Teleskop als Geschenk... noch einer mit dieser Idee braucht etwas Hilfe

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Nockenfell

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Servus zusammen,

wie es der Titel schon sagt soll das Teleskop ein Geschenk werden. Ist für meine Frau die sich recht dafür interessiert. Ich habe in den letzten Tagen versucht mich etwas in das Thema einzulesen. Diverse Threads hier im Forum, deepsky-brothers.de, scopreviews.com. Aber das ist alles so komplex und vielseitig das mit jedem weiteren Artikel den ich lese meine Ahnung von der Materie gefühlt weniger wird. Frei nach dem Motto: "Je mehr ich weiß, umso mehr weiß ich das ich nichts weiß".
Ich habe auch den Thread hier gelesen wo ein Mädel auch nach einem Teleskop als Geschenk für ihren Freund gesucht hat. Aber dashat mir leider auch nicht recht weitergeholfen. Auch ist mein Budget da etwas anders. So habe ich mich jetzt doch hier angemeldet um einfach mal freundlich um Rat zu fragen. Vielleicht komme ich ja so doch noch auf einen grünen Zweig.

Fürs Grundsätzliche habe ich mal diese Vorlage hier geklaut und ausgefüllt:

Die persönliche Beobachtungssituation:

1. Hast du einen festen Platz zuhause, oder musst du das Teleskop wohin transportieren?
... Soll transportabel sein. Wird eher für die Nutzung aufgebaut und dann wieder abgebaut bzw. verstaut. Es sollte auch in ein Auto rein passen.
2. Ist dieser Platz groß (draußen) oder klein (Balkon, ...)?
... Draußen
3. Ist an diesem Platz Strom vorhanden?
... Zu Hause im Garten ja, irgendwo in der Pampa nicht
4. Beobachtest du in der Nähe einer Stadt (eher hohe Lichtverschmutzung) oder auf dem Land (eher niedrige Lichtverschmutzung)?
... Vor unserem Garten (in einer kleinen Siedlung) verläuft auch eine Straße. Die Starßenbeleuchtung ist zwar inzwischen auf LED umgestellt und daher nach unten gerichtet. Aber so richtig dunkel ist es leider nicht. 300m Luftlinie entfernt im Hof eines guten Freundes ist es dank fehlender Straßenbeleuchtung aber viel Dunkler und wenn ich dort abends bei einem Bierchen sitze ist der schwarze Himmel voller kleiner Punkte.
Das Teleskop sollte natürlich auch bei uns im Garten genutzt werden können. Aber auch gerne mal wo hin mitgenommen werden wo es noch mal ein Stück dunkler ist.
Insgesamt wohnen wir aber doch eher ländlich, also mit weit weniger Lichtsmog als direkt an einer großen Stadt. Laut der lightpollutionmap sind wir in einem blaß-grünen Bereich, also mit sehr moderatem Lichtsmog. Und wenn ich 2-3km raus in die Pampa fahre stehe ich komplett im dunklen.

Visuell oder Fotografie:

1. Möchtest du mit deinem eignen Auge durch das Teleskop sehen, oder willst du Fotos von den Objekten machen?
... Meine Frau sicherlich einfach nur durchsehen. Das ist auch erst mal der primäre Einsatz. Ich selbst bin aber ein alter Hobbyfotograf und würde natürlich auch zu gerne mal ein paar schöne Fotos machen. Soweit ich das hier bis jetzt gelesen habe ist das aber wohl einen eigene Welt. Ganz aus dem Auge lassen würde ich das Thema aber trotzdem nicht. Also wenn ich meine EOS 5d Mk IV vernünftig an das Teleskop anschließen könnte wäre das natürlich eine ganz feine Sache.

Die Dinge, die du beobachten willst:

1. Sonnensystem, d.h. Mond, Planeten, Sonne?
... Ja, in erster Linie ist meine Frau an Planeten interessiert.
2. Deepsky im Detail, d.h. kleine Galaxien, planetarische Nebel, Kugelsternhaufen?
... Wäre schöne wenn das auch einigermaßen ginge
3. Deepsky großes Feld, d.h. ausgedehnte Nebel, große Galaxien, offene Sternhaufen?
... Eher am wenigsten interessant

Dein Budget:

1. Wie groß ist dein Budget für das gesamte Equipment, d.h. Teleskop, Montierung, Okulare, evtl. Transportkoffer, evtl. Kamera, evtl. Laptop, evtl. Filter etc.?
... Hier würde ich eher mal nur das initiale Budget für das Geschenk angeben. Was dann vielleicht später noch dazu gekauft wird kann ich noch nicht sagen. Wenn sie das Teleskop wirklich viel nutzt und Freude daran hat kann man ja immer wieder etwas dazu kaufen. Es kommen ja noch weitere Geburtstage, Weihnachten, Hochzeitstage oder auch einfach mal so. Dann gibt es statt Blumen halt mal ein Okular :)
Wie ich das bisher so sehe scheint die Astronomie ja per Definition ein richtiges Hobby zu sein. (Definition Hobby: Wie man mit dem größten finanziellen und zeitlichen Aufwand den geringstmöglichen reelen nutzen erreichen kann ;-) )

Also so initial würde ich für das Geschenk so 500-1000€ veranschlagen. plus minus a Bisserl was. Es soll sich halt schon noch in einem vernünftigen Rahmen halten und Geld muss man ja nicht zwingend mit Gewalt raus schmeißen.


In dem anderen Thread bezüglich Teleskop als Geschenk kam mehrfach der Rat eines Gutscheines. Grundsätzlich sicherlich nicht verkehrt, aber ein Gutschein ist eigentlich der Inbegriff von unpersönlich und zeigt meist das sich der Schenkende sehr wenig Gedanken gemacht hat. Außerdem kenne ich meine Frau lange genug um zu wissen das sie von einem Gutschein sehr enttäuscht wäre.

- Also wie oben schon beschrieben sollte das Teleskop so portabel sein das meine Frau das Teil auch alleine ins Auto bekommt wenn sie damit einfach mal in die Pampa fahren will. Zumeist wird es aber wohl bei uns im Garten aufgebaut.
- Es sollte zum Planeten schauen sein, aber auch "etwas" Deep-Sky schauen ermöglichen
- Erst mal zur visuellen Beobachtung. Wenn ich später noch eine Möglichkeit nachrüsten kann um meine EOS dran zu flanschen wäre es aber schön. Dann hätte ich auch was davon.
- Es soll kein "Glump" sein, aber halt auch nicht gleich das Feinste vom Feinen. Mit Maß und Ziel halt.
- (Sofern das noch einigermaßen im Budget bleibt)... So eine Montierung mit automatischer Zielführung wäre schon schön. Ich bin von Berufs-Wegen Nerd und stehe auf technische Spielereien. Und meine Frau mag so was eigentlich auch recht gerne. Wenn dadurch der Preis für die Montierung gleich so steigen würde das dann beim Teleskop richtig Abstriche gemacht werden müssten dann eher nicht. Kann man ja vielleicht auch mal im Nachgang noch nachkaufen / nachrüsten.
- Wenn wirklich ordentlicher Zustand wäre auch ein Gebrauchtkauf ok. Es muss nicht immer neu sein. Aber wenn man wie ich hier bei diesem Thema quasi keine Ahnung habe wüsste ich nicht nach was ich suchen muss und man könnte mir wahrscheinlich alles andrehen.

