Teilkreise bei Montierungen . genauere Einteilung

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Gucker14

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Hallo

Die Teilkreise bei meiner Montierung sind an der Stundenachse 10 Minuten und bei der Deklination 3 Grad.

Gibst was Schlaues um die Genauigkeit zu verbessern, vielleicht im Stil alla Messschieber (Schublehre)?


Gucker14
 
Ja !

Ich habe es an meiner Skyview Montierung so gemacht:
10 Umdrehungen bei der manuellen Feineinstellung entsprachen bei der Deklination 30° und bei der Rektaszension 100 min.

Also entspricht eine Umdrehung 3° bzw 10 min.

Nur bei dieser Eichung habe ich die Teilkreise benutzt.
Aus den Koordinatendifferenzen zu einem hellen Stern kann man damit dann sehr gut Objekte blind einstellen.




Beispiel: M57(Ringnebel)(Rekt: 18.54 ; Dek: 33,0°)

Hier bietet sich Wega (Rekt: 18.37 ; Dek: 38,8°) als Ausgangspunkt an. Um von Wega zu M57 zu gelangen, muss das Teleskop um 17 min nach Osten und um 5,8° nach Süden bewegt werden. Dazu führst du 1 2/3 Umdrehungen an der Rektaszensionsfeineinstellung und nicht ganz 2 Umdrehungen an der Deklinationsfeineinstellung durch, dabei musst du natürlich auf die richtige Richtung achten. Wenn die Montierung einigermaßen eingenordet ist und du ein möglichst langbrennweitiges Okular für ein möglichst großes wahres Gesichtfeld verwendest, dann ist M57 jetzt zu sehen.

Gruß
Martin
 
hi

zu diesem thema hab ich auch einmal eine frage: ich habe mir auf mein explorer 285 von meade eine neue montierung bauen müssen, da meine alte kaputt war. wie funktioniert nun die ausrichtung. die RA-Achse ist fest. das heißt doch von meade schon geeicht, oder? ich muss doch meine montierung in richtung norden ausrichten, und auf den 48. Breitengrad stellen, da ich in diesem lebe. nun ist die ausrichtung doch erledigt. anschließend muss ich mir einen stern suchen, von dem ich die RA, und Dec.-daten weiß. diesen zentriere ich dann im okular. und nun meine frage. muss ich nun den Deklinationskreis auf null stellen, oder auf den des sterns. und ich habe noch ein problem. die RA-Achse stimmt nicht mit den RA-daten aus den büchern überein. Dass heißt, wenn ich mein teleskop z.b. auf einen stern ausrichte, müsste doch normalerweiße dann die RA-daten im buch mit dem schon vorgeeichten RA-kreis auf meiner montierung übereinstimmen. und das tut es nicht. hoffe auf eure hilfe

tschau
martin
 
Re: Teilkreise bei Montierungen . genauere Einteil

Hallo Martin,

ich weis nicht, wo du die Info her hast aber ich glaube nicht einen Punkt gefunden zu haben, der stimmt.
Fangen wir mal an:
die 48 Grad stellst du an der Latitude-Achse ein (das ist das Gelenk, mit der man die Montierung kippen kann)
Die RA-Achse ist die Stundenachse und kann verdreht/muß werden. Das ist die Achse, die vom RA-Motor für die selbsttätige Nachführung angetrieben wird
Die DEC-Achse sollte voreingestellt sein.
Wenn du das Teleskop nach Norden Ausrichtest, mußt du mit der RA-Achse erstmal nichts machen. DEC auf 90 Grad. Jetzt richtest du die Montierung auf Polaris aus (DEC-Achse wird nicht angefasst!). Hast du einen Polsucher, so nimmst du den, der berücksichtigt die Abweichung von Polaris vom Himmelspol. Die Höhe änderst du jetzt aber nicht mit der DEC Achse, sondern mit vorsichtigen Justierungen an der der Latitude-Achse.

Ist das geschafft, stellst du auf einen bekannten Stern. Die DEC-Achse sollte jetzt die richtigen Koordinaten des Sterns anzeigen. Die RA-Achse stellst du von Hand so ein, das hier die RA-Koordinate des Sterns angezeigt wird. Für unsere Halbkugel der Erde ist die Einteilung entgegen dem Uhrzeigersinn die richtige (ist aber Montierungsabhängig). Jetzt den Nachführmotor an und du kannst Objekte anhand von Sternkarten finden.
Das war die einfache Variante, ohne Einscheinern.

Edit: Sorry, Schreibfehler, zum finden des Polarsterns ist DEC natürlich auf 90Grad zu stellen.

