Teleskop-Entscheidungshilfe gesucht

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo, Forum,

die Frage ist schon ein Klassiker: Welches Teleskop ist das richtige?
Klar, daß das eigentlich nicht zu beantworten ist.

Um das doch möglich zu machen, habe ich zwei Kandidaten
und einen Einsatzbereich ausgesucht. Mir ist klar, daß es
noch zahlreiche andere Möglichkeiten und Kriterien gibt,
aus gutem Grund müssen die aber nicht berücksichtigt werden.

Es geht um den visuellen Einsatz unter einem passablen Landhimmel.
Eine Rolldachhütte ist vorhanden, Auskühlzeiten usw. spielen
also eine untergeordnete Rolle.

Zur Frage:

Wenn Ihr die Messierobjekte beobachten wolltet und hättet die Auswahl
zwischen den beiden nachstehend genannten Geräten, welches
würdet Ihr vorziehen? Ein Satz zur Begründung wäre nicht schlecht. :)

1. TS-Optics PHOTOLINE 115-mm-f/6,95-Triplet-Apo

2. Celestron C8 (ggf. mit Reducer)

Bonusfrage:

Ist ein "Upgrade" in der jeweiligen Kategorie den Aufpreis wert?

(TS-Optics PhotoLine 125 mm f/7,8 FPL53 Lanthan Apo bzw. Celestron C9,25)

Wenn es konkrete Gründe gibt, die genannten Geräte zu empfehlen
oder von diesen abzuraten, wüßte ich die gerne.

Vielen Dank im voraus

Markus
 

Demokrat

Mitglied
Hallo Markus!

Ist ja erst mal eine Frage der Brennweite, welche Objekte mit einem C8 und welche mit einem 115 f/7 gut zu sehen sind... M13 ist im C8 cool, die Planeten ebenfalls, sonst ist die längere Brennweite halt für einen kleineren Himmelsausschnitt besser. Schau Dir im Messier-Katalog kurz die Winkelausdehnungen der Objekte an, dann siehst Du, wie groß oder klein sie sind... und dass man letztlich am besten beide Brennweiten hat! Großfeld und lange Brennweite... ;)

Kommt ja aber auch auf die Okulare an, klar, aber ohne Reducer am C8 bekommt man dann auch nicht alles hin.

lg
Niki
 

silver

Mitglied
Hi :)
es soll also wirklich zur Beobachtung von DSO dienen und nicht hauptsächlich zur Fotografie?
zur Versicherung, dass es Dir beim heutigen Gerätevergleich nur um visuelle Beobachtung geht, wie Du schreibst, und nicht um eine Ausrüstung zur Astrofotografie wie in dem Beitrag von Ende Dezember, wo es hiess
"Außerdem habe ich mich kürzlich entschieden, auf ein reines
Fotosystem, ... umzusteigen"

Viele Grüsse
Silver
 

komposer

Mitglied
Hallo Markus,

ist denn wenig Platz vorhanden, da ja nur recht kompakte Geräte ausgewählt wurden ?

Gruß,
Holger
 

Dunkle Energie

Mitglied
Zu den Fragen und Anmerkungen:
- Ja, es geht nur ums Visuelle, weil ich schon beim Experimentieren gemerkt habe, daß Fotografieren alleine mir etwas zuwenig ist.
- Ja, es sind kompakte Geräte, weil die zusätzlich zum Fotosystem (es wird ein RASA 8" werden) auf die AZ-EQ6 passen.
- Zu den Okularen: Die werden auf das jeweilige Gerät abgestimmt, ein Reducer am C8 ist Pflicht. :)

Ich dachte, daß ich mit "Messierobjekte" schon gut genug eingegrenzt hätte, aber der Einwand ist berechtigt. Ich habe mit Stellarium natürlich schon simuliert, was hinsichtlich der Ausdehnung sinnvoll zu beobachten ist. Mir geht es darum - ich habe nur Newton-Erfahrung -, was mir am meisten bringt. Was nicht geht, geht eben nicht.
Sagen wir mal so: Auf der Interessenliste stehen Galaxien weit oben. Wenn man von M31 (der Größe wegen) absieht, wüßte ich gerne von den erfahrenen Beobachtern, mir welchem der Geräte ich hinsichtlich der Darstellungsqualität (Details, Kontrast usw.) besser bedient bin.