So. Also sry erst mal für so viel Text zum lesen. Aber ich wollte halt möglichst viel Infos geben.
Vielen Dank schon mal für eure Tipps.
Grüße aus Niederbayern,
Oli.
 
Hallo Zusammen, Oli
wenn ihr beide beobachten wollt und erst mal nur den betrag ausgeben wollt der beschrieben ist. mein Meinung einen Dobson für alles andere währe sicher das Doppelte oder das 3 mit 000 rechnungsfähig. ich gab für das Celestron Nexstar Evolution mit Starsense etwa so viel aus. die kann ich nur für Visuelle Beobachtung empfehlen. sonnst wird Teurer wie bei mir nur als Hinweis.
Celestron / Skywatcher/ oder einen Tubus nach Wunsch mit der EQ Montierung Ioptron da müsst ihr aber einwenig rechnen da nicht alle EQ oder AZ Montierungen für euer Bedürfnis ein planen müsst.

als Beispiel meine EQ Montierung Avalon M-Uno aus Italien = 25 Kg Visuelle oder 20 Kg Fotografisch lassen sich damit koppeln beim Fotografieren ist schnell mehr dran als beim Beobachten mit dem Auge. aber die kommt nur bei sehr wenigen in Betracht ausser man spart (wie Ich es machte) +- 2 Jahre lang hin. die hat eine 8 und 000 am ende alles in Schweizer Franken gerechnet.

Cs *entfernt*
ich wünsch euch alles gute beim Suchen und macht im Marktplatz einen Auftrag: Wir suchen ein Teleskop..... da wird sich betimmt Melden.
sonnst hier im grossen WWW gibt es auch noch ein Paar Shops die in DE zuhause sind nur um mal Adressen nennen
Astroshop.de, teleskop Service/ Express.de (beim zweiten weiss ich nie so recht wie er sich nennt.. entschuldigt. den müsste ich mal speichern in mein WWW Ordner)
 
Hallo Oli,

Planeten brauchen Brennweite und automatische Nachführung und dann auch Strom (mindestens Akku). Transport braucht kleinstmöglichstes Gewicht und schnell aufbaubare Montierung. Parallaktisch w/ geplanter EOS Fotografie.

Ich sehe bis 1000 EUR gesamt da visuell nur 127/1500 Maksutov auf mindestens EQ5 auf Stahlstativ.

Beide trägst Du allerdings nicht per Hand 300m weit - den Mak & Okularkoffer alleine schon.

Alternative bei den häuslichen Lichtverhältnissen ist EAA. Dann bist Du im Budget, kannst Planeten in hoher Auflösung genau wie sehr viele DeepSky Objekte gemeinsam mit Deiner Frau am Bildschirm (im Warmen im Winter!) betrachten und die Fotos und/oder erzeugten Videos sofort speichern.

Da kostet die Grundausstattung auf Basis Sky Discovery GOTO Wifi mit Montierung+Stahlstativ (350 EUR), 80/560ED Refraktor (400 EUR), 1920x1080 CMOS Kamera mit IMX290 Chip (150 EUR) zusammen ca. 900 EUR Straßenpreis.

Habe diese Konfiguration bei mir im Einsatz.

Weitere Infos dazu: http://www.waloszek.de/astro_sw_star_disc_2_d.php

Gruß,
Peter

PS: Bin noch dabei meine Marsbeobachtungen auszuwerten, die ich mit dieser Kombi gemacht habe. Ergänze das später mit Bild(ern).
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Oli,

du musst auch bedenken, dass im Moment viele Geräte nicht lieferbar sind, teilweise bis 2021 nicht.
Eigentlich soll man nichts empfehlen, was man selbst nicht hat. Darum hoffe ich, hier nicht daneben zu liegen.

Grab + Go ist wichtig für deine Frau.
Du willst etwas technisches zum rumspielen.
Das Celestron NexStar 5Se - 125/1250mm Schmidt Cassegrain würde fast ins Budget passen.
Du brauchst aber noch 1-2 günstigere Okulare dazu und eine Stromversorgung (KFZ Stecker sollte möglich sein, oder Netzteil).

GoTo, Nachführung, Kamera wahrscheinlich anschließbar.
5" Öffnung mit 30% Abschattung zeigt schon etwas an Planeten und Mond.
Offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen und einige planetarische Nebel, Doppelsterne.

Das Problem ist, sobald es größer werden soll um mehr Details zu zeigen, wird es teuer, unhandlicher oder andere Kompromisse.

Ich denke, das wäre ein ordentlicher, unproblematischer Einstieg.
Und wenn du hier gelesen hast, wird auch oft gesagt, "die richtige Empfehlung" kann man kaum geben,
weil sich die Interessen weiter entwickeln.

Gruß Martin
 
da liegen wir beide nicht Falsch Martin. Danke.
einen Hinweis den ich erhalten habe ist alles unter einem 15 cm Spiegel sollte nicht angeschafft werden... bei Linsen Teleskope ist das anders. oder ist das veraltet? ich hatte einen Celestron 114 mm / mit brennwei.1000 mm und damit sah ich Saturn nicht mal mit den Ringen ok der Spiegel war auch nicht perfekt geschliffen. hingegen mit meinem C8 EHD die Cassini Teilung am Saturn das war ein Erlebnis. meins ist eben nicht gerade leicht zum Transportieren. +- 30 Kg im ganzen

CS *entfernt*
 
Ich weiß nicht, ob man das so pauschal sagen kann (nicht unter 150mm anfangen).
Alles, egal, womit man anfängt (in dem Budgetrahmen) ist ein Kompromiss.
Die Transportierbarkeit allein für die Frau, und das Interesse an "Technik" und etwas Foto haben mich zu dieser Empfehlung veranlasst. Aus rein ökonomischer Sicht (möglichst viel Öffnung für das Geld) stünde wieder der obligatorische 8" Dobson als Empfehlung. Aber der passt nicht in das Anforderungsprofil wie ich es verstanden habe.
Es kommen aber sicher noch andere gute Vorschläge!
 
schau dich um hier im Forum. es gibt Hammer Fotos von Kollegen die arbeiten nur mit Dobson Teleskope + Zeigen das es auch ohne EQ Montierung geht.

zu euch passt ein schöner Dobson mit Transport Möglichkeit bestens in den Garten. das ist ein guter + - und macht euch beide Glücklich.

