Teleskop für 50 € -> 60/900

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Shockwave123

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Hallo liebe Astronomie-Freunde!
Erstmal möchte ich allen ein frohes und gesegnetes Fest wünschen!
Als alter Astronomie Fanatiker habe ich nun endlich ein Telekop bekommen! Da meine ELtern nicht so flüssig sind, "nur" eins für 50 €, es hat eine Brennweite von 900 mm und 6 cm Refraktor-Durchmesser.
Was haltet ihr davon? Kann ich damit wenigstens den Saturn oder Mars ordentlich sehen? Den Mond etwa ja, den kann ich absolut perfekt ansehen, aber was sagt ihr?

Gruß,
Marcel
 
F.W. Marcel,
Du hast ein Planetengerät bekommen. Dort liegen die Stärken der Röhre, natürlich auch am Mond. Für Mars ist es schon fast zu spät. Er ist nur noch recht klein. Da Dein Vergrößerungsvermögen nicht so hoch ist, wird er als kleine Scheibe erscheinen und hell/dunkel Unterscheide bringen. Saturn ist wesentlich größer und sicher schon recht schön. Ebenso Jupiter.

Du fragst wo Du sie siehst.
Ohne Orientierung geht recht wenig, wobei es bei den Planeten einfacher ist, Sie sind sehr hell am Himmel. Nimm einfach mal die hellsten Punkte aufs Korn.
Für weiteres wirst Du nicht umhin kommen, Sternbilder zu lernen und ggf. Himmelrichtungen bestimmen zu können. Sonst wird das ein zielloses rumgerühre am Himmel.

CS
 
Hallo Antares,
vielen Dank für die schnelle Antwort! Du hast völlig recht, ich müsste mal die STernbilder lernen....denn den Großen Wagen oder Orion kennt ja jeder...Ich weiß nur, dass Betelgeuze im Orion ist, was wohl nicht unbeingt ausreicht...
Achja, die maximale Vergrößerung liegt mit der Barlow-Linse (x3) und dem 4 mm Okkular bei 676-Fach.

Gruß,
Marcel

P.S: ALso, mit der Theorie kenn ich mich ziemlich gut aus...aber bei der Praxis mangelts wohl..;-)
 
Hallo Marcel.
Naja, die Verbindung von Theorie und Praxis ist das entscheidende.
So ist die 676-fache Vergrößerung für Dein Skope ein völlig unsinniger, leider aber nicht unüblicher, Werbegag. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />
Um die 100fach sollte das Teleskop noch gut abbilden können, alles darüber sind unsinnige
Übervergrößerungen ohne Detailgewinn und mit dramatisch zunehmender Unschärfe.
Macht aber gar nichts, wenn Du das Teleskop sinnvoll einsetzt, wirst Du Deinen Spass haben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Es reicht zumindest, um zu erfahren, ob das Hobby Astronomie etwas für Dich ist.
Schau mal auf der HP von Antares oder auch auf Sven Wiensteins "Einsteigerseiten" vorbei.
Da gibt es jede Menge "Input". <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
CS
*entfernt*
 
Okay, das habe ich auf dwen zahlreichen Astronomie-Seiten auch gelesen, dass so große Vergrößerungen unsinnig sind, kam mir irgendwie seltsam vor, doch heute hab ichs selbst gesehen...
Der Mond war prima zu beobachten, also bin ich schon gegen 5 raus auf den Rodelberg, meinem "privaten Observatorium" in unserem Dorf und habe mir den Mond angeschaut, mit dem 20 mm-Okkular ein absolut scharfes und klares Bild, wo man schon die wichtigsten Krater und Meere sehen konnte, so ein Sichelmond ist schon was feines...
Mit der Barlow-Linse, die bei mir die Vergrößerung verdreifacht konnte ich noch mehr Details sehen, völlig ausreichend zur Beobachtung von allem möglichen.
Mit den kleineren Okkularen hingegen war der Bildausschnitt nur minimal größer und es herrschte eine gewisse Unschärfe, die ich nicht vollständig wegregulieren konnte.
Sehr interessant....;-) Tja, learning by doing!

Vielen Dank für alles und frohes Fest,
euer Marcel

P.S.: Astronomie und Himmelsbeobachtung ist mein Fach...ich habe schon immer von einem Teleskop geträumt, und nun ist es soweit...:-)
 
Hi Marcel,

ich wünsche Dir viel Freude u. Erfolg mit Deinem Scope.