Gruß

Ingo
 
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Re: Teilkreise bei Montierungen . genauere Einteil

Hallo Martin,

warscheinlich hast Du die Montierung richtig aufgestellt. Die RA-Achse ist allerdings nicht fest, das heisst sie wird ja durch Einstellen von 48° gekippt. Nun muß das Stativ so aufgestellt werden, daß diese gekippte Achse zum Polarstern zeigt. Zusätzlich gibt es meistens eine Feineinstellung, mit der nur das Montierungsoberteil auf dem Stativ verdreht werden kann. Zeigt jetzt die RA-Achse zum Polarstern, dann ist die Aufstellung korrekt. Für visuelle Beobachtung reicht es völlig, wenn das nur so "drübergepeilt" stimmt. Für Fotografie muß man genauer arbeiten (Polsucher, Scheiner-Methode).
Die DE-Achse ist jetzt von Ihrer Skala her geeicht. Das heisst wenn Du das Teleskop auf den Polarstern schwenkst, dann steht sie auf 90°. Schwenkst Du es auf den Himmelsäquator (Gürtel des Orion), dann steht sie auf 0°.
Es kommt allerdings vor, daß diese 0° und 90° vertauscht sind, und zwar dann, wenn man sein Teleskop zum Beispiel auf einer Doppelplattform montiert hat - dann ist das Teleskop nämlich um 90° gedreht, und so kann die Skala dann nicht mehr stimmen. Zu diesem Zweck haben manche Montierungen die Skala doppelt beschriftet, so daß 0° und 90° übereinander stehen.
Die RA-Skala kann erstmal nicht stimmen, das ist ganz normal. Denn die RA-Skala ist ja so geeicht, daß ihr Nullpunkt der Frühlingspunkt ist. Das ist im Bereich des Sternbildes Fische der Punkt, wo sich die Ekliptik mit dem Himmelsäquator schneidet. Aber dieser Nullpunkt rotiert ja scheinbar jeden Tag einmal um uns herum (eigentlich dreht sich ja die Erde drunter weg). Und das bedeutet, daß die Skala quasi von Minute zu Minute weiter gedreht werden müsste. Deshalb musst Du die RA-Skala erstmal eichen, das heisst Du stellst mit dem Teleskop einen hellen Stern ein, dessen RA-Koordinate Du aus einem Buch, Katalog oder Astroprogramm kennst. Dann drehst Du die RA-Skala auf die richtige RA-Korrdinate. Normalerweise kann man die RA-Skala dazu durch lösen einer Klemmschraube einstellbar machen.
Dann ist die RA-Skala geeicht und kann verwendet werden. Allerdings weil sich der Himmel ja weiterdreht, wandert auch der Frühlingspunkt weiter!
Jetzt kommt es auf die Bauart Deiner Montierung an: Wenn Du an der biegsamen Welle für RA drehst bzw. den RA-Motor laufen lässt (z.B. auf 32x), und sich dadurch dann die RA-Skala im Wert verändert, dann würde am Himmel folgendes passieren: Du stellst einen Stern ein und stellst seine RA-Koordinate ein. Der Himmel dreht sich langsam weiter, und Du folgst diesem Stern, entweder indem das eine Motorsteuerung alleine macht, oder indem Du am RA-Handrad drehst. Der Stern behält aber seine Himmelskoordinaten, blos nun ändert sich die RA-Marke an der Montierung. Das heisst, nach einigen Minuten ist Deine Eichung der RA-Skala zum Teufel, sie hat sich verstellt!
Es gibt nun ein paar Montierungen, bei denen sich die RA-Skala nicht verstellt, wenn der Motor läuft oder an den Handrädern gedreht wird. Das bedeutet, daß die Eichung der RA-Achse richtig bleibt, wenn ein RA-Motor das Teleskop mit einfacher Geschwindigkeit dem Himmel nachführt. Nur wenn man mit dem Motor Korrekturbewegungen macht, verstellt sich die Skala. Man muß herausfinden, ob die eigene Montierung entsprechend clever gebaut ist. Wenn nicht, muß man zum Benutzen der Skala sie jedes mal mit einem Referenzstern neu einstellen.
Übrigens, auch die RA-Skala hat eine doppelte Beschriftung, jeweils von 0 bis 23 Uhr, einmal im Uhrzeigersinn, einmal gegen den Uhrzeigersinn. Eine Skala davon ist für den Nordhimmel, eine davon für den Südhimmel. Auf den Nordhalbkugel ist die Skala die richtige, die größer wird, wenn man das Teleskop von Süden nach Osten schwenkt, also praktisch entgegen der natürlichen Himmelsbewegung.