CS
*entfernt*
 
Hallo Oli,
für Dich und Deine Frau wäre meine Empfehlung: Warten bis die einschlägigen Läden (wieder) geöffnet haben und dann vor Ort a) Beratung und b) Eindruck verschaffen von Größe, Gewicht und Handhabung wie z. B. Kollimation {Justierung} von Newtons nach dem Transport im Fahrzeug etc.
CS
Dieter
 
Ich werfe nochmal was rein, passt eigentlich nicht so ganz für die genannten Anforderungen Richtung "Technik".
Aber ein 6" Newton auf einem Stativ und einer manuellen AZ Montierung ist auch was Feines.
Link zu einer Giro II AZ Montierung

Wenn es etwas größer werden soll, hier war auch eine günstige AYO-II Montierung im Bietebereich, die sicher noch etwas tragfähiger wäre.

Das Thema manuelle AZ Montierung auf Stativ + Teleskop kommt oft etwas zu kurz.
Der Vorteil: sehr gut transportabel und ggfs. auch geeignet mal ein anderes, etwas größeres Teleskop drauf zu setzen. Nachteil: kein GoTo, keine Nachführung, keine Technik.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Oli,

ich würde noch ein gebrauchtes C8 in die Runde werfen, passt für den von Dir genannten Einsatzzweck recht gut, und für unter 1000€ bekommt man auch oft ein Exemplar mit Montierung. Eines habe ich zum Beispiel bei kurzer Suche gerade auf Kleinanzeigen gefunden. (Celestron Super 8). Ist meines Erachtens schon 'ne Menge Teleskop für's Geld.

LG Michael
 
Hallo Oli,

ich selbst habe ein 114/900mm Newton, GSO 8" F6 & 12" F5 Dobson.
Mit dem 114 er habe ich vor vielen Jahren angefangen. Wenn ich heute vor der Wahl des ersten Telekops stünde, würde ich mit Preis-Leistungs Gedanken, ganz klar den 8" F6 Dobson nehmen.
Ich beobachte auch im Garten und lagere das Teleskop in der kühlen Garage.
Der Aufbau ist sehr leicht. Rockerbox hinstellen, Tubus einhängen, fertig. Den8er kann man noch locker unter den Arm klemmen und der würde natürlich auch auf den Rücksitz vom Auto passen.

Fotos mache ich auch, siehe meine Bilder hier im Forum. Allerdings mit kleiner Astrokamera und Selbstbauplattform.

Gruß,
Holger
 
Ich habe iOptron CubePro als Montierung, das ist eine Alt-Az mit Goto, auch Batteriebetrieb möglich, kostete 380€, ist leicht, trägt 1 Teleskop zu 4kg und 2 Teleskope, zusammen 8kg (falls Du mal durch 2 Teleskope gleichzeitig fotografieren willst, zB).

Da Deine Frau gern Planeten gucken will und dazu ein Mak als Teleskop wohl schick wäre, ist Goto echt gut. Ich meine nämlich, durch ein Mak findet man als Anfänger erst mal irgendwie gaar nix, weil der Himmelsausschnitt so klein ist.
Dabei hilft das Goto, und natürlich beim entspannten Beobachten, wenn der Planet sonst ratzfatz wieder aus dem Okular laufen würde.

Aber wenn sie guckt, kannst Du ja nicht fotografieren... und andersrum auch. Braucht Ihr da nicht noch ein kleines Fernglas, das man/frau gut in der Hand halten kann?

CS Silver
 
Puh. Wahnsinn wie viel Antworten man hier gleich bekommt. Vielen Dank schon mal. Ich sitze leider immer noch im Büro fest, kann mir eure ganzen Tipps also leider erst etwas später genauer zu Gemüte führen. Aber das scheint schon wieder richtig viel Information zu sein die ich erst verarbeiten und auch verstehen muss. Auch die ganze Abkürzungen und Vorschläge... darf ich nachher alles erst mal googlen :)
Aber gleich noch mal eine Frage in den Raum: Was bedeutet denn bitte "CS"? Das was es im Netz meistens bedeutet wird es wohl nicht sein. Und bis ich weiß was es bedeutet bleibe ich so lange noch beim guten alten

LG,
Oliver
 
Hallo Oli,

und willkommen im Forum.

Mir kam auch sofort ein Maksutow-Cassegrain (MC) oder ein Schmidt-Cassegrain (SC) in den Sinn.
Beide Systeme sind kompakt und vom Gewicht her selbst bei 8" noch gut zu transportieren.
Ein MC wird etwas schwerer sein, da die Meniskuslinse etwas schwerer ist.
Mit beiden gehen Planeten und kompaktes DeepSky gut.
Beide haben auch nicht den recht hohen Anspruch an eine Montierung wie ein Newton oder Refraktor mit einer Brennweite von 750mm bis 1000mm. Diese bringen einen ziemlichen Hebel mit, im Gegensatz zu den MCs und SCs. Es ist nicht nur das Gewicht das die Montierung verkraften muss sondern eben der Hebel.
Beide Systeme können sowohl Alt/AZ oder parallaktisch montiert werden. Da Astrofotografie angedacht ist sollte es eine parallaktische Montierung werden. Mit Alt/AZ gehen halt "nur" Planetenvideos und deren Weiterverarbeitung.

Bei Deinem angedachten Budget kommt wohl nur ein 5"-er oder 6"-er in Frage.
Das Ganze dann auf eine HEQ-5 mit GoTo, wegen der Technikbegeisterung ;).
So weit ich weiß gibt es die HEQ-5 nur mit GoTo. Die EQ-5 wäre nachrüstbar, aber da könnte es mit der Fotografie eng werden.
Aber da können sicherlich andere mehr zu sagen.
 
Hallo Oli,

noch ein Nachtrag.
So passend ein SC oder MC für das gewünschte visuelle Beobachten, Planeten und kompaktes DeepSky, ist, so anspruchsvoll sind sie für die Astrofotografie im DeepSky-Bereich. Da nenne ich nur ein Stichwort, hohe Belichtungszeiten.
Da ist ein sehr exaktes Ausrichten der Montierung gefragt und ein sehr exaktes Guiding.

Grundsätzlich ist zu empfehlen visuell und fotografisch strickt zu trennen.
Stichwort, zweites Setup.
 
Hallo Oli,

Willkommen im Forum.

