Teleobjektiv bis 300mm

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VolkerBon

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Hallo Leute,

ich bin neu hier und benötige eure Fachkenntnis!! Ich habe bisher immer nur die Milchstraße mit einem Weitwinkel Fotografiert. Nun will ich mir aber ein Teleobjektiv bis max 300mm kaufen um vielleicht mal sowas wie Andromeda zu Fotografieren. Habe bereits eine Nachführung (Star Adventurer) und wollte mal von euch wissen welches Objektiv 200mm oder 300mm ihr empfehlen könnte für Sony Alpha Kameras. Ins Auge hatte ich z.B. das Sigma 70-200mm F2.8 DG OS HSM Sports mit Adapter gefasst. Hat da eventuell jemand Erfahrung gesammelt? Bin sehr neu in dem Thema und habe keine Ahnung!

Ich bedanke mich im Voraus für eure Antworten!
 
Hallo Volker (?),

Astrofotografie mit Teleobjektiven liegt eigentlich ja nahe. Ich habe aber festgestellt, das Teleobjektive (auch hochpreisige), die bei Tag ganz prima abbilden, in der Astrofotografie kaum wirklich brauchbare Ergebnisse liefern. Das gilt umso mehr, je mehr Linsen im Spiel sind. Zoom Objektive haben meist deutlich mehr Linsen als Festbrennweiten. Da jede Glas/Luft Fläche einen Lichtverlust bedeutet und viele Linsen schwieriger zu zentrieren sind, hat man damit eher mal Pech. Zudem muss ich sagen, dass es, meiner Meinung nach, nur ganz wenige Objektive gibt, die bei Offenblende Sterne vernünftig abbilden können. Abblenden um 2 Stufen ist eigentlich pflicht. Im Sony Biotop kenne ich mich nicht aus, aber für Canon fällt mir z.B. das 200mm f2.8 L ein. Das soll ziemlich gut sein, kostet aber auch.

Du kannst z.B. auf Astrobin nach Bildern suchen, die mit einem bestimmten Objektiv gemacht worden sind. Ich finde, so richtig lohnt sich ein Objektiv als Teleskopersatz eigentlich nur, wenn man es auch am Tage einsetzen möchte/muss. Für das Geld, dass ein ordentliches abbildendes Objektiv kostet, bekommt man fast immer schon einen APO/ED. Da ist dann auch das Fokussieren auf Astrofotografie ausgelegt und oft deutlich einfacher als bei einem (Autofokus-) Objektiv.

Für Deine angefragte Brennweite könnte z.B. der Red Cat 51 APO in Frage kommen. Im Netz gibt es viele Test und Informationen dazu, schau Dich einfach mal um. Ich finde den kleinen sehr sympathisch :)

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Volker,

Zoom würde ich mal von vorn herein lassen, wurde schon angegeben, die vielen Glas-Luft-Übergänge kosten Licht und helfen tut der AF meistens auch nicht. Eher im gegenteil, die sehr lose geführten Fokusmechaniken sind im vorliegenden Einsatz eher hinderlich.

Ich würde zur Festbrennweite greifen, entweder von vorn herein analog (z.B. Pentax67 4.0 300 ED IF, das nachgewiesener Maßen sehr gut ist) oder auch AF, wenn eine manuelle Fokussierung möglich ist. Adaptierung an die Sony sollte kein Problem sein. Geh mal auf Astrobin, dort sind viele Fabrikate und Typen vertreten und man kann sehen, was dabei raus kommt.

CS
Jörg
 
Ich bin momentan auch an analogen festbrennweiten drann.
Allerdings an einer EOS, die vom Auflagemaß (Abstand Objektivbajonett zu Sensor) sehr UNkritisch ist.
Das betrifft vor allem den so wichtigen Endlosfokus.
Wie das bei einer Sony ausschaut weis ich nicht.

Ich habe auch auf Astrobin und Flickr Fotos raus gesucht.
Alle folgend genannten Objektive sind M42 Anschluß und erfordern einen Adapter OHNE !!! Glaswegkorrektor.

