Hallo Ingemar,
bzgl. des Okularkofferangebots würde ich mir da überlegen, Teil für Teil, ob Nutzbarkeit und Preissumme mich überzeugen würden. Wenn man bedenkt, daß Zubehörausstattungen meist ziemlich speziell sind, kommt da schnell mal was in die Schublade. Manchmal ist auch dann was doppelt, weil's im Bundle schon bei der Primäroptik dabei war. Überhaupt: vielleicht erst mal mit dem beigefügten okularseitigem Zubehör arbeiten und sondieren, was fehlt. Dann kann man immer noch recherchieren, ausprobieren und preisbewußt zuschlagen, vielleicht bei einer Aktion, Teleskoptreffen oder Messe. Überhaupt: zu aller-aller-erst mal das Teleskop Deiner Wahl andenken.
Einiges noch zu Deinem Ausgangsposting:
Wir sind ja hier im Einsteigerboard, also erstmal noch herzlich Willkommen im Forum und der Freizeitastronomie.
Wie die meisten Einsteiger hast Du viel Neuland im neuen Hobby zu entdecken. Du kennst wohl wahrscheinlich noch nicht wirklich die Spezifika der unterschiedlichen Objektklassen und was das für Amateurbeobachtung bedeutet, was man beachten muß. Ebensowenig bist Du vermutlich bewandert bzgl. der unterschiedlichen Teleskopbauformen und ihrer Besonderheiten. Da läßt es sich nur per Text im Forum wirklich nur sehr unvollständig beraten. Praxis fehlt halt einfach. Deswegen mein grundsätzlicher Rat: suche Kontakt und Gespräch zu Sternfreunden in Deiner Nähe. Man wird Dir sicher gern helfen - im direkten Dialog klärt manches sich schnell. Und beim Blick durch die Rohre der Kollegen vor Ort wirst Du dann schon ganz gut entscheiden können. Vielleicht helfen unser Kontaktforum, Vereine (GAD als Link zum Verzeichnis auf der astronomie.de-Startseite) oder Sternwarten in der Nähe.
Ob Deine Objektauswahl langfristig so bleiben wird, kann noch niemand wissen. Dennoch finde ich, daß das auch ein Einstieg sein kann. Mache aber erstmal praktische Erfahrungen. Sollte es dann dabei bleiben, finde ich, ein Planetengerät wäre angebracht. Planeten, Sonne und Mond, da sind die Anforderungsprofile an das gesuchte Gerät dann schon recht ähnlich (zumindest in erster Linie). Planeten haben immer mal ihrer Saisons, sind auch aus der Lichtverschmutzung heraus (Innenstädte....) zu beobachten und prädestiniert für den Einstieg in Web-Cam-Fotografie, was bei Vorhandensein eines geeigneten Rechners sicherlich ein schöner und sehr niedrigpreisiger Einstieg in dieses Betätigungsfeld ist. Sonne und Mond sind häufig beobachtbar und genauso wie bei Planeten ist Brennweite eher länger auszulegen. Auflösung und Kontrast sind weitere Forderungen, was schon auch nach Öffnung verlangt (80/102 mm?). Einige Deep-Sky-Objekte gehen sowieso immer, unter gutem Himmel ja sogar schon mit unbewaffnetem Auge oder Fernglas...
Dem Anforderungsprofil nach würde auch ein Planeten-Newton in Frage kommen. Diese gibt es mit parabolischer Form, was bei f/8 schon klasse sein dürfte, als 6-Zöller zu m. E. gewiß guter Preisleistung. Ich würde wegen des angedachten höheren Vergrößerungsbereichs, für den die Nutzung eher optimiert ist, eine parallaktische Montierung wählen. Bei Dobson-Montierung läuft das Objekt sonst sehr schnell durchs Okular. Ich würde darauf achten, daß die Montierung eher überausgelegt ist und der Nachführmotor schon dabei ist. So läßt es sich dann entspannt genießend beobachten. An Öffnung und somit Details und auch Deep-Sky-Fähigkeit bist Du gegenüber den genannten anderen Geräten mit dem 6"f/8 -Newton überlegen (Garantiefälle aller genannten natürlich ausgenommen). Einen Refraktor kann ich im genannten Preisrahmen nicht für den genannten Zweck nennen. Geeignete Refraktoren wären entweder zu aufwendig und zu teuer oder zu lang und damit in Summe mit der dann nötigen Montierung viel zu teuer. Justage: wie jedes Teleskop kann auch ein Newton nur sauber justiert seine volle Leistung bringen. Ein f/8-Newton ist vergleichsweise justageunempfindlich, justagestabil und eher leicht zu justieren. Anleitungen sind hier über die Suche zu Hauf aufzufinden. Mit zentral gelochter Filmdose und Stern sind die nötigen Schrauben schnell mal eingestellt. Ich gehöre eher zu den "Justierfähigkeit-Gut-Findern" als zu den "Justieren-Müssen-Schlecht-Findern" (selbst kontrollieren und einstellen ist halt unschlagbar). Aber wie gesagt: bei f/8 ist das einfach...
Weitere Vorteile der genannten Kombination: die Montierung kann auch andere Geräte aufnehmen, die dann auch als Ergänzung Sinn machen (eher DS/Richfield-Geräte). Es gibt sogar Angebote, bei denen der Tubus in ein günstige Rockerbox gesteckt werden kann und so hätte man ein Super-Schnell-Spechtel-Gerät. Aber ich finde, das ist auch fix für visuell parallaktisch hingestellt und los gehts...
Sonne nur mit geeignetem Filter beobachten. Sonnenfilter aus Folie nach Anleitung hier im Forum ist günstig und hat sich bewährt.
So ein N-6"-f/8-Gerät ist m. E. noch leicht und gut handhabbar, passt problemlos ins Auto, allerdings nicht problemlos bei Flugreisen, das kost sicher Gebühr dann.
Vielleicht habe ich mit meinen Gedanken ein wenig zum inneren Diskurs beigetragen, mit besten Wünschen für den Einstieg und für ordentliches Astro-Wetter,
Matthias.