- Wenn wirklich ordentlicher Zustand wäre auch ein Gebrauchtkauf ok. Es muss nicht immer neu sein. Aber wenn man wie ich hier bei diesem Thema quasi keine Ahnung habe wüsste ich nicht nach was ich suchen muss und man könnte mir wahrscheinlich alles andrehen.
Um genau zu verhindern das ihnen was auch immer tolles Teil angedreht werden könnte bei dem riesen großen Chinatown Sortiment auf dem EU Verbrauchermarkt, kann ich nur ernst abraten second hand zu kaufen.
Sollte es ein Marken Okular sein, in Richtung Televue, vielleicht auch mal ein Baader, um nur mal die aus dem Stehgreif bekanntesten zu nennen, kann man das machen. Kompletgeräte bei ihrem Budget wirklich besser nicht. Kann ich nur abraten. Es gibt sehr seltene gute Sachen, aber generel besser nicht wenn man sich nicht gut mit diesen Sachen auskennt und ein par Jahre Erfahrung schon gesammelt hat.
Für Planeten/Mond gucken mag ich sehr das TS ED 102/1122 f 11 Refraktor Teleskop. Das hab ich selber.
Ein 25mm und ein 8 mm Okular, Zenithspiegel, ein minimalen Sucher/Peiler vielleicht, und damit sieht man schon was ordentlich beim Mond und Planeten. Ne EQ 5 drunter ohne jegliche elektrische/elektronische Nachführung, dann passt das noch ins Budget, auch wenn es jetzt etwas schon drüber ist.
Nur einen Ratschlag für dieses Teleskop, nicht zuschicken lassen. Direkt im Geschäft kaufen, beim Transport kann es Probleme geben, und die Kartonage des Teleskopes lässt keine Rennfahrt bei den Lieferanten zu. Deswegen rate ich zum Geschäft auch was weiter weg zu fahren und direkt abzuholen.
In meinem besonderen Falle konnte ich das nicht, bin in Portugal, das ist zu weit weg.
Mit diesem sehr langen Teleskop sieht man sehr gut den Mond und die Planeten, Sternenhaufen und hellere DeepSky geht auch noch. Das Bild im Okular ist sehr klar und Kontrastreich, es ist ein Refraktor und hat somit keine Obstruktion im Strahlengang. Ich schieb das Teleskop locker hoch auf 200x bei Planeten und Mond, hab dir aber für den Anfang nur ein 8mm Okular geraten wegen der Austrittspupille am Okular, die damit noch bei 0.7mm freundlich sitzt.
Von 50mm und 35mm Übersichtsokularen halte ich nichts am Anfang, da sowieso zum Beobachten am Anfang mehr um die 25mm runter benutzt wird. So Sachen nimmt man dann später noch dazu, erstmal wenn möglich mit Leuten zusammenkommen und mal ein Okular von einen Kolegen probieren. f11 ist ein sehr gutmütiges Teleskop mit Okularen, das ist nicht so wie bei Lichtstarken(kleinere f Nummern, z.B. f7, f5) wo man tiefer in die Tasche greifen muss am Anfang um an der richtigen Seite dann zu sein.
Das mal soweit gesagt für Sterne und Planeten/Mond beobachten.
Fotografisch kannst du später für Planeten und Mond ne kleine ZWO nehmen, das geht auch auf ner manuellen Montierung, hab ich schon gemacht. Und das kostet nicht die Welt auf diese Weise.
Deepsky fotos, wird dann einiges teuerer, DeepSky visuell braucht dann mindestens ein 8Zoll Gerät, besser ab 10/12Zoll denken, wenn noch mehr besser.
Ich rate dir sehr Astrofoto alias Deepsky erst einmal zu trennen, das ist ein etwas längerer Weg ab ~2500€ aufwärts, vor allem aufwärts.

CS, Martin
 
Hi Oli
dass Du die Theorie und die Infos auch auf meiner Seite nicht einordnen kannst, ist schade, aber nicht so schlimm. Ohne praktische eigene Erfahrungen ist das nicht immer so einfach.
Wenn ich zusammenfasse, lese ich Planeten, DS auch, visuell und fotografisch soll auch möglich sein. Also eigentlich alles und das für 900 EUR.
Alles gut zu erfüllen, ist mit dem Budget kaum machbar.

Anders als Casati, bin ich der Auffassung, dass Planeten sehr wohl Öffnung brauchen. Nur mit genug Licht sind Oberflächendetails, die sich als Farbnuancen darstellen, erkennbar. Das ist eine Frage des Kontrastes.
Brennweite hingegen, braucht es nur bedingt. Passend zum Verhältnis Öffnung/Brennweite = f/x gibt es quasi alle Okularbrennweiten um die förderliche Vergrößerung (= Öffnung in mm) und mehr zu erreichen.
Planeten werden aus meiner Sicht interessant, ab 150 facher Vergrößerung, was im Rahmen Deines Budgets keinen Apo oder ED Apo zuläßt. Es bleiben daher Mak und Newton, da Fraunhofer ob des Farbfehlers auch ausscheiden.
Also könnte eine Kombo sein: EQ5 ( zunächst ohne Motoren) und dazu
127mm Mak - der ist dann aber sehr stark auf Planeten ausgelegt. oder
150/750 mm Newton - der ist etwas mehr auf Deepsky ausgelegt, kann aber ob der Öffnung am Mond und Planeten im Bereich 185 fach gut leisten, so er in Ordnung ist.
Verzichtest Du auf die perspektivische Elektrospielerei für den Momente brauchts keine parallaktische Montierung und Du könntest zum Dobson greifen. 150/1200 wäre die Planetenvariante die zudem recht preiswert ist. 200/1200 wäre das universellere visuelle Gerät.

Das wäre die Optionen. Wie immer rate ich vorher Probe kucken, denn ich aufgrund meiner Erfahrung mit Einsteigern, wird sich erst mit der Praxis zeigen, wohin Deine/Eure Reise wirklich geht.
CS
 
Hallo Oli,

finde ich eine tolle Idee, dass Du Deiner Frau diese Freude machen möchtest...so ging es bei uns auch los mit dem Hobby. Damals auch mit der “klassischen“ Variante Dobson 200/1200. Würde ich das heute nochmal so machen?
Ich denke nicht!
Warum?
Wenn ich mir anschauen, womit ich die meiste Zeit aus unserem Hannover Vorstadtgarten am Himmel unterwegs bin, dann ist das nicht das Dobson.
Schau mal in diesen Thread hier im Forum zum Thema Grab & Go ...so geht es mir auch...ein einfacher 80/560 Refraktor auf einer einfachen AZ-4 Montierung...ist unkompliziert zu benutzen und leicht zu transportieren.
Ja, ist nicht nachgeführt, ja, hat Farbfehler, ja, kaum Öffnung usw.
Macht es trotzdem Spaß an Mond, Planeten, Plejaden, Sternhaufen etc.? Ja, ist jedesmal toll.
Ganz ehrlich: in diesem Hobby geht es immer größer, farbreiner, kontrastreicher etc., aber wenn es mir Spaß macht, ist das doch egal.