Wenn die einhellige Meinung sein sollte, daß weder das eine noch das andere glücklich macht, kann ich auch ganz ohne leben. Entweder ordentlich oder gar nicht. :)
 

SilberBrain

Mitglied
Servus Markus!
Erwarte visuell nicht zuviel bei Galaxien mit den beiden Geräten.
Hier geht nichts über schnelle Öffnung und noch mehr Öffnung, also bist du wieder beim Newton! :)

Gruß Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:

Nasus

Mitglied
Hi Markus,
ich würde mir zu dem Zweck ein Dobson mit EQ-Plattform anschaffen und den neben die Sternwarte stellen. Nicht nur wegen dem Öffnungsvorteil, sondern weil du sonst nicht Beobachten kannst währen fotografiert wird.

cs
Jürgen
 

Dunkle Energie

Mitglied
Die Idee mit dem Dobson hatte ich auch schon aber ich bin eigentlich ganz froh, daß ich nicht mehr auf- und abbauen muß.
Auf jeden Fall vielen Dank für Eure Antworten.

Wenn jemand noch eine Idee oder einen Vorschlag hat, ist der natürlich immer willkommen. :)
 

silver

Mitglied
- Ja, es geht nur ums Visuelle, weil ich schon beim Experimentieren gemerkt habe, daß Fotografieren alleine mir etwas zuwenig ist.
Das kann ich gut verstehen. Irgendwie nur rumstehen ist blöd.
Aber wie Nasus schreibt: man kann nicht fotografieren und auf der selben Montierung gleichzeitig visuell beobachten. Das wackelt.

Dessen eingedenk, dass Beobachtung eine separate Montierung notwendig macht:
ändert sich dann Deine engere Geräteauswahl oder bleibt es bei den beiden Favoriten, C8 mit Reducer und TS-Optics PHOTOLINE 115-mm-f/6,95-Triplet-Apo?
 

Dunkle Energie

Mitglied
Sagen wir mal so: Meine Hütte hätte mehr Platz und zwei Säulen mit Montierung, wenn mein Konto nicht anderer Meinung wäre. ;-)
Dieses durchaus überzeugende Argument hat mich auch zu meinem ersten Gedankengang gebracht. Allerdings habe ich mich mich da wohl in eine unsinnige Ecke manövriert.
Von meinem recht hochwertigen Newton werde ich mich trennen, aber ich kann mir gut vorstellen, ein preiswertes Allerweltsteleskop anzuschaffen und die Geräte nach Bedarf zu wechseln. Wenn ich dann merke, daß ich öfters das Fotografieren und Beobachten gleichzeitig betreiben möchte (bis ich in der Fotografie mit dem RASA fit bin, werde ich parallel sowieso keine Zeit haben), kann ich immer noch eine zweite Montierung anschaffen, die eine eigene Säule außerhalb der Hütte bekommt. Das dürfte unter den gegebenen Voraussetzungen die vernünftigste Lösung sein.

Es hat sich also mal wieder gelohnt, hier zu fragen. Dankeschön. :)
 

silver

Mitglied
Da ist ja eine schöne Befreiung passiert :)
Wie würde es sich denn wohl anfühlen, wenn Du zwischendurch, während Du Dich mit dem neuen RASA vertraut machst, immer mal im Gartenstuhl Platz nimmst, die Beine von Dir streckst, schnell in eine Decke gemummelt - und bloss so in den Himmel guckst?
Und dann... durch ein ultraleichtes Grossfeldgläschen? Kostet fast nix, man kann trotzdem weiter sparen und sich nach visuellem Teleskop umgucken, muss nicht aufgebaut werden und die Leute hier im Thread sind ziemlich begeistert:
Super-Sehfeld Ferngläser
Der letzte Schrei dort ist ein Glas mit 5-facher Vergrösserung und 25mm Linsen für 50€...

Sobald die Kabel am RASA verkruscheln oder der Laptop anfängt zu pfeifen, bloss das Glas in den Stuhl legen, hingehen und das Notwendige tun...
 

konfokal

Vorübergehend gesperrt
Hallo.