Zum Aufsuchen von Himmelsobjekten kann ich einen Peilsucher sehr empfehlen. Damit hat das elende Herumgestochere mit dem Teleskop ein Ende. Ich verwende den Telrad u. bin sehr zufrieden damit. Allerdings - wo das gewünschte Objekt, z.B. Saturn, zu finden ist, mußt Du schon wissen. Diese Kenntnis kann auch ein Peilsucher nicht ersetzen.

Für die Mondbeobachtung ist der Mondatlas von A.Rückl, Eu. 29,90 eine lohnenswerte Anschaffung. Die deutschsprachige Ausgabe gibt`s z.B. bei ICS.

Mit freundlichen Grüßen
cs
Shorty
 
Hallo Marcel,

erst einmal Glückwunsch zu deinem neuen Teleskop. Bereits mit einem kleinen Fernrohr können interessante Beobachtungen durchgeführt werden, wenn man die richtigen Informationen und Tipps erhält. Vor allem die erwähnte "Kombination" aus theoretischem Wissen und die praktische Anwendung ist von Bedeutung.

Der beste Tip, suche dir einen astronomischen Verein oder Volkssternwarte in deiner Nähe und beobachte mit anderen Amateurastronomen.

Die bereits unsinnig hohe Vergrößerung wurde erwähnt und es ist wichtig, dass eigene Fernrohr einschätzen zu können. Diesbezüglich kann ich das Buch "Fernrohrführerschein in vier Schritten" aus dem Oculum-Verlag empfehlen. Zur Beobachtung des Mondes, der für dein "kleines" Gerät prädestiniert ist,den skizzierten "Mondatlas" von A. Rükl. zur Orietierung am Firmament eine drehbare Sternenkarte sowie den "Atlas für Himmelsbeobachter" von Karkoschka. Viel Lesestoff aber auch viel Wissenswertes für den Einstieg. In Kombination mit dem Aufsuchen anerer Amateure wird dir die Literatur sehr helfen.

Nebenbei, den Großen Wagen kennen fast alle aber wenige "Laien" wissen, dass der Große Wagen gar kein Sternbild ist ;-).

Schau dich auch mal auf der NightSky-Internetseite um - eine Zeitschrift von Amateuren für Amateure. Hier findest du auch online viele Tipps. Weiterhin sind die Internetseiten von Sven Wienstein, Pteng und Antares eine wahre Fundgrube.

Liebe Grüße, Christoph Lohuis.

4. Praktischer astronomischer Samstag - PaS am 22. April 2006 in der Sternwarte Neuenhaus

Sternwarte Neuenhaus
 
Vielen Dank für eure Unterstützung!
Also an Büchern mangelt es mir nicht, hier bunkern 5 fette Atlase rum, Astronomie war schon immer mein Lieblingsgebiet, da kann ich lesen und lesen und lesen...Und meine ELtern sind so nett und bringen mir immer neuen Lesestoff mit.
Ich habe eine Mail von einem Uwe erhalten, der mich gerne in seinen "Astro-Club" hier in Bremerhaven aufnehmen würde, also wenn meine Mutter mich fahren könnte und sie nichts dagegen hat, mache ich doch gerne mit, dann kann ich mir etwas praktisches Wissen aneignen.
Und wegen dem Großen Wagen: Gibt´s das Sternbild wirklich nicht? Ich meine, es hat auch den Lateinischen Namen "Ursa maior", also Großer Bär, aber keine Ahnung, Sternbilder sind nicht mein Gebiet....
Ach ja, was ist so ein Peilsucher denn genau, kann cih sowas überhaupt auf meine "Röhre" montieren?

Gruß und noch einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag,
Marcel
 
Hi Marcel,

Die volkstümliche Bezeichnung des Sternbildes ist "großer Wagen". Sie bezieht sich wohl auch nur auf die hellen,markanten Sterne (Kasten,Deichsel). Die offizielle Bezeichnung der Internationalen Astronomieschen Union (IAU) lautet aber Ursa Maior, großer Bär. Eigentlich große Bärin.
Zu dem Sternbild gehören auch zahlreiche schwächere Sterne; mit diesen nimmt dann die Bärenform Gestalt an. mit etwas Phantasie kann man tatsächlich die Pranken eines Bären erkennen.