Und die Abbildungen wie bei den Planetenfotojungs hier aus dem Forum sieht man visuell ja eh nicht, also da mal nicht täuschen lassen.

Daher mein Tipp:
1) Folge meinen Vorrednern und pack Deine Frau ein und schaut Euch das Zeug in einem Laden an, es soll ja ihr Spaß machen und dann soll sie sich das auch selbst anschauen...könnt ihr ja mit einem Besuch im Planetarium in München verbinden, so wegen dem Geschenkcharakter und so ;)
2) Wenn das nicht geht: Ich würde bei Grab & Go bleiben und schauen was passiert. Aus meiner Sicht geht da schon ziemlich viel mit Deinem Budget, sogar in Richtung Farbrein (ED / APO) wenn man das Geld ausgeben will, aber warum nicht mal „einfach“ reinstarten und schauen was passiert. So ein 120/600 Refraktor geht sicher noch auf einer AZ-4, da kommt schon ordentlich Licht an und wenn sie das Hobby packt und Dich dann vielleicht auch, dann ist eh alles irgendwie Käse was man sich da so zum Einstieg gekauft hat, dann geht der Trend eh schnell zur kleinen Teleskopsammlung, weil diese Dinger eben alle ihren eigenen Himmel haben ;)

Wünsche Euch auf jeden Fall, dass Deine Frau und dann vielleicht auch Du ganz viel Spaß am Himmel findet.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Hallo,
Du könntest zum Dobson greifen. 150/1200 wäre die Planetenvariante die zudem recht preiswert ist. 200/1200 wäre das universellere visuelle Gerät.
Die Sache mit den Dobs ist das sich die meisten Einsteiger die Zähne ausbeißen wenn es an die Kollimation geht bei Newtons. Und am anpeilen für den Einsteiger ist der Dob auch nicht gerade so intuitiv. Um Jupiter am 150/200 Dob zu gucken, und das gucken ist was am meisten interessiert am Anfang, das Sehen, muss so ein Gerät gut justiert sein. mal abgesehen vom Seeing und der eine oder andere stopft da gleich ein 250 fach vergrösserendes Okular rein was nicht selten ist, bevor er versteht was Seeing ist und ein justiertes Instrument.

Beim Refraktor wird schon mal nix notwendig justiert.
Ein Mak ist handlicher, und sehr kurz in der Bauweise wird auch nichts rumgeschraubt. Was mich halt am Mak nervt ist die Obstruktion unter anderem, darum greife ich sehr gern zum langen Refraktor zurück. Für die drei sichtbarsten Planeten mag ich am liebsten die langen Rohre. Persönlich rate ich auch den Maksutov im generellen Angebot was sich der Einsteiger anguckt meistens besser 150mm anzuschaffen.
Ich hatte einen 127er Mak, bis ich mir 2Zoll Weitwinkel Okulare zugelegt habe auf dem Refraktor. Danach entschied ich für mich bei den Refraktoren zu bleiben, auch wenn ich ne ordentliche Verlängerung(Säule)zwischen Stativ und Montierung empfehle.
Ich habe auch schon 12Zoll Dobs freundlicherweise benutzen dürfen. Sehr lichstarke Geräte unter passenden Himmel, fand ich aber sehr unbequem zu benutzen, mochte ich gleich nicht. Am 150er Newton auf EQ im stehen zu beobachten fand ich auch gar nicht was ich mir unter entspannten Beobachten vorstelle.
Also sitze ich sehr gerne hinter dem Rohr, und kann sehr lange Zeit beobachten, neulich habe ich mir ein Binoviewer noch zugelegt, speziell für die Sonne, das war einer meiner besten Ideen. Und brauche kein Glaswegkorrektor.
Einsteiger haben schon einiges zu tun um ihre Objekte zu finden und anzupeilen und dazu noch ne Weile Beobachten zu können. Beim Dob fand ich das sehr arbeitsreich Jupiter mir anzugucken. Bei ner EQ am Knöpfchen drehen ist absolut Problemlos. Solange die Montierung nach Norden gerichtet ist, erinnere mich sehr gut am Anfang aller Anfänge habe ich auch einmal die manuelle EQ nach Süden aufgestellt. Wo ich dann die Hand gegen die Stirn geklatscht habe nach ein bisschen Knöpchen drehen, und habe dann das ganze umgedreht.
Einsteiger brauchen Resultate.
In meiner Gegend in Portugal gibt es mehr als genug Billigteleskope inklusive Montierung in Preisen zwischen 50-500€ angeboten auf dem Gebrauchtmarkt, es wuchert von denen. Die sind auf Platz eins.
Newtons, und Dobs sind auf Platz zwei(sehr sehr viele), bis zu 300mm Öffnung, was nicht selten ist(auch zwei 400mm Vollrohr Rockerbox vorhanden).
Mak´s kommen gleich dahinter, sie sind nicht selten. Selbst im Gebrauchtwarengeschäft stolperte ich schon über Omegon Newtons/Maks und Bresser.
Manchmal sieht man auch ein kleines kurzes Triplett, kurzes ED Doublet, Vixen Achromat, Cassegrain oder ein selteneres Celestron Fluorit aus den USA.
Sehr selten sieht man ein ordentliches Triplett APO Geschoss, einmal gesehen in Jahren hier.
Denke mal das in Deutschland auch eine große Menge von den Newtons und Dobs aufzufinden sind beim Secondhand Markt.
Bei 1000€ sag ich einfach mal, manuelle EQ5, ED Rohr, Zenithspiegel und zwei Okulare, mach nochmal 250€ drauf.
Astrofoto dann viel später wenn eine passende Montierung drunter ist. Gute und kostenlose Programme gibt es genug um sich zu orientieren mit dem PC. Es gibt auch schöne Apps für Tablets.
Tip, auch wenn die Sonne wenig aktiv ist im Moment machen die razonableren ED Refraktoren mit optionalen kaufbaren "Sonnenprismen" ein sehr sinvollen Einstieg zum Thema später.

CS, Martin
 
So, jetzt habe ich mir in aller Ruhe all eure Antworten durchgelesen. Und zu fast jeder etwas gegoogled und geschaut was denn mit den Vorschlägen so gemeint ist und was die dann so ungefähr kosten.