Clear Skies
Sven
 
Re: Teilkreise bei Montierungen . genauere Einteil

hi

danke für die antworten, sie helfen mir teilweise gut weiter. aber ich habe mal eine frage, da die neue montierung anders aufgebaut ist, wie meine alte. ich habe eine achse die von 0°-90° geht. auf der kann ich die 48° durch kippen einstellen. dann habe ich eine achse, die von 0-23 innen und von 0-23 außen geht. das müsste die RA-achse sein. und dann habe ich noch eine die von 0123456789876543210123456789876543210 geht. das ist dann doch die Dec-Achse. und die achse die von 0-23 geht ist bei mir fest. die achse von 0123-3210 ist beweglich. also. beweglich sind beide, doch die blätter auf denen die zahlen stehen, ist die RA-achse festgeklebt und die Dec-achse beweglich. bei meiner anderen monierung war dies genau umgekehrt. und nun weiß ich nicht mehr, wie das ausrichten und nachführen geht.

tschau
martin
 
Re: Teilkreise bei Montierungen . genauere Einteil

Hallo Martin,

die 48° durch kippen scheinen richtig, die Achsen sind auch richtig erkannt. Stelle dann in Deklination (DE) 90° ein, und sorge dafür, daß dann im Teleskop (zumindest im Sucher) der Polarstern steht. Damit steht die Montierung grob richtig und das langt zum schauen. Von da an vergiß die Teilkreise und orientiere Dich an den Sternbildern.

Clear Skies
Sven
 
Re: Teilkreise bei Montierungen . genauere Einteil

Hallo Theo,
das Dingen am Messchieber nennt sich Nonius, und der Trick dabei ist dass du statt einer Markierung zum Ablesen eine "Gegenskala" (ich nenn das mal so) hast die einen Teilstrich mehr hat auf einem bestimmten Bereich. Wenn du dir also einen Aufkleber an die passende Stelle tust, der 11 Teilstriche hat auf dem Breiech wo deine bisherige Skala 10 Teilungen hat, dann kannst du dies wie beim Messchieber nutzen. Vieleicht sinds dann auch 6/7 Teilstriche bei 10 Minuten-Teilung.
Ich hatte mir sowas am Dobson dranngebappt, aber letztlich bin ich mit Starhopping besser hingekommen, so dass ich das garnicht mehr nutze. Auf ein paar Minuten genau bringt auch nichts weil es dann eh schon im Okular liegen sollte, und bald schneller auswandert als man einstellen kann.

Grüße
Ralf
 
Hallo Martin
Danke für deinen Tip. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Habe bereits fest an meiner Monti gekurbelt (Bis jetzt nur im Trockentraining, da sich wie üblich, wenns spannend wird, eine sinnlose Wolkenkette über Südskandinavien festgefressen hat). Die Umderehungen sind übrigens etwa gleich wie bei deiner Montierung. Praxisberichte folgen später.
 
Re: Teilkreise bei Montierungen . genauere Einteil

Hallo Ralf

Neben dem Kurbeln an meiner Montierung habe ich auch an die Weiterentwicklung der Feineinstellung mit dem Messschieberprinzipp via Nonius !guter Tip <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />)! gedacht. Die Frage ist nur die, was in der Praxis sinnvoll ist. Minuteneinteilung (statt 10 Minutenstriche) an der RA wirken vernünftig (oder?). Macht eigentlich eine Sekundeneinteilung wirklich Sinn ? Ähnliches gilt wohl auch für den Deklinationsring. Da ist nur eine 3,3 Gradeinteilung (also drei Striche zwischen den vollen 10ern ( 0,10, 20,30,...) eingezeichnet.Was bringen 10tel Gradeinteilungen wirklich ?
 
Re: Teilkreise bei Montierungen . genauere Einteil

Hallo Theo,
ich denke dass zuviel Genauigkeit dort nicht viel Sinn macht. Eine Genauigkeit von einem halben Grad bedeutet vieleicht weniger als der halbe Sichtbereich im längsten Okular. Das dürfte zum Auffinden zumeist schon reichen. (ok, bei dunklen kleinen Objekten will man es genauer)
Dann kommt hinzu dass, wenn du keine Motorisierung hast, das eingestellte ja recht bald aus dem Blick rausläuft. Eine Einstellung auf Bogensekunden macht da sicher keinen Sinn. Ausserdem setzt das voraus dass du deine Montierung entsprechend genau ausgerichtet haben musst, sonst liegst du ja doch nur präzise daneben. Also ich denke mal dass es wenig bringt ob du nun auf eine oder 10 Minuten genau einstellst.
Die 3,3°-Teilung kommt mir aber etwas seltsam grob vor. Bist du dir sicher dass das die Deklination ist ? Vieleicht ist das auch eine der Achsen zum Ausrichten der Montierung. Da ich nicht deine Montierung habe kann ich da nur spekulieren.

Grüße
Ralf
 
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