Meine Wahl viel zunächst erst mal auf ein 135mm f/3.5 Zeiss Sonnar. Was ich mir auch bestellt habe.
Ist aber noch nicht eingetroffen. Ca.65€

Das gibts auch als 2.8er. Glaube von Pentacon Dresden.
Aber da gefielen mir die Aufnahmen nicht so gut wie Ergebnisse mit dem 3.5er.
(Pentacon Dresden, Meyer Görlits sind Abkömmlinge von Zeiss Jena nach einer Firmenaufspaltung)

Weiter im Blickfeld liegt das 200 f/4 Pentacon. Hatte auch durchweg schöne Aufnahmen auf Astrobin.
Ca. 80€

Im 400er Bereich liebäugel ich im Moment mit dem Beroflex 400/6.0 (Auch Wundertüte genannt)
Das Beroflex gibt es als M42 oder als T2 Anschluß.
Da solltest du darauf achten das es ein 67mm Glas ist und nicht ein 72er.
72 macht Augenscheinlich erst mal mehr Sinn im Sinne von Größere Öffnung.
Soll aber am Ende schlechter Abbilden. Auch ca. 80€.

Auch würde ich persönlich kein Abkommling davon kaufen.

Der Grund dafür ist erst mal nur hören/sagen (schreiben/lesen ^^)
Da ich diese Aussagen weder bestätigen noch unterstreichen kann, distanziere ich mich davon und hab nur eine persönliche
Meinung dazu.

Das Beroflex war das erste. Und schlug recht gut ein am Markt.
Dann wollten ander ihr Label auf das gleiche Produkt haben.
Dadurch stieg die Massenproduktion und es SOLL sich eine größere Serienstreuung daraus entwickelt haben.
Man kann also mit einem Abkömmling genauso Glück haben. Oder aber auch nicht.

Eine nette Anlaufstelle für analoge Objektive (gerne liebevoll Altglas genannt),
ist Analog Lounge.


Gruß
Markus
 
Hallo Markus, Jörg und Michael,

erstmal vielen Dank für eure sehr ausführlichen Antworten. Ihr habt recht, das SIGMA 200mm hab ich erstmal auf Eis gelegt bzw. werde ich für Tagaufnahmen bestellen.

Das Red Cat 51 APO habe ich mir angeschaut und es sieht auch wirklich sehr sexy aus. Da muss ich nochmal drüber nachdenken denn auf Astrobin weisen viele Bilder komische Linseneffekte bei großen leuchtenden Punkten auf, finde ich als Amateur zumindest ;)

Ich habe jetzt den Tipp von Markus befolgt und erstmal das 135mm f/3.5 Zeiss Sonnar und das 200mm f/4 Pentacon mit Adapter von M42 auf Sony E-Mount bestellt und bin sehr gespannt was das Altglas drauf hat! Danke nochmal für diese wirklich günstigen Tipps!

Wenn ihr wollt kann ich euch über die ersten Ergebnisse auf dem Laufenden halten.

MFG

Volker
 
Hallo,

was ich Dir auch empfehlen kann, für kleines Geld, ist das Pentacon 4.0/300, vorzugsweise mit schmalem vorderem Tubus (Gewinde E86) oder das Pentax 67 4.0/300, dazu brauchts allerdings einen Hack wegen der Stativaufnahme. Beide sind für rel. kleines Geld zu kriegen aber optisch gut.

Was Dir helfen kann, die Farbsäume nieder zu halten ist ein L-3 Clipfilter, also ein Luminanzfilter, der das Spektrum etwas beschneidet.