Also damit ich nicht falsch verstanden werde. Es muss nicht gleich high-end deep sky Fotografie sein. Und das eierlegende Wollmilch Teleskop erwarte ich auch nicht. Wäre zwar schön, ist aber halt unrealistisch.
In erster Linie ist das Teleskop ja erst mal ein Geschenk für meine Frau. Ihr soll es gefallen und Freude machen. Also kann man meine Freude am Fotografieren da erst mal in den Hintergrund stellen. Das war eher so gemeint das es schön wäre wenn man das Teleskop später mal für die Fotografie um bzw. nachrüsten kann. Das Thema Fotografie also in der Hinterhand hat und dafür nicht alles komplett neu anschaffen muss. Auch weiß ich nicht ob es einen großen Vorteil bringt wenn ich die EOS an ein Teleskop flansche. Vielleicht machen ja diese kleinen Kameras die extra fürs Teleskop sind genau so gute Bilder.

@Antares Das mich die Infos auf deiner Seite auf die Schnelle nicht so weiter gebracht haben liegt nicht an der Qualität der Infos sondern an der schieren Fülle. Da braucht es schon Zeit um alles zu lesen und noch sehr viel mehr um das Gelesene dann am Ende auch noch zu verstehen. Aber ich meine herausgelesen zu haben das ein MC einem SC vorzuziehen ist, ein MN gegenüber dem MC auch noch mal Vorteile hat. Oder eben ein APO Refraktor.

Grundsätzlich würde mir (aber um mich geht es ja eigentlich nicht) ja ein Refraktor am besten "gefallen". Einfach weil es halt einfach wie ein klassischer Teleskop aussieht. Dazu weiß ich aus der Fotografie was ein gutes Objektiv mit seinen gschliffenen und hoch vergüteten Linsen zu leisten vermag. Ich weiß aber auch was man dafür Geld auf den Tisch legen muss und wie groß die sichtbaren Unterschiede zwischen günstig und geil sind.
@Pitufito hat ja mal das TS ED 102/1122 f 11 ins Feld geworfen. Schreckt mich jetzt vom Preis her gar nicht so. Wie die Abbildungsleistung ist, auch im Vergleich zu MC/SC/MN, weiß ich natürlich nicht.
Das man sich hinter einem Refraktor wohl schön entspannt hinsetzen kann und beim Beobachten nicht die ganze Zeit stehen muss ist natürlich auch nicht ganz übel.

Bei den MC/SC verstehe ich eines nicht. Im ganz großen Kaufhaus (ja, sicher nicht die beste Adresse um ein Teleskop zu kaufen, aber schauen darf man ja) habe ich die Celeston NexStar 4SE / 5SE / 6SE / 8SE gesehen. Hier wird das kleinste und mit Abstand günstigste 4SE als MC angegeben. Die anderen größeren Modelle sind alle SC´s. Antares schreibt ja dass das MC vorteilhafter ist. Die SC´s sind aber alle wesentlich teurer. Liegt das rein an der Größe? Und warum sind beim gleichen Hersteller/Modell MC und SC "gemischt"? Oder ist das vielleicht auch nur falsch beschrieben.
Und so ganz allgemein. Was ist von so einem Celeston NexStar 6SE zu halten? Das wäre ja vom Preis her auch noch fast im Rahmen. Wobei wenn man den Koffer mit den Okularen noch dazu rechnet ist es dann schon wieder einiges mehr als geplant.

Dobson finde ich von der Rockerbox her irgendwie zu sperrig und unschön. Ich mag mich dabei ja völlig irren. Habe ja keine Ahnung von der Sache. Aber diese Dobsons geben mir irgendwie nichts ab.

Wegen der transportabilität. Mit den 300m meinte ich nicht dass man das Teleskop so weit schleppen muss. So weit wohnt einfach mein Freund weg bei dem es schon viel dunkler ist als bei mir im Garten. Aber da kann man auch wenn es nur ein paar hundert Meter sind auch mit dem Auto hin. Weit tragen muss also nicht sein.

Wobei ich mich hier frage ob ich mit dem Teleskop wirklich einen Unterschied zischen meinem Garten als Aufstellort oder eben den viel dunkleren Hof bei meinem Kumpel sehe. Der Himmel ist da ja fast der gleiche, es sind ja nur wenige hundert Meter dazwischen. Das ich bei ihm mit bloßem Auge viel mehr Sterne sehe kann ja auch einfach sein weil sich dank fehlender Straßenbeleuchtung meine Augen viel besser an die Dunkelheit anpassen als bei mir im Garten.

@FrankFu hat auch noch einen recht interessanten Aspekt aufgeworfen. Grab&Go. Wenn man etwas vorher lange vorbereiten muss macht man es erfahrungsgemäß viel seltener als wenn alles einfach und schnell geht. Seit ich einen Gas Grill habe grille ich auch viel öfter als früher mit Kohle. Einfach weil es viel einfacher ist.

Wie ist es da mit den verschiedenen Teleskopen und Montierungen? So weit ich das verstanden habe braucht man bei Refraktoren nicht viel justieren, MC/SC verstellen sich immer wieder mal und müssen dann nachjustiert werden. Richtig?
Und bei den Montierungen. Eine parallaktische muss man vorab genau ausrichten, oder? Und bei der azimuthalen? Müsste es ja eigentlich egal sein, sind halt einfach zwei Achsen. Und bei den GoTo´s? Einfach drei Sterne anpeilen und den Rest macht dann die Elektronik? Oder geht das auch nicht so einfach oder nur bei bestimmten GoTo Modellen?

Fragen über Fragen.

CS (jetzt weiß ich ja was es bedeutet ;-) )
Oli.
 
Hallo Oli,
ich bin selbst noch grün hinter meinen Astronomischen Ohren, aber ich möchte gerne meine bisherigen Erfahrung schildern, damit du erkennst wie komplex und subjektiv die Gewichtungen beim Teleskopkauf ausfallen.

Laut Lightpollution wohne ich im Übergang zwischen grün und blau. Selber beobachte ich seit ca einem Jahr durch ein Fernglas10x56, einen 4" Fraunhofer und einen 10" Dobson. Ein gebrauchtes 70/420 Triplet von TS hatte ich mal zur Probe - hätte ich es damals doch nur behalten:cry:
Am meisten nutze ich das Fernglas für ausgedehnte Himmelsspaziergänge.
Der Fraunhofer gehört eigentlich meinem Sohn. Er ist begeistert (Planeten) und würde kein anderes Teleskop wollen. Für mich ist es nix. (Farbfehlerallergie;)) Bitte nicht wieder streiten!!!
Der Dobson - meine jüngste Errungenschaft - kostet jedesmal Überwindung hinaus gewuchtet und kollimiert zu werden. Nachdem sich in den letzten Wochen mondhelle mit wechselnd bewölkten oder wolkenverhangenen Nächten abwechseln setzt der Dobson bereits Staub an.

Würde ich wieder von vorne beginnen: unbedingt Grab and Go!!