Auf der Interessenliste stehen Galaxien weit oben. Wenn man von M31 (der Größe wegen) absieht, wüßte ich gerne von den erfahrenen Beobachtern, mir welchem der Geräte ich hinsichtlich der Darstellungsqualität (Details, Kontrast usw.) besser bedient bin.
Apfel-Birne Vergleiche sind so problematisch wie reizvoll. Und eine einhellige Meinung darüber kann es auch kaum geben. Dennoch gibt es beim Thema obstruierte Spiegel-Öffnung vs. freie Linse Erfahrungswerte, die man zur Orientierung heranziehen kann. Ich würde aus eigener Erfahrung die Orientierungswerte bestätigen, die z.B. auch sehr erfahrene Beobachter wie R. Mollise, W. Paolini, oder seinerzeit M. Birkmeier und wie sie alle heißen, nach sorgfältigen Vergleichen als Faustformel angeben:

Demnach braucht man für annähernd gleiche Wahrnehmung mit einem gering obstruierten Spiegel (Newton o.ä. < ca. 20%) etwa den 1,2-fachen, mit einem höher obstruierten Spiegel (SC o.ä. < ca. 35%) etwa den 1,3-fachen Durchmesser eines freien Apo-Objektivs. Umgekehrt also für einen visuell guten Apo 3/4 der Öffnung eines SC bzw. 5/6 der Öffnung eines visuellen Newtons. Die 200mm eines C8 wären damit, abgesehen vom eingeschränkten Feld, visuell also etwa einem 150mm Apo äqivalent, die 235mm eines C9,25 etwa einem 175mm Apo. (Und um einem visuell optimierten 200mm Newton Paroli zu bieten, wären schon 165mm Apo nötig).

Diese Faustformeln kann ich nur bestätigen. Ich kenne den Blick durch einen perfekten 200mm f/15 Apo und ebenso den durch einen perfekten visuellen 250mm f/6 Newton und würde beide als optisch annähernd äquivalent einschätzen. (Ebenso den Blick durch mein 150mm f/10 SC und einen perfekten 100mm f/8 Apo, oder den durch ein 200mm f/10 SC und ...) Damit dürfte klar sein, dass bei rein visueller Nutzung Deine zum Vergleich herangezogenen vergleichsweise kleineren Apos keine Chance gegen den jeweils größeren Spiegel haben. Aber auch wenn bei rationaler Betrachtung die Sache in diesem Fall visuell ziemlich klar ist, bleibt der Charme eines guten Apos natürlich unverkennbar.

Davon abgesehen würde ich ein Teleskop niemals nur nach rein optischer Leistung auswählen. Preis, Größe, Gewicht, Handling, Transport und überschaubares Sehfeld etc. sind bei mir für den Beobachtungsspaß genauso entscheidend. Was zählt ist meines Erachtens nicht die größte Öffnung mit der besten Bildqualität, sondern die bezahlbare Öffnung mit einer Bildqualität, mit der ich am häufigsten zufriedenstellend beobachten kann. Neben dem perfekten 200mm Zeiss Apo sitzt in der hiesigen Sternwarte ein 300mm f/16,7 Zeiss Fraunhofer - dürfte ich nur einen wählen, ich wüsste nicht welchen.

Und da die Sternwarte leider nicht mobil, ein dunkler Standort aber das Wichtigste ist, würde ich notgedrungen wohl einen der beiden transportablen 10"-Spiegel nehmen, die unten herumstehen. Und weil der 250er f/6 Newton zwar visuell toll ist, aber leider ein ziemliches Volltubus-Trumm mit unbequemer Einblickposition, wäre das 10" SC mit GoTo für mich ein besserer Kompromiss, vorausgesetzt, ich dürfte noch einen 150er Weitfeld-Achromaten dazu nehmen. Und wenn nur ein Gerät und Geld egal, dann wäre vermutlich ein 150er Bino-Apo mein Favorit...

