Hallo Quanten,
dazu kann ich nur versuchen einen deutschen Optikhersteller wiederzugeben: die Herstellung von sphärisch gut korrigierten Objektiven mit Luftspalt und zwei Linsen ist wohl sehr aufwendig, da 4 Flächen in hoher Genauigkeit bearbeitet werden müssen und die Sondergläser teilweise schwierig zu bearbeiten seien. Außerdem sind die Partnergläser zu den ED Elementen recht teuer, wenn man das vernünftig ausführen will. Die Daten der Glasschmelzen unterscheiden sich wohl auch von den nachher tatsächlich gelieferten Werten. Das gilt natürlich alles auch für Dreilinser, aber da hat man vom Design her mehr Freiheitsgrade um eine gute Korrektur des Objektivs zu erreichen. Es gibt, bzw. gab ja langsame, visuell orientierte Zweilinser in sehr guter Qualität, aber selbst in der Kleinserie für die AOM war das wohl zu aufwendig. Eine Firma die Dank eigener Herstellung das Problem mit dem Glas nicht hat war LZOS, auch deren Zweilinser hat sich nicht lange gehalten. Takahashi ist ehr bei f7 oder f8 statt f10, die Farbtreue und Schärfentiefe reicht den meisten Käufern auch so und mit modernen Okularen sind schnelle Öffnungsverhältnisse auch für visuelle Zwecke gut zu gebrauchen.
Dazu kommt, dass schnelle Foto Optiken ehr Mode sind als langsame Zweilinser, die ehr visuell ausgelegt wären. Auch TEC verkauft vermutlich weiterhin mehr Optiken in f7 als in f10. Ohne jetzt eine Marktanalyse anzustoßen, dazu gab es hier mal einen tread in dem diskutiert wurde, was APM als nächstes auf den Markt bringen soll. Am Ende kam da der 152f6 Zweilinser und vermutlich der 7 Zoll Triplett heraus. Damals hieß es auch, dass ein 7 Zoll Zweilinser in vernünftiger Qualität nur zu einem Preis herstellbar sei, der am Markt dann nicht genug Nachfrage ergeben würde. Askar scheint sich mit den maschinell hergestellten Triplets in 7 und 8 Zoll ja mangels Qualität auch nicht durchzusetzen. Wobei es da schon Auswirkungen auf den Markt hatte, auf einmal wurden die besseren 7 Zöller aus chinesischer Fertigung ein ganzes Stück günstiger.
Die Chinesen müssen halt Masse machen, damit damit Geld verdient ist. Der ACUTER 90/900 und der von dir genannte 102f11 in ED oder SD sind schon Ansätze, dass auch das klassische Apo Konzept noch einen Markt hat. Eine weitere Einschränkung liegt bei größeren Geräten im Handling: Ein 5 Zoll oder 6 Zoll in ~f10 wird schon lang und der Hebel erfordert eine ordentliche Montierung. Transportierbar und Bezahlbar, damit Massentauglich ist m.E. bei einer EQ 6 Klasse Montierung Schluss.
Die kleineren, qualitativ höchstwertigen Hersteller trifft diese Problem nicht so: Wer das Geld hat sich einen TEC zu kaufen, hat auch das Geld für die passende Montierung.
Vielleicht kommen mit zunehmendem Satellitenverkehr und Lichtverschmutzung auch wieder visuell ausgelegte Optiken fürs Sonnensystem in Mode. Wer weis?
cs Alex