Das Gewicht (selbst einer EQ3 mit Gegengewichten) nicht unterschätzen. Die Hauptsache ist der Spaß und die Häufigkeit des Beobachtens. Auch mit kleinen Öffnungen hat man als Anfänger genügend Aha-Erlebnisse.
Bei einem Budget von 1000€ hast du schon vielfältige Auswahlmöglichkeiten. Egal wie gut du dich vorab informierst und wie sorgfältig du entscheidest, wenn dich (euch) das Thema über einen längeren Zeitraum fesselt, dann bleibt es nicht bei einem Teleskop und ihr werdet ganz eigene Erfahrungen machen, die von ALLEN anderen im Forum abweichen werden.

LG *entfernt*
 
Hallo Oli,

Dobson finde ich von der Rockerbox her irgendwie zu sperrig und unschön.

Ich habe eben ganz spontan eine kleine Wolkenlücke ausgenutzt und den 12er Dobson aufgebaut. Das geht Ruck Zuck, einfach Rockerbox hinstellen und danach den Tubus einhängen. Es hat dann noch für eine Aufnahme vom Krater Clavius gereicht, danach war alles dicht. So sieht das z.B. dann ganz aktuell aus:
12er-Dobson-imEinsatz-mi-c.jpg

Der 8er Dobson fällt natürlich deutlich kleiner aus.
Bei der Fotografie würde ich DeepSky von Mond / Planeten trennen und bei Deepsky nicht mit so einem großen Teleskop einsteigen. Da reicht sogar erst einmal die vorhandene Kamera mit Objektiv. Eine genaue Nachführung und stabile Montierung ist da viel wichtiger.
Aber helle Objekte benötigen sehr kurze Belichtungszeiten und da ist auch mit einem Dobson richtig viel möglich.
Ersetze ich oben den 12er gegen den 8er Dosbon, würde das alles locker ins Budget passen.
(Selbstbauplattform, 8" F6 Dobson, Astrokamera, Barlow, falls nötig gebrauchter Rechner)

Gruß,
Holger
 
Hallo Oli,

ich versuche das mal aufzudröseln ;).

Erstmal zum "großen Kaufhaus".
Bevorzuge bitte lieber die ausgesprochenen Astronomiegeschäfte, deren Webseiten bieten eine bessere Sortierungen nach Teleskoptypen und auch Montierungen.
Celestron hat halt die NexStar SE Serie und da fällt bei Celestron auch der kleine MC drunter. Die Serie wird wohl an der Montierung fest gemacht, weiß ich aber nicht so genau.
Wenn Du mehr über Celestron Teleskope wissen möchtest, schaff Dir das Buch "Astronomie mit einem Celestron Teleskop" von Alexander Kerste an.
Wie gesagt, beim Fachhändler ist die Sortierung feiner als beim "großen Kaufhaus". Da kannst Du nach SC oder MC sortieren, mit oder ohne Montierung usw..
Grundsätzlich sind SCs und MCs recht aufwendig herzustellen und liegen preislich dadurch über dem Newton aber noch nicht bei guten Apos.
Das ein MC in der Abbildungsleistung etwas höher eingestuft wird als ein SC, liegt daran, dass die Meniskuslinse mehr zur Korrektur des Bildes besteuert als die Schmidtplatte. Dadurch sind MCs auch etwas schwerer.

Nun, das man sich hinter einen Refraktor entspannt hinsetzen kann ich nur bedingt bestätigen.
Kommt jetzt auf die Brennweite = ~Baulänge an und auch in welcher Höhe man beobachtet.
Bei meinem 120/600 stimmt das, aber bei diesem Teleskop auch nur bedingt. Bei flacher Beobachtung muss ich schon aufstehen.
Höher, Zenit oder Zenitnah kann man sitzen bleiben. Da sind dann die Stativbeine auch komplett eingefahren.
Bei meinem 120/1000 wird das ganze dann schon kniffeliger.
Um das Meiste im Sitzen zu erreichen muss ich die Stativbeine mehr ausfahren. Hmmm... aber da leidet dann die Stabilität.
Da kommt dann bei 1000mm Brennweite der Hebel ins Spiel und durch das höher Stellen der Stativbeine wird halt der Schwerpunkt verlagert.
Ergo, es ist ein abwägen.
Aber im Allgemeinen kann man schon sagen das rückwärtig einsichtige Teleskope etwas bequemer sind.
Refraktoren kann man zudem mit 360° drehbaren OAZ ausrüsten, feine Sache ;).

Zum TS ED 102/1122 kann ich nichts sagen, da ich ihn nicht kenne.
Von den Zahlen her würde ich sagen das der eine EQ-5 braucht, wegen der Brennweite = ~Baulänge.
Vielleicht sogar schon eine HEQ-5.
Mein 127/1200 FH, ungefähr von der Brennweite her mit dem TS zu vergleichen, ist auf meiner Alt/AZ, die mit 14Kg angegeben wird, schon visuell für meinen Geschmack grenzwertig. Auf meiner EQ-6 R kein Problem.

Zur Beeinflussung der Dunkelheit durch Laternen kann ich folgendes berichten.
In meiner alten Wohnung, vom Balkon beobachtend und Laternen so ca. 50m bis 100m entfernt (von Bewegungsmeldern die durch Katzen angeschubst werden, mal ganz zu schweigen) stört dieses Licht schon.
Eines Abends/Nachts, große Kapuze über Kopf und OAZ/Okular, häää... was ist das?? Ganz schön viele Sterne aufeinmal.
Aufgerichtet, Kapuze weg, das ganze Dorf, das ich von meinem Balkon überblicken konnte, lag im Dunklen. (Wie sich später herausstellte war so ein [zensiert] vor einen Stromkasten gefahren.)
Wow... schon mit dem bloßen Auge war das so manches mehr zu sehen. Kannst Dir vorstellen das die Nacht etwas länger wurde.
Es geht einfach nichts über einen dunklen Himmel.

Refraktoren sind justierstabiel.
SCs und MCs kann ich noch nicht soviel zu sagen, da ich erst seit einem knappen Jahr einen C8 mein eigen nenne.
Bis jetzt habe ich noch nichts feststellen können.
Im Allgemeinen gelten sie nicht als so anfällig, Justage eher selten.
Habe schon gelesen, dass da mehrere Jahre lang nichts passiert.
Da macht es sehr viel aus ob der Händler die aus Übersee ankommenden Pakete einfach nur an seine Kunden weiter reicht oder ob er eben die Pakete auf macht und die Justierung kontrolliert. Mein Händler für den C8 hat das Teil ausgepackt.
Newton ist viel anfälliger, besonders wenn er oft transportiert wird.

