Starbucks
Aktives Mitglied
Hallo liebe Astrofreunde!
Hab heute mal meinen getunten Tchibo-Newton, den ich kürzlich (originalverpackt) von meinem Großvater geerbt habe, das erste mal richtig austesten können. So wie es aus der Packung kommt ist das Ding nicht zu gebrauchen. Mit ein wenig Tuning (danke Winnie, dein FAQ hat mir sehr geholfen!) kann man daraus jedoch ein wirklich brauchbares, wackelfreies und spaßbringendes Gerät zaubern. (Führungsstange in den Müll, Achsen gängiger machen, Schrauben festziehen und den Teil des Okularauszugs, der in den Tubus hinein ragt ausflexen und schwarz lackieren)
Als Shotgunrider diente mir das ebenfalls geerbte "Weltblick (also Quelle) 9X63" Dachkant-Fernglas. Kein Wunderwerk in Sachen Randschärfe, aber ansonsten schön verarbeitet und sehr nützlich.
Nun zu meiner Spechtel-Tour. Zunächst beobachtete ich schon am frühen Abend den Mond, vor allem an der Tag-Nacht-Grenze. Dies ist auch das einzige Objekt an dem man mit dem 4mm-Okular fast etwas anfangen kann.
Zwischen 21 und 22 Uhr ging es dann wieder zum Mond. Nachdem ich mich von dem Bann lösen konnte - wollte ja noch andere Himmelskörper besuchen - peilte ich Saturn an. Schon bei 35facher Vergrößerung konnte man auch den Titan erkennen. Bei 56fach sah man schon den Schatten des Saturn auf seinem Ring. Mehr ist bei der Vergrößerung und bei dem strahlenden Mond in der Nähe nicht drin gewesen. Das 4mm-Okular erwies sich als totaler Schrott.
Nun zum Mars. Der Mars zeigte sich als bei 56fach als fetter roter Punkt. Hier probierte ich das letzte mal das 4mm-Okular aus. Einfach sinnlos. Zum Glück ist ein 6,3mm-Okular schon auf dem Weg... Wenn es da ist, werde ich mich wieder an den Mars heranwagen. Ich möchte zumindest ein farbsaumfreies rotes Scheibchen sehen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/niemals.gif" alt="" />
Mit dem 9x63 schaute ich mir noch M42 und M45 an, dann ging ich ins Haus.
Nach 23Uhr ging ich wieder raus. Ich schaute mir erneut den Saturn an und schwenkte rüber zu M44. Am schönsten ist M44 bei 35facher Vergrößerung zu beobachten. Nun wollte ich mich an etwas schwierigeres heranwagen: M81 und M82. Es gelang nach einiger Zeit. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" /> Ich sah bei 56x die beiden Galaxien als trübe Flecken. Ich beobachtete die beiden noch eine Weile, da pfiff um ca. 23.56Uhr ein Objekt durchs Bild. Von der Geschwindigkeit und Helligkeit her könnte es durchaus ein Satellit gewesen sein. Ich meine es flog von M82 in Richtung M81. Ich wollte schnell mit dem Fernglas folgen, fand das Objekt aber nichtmehr. Nun war es auch schon wieder soweit den Jupiter aufs Korn zu nehmen. Klar zu sehen waren die beiden Streifen sowie Ganyamed, Io, Europa und Callisto.
Auf der Suche nach einem weiteren interessanten Objekt schaute ich mich noch mit dem Fernglas um und entdeckte ein nebliges Fleckchen, das ich nicht kannte, aber gerne näher sehen wollte. Schnell angepeilt und auf 56fach vergrößert stellte es sich als Kugelsternhaufen heraus, auch wenn das nicht so eindeutig war. Ich sah nur einen runden nebligen Fleck. Bei meinen Nachforschungen am Computer (Stellarium sei Dank!) identifizierte ich das Objekt eindeutig als M5.
Wenn der Mond nicht da gewesen wäre, hätte ich bestimmt etwas mehr erkennen können. Ein 3"-Newton ist natürlich kein Deepsky-Lichteimer, aber bei dunklem Himmel ist da gewiss noch mehr zu holen.
Mein Fazit: Mit dem Tchibo (in meinem Fall "Bob Galaxy") kann man eine ganze Menge Spaß haben. Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, kann man auch aus der azimutalen Montierung etwas Brauchbares machen. Mein Teleskop bleibt immer genau da stehen, wo ich es hin bewege, vor allem ohne Führungsstange! Da wackelt nichts, ausser ich spiele am Okular, aber nach einer Sekunde ist das Bild wieder ruhig. Die Bearbeitung des Okularauszugs hat sich auch gelohnt. Schaut mal durch euer Torpedo und schiebt dabei 2 Finger vor die Öffnung, da sieht man, dass das einen Unterschied macht! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Ich habe mich jetzt über 10 Jahre lang mit meinem 60/700er Refraktor geärgert, den ich als Kind geschenkt bekommen habe. Der Horror. Wenn ich damals einen so hergerichteten Tchibo-Newton bekommen hätte, hätte ich Freudensprünge gemacht und bei jeder Gelegenheit die Sterne beobachtet. Also, nich meckern, klotzen. Da kann man noch einiges rausholen. Das Gerät wird meist schlechter gemacht, als es eigentlich ist, bzw. sein könnte. Im Universum ist genug Platz für 12-Zöller und 3-Zöller. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />
Gruß,
Arne
Hab heute mal meinen getunten Tchibo-Newton, den ich kürzlich (originalverpackt) von meinem Großvater geerbt habe, das erste mal richtig austesten können. So wie es aus der Packung kommt ist das Ding nicht zu gebrauchen. Mit ein wenig Tuning (danke Winnie, dein FAQ hat mir sehr geholfen!) kann man daraus jedoch ein wirklich brauchbares, wackelfreies und spaßbringendes Gerät zaubern. (Führungsstange in den Müll, Achsen gängiger machen, Schrauben festziehen und den Teil des Okularauszugs, der in den Tubus hinein ragt ausflexen und schwarz lackieren)
Als Shotgunrider diente mir das ebenfalls geerbte "Weltblick (also Quelle) 9X63" Dachkant-Fernglas. Kein Wunderwerk in Sachen Randschärfe, aber ansonsten schön verarbeitet und sehr nützlich.