Im Gegensatz zum klassischen, kleinen Sucherfernrohr besitzt ein Peilsucher keine lichtsammelnde Linse, sondern projeziert eine leuchtende Zielmarkierung an den Himmel. Diese kann aus einem Leuchtpunkt oder Zielkreisen (Telrad oder Rigel-Quickfinder) bestehen. Da der Peilsucher fest mit dem Fernrohr verbunden ist, stimmt die Blickrichtung mit der Ausrichtung des Teleskops überein. Dies ist ausgesprochen hilfreich: Du siehst immer,wohin das Scope ausgerichtet ist.
Der Vorteil ist, daß man nicht die Orientierung verliert und das Scope zügig und zielsicher auf das gewünschte Objekt gerichtet werden kann, sofern dieses mit dem bloßen Auge sichtbar ist.
Aber auch bei lichtschwachen Himmelsobjekten bietet der Peilsucher eine Hilfe: Man kommt meistens zumindest schon in die Nähe des gesuchten Objektes.
Telrad bzw. Quickfinder werden einfach mit der Unterseite(Basis) am Fernrohrtubus festgeklebt. Ein entsprechender Klebestreifen ist an der Basis schon angebracht.
Allerdings ist der Telrad ziemlich klobig, und vielleicht deshalb nicht mehr für das 60mm Teleskop passend. Der Quickfinder ist aber kleiner u. sollte auch für eine kleine Röhre gut geeignet sein.
Peilsucher mit Leuchtpunkt werden - soweit mir bekannt - anstelle des Suchers an der Halterung festgeklemmt. Wenn Dein Teleskop über einen Standart-"Sucherschuh" verfügt, ist auch dies unproblematisch.
Ob man lieber mit Peilsucher (Leuchtpunkt) oder Telrad/Quickfinder (Zielkreise) arbeitet, ist wohl eher Geschmacksfrage bzw. Frage der Gewohnheit.

Mit freundlichen Grüßen
cs
Shorty
 
Aha, dann stimmte meine Aussage ja!
Sagt mal, ab wann gilt ein Teleskop denn als "klein"?
Ab wann als "mittel", wann als "groß"?

Gruß,
Marcel
 
Hallo Marcel,

so ein 60/910mm Refraktor kann was feines sein, da er noch sehr handlich
ist, schnell aufgebaut ist und fast keine Zeit zum Auskühlen braucht.
So ein Refraktor nach Bauart "Fraunhofer" bildet auch schon sehr sauber
und farbrein ab.

Ich verwende meinen 60/910er relativ häufig zum Sonnenbeobachten, für
den Mond und fur Doppelsterne.


Eine Webcam habe ich auch schon ab und an drangehängt. Das folgende Bild
vom Mond ist ein Ergebnis davon:

Link zur Grafik: http://www.binoviewer.at/galerie/mond/images/mondmosaik_stangl.jpg

Bino-Tom
 
Das Bild ist ja beeindruckend!!! Könnte ich sowas auch durch mein Teleskop sehen? Wenn ja: Bin ich absolut zufrieden mit meiner Röhre, denn bis jetzt konnte ich nur einmal den Sichelmond betrachten, da sah man nicht so viel...
Sag mal: Mit welcher Vergrößerung hast du dieses Bild erreicht?

Gruß,
Marcel
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Du siehst wenn du durch das Teleskop durchschaust sogar noch mehr Details
als hier auf dem Foto zu sehen sind.

Das Foto wurde mit einer Webcam gemacht. Webcam anstatt dem Okular in das
Teleskop gesteckt und mit Notebook einen Film aufgenommen. Dieser Film
wird dann mit speziellen Programmen in Einzelbilder zerlegt, die dann
wieder addiert werden zu einem Summenbild, das dann noch nachgeschärft wird.
Wie das im Detail funktioniert kannst du im Fotografie-Board nachlesen.

Wichtig ist halt, daß du gute Okulare hast. Die Optik des Teleskopes selbst
muß natürlich auch gut sein und darf keine Fehler haben.
Wenn du bei ca. 100fach noch ein schönes scharfes Bild bekommst, wird die
Optik zumindest ganz gut und nicht schlecht sein. Einfach probieren.

Hiern noch zwei weitere Bilder, die ich mit diesem Teleskop gemacht habe:

Link zur Grafik: http://www.binoviewer.at/galerie/sonne/images/venustransit2004.jpg
Venusdurchgang vor der Sonnenscheibe

Link zur Grafik: http://www.binoviewer.at/galerie/saturn/images/saturn2_stangl_20040124.jpg
Saturn

lg, Bino-Tom
 
Also, ich muss agen, dass ich begeistert bin, worallem der Saturn sieht doch prima aus!
Und die Optik des Teleskops ist sogar richtig gut, ich habe am Tag mal aus Jux auf nen Baum teleskopiert, bei 168-Facher Vergrößerung, nach dem Scharfstellen konnte ich jede Knospe am Baum sehen...Also ist die Optik wohl, für ein so günstiges Gerät, recht gut. (Hoffe ich zumindest...)

Gruß,
Marcel
 
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