Ja, parallaktische Montierungen müssen eingenordet werden.
Für das visuelle Beobachten reicht es aber grob. Kompass ist da hilfreich.
Für die Astrofotografie muss man wesentlich genauer ausrichten.
Alt/AZ, ja stelle ich hin und gut ist. Alt = Altitude = hoch/runter, AZ = Azimuth = links/rechts. Ein Dobson verdeutlicht das recht gut.
Ausnahme GoTo Alt/AZ. Bei einigen Herstellern muss die Öffnung des Tubus in eine bestimmte Richtung weisen und auch waagerecht sein. Da hilft das Handbuch, RTFM ;).

GoTo, nun ja... ...
Vorweg, ich mags nicht mehr missen :D:y:.
Aber...
bitte nicht mit Vollautomatismus verwechseln. Gibt es zwar auch, die dem recht nahe kommen, aber der Preis :eek:.
Meine iOptron Alt/AZ Pro GoTo kommt dem recht nahe. Aber die ganzen elektronischen Helferlein zahlst Du natürlich.
Die meine liegt bei 1500,-€.
Dann gibt es halt noch die SmartScope. Nur kurz, schau mal nach:
- vaonis Stellina
- Unistellar eVScope

GoTo bei parallaktischer Montierung heißt:
- erstmal GoTo, gehe zu, ist eine elektronische Auffindhilfe, nicht mehr und nicht weniger und sie bringt die automatische Nachführung mit.
- Breitengrad des Beobachtungsortes am Montierungskopf einstellen
- Stativ und Montierungskopf nach Norden ausrichten
- Teleskop drauf, mit Sucher und Okular ausbalancieren
- Sucher am Teleskop ausrichten. Erfolgt händisch und am besten im Hellen.
- Teleskop in Grundstellung bringen, Öffnung weist nach Norden, Gegengewichtsstange zeigt zum Boden
- GoTo einschalten, auf dem Acker Stromversorgung nicht vergessen
- es erfolgt eine Dateneingabe - Uhrzeit, Datum, Längen-/Breitengrad, Sommerzeit und evtl. die Höhe
- jetzt weiß die Montierung grob wo sie steht
- dann erfolgt das Sterne-Alignment mit einem, zwei oder drei Sternen, die man auch kennen sollte
- die Sterne werden vorgeschlagen, auswählbar (mehrere Möglichkeiten)
- der erste Stern wird entweder automatisch grob angefahren oder muss manuelle per Handcontroller angefahren werden
- Stern im Okular zentrieren, hilfreich ist da ein Fadenkreuzokular, aber nicht zwingend notwendig
- der zweite Stern wird dann automatisch angefahren, diesen wieder im Okular zentrieren, bestätigen, fertig
- das Alignment dient dazu den einprogrammierten Himmel mit dem realen Himmel abzugleichen.
- drei Sterne dient dazu mechanische Unzulänglichkeiten auszugleichen Alignment
- es gibt Montierungen die jetzt, nach dem Stern-Alignment, ein Polarisalignment (meine EQ-6 R z.B.) im Handcontroller anbieten. Bitte nicht nicht mit dem Einnorden über den Polsucher verwechseln. Mit diesem PolarisAlignment kann man ohne direkte Sicht auf Polaris die Montierung "einnorden". Dazu werden verschiedene Sterne angeboten. Wenn man dieses durchgeführt hat, muss wieder ein SterneAlignment durchgeführt werden. Das Ganze kann man noch ein-, zweimal durchführen. Es wird eine Fehlerquote angegeben, die immer mehr gen Null tendiert.
Für die rein visuelle Beobachtung reicht ein grobes Einnorden und das 2-Sternee-Alignment. Da landet das gewünschte Objekt im Gesichtsfeld des Okulars.
Je sorgfältiger man die ganzen Prozeduren durchführt, um so mittiger landet Dein Objekt im Okular.

Hört sich alles wilder an als es ist. Das geht mit der Zeit recht zügig von statten. Bei meiner EQ-6 R mit allem drum und dran ca. 30 Minuten.

Bei meiner Alt/AZ ist es wirklich so, die stelle ich hin, Teleskop drauf, ausbalancieren, GoTo einschalten und die kleinen elektronischen Helferlein (GPS, Sensoren... ...) verrichten ihre Arbeit. Es wird automatisch ein Alignment Objekt angefahren, auch frei wählbar und auch Objekte aus dem Sonnensystem, zentrieren, fertig. Die Montierung bietet natürlich auch die anderen Alignments an, meist reicht mir aber die Initialisierungs-Routine und das eine Objekt.
Das Ganze dauert keine 10 Minuten.

Bei allen GoTos gilt, einmal elektronisch angefangen kein manuelles Eingreifen mehr durchführen, sonst war alles für die Katz.
Ausnahme, GoTo mit Encodern. Da ist manuelles Eingreifen möglich. Also Achsklemmungen lösen und händisch anfahren. Diese Teile merken sich die letzte Einstellung und rechnen dann neu.
 
Guten Morgen zusammen
also die SC Tuben von Celestron werden mit einem Schwalbenschwanz und der dazugehörige Klemme fest angezogen.
das hatte ich bei der Nexstar und ein anderes Model vor Jahren auch. das ist die kleine version von Klemme es gibt noch die Losmandy die hat 3 " Zoll breite. in der Bild Mitte ist die Sternschaube zum Fixieren, ist nur eine, (sie klemmt sicher hatte schon das Pech das ich fast nicht mehr lösen konnte) so sah es bei meiner Nexstar aus.. das ist aber in Bild aus dem WWW!
beste grüsse aus der Schweiz
*entfernt*

beim Starsense ist wichtig das es genug Himmel sieht, also sehr viele Freie Sicht zum Himmel = kaum Häuser oder sonnst ein Hindernis, sonnst ist das ganze nichts wert.
hab mit diesem Gerät nicht viel Spass.. vor allen nicht wenn es um die Fotografie ging. sonnst ein Tolles gerät das ich fast jedem empfehlen kann
Den Anhang 159506 betrachten
 
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Hi Olli
dann lass Dir Zeit mit dem Lesen und verstehen. Der Himmel rennt nicht weg und ein Schnellschuss ist in der Astronomie meist kein guter Berater.
Ohne bissi Theorie gehts leider m.E. nicht. Aber am Ende ist das Erleben und Sehen das entscheidende.
Ich bin sicher, wenn Du/Ihr mal eine Nacht draußen wart und am Besten mehrere Geräte erleben könnte, werden sich ganz viele Fragezeichen auflösen.
Deine Fragen hat Mbba soweit ich das lese beantwortet.
Ein Refraktor mit fast 1200 mm Brennweite ist sehr zittrig. Da ist das Gewicht egal. Das ist nichts für ne EQ5. Ich sehe da auch am ehesten die EQ6 u. a. auch weil das Stativ höher ist, als es zumindest früher bei der HEQ 5. Meine hatte ein niedriges und es gab sie nur so. Ich nehme an dass es heute auch noch so ist.
CS
 
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