CS
Jörg
 
du solltest zuerst mal abschätzen, wieviel geld zu ausgeben möchtest.
dann, mit welchen objekten du einsteigen willst. je weniger brennweite, umso einfacher ist auch der einstieg. und auch meistens günstiger.
finger weg von zoom-objektiven. autofokus brauchst du nicht. wie bereits geschrieben sind diese nicht sehr lichtstark und oftmals nicht gut korrigiert. dh, du kämpfst mit bildfehlern herum. das macht auch keinen spaß.
bei sämtlichen objektiven gibt es auch noch die serienstreuung. du kannst ein perfektes erwischen oder ein mieses. einfach glück. meistens bemerkt man dies dann nach der perfekten nacht - ärgerlich.
empfehle dir bei den brennweiten:
14mm 2.8 für wirklich weites feld. kann man mit landschaft kombinieren.
50mm mit 1.8 oder 2.8 - die gibt es günstig. für übersichten und milchstraße.
135mm für große objekte (andromeda, orion, diverse nebelgebiete).
ab 200mm wird es an deiner montierung eng, dann musst du perfekt nachführen, um halbwegs belichtungszeiten zu erhalten. unter 2 minuten solltest du nicht kommen pro aufnahme. je länger, je besser.
solltest du ein objektiv gefunden haben, nicht blind zuschlagen, im web mal nach erfahrungen und bildern googeln. nicht die bilder bei den herstellern, "echte" bilder suchen und vor allem in den ecken bewerten.
meine erfahrungen:
walimex / samyang: manuelle objektive, erstklassig bei preis/leistung (hatte ein 14/2.8)
sigma apo: auf der bucht um wenig geld zu haben, lichtstark, fast fehlerfrei. (habe ein 180/2.8)
canon 200/2.8 L: dürfte große streuung geben, viele lieben es, das teil vom kollegen hat chrom. abberation auf hohem niveau. nicht gut, blauer saum um sterne.
nikon 50/1.8: lichtstark, sehr günstig, etwas chrom. abb, koma in den ecken. für 50mm jedoch ok. (hab ich)
nikon 28/2.8: finger weg

achja, der redcat ist sicherlich ein gusto-stück. aber nicht gerade günstig. den würde ich mir aufheben, bis die ersten erfahrungen gemacht wurden.

so, das war mein senf dazu...
grüße,
andreas
 
Moin,

statt des Canon eher das Pentax 2.8 200 mit dem grünen Stern... Das ist ebenfalls sehr gut, hat aber die Streuung nicht. Und ist sogar noch etwas kleiner.

CS
Jörg
 
Hallo Volker,

natürlich ist das liebe Geld immer die Frage der Fragen. Was willst Du ausgeben ?
Schau Dir mal den TS-Optics 61EDPH - 5-Element Flatfield Apo 61 mm Öffnung F/4,5 an !!
Da hast Du alles was Du brauchst.
Gruß
Frank
 
den kannte ich noch nicht. preislich aber auch nicht ohne. würde ich eher den red cap nehmen.
 
Sony Alphas sind noch unkritischer da da Auflagemaß mit 18mm bei E-mount geringer ist als bei vielen anderen Kameras.
Daher lassen sich im Prinzip fast alle Objektive mittels Adapter anschliessen.
Eine Festbrennweite ist wie schon geschrieben deutlich besser.
Allerdings finde ich 300mm für den Star Adventurer und ohne viel Erfahrung schon sehr schwierig zu handhaben.
Ich verwende das Canon 200mm f2.8 und das geht ganz gut mit dem SA. Allerdings sind 120s Belichtung schon eine Herausforderung und das kriege ich nur mit Guiding hin. Viele Objekte kriegt man aber schon mit kürzeren Belichtungszeiten.

Ein kleines Teleskop braucht auch eine kleine Montierung da ist der SA schnell überfordert.
 
Hallo,

das mit dem SA bei solchen Brennweiten haben wir im Forum schon oft behandelt, auch wenn es immer wieder Kollegen gibt, die das hinbekommen ist es doch grenzwertig. Ich denke mir manchmal, dass ein kleiner 2-Achser wie die EQ 3-2 es da doch leichter hat. Dass man dann mit dem Guider auch mehr Möglichkeiten hat ist eine zusätzliche Sache.