Nun zu meiner Spechtel-Tour. Zunächst beobachtete ich schon am frühen Abend den Mond, vor allem an der Tag-Nacht-Grenze. Dies ist auch das einzige Objekt an dem man mit dem 4mm-Okular fast etwas anfangen kann.
Zwischen 21 und 22 Uhr ging es dann wieder zum Mond. Nachdem ich mich von dem Bann lösen konnte - wollte ja noch andere Himmelskörper besuchen - peilte ich Saturn an. Schon bei 35facher Vergrößerung konnte man auch den Titan erkennen. Bei 56fach sah man schon den Schatten des Saturn auf seinem Ring. Mehr ist bei der Vergrößerung und bei dem strahlenden Mond in der Nähe nicht drin gewesen. Das 4mm-Okular erwies sich als totaler Schrott.
Nun zum Mars. Der Mars zeigte sich als bei 56fach als fetter roter Punkt. Hier probierte ich das letzte mal das 4mm-Okular aus. Einfach sinnlos. Zum Glück ist ein 6,3mm-Okular schon auf dem Weg... Wenn es da ist, werde ich mich wieder an den Mars heranwagen. Ich möchte zumindest ein farbsaumfreies rotes Scheibchen sehen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/niemals.gif" alt="" />
Mit dem 9x63 schaute ich mir noch M42 und M45 an, dann ging ich ins Haus.
Nach 23Uhr ging ich wieder raus. Ich schaute mir erneut den Saturn an und schwenkte rüber zu M44. Am schönsten ist M44 bei 35facher Vergrößerung zu beobachten. Nun wollte ich mich an etwas schwierigeres heranwagen: M81 und M82. Es gelang nach einiger Zeit. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" /> Ich sah bei 56x die beiden Galaxien als trübe Flecken. Ich beobachtete die beiden noch eine Weile, da pfiff um ca. 23.56Uhr ein Objekt durchs Bild. Von der Geschwindigkeit und Helligkeit her könnte es durchaus ein Satellit gewesen sein. Ich meine es flog von M82 in Richtung M81. Ich wollte schnell mit dem Fernglas folgen, fand das Objekt aber nichtmehr. Nun war es auch schon wieder soweit den Jupiter aufs Korn zu nehmen. Klar zu sehen waren die beiden Streifen sowie Ganyamed, Io, Europa und Callisto.
Auf der Suche nach einem weiteren interessanten Objekt schaute ich mich noch mit dem Fernglas um und entdeckte ein nebliges Fleckchen, das ich nicht kannte, aber gerne näher sehen wollte. Schnell angepeilt und auf 56fach vergrößert stellte es sich als Kugelsternhaufen heraus, auch wenn das nicht so eindeutig war. Ich sah nur einen runden nebligen Fleck. Bei meinen Nachforschungen am Computer (Stellarium sei Dank!) identifizierte ich das Objekt eindeutig als M5.
Wenn der Mond nicht da gewesen wäre, hätte ich bestimmt etwas mehr erkennen können. Ein 3"-Newton ist natürlich kein Deepsky-Lichteimer, aber bei dunklem Himmel ist da gewiss noch mehr zu holen.
Mein Fazit: Mit dem Tchibo (in meinem Fall "Bob Galaxy") kann man eine ganze Menge Spaß haben. Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, kann man auch aus der azimutalen Montierung etwas Brauchbares machen. Mein Teleskop bleibt immer genau da stehen, wo ich es hin bewege, vor allem ohne Führungsstange! Da wackelt nichts, ausser ich spiele am Okular, aber nach einer Sekunde ist das Bild wieder ruhig. Die Bearbeitung des Okularauszugs hat sich auch gelohnt. Schaut mal durch euer Torpedo und schiebt dabei 2 Finger vor die Öffnung, da sieht man, dass das einen Unterschied macht! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Ich habe mich jetzt über 10 Jahre lang mit meinem 60/700er Refraktor geärgert, den ich als Kind geschenkt bekommen habe. Der Horror. Wenn ich damals einen so hergerichteten Tchibo-Newton bekommen hätte, hätte ich Freudensprünge gemacht und bei jeder Gelegenheit die Sterne beobachtet. Also, nich meckern, klotzen. Da kann man noch einiges rausholen. Das Gerät wird meist schlechter gemacht, als es eigentlich ist, bzw. sein könnte. Im Universum ist genug Platz für 12-Zöller und 3-Zöller. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" />
Gruß,
Arne