte über die Suchfunktion orten lassen.


 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben