Teleskop f/7,9 zu klein für M36, M37, M38 ?

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Alex_D

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Hallo Sternenfreunde,

gestern war der zweite Himmel in Folge wofür es lohnte das Teleskop auszurichten. Nach einigen bekannten Sachen wie Orionnebel und Saturn, Doppelsterne (Knick der Deichsel) im grossen Bär und den Plejaden wollte ich mich mal auf die Suche nach ein paar neuen Objekten machen.

Diese sollten M36, M37, M38 und M46, M81 und M78 (letztere drei habe ich nicht gefunden) heissen.
Die ersten drei Objekte konnte ich bei jeder mir möglichen Vergr. nur erraren ob ich sie nun wirklich fokussiert hatte.
Die letzteren drei habe ich gar nicht finden können.

Nun stellt sich mir die Frage: Ist meine Öffnung zu klein oder meine Okulare zu schlecht als das ich diese Objekte überhaupt finden kann?

Gruss Alex
 
Hi Alex,

welche Öffnung hat denn dein Teleskop?
welche Bedingungen hast du dennn an deinem Beobachtungsort?


Die genannten Objekte sind allesamt recht hell und auch unter schlechten Bedingungen ab 50mm Öfnung sichtbar.
Klar unter einer Laterne oder mal so vom Balkon aus sind sie nicht sichtbar. Aber schon in einer Kleinsatdt bei einem 4m5 Himmel zwar schwach aber sichtbar!
Danke mal dir fehlt die Erfahrung beim beobachten. Will sagen das genaue Starhopping und auffinden der Objekte. Hier heißt es Übung macht den Meister!

Clear skies

Lots
 
Hallo,

dein 114er Skywatcher (glaube mal dem Avatar nach dass er es ist) ist schon geeignet, um diese Objekte zu sehen. Fragt sich nur, wie deine Bedingungen waren. Unter Alpenhimmel würden dir die Dinger fast ins Auge springen während sie bei lichtverseuchtem Stadthimmel einfach im Grau des Himmelshintergrunds absaufen oder überstrahlt werden. Auch die Frage nach der Technik ist entscheidend. So darf man bei schwachen Objekten nicht direkt auf die Stelle schauen wo man das Objekt vermutet sondern etwas schräg daneben. Das nennt sich indirektes Sehen und bewirkt, dass das Licht nicht auf den Fleck des schärfsten Sehens fällt wo fast keine Hell/Dunkel-Rezeptoren auf der Netzhaut sind sondern fast nur welche für Farbe, sondern auf die Randbereiche der Netzhaut, die für das Hell/Dunkel Sehen gedacht sind. Mit dieser Methode kann man viel schwächere Objekte ausmachen.
Außerdem: Kann es sein, dass du gestern dunstigen Himmel hattest wie ich auch? Dann gehen dunkleren Objekte einfach im Dunst unter.

Clear Skyes
 
Hallo,

ja es ist ein Skywatcher 114/900. Also die Sicht von meinem Spechtelplatz ist recht gut, kann das Seeing zwar nicht beurteilen, nur bei tiefstehenden Objekten hatte ich immer Dunst vor der Optik. Doch bei M81 und M76 hatte nix davor und auch kein Streulicht oder Licht grösserer Städte in der Umgebung. Es ist immer sehr gut dunkel.

Zu M36, M37 und M38 fand ich auch nur mittels Fernglas (10x50) und Starhopping mit dem Teleskop.
Doch so richtig klar und eindeutig waren diese Objekte nicht.
Zusätzlich nutze ich noch das Programm Stellarium was mir ein bisschen helfen soll mich zu orientieren und Sachen zu finden die ich nicht kenne (zusätzlich zur drehbaren Änfängersternkarte). Ist dies evtl. der Quell der Qual???
 
Hallo Alex,

das Teleskop sollte in der Tat die drei M-Haufen gut zeigen, selbst im Fernglas sind sie doch auch deiner Aussage nach gut zu erkennen.

Ansonsten wäre zum Auffinden und Anpeilen meine Lieblingskombination Peilsucher (Telrad/Quickfinde/Skysurfer o.ä.) + Karkoschka zu empfehlen.

Grüße Benny
 
Hallo,

das Seeing hat mit der Himmelshelligkeit überhaupt nichts zu tun. Dies ist eine Verwechslung, die vielen am Anfang hier unterläuft. als Seeing bezeichnet man die Turbulenzen der Atmosphäre die das Bild wabern lassen. Bei der Helligkeit dagegen spricht man von der Grenzgröße.

Clear Skyes
 
Hallo,

und zwar mit dem Vorteil, dass man im FG die Stelle leichter findet als in Teleskop, da ein FG ein größeres Gesichtsfeld hat.

Clear Skyes
 
noch ein Tip: Adaption der Augen. Warst du lange genug im Dunkeln? Die Augen (und das Gerhirn) benötigen für die Nachtadaption gut eine halbe Stunde. Im hellen FG kannst Du schon was sehen, im Teleskop aber ggf. noch nichts.
Gruß Winfried
 
Hallo Alex,

also mit deinem 114 er musst du die 3 M-Objekte erkenne. Wenn ich das schon mit meinem Lidl (70) schaffe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />. und dann noch 44mm mehr Öffnung, da muss man doch das gut erkennen können. Was hast du denn für Okus?

Grüße Chris
 
Ja, ein Fernglas ist eine feine Sache - man sieht viele Dinge auf einem Schlag. Allerdings möchte man den Objekten dann doch mit dem Fernrohr etwas dichter auf den Pelz rücken, z.B. den offenen Sternhaufen im Fuhrmann. Wenn man sie dann erst im Fernrohr gefunden hat, ist man froh dass man sich die Mühe gemacht hat...

Thomas
 
Hallo Alex,

prinzipiell ist die Größe Deines Gerätes für solche Sternhaufen ausreichend. Diese tatsächlich eindeutig zu identifizieren erfordert aber schon etwas Übung oder Beobachtungserfahrung und natürlich auch gute äußere Bedingungen. Wenn Du Sternhaufen suchst, solltest Du grundsätzlich immer mit dem langbrennweitigsten Okular anfangen (also niedrigste Vergrößerung). Dann überlege Dir vorher, wie groß in etwa in diesem Okular der Mond erscheint. Dieser hat einen Durchmesser am Himmel von einem halben Grad, also rund 30 Minuten. Und dann informiere Dich im Karkoschka oder anderen Bücher darüber, wie groß die Objekte Deiner Begierde dort angegeben werden. M46 ist zum Beispiel 20-27 Minuten groß (je nach Buch!?), hat also fast Vollmondausdehnung, M78 ist deutlich kleiner, M81 auch. So kannst Du Dir vorher aber schon mal eine kleine Vorstellung von dem machen, wie viel "Platz" das gesuchte Objekt in Deinem Okular in etwa einnimmt.

Dann solltest Du zunächst bei anderen Objekten, welche Du sicher identifizieren kannst, das Okular richtig fokussieren, das insbesondere Sterne als scharfe Punkte erscheinen.

Und dann gilt für fast alle deep-sky Objekte wirklich, dass Du einen möglichst dunklen Himmel brauchst. Nur dann hast Du ausreichend Kontrast, den schwachen Schimmer ferner Galaxien oder einzelner Sternchen jenseits der 10. Größenklasse gegenüber dem Hintergrund wahr zu nehmen. Wenn die Luft "feucht" riecht, sieht es oftmals m Himmel schon schlecht aus. Konntest Du denn an deinem Beobachtungsplatz die Milchstrasse mit bloßem Auge gut erkennen? Wenn ja, dann sollte es auch mit den Messier-Objekten klappen können.

M81 ist sicherlich schwierig zu finden, weil es dort in der Nähe nur wenige hellere Sterne gibt. Zusätzlich täuschen die Größenangaben oftmals beträchtlich, da man - gerade als Anfänger - bei Galaxien oftmals nur den Kern in der Mitte erkennt und die tatsächliche Ausdehnung am Himmel oft noch gar nicht wahrnimmt. Wenn Du dann wirklich in Richtung Galaxie schaust, wirst Du zuerst nur einen schwaches, unscharfes Fleckchen finden. Aber dann wird es spannend! Sind noch andere Objekte in Deinem Okular zu sehen, erfolgt jetzt erst noch einmal eine Überprüfung, ob Du den Anblick wirklich "scharf" eingestellt hast. Sind Punkte wirklich Punkte, also Sterne, dann kann der Fleck, der immer noch verwaschen bleibt, eigentlich nur die Galaxie sein. Und jetzt erst darfst Du auch mit kürzer brennweitigen Okularen vorsichtig die Vergrößerung erhöhen. Meist ist dies aber bei deep-sky" Beobachtunegn gar nicht nötig. Entspanne Dich lieber und versuche mal, ob Du über den Kern hinaus etwas erkennen kannst. Und je nach verwendetem Okular solltest Du dann eigentlich auch schon M82 mit im Bildfeld haben!

Bei M46 ist es eher schwieriger, weil dort genau umgekehrt, eine ganze Menge von anderen Sternen in der Nähe herumschwirren. Zusätzlich ist der auch nicht besonders hoch über dem Horizontdunst. Erschwerend kommt dann hinzu, dass dieser Sternhaufen wirklich nur aus vielen schwachen Sternchen besteht. Du siehst dort vielleicht eher etwas "Sternenstaub" - mit den Plejaden oder der Praesepe ist der Anblick zunächst gar nicht zu vergleichen. Einfacher ist es da schon, den benachbarten Sternhaufen M47 zu finden, weil in diesem drei hellere Sterne stehen. Bei nicht so dunklem Himmel kann man diesen Haufen wegen dieser "lockeren Ansammlung" jedoch auch leicht "übersehen".

M78 verschwindet auch sehr schnell am lichtverschmutzten Himmel. Dann erkennt man in diesem Gebiet eigentlich nur einzelne Sterne der achten oder neunten Größenklasse. Du brauchst schon einen guten Himmel - wenn das der Fall ist und Du M78 gefunden hast, wirdstdu aber plötzlich merken, der benachbarte Stern läßt sich auch "nicht richtig" scharf stellen. Geht nämlich auch nicht, das ist nämlich NGC 2071.

Wenn Du gut englisch lesen kannst, empfehle ich Dir das Buch von Ken Graun mit dem Titel "The Next Step - Finding and Viewing Messier's Objects". Hier werden alle Messier-Objekte sehr ausführlich genau aus der perspektive eines Vierzöllers beschrieben. Auch die Fotos entsprechen alle dem Anblick durch so ein Gerät. Da bekomst Du eine recht Vorstellung von dem, was Dich tatsächlcih als Anblick erwartet, denn häufig ist man einfach auch "falsch gepolt", weil man aus den allermeisten Astronomiebüchern tausendmal größere oder Kontrastreichere Bilder findet.

Du bist Dir nicht so sicher, ob Du die Sternhaufen im Fuhrmann gesehen hast? Sahen die für Dich alle gleich aus oder hast Du Unterschiede feststellen können? M36 zum Beispiel hat in etwa die gleiche Größe wie M37, enthält aber mehrere deutlich hellere Sterne als dieser. M37 dafür hat in der Mitte einen (nur einen!) helleren Stern, der außerdem auffällig rötlich leuchtet. M38 dagegen besteht mehr aus "Sternenketten", während die anderen beiden Haufen eher "rund" zu beschreiben sind. Wenn Dir diese Unterschiede einmal aufgefallen sind, wirst Du sie ein leben lang nicht mehr vergessen und kannst zukünftig die Sternhaufen auch "im schlaf" unterscheiden. Wenn nicht? Dann probiere auch diese in der nächstmöglichen Nacht einfach noch einmal wieder. Nur Übung macht den Meister!

Also, nicht aufgeben - ich habe für meine ersten "Fortgeschrittenen-Objekte" auch meist mehrere Anläufe gebraucht. Doch wenn sich der Erfolg erstmal einstellt, dann kann man sich an diesen Objekten gar nicht lange genug satt sehen.

LiboriusWichard
 
Hallo,

... noch ein Nachtrag. Habe gerade erst gelesen, dass Du zur Orientierung nur eine drehbare Sternkarte und das PC-Programm Stellarium benutzt. Die Sternkarte ist zum Auffinden solcher Objekte meines Erachtens zu grob. Benutzt Du den PC neben dem Teleskop? Dann hast Du vielleicht Probleme mit der Dunkeladaption Deiner Augen. Die Helligkeit eines PC-Monitors macht Dir ohne extra Schutz (rote Folie z.B.) ganz schnell die Anpassung kaputt.

Oder hast Du gar versucht, Dir einfach nur anhand des PC-Programms im Hause die Positionen "zu merken" und bist dann nach draußen gegangen, um mit dem Fernrohr "der Erinnerung anch" den Himmel abzusuchen?

Benutze lieber einen handlichen Sternatlas (oder drucke Dir Aufsuchekarten vorher am PC aus oder schaffe Dir wirklich den "Karkoschka" an, der hilft beim Finden ungemein!

LiboriusWichard
 
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