Teleskop für Deepsky

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Moin Leute,

bin ganz neu hier im Forum und wollte mal nach euren Erfahrungen Fragen was man wirklich braucht, um für DeepSky Objekte gut aufgestellt zu sein. Ich habe vor zwei Jahren meinen Vater ein Sky-Watcher Dobson N 200/1200 Skyliner Classic zu Weihnachten geschenkt und bin nun selber ziemlich auf das Thema hängen geblieben. Habe schon ein paar Teile dazu gekauft, Justier-Laser, ein etwas hochwertigeres Okular etc. und bin immer fleißig am schauen, Eltern wohnen quasi nebenan.
Jupiter, Saturn, Mond, Orion-Nebel, Mars sind immer wieder Objekte die ich mir ständig anschauen kann, sowie den ein oder anderen Sternenhaufen. Auch andere Objekte wie z.B. die Andromeda-Galaxie sind Ziele die ich aufsuche, nur wirken diese garnicht. Es ist nur ein Nebel-Fleck, sehr unscheinbar und das einzige Detail welches man "erkennt" ist das es in der Mitte heller ist als außen, das ist dann immer sehr ernüchternd.

Meine Frage jetzt, was brauche ich um z.B. bei der Andromeda-Galaxie wenigsten erkennen zu können das es eine Galaxie ist? Oder sollte das auch schon mit den vorhandenen Teleskop gehen, eventuell mach ich was Falsch? Fotografie möchte ich erstmal nicht, ich möchte es Live durch das Okular sehen.
Ich stelle diese Frage hauptsächlich wegen einer Artikelbeschreibung die ich nicht ganz glauben kann, hier einmal das Zitat:
...
Pro Dob 16": Sterne und Galaxien sehen fast wie auf einem Foto
Wenn die Whirlpoolgalaxie so deutlich wie ein Foto im Okular erscheint. Wenn Sie Einzelheiten erkennen. Wenn Kugelsternhaufen bis ins Zentrum aufgelöst werden. Oder wenn Sie sogar Farben im Orionnebel erkennen. Dann wissen Sie: Das 16" Omegon Dobson-Teleskop geben Sie nie mehr her.
... (https://www.astroshop.de/teleskope/omegon-dobson-teleskop-prodob-n-406-1850-dob-ii-truss/p,71928)

Ist das realistisch? Oder nur mit einen Nachthimmel wie in Namibia? Oder nichtmal da?
Zu den Nachthimmel hier würde ich sagen, ein mittlerer bis schlechter Landhimmel.

Hoffe ihr könnt mir helfen :)

Viele Grüße
Philipp
 
Hlo Phillip und willkommen bei uns im Forum
Bei Deep Sky ist ein guter Himmel das A und O und auch noch alles andere dazwischen, gerade bei Galaxien.
Emissionsnebel kann man zum Glück Filtern.
Ich empfehle dazu dringend mal diese Seite durchzulesen, nicht nur das Thema zum verlinkten H beta Filter.
Aber wie auf dem Foto sieht das visuell auch mit 16" nicht aus, soviel ist sicher.
Unsere Augen können leider keine Langzeitbelichtung.
Ein 16" Teleskop zeigt bei gleicher Austrittspupille eine Galaxie in der selben Helligkeit wie dein 8", nur eben doppelt so groß, sodass mehr Details erkannt werden können, da die Auflösungsfähigkeit des dunkeladaptierten Auges bei schwachem Kontrast sehr schlecht ist, sind das aber eben leider nicht all zu viele Details.
Aber wie gesagt, ohne super Himmel bringt dich auch ein doppelt so großes Teleskop nicht all zu viel weiter bei den Galaxien.
Und EIN gutes Okular wird nicht reichen, denn Beobachtungsobjekt und Himmelsqualität müssen mit der AP in Einklang gebracht werden für gute Beobachtungsergebnisse.
Man findet hier im Forum viele Beobachtungsberichte und auch Zeichnungen von Beobachtern, das vermittelt einen ganz guten Eindrucj was unter welchen Bedingungen mit welchem Gerät möglich oder nicht möglich ist.
Einfach die Suchfunktion etwas aufwecken, sie wird so selten genutzt.

LG
Olli
 
Hallo Philipp,

bei einem Newton mit 1200mm Brennweite bekommst du M31 einfach nicht komplett ins Bild. Mit einem 40mm Okular hast du bereits eine 30fache
Vergrößerung. Das nebelige etwas, das du siehst, ist der Kern der Galaxie. Mehr geht da nicht. Großflächige Objekte wie M31, M33 oder M45 sind etwas für kurzbrennweitige Großfeld Geräte. Gute Ferngläser, Binos mit Winkeleinblick, oder Rich Field Teleskope wie ein 120/600 Refraktor bringen dir da den Genuss.

Für kleinere Objekte wäre ein Sprung von 20cm Öffnung auf 10 oder gar 12 Zoll ein Gewinn. Da wird es aber schnell schwer, unhandlich und teuer. Trotzdem wirst du visuell nicht das sehen, was du von Fotos kennst. Frust vermeidet man am besten, wenn man keine unrealistischen Erwartungen hat.

CS Gerhard
 
Moin,

Vielen Dank für die Antworten, damit kann ich was anfangen. Hab mir schon gedacht, dass das eher in die Kategorie übertriebenes Marketing geht. Schade, aber besser so als kaufen und dann enttäuscht zu sein.