Gruß - und nachträglich allerseits noch ein Frohes Neues!
Mathias
 
Zuletzt bearbeitet:

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo, Mathias,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, die ziemlich genau die Fragen beantwortet, die ich mir gestellt habe. Mein Gefühl ging in Richtung C9,25, ganz falsch habe ich damit wohl nicht gelegen. Ich habe jetzt ein paar sinnvolle Varianten, die ich mir durch den Kopf gehen lassen kann. Bis ich endgültig entscheiden muß, ist ja noch ein wenig Zeit.
Mein Newton wird Anfang Februar abgeholt, das RASA soll kurz danach lieferbar sein und dann heißt es erst einmal testen. :)

Dankeschön, auch an silver für die reizvolle Idee mit dem Großfeldglas. Dazu noch ein anderes Glas, nämlich eines mit einem gutenWein und schon … ;-)
 

Antares

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Hi Markus,
wenn es um visuelle GX-Beobachtung geht, dann hilft eigentlich nur Öffnung, Öffnung, Öffnung.
Die Messierkatalog- Galaxien sind bei geeignetem Standort mit kleinen Geräten machbar, aber Details gehen dann nur bei den großen Brocken. M81 oder 51 etc. Da sehe ich schon mit einem 130mm Chinanewton was. Aus heutiger Sicht würde ich als Gerät, dessen Schwerpunkt die visuelle GX-Beobachtung sein soll, nichts unter 12 " Öffnung haben wollen.
CS
 

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo, Antares,

angesichts meiner (wenn auch einseitigen) Erfahrung lag diese Annahme nahe, aber ich wußte es eben nicht, weil ich nie einen größeren Refraktor oder ein SC besessen habe. Es hat sich also wie schon angemerkt auf jeden Fall gelohnt, hier zu fragen. :)

Ich schaue mal, wie sich das Fotografieren entwickelt und dann entscheide ich über das Visuelle.
 

RaBaeh

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Hallo Markus,
Die Idee mit dem Dobson hatte ich auch schon aber ich bin eigentlich ganz froh, daß ich nicht mehr auf- und abbauen muß.
...kann ich immer noch eine zweite Montierung anschaffen, die eine eigene Säule außerhalb der Hütte bekommt
Das widerspricht sich doch... dann müsstest du ja doch wieder Aufbauen ;)
Wenn du eine Astrohütte hast, könntest du doch einen Dobson in der der Hütte lagern und zum Beobachten einfach rausschieben? Schneller und einfacher gehts nicht :)
Oder gibt es andere Gründe die für dich gegen einen Dobson sprechen?

Grüße Rainer
 

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo, Rainer,

der Zugang zur Hütte führt durch ein (auf dem Bild noch im Bau befindliches) kleines Gewächshaus über einen mit grobem Naturstein gepflasterten Weg, dem man noch um zwei Ecken und bergauf folgen muß, um zum einzigen sinnvollen Standort zu kommen. Einen Dobson anzuschaffen, heißt (komplett) auf- und abzubauen.
Vielleicht muß ich mich auch nur an den Gedanken gewöhnen. Es eilt überhaupt nicht, also habe ich Zeit zum Nachdenken.
 

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siemu

Mitglied
Hallo Markus,
habe selber seit vielen Jahren ein C8. Ist immer noch gut und universell einsetzbar.
Habe dann einen größeren Dobson von ES gekauft (16"). damit sieht man natürlich eine ganze Ecke mehr. Gut zu händeln ist er auch, man gewöhnt sich schnell an die Dobson Technik. Übrigens wird bei ebay momentan ein ES Dobson zu 300€ VB angeboten. Vieleicht ist es ja was für dich. Erfahrungsbericht gibt es ja genug im Forum.
Grüße und weiter Spaß beim Suchen!

Siggi
 

Dunkle Energie

Mitglied
Hallo, Siggi,

danke für den Hinweis. Ich habe wie gesagt Zeit, bis das Thema aktuell wird.
Ich werde auf jeden Fall die ganzen Tips berücksichtigen.

Viele Grüße

Markus
 

siemu

Mitglied
Hallo Markus,
ich habe mal etwas näher auf das Teleskop bei ebay geguckt. Es ist von ES aber 2,5 Jahre alt, also 1. Generation, deshalb ist die Mechanik mit Vorsicht zu genießen, ist aber angeblich in Ordnung, immerhin ein 14 Zöller, vom Spiegel gibt es leider kein Bild. Die Okulare scheinen ziemlich billig zu sein.
Also genau hinsehen!
Grüße
Siggi
 
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