CS
Jörg
 
Hallo Leute,

mit dem SA will ich nicht mehr wie 200mm, denke die 300mm sind einfach zu schwer. Es ist bei mir halt so das ich in der Stadt wohne und mein Balkon überdacht ist und so eine korrekte Ausrichtung nicht möglich ist. Somit muss ich also immer mit dem Auto los und mich in einem Feld o.ä. platzieren. Dazu kommt noch das deutsche Wetter was es sehr selten möglich macht eine Tour zu starten. Der Wolkenfilter wurde glaube ich noch nicht erfunden oder? ;)

Ihr habt mir sehr viele schöne Objektive gezeigt, danke dafür. Bisher habe ich nun ein 20mm f1.4 Sigma (wunderbar scharf), das Pentacon 200mm F4 und das Carl Zeiss Jena Sonnar MC 135mm f/3.5. Die beiden Altgläser habe ich für kleines Geld bei Ebay geschossen. (funktionieren per Adapter an der Sony auch ganz gut) Ich denke damit muss ich erstmal ein paar Versuche durchführen und Erfahrung sammeln.

Die EQ 3-2 habe ich mir auch angeschaut, da frage ich mich wie es mit der Stromversorgung aussieht!? Wie gesagt, habe keinen Garten und muss alles mit schleppen und Aufbauen.

Grüße vom Volker
 
Hallo,

die zur EQ gibt's ein Batteriekästchen, man kann aber auch einen kleinen Powertank nehmen, wie sie bei den Händlern in den Shops sind, die Teile haben zum Aufbauen meistens Licht und verschiedene Stecker, so dass man erstmal versorgt ist, wenn man ans Laden gedacht hat! Ein 1.8 50mm wäre noch schön, darf für wenig Geld auch ein Pentacon sein, oder ein Pancolar von Zeiss Jena.

ACHTUNG! An Streulichtblende denken. Die Blenden am Sonnar und am Pentacon sind viel zu kurz. Schwarze Pappe schafft da Abhilfe!

CS
Jörg
 
Ja Jörg Streulichtkappe ist ein gutes Stichwort.(y)
Die Jahreszeit in der die Linsen beschlagen ist schon da und das Thema Tauschutzkappe bzw. Tauband ist zu bedenken. Bei Tauband würde eine 12V Batterie (7-12Ah) gute Dienste leisten und auch noch eine EQ3 versorgen ;)
 
Moin,

zum Beispiel. Taukappe oder Streulichtblende ist immer wieder ein Thema. Die sollte so lang sein, dass sie gerade eben aus dem Bild ist, damit sie den Abstrahlwinkel für die Wärme gegen den Nachthimmel genau so wie den Einfallswinkel für Streulicht so gut wie möglich begrenzt. Die Wirkung wird immer noch massiv unterschätzt, übrigens auch am Tag!

CS
Jörg
 
Tauband ist zu bedenken. Bei Tauband würde eine 12V Batterie (7-12Ah) gute Dienste leisten und auch noch eine EQ3 versorgen

Wenn man nur eine Taukappenheizung/Objektivheizung nachrüsten möchte, sind die CooWoo auch eine Alternative.
Taukappenheizung USB 5V

Habe mittlerweile beide.
Die breite ungeregelte. und die schmale mit Stufenreglung.
Mit einer 12.000mAh Powerbank kommt man da gut durch die Nacht.
Die sollte aber 1 USB Anschluß mit mind. 2,1 A haben.

Bei der breiten ungeregelten, habe ich direkt einen PWM-Regler zwischen gebaut.
Für nicht bastler dann halt die Stufengeregelte Schmalere.
Genaue Messdaten zum verbrauch habe ich noch nicht von der Schmalen.

Die Breite hat aber glaub ich 1,6A ungeregelt.
ist also mit knapp über 3 Watt ausreichend als Objektivheizung.
Als Taukappenheizung evtl. doch besser nen Regler zwischen setzen, sofern die handwerklichkeit gegeben ist.

Gruß
Markus
 
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