Mit den Filtern werde ich mich auf jedenfall mal befassen und das Forum stöbere ich seid den letzten Tagen schon durch, muss man nur aufpassen das man nicht doch bei der Astrofotografie landet, bei den Bildern hier :love:

Interessant das M31 so groß ist, das hatte ich ehrlich gesagt garnicht auf den Schirm.

Werde auf jedenfall noch einiges mit den 8 Zoll probieren. Das kann man ja auch ganz gut mal ins Auto packen um einen besseren Himmel zu haben. Mal schauen ob es dann mal irgendwann was eigenes gibt.

LG
Philipp
 
Hallo Philipp

Such dir mal Sternfreunde in deiner Nähe, oder gehe auf eines der Teleskoptreffen, da bekommst du einen realistischen Eindruck, was mit welcher Öffnung zu sehen ist.
Für Galaxien braucht man wirklich einen guten dunklen Himmel, sonst sind das nur mehr oder weniger verwaschene grüne Flecken.
Jedoch kann es auch Spaß machen, die Spiralstrukturen zu erahnen, oder mal die Helligkeit einer Supernovae zu verfolgen.
Das geht auch unter einem normalen Landhimmel.
Eine Technik dabei kann sein, dass man denn richtigen Zeitpunkt abwartet und sich dabei mit der Beobachtung auf die Zenit- bzw. Kulminationshöhe beschränkt, dort ist der Himmel oft nochmals dunkler als gegen Horizont.
Kugelsternhaufen, Planetarische Nebel und helle Messier-Objekte sehen auch unter weniger guten Bedingungen gut aus und können Aufgelöst werden.
Gerade an Kugelsternhaufen und PNs, ist der Sprung von 8" auf 16" selbst unter Landhimmel, um Welten besser.
Von daher sollte man eine große Öffnung nicht kategorisch ausschließen, sie ist in jedem Fall ein Gewinn.
Auch für Mond und Planeten sind große Öffnungen ein Gewinn, gerade wenn man mal mit Bino-Ansatz beobachten möchte.
Mit etwas Hirnschmalz, oder mit einem dicken Geldbeutel bekommt man auch eine große Öffnungen leicht bewegt und transportiert, da gibt es viele Beispiele im Netz.

Gruß
CS
 
Hallo Phillip.

nteressant das M31 so groß ist, das hatte ich ehrlich gesagt garnicht auf den Schirm.
Kennst du die Freeware Stellarium ?
Dort kannst du dein Teleskop und die Okulare einrichten un bei den Objekten in die Okularansicht wechseln.
Dabei siehst du dann sehr gut wie viel ins Gesichtsfeld passt.

M31 ist riesig und da du nur den Kernbereich siehst, viel weniger spektaktulär als es am Himmel den Anschein hat.
Lohnend für den Dobson sind Kugelsternhaufen, Ringnebel in der Leier und andere kleinflächige Objekte.
Aber wie gesagt, schau dir das mal in Stellarium an.

Gruß,
Holger
 
Hallo Phillip,
habe auch einen 8" f6 SW Dobson und man kann für Deep Sky schon viel aus dem Gerät rausholen mit diesen Maßnahmen:

1. Fahrt zu einem dunklen Standort mit möglichst großer Seehöhe bei klarem, transparentem Himmel und ohne Mond.
2. Richtige Wahl des Okulars: ausreichend großes Gesichtsfeld, die richtige Vergrößerung bzw. Austrittspupille (für mich ideal: ab ca. 80°Gesichtsfeld mit ca. 10-12 mm Brennweite für Deep Sky, hängt aber vom Objekt ab: bei Kugelhaufen deutlich höhere Vergrößerung, mit Nebelfiltern geringere.
3. Maßnahmen gegen Streulicht innerhalb des Teleskops: schwarze, selbst geschnittene (Papier)blende im Okularauszug, tiefschwarze Hochglanzfolie oder Velours auf die gegenüberliegende Tubuswand hinter dem Fangspiegel, Veloursbelag in der unteren Hälfte des Tubus um den Hauptspiegel herum.

Größere Öffnungen bringen natürlich mehr Licht, das bringt aber nur etwas, wenn der Himmel dunkel genug ist, manchmal mehr Details, wenn Optik gut justiert, Gerät ausgekühlt, gutes Seeing in dieser Nacht, sonst kann es auch in die andere Richtung gehen.

Fotoähnliche Darstellung von Galaxien ist utopisch, bzw was heißt "ähnlich"...

Nachteile sind Gewicht, Auskühlverhalten, kleineres Gesichtsfeld... die Geräte ergänzen sich, kann man sagen. Lieber später, teurer, leichter, hochwertiger kaufen, als billig, schwer und von fragwürdiger optischer Qualität... und dafür öfter.
Auf ein Großfernglas nicht vergessen, das eröffnet wieder eine andere Nische der Beobachtung, z.B. ein 20x80.

Für mich ist der 8" f6 das universellste Teleskop schlechthin, und für Planeten und Mond war ein Binoansatz für mich der größte Gewinn. Dazu eine Umhüllung des Tubus mit reflektierender Isolierung, wie für Autoscheiben, und die Gewohnheit, das Gerät rechtzeitig rauszustellen zum Auskühlen. Und Spiegel justieren für Mond und Planeten ein Muss, aber keine Hexerei.

Viel Erfolg und Grüße,

Nik
 
Danke für die vielen Antworten, echt top Informationen. Da hab ich schon mal einiges was ich ausprobieren werde :y:

LG
Philipp
 
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