Teleskop für den Einstieg

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ClaraH

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Wunderbaren guten Morgen

Seit geraumer Zeit schon beschäftigt sich mein Freund mit den Sternen und der Sternenbeobachtung. Fernglas und Sternenkarte hat er und benutzt er auch eifrig. Mittlerweile wäre ein Teleskop allerdings durchaus erwünscht und da sein Geburtstag naht, dachte ich mir, das wäre ein schönes Geschenk und habe mich durchs Internet gelesen und stehe jetzt wie jeder Anfänger vor der Frage: welches Teleskop soll es denn jetzt sein?
Ich wohne in Island, dunkelheitstechnisch gesehen also wunderbar, nicht mal in der Stadt ist es übermäßig hell und man ist sehr schnell in völliger Dunkelheit. Auto ist auch vorhanden, eigener Garten nicht, daher sollte es mehr oder weniger gut transportabel sein. Dafür ist es oft sehr windig. Fotographie steht noch nicht zur Debatte, Deepsky muss nicht unbedingt sein, natürlich wäre es schön, da auch ein bisschen was zu sehen, aber ich denke für den Anfang ist es nicht dringend notwendig.
Die wunderbar dunkle abgelegene Insellage hat allerdings auch zur Folge, dass die Auswahl an Teleskopen sehr klein ist und die Zölle sind hier so hoch, dass ich mir es schlicht nicht leisten kann, im Ausland zu bestellen. Es gibt hier eigentlich nur einen Händler und wenn man dessen Auswahl und mein Budget kombiniert, bleiben da nur 4 Möglichkeiten zur Auswahl.

Orion StarBlast 4.5 Astro
Celestron AstroMaster 114EQ
Celestron AstroMaster 130EQ

oder wenn diese drei wirklich gar nicht zu empfehlen wären

SkyQuest XT4.5.

Da ich noch nie ein Teleskop in der Hand hatte, wäre ich euch sehr dankbar, wenn ihr mir bei der Auswahl helfen könntet. Welche vielleicht einsteigerfreundlicher sind oder auch wenn keines von denen irgendwas taugt:)
Vielen Dank schon mal für die Hilfe, die ich hier allein durchs Mitlesen erhalten habe.
Mit freundlichen Grüßen
Clara
 
Hi Clara,

die genannten Teleskope sind leider nicht der "Brüller", spare lieber noch ein bissl und kauf dir dann vllt einen 6" f/8 Dobson. Du musst auch bedenken das du ein paar Hunderter für gute Okulare benötigst + eventuell anderes Zubehör.

Vllt besteht ja die Möglichkeit von D zu importieren?!

Wichtig: Das Teleskop darf nicht wackeln!
Wichtig: Die Okulare sollten nicht aus Plastik und einigermaßen gut sein.

Gruß
Lots
 
Moin Clara!

> dunkelheitstechnisch gesehen also wunderbar

...im Sommer eher weniger... ;)

"Wegen Island" würde ich doch vorschlagen, eine der beiden stabileren und weniger windanfälligen Dobson-Varianten zu nehmen.

Die Celestrons auf ihren zu knapp bemessenen EQ-Montierungen würden bei viel Wind keinen Spaß mehr bringen. Außerdem besitzen mir diese Modelle zu viel Plastik und der fest angebrachte "Leuchtpunkt-Peiler" ist schlicht eine unbrauchbare Fehlkonstruktion. Dazu kommt noch: Der AM 114EQ (114/1000 mm) ist ein sogen. katadioptrischer Newton (mit brennweitenverlängernder Hilfslinse im Strahlengang), der im allgemeinen schwer zu justieren und in der Abbildung den "klassischen" Newtons unterlegen ist. Der AM 130EQ besitzt zwar den größeren Parabolspiegel als "echter" Newton, hat aber auch diesen unsäglichen Peiler und die breiten Fangspiegelstreben, die auch nicht gerade vorteilhaft sind.

Am unkompliziertesten, auch was die Okularwahl und ggf. die Justage angeht, ist sicher der langbauende Orion SkyQuest 114/900 mm. Daran kann man sicher auch ganz einfach mit einem Klappstuhl sitzen. Beim kompakteren Modell StarBlast brauchst du immer was, wo du ihn raufstellst, also wenigstens einen Klapptisch, der auch wieder wackeln kann.

@Lothar:
Ein "paar Hunderter" ist gut... ;)

FYI: "Die Währung Islands ist die Isländische Krone (ISK), 100 ISK haben den Gegenwert von 0,56263 Euro, entsprechend 1 € = 177,74 ISK (Stand: 3. Januar 2010)." (Wikipedia)

Island gehört außerdem (noch) nicht zur EU, also sind Importe vom europ. Festland nicht ganz so einfach. Von den anscheinend hohen Einfuhrzöllen und Frachtkosten wurde oben schon geschrieben.
 
Hi!

Island, bevorzugt Celestron wegen dem Händler und Budget um die 200 Euro... Hast Du ein stabiles Fotostativ mit Videoneiger? Dann wäre vielleicht auch ein Spektiv eine Überlegung wert - die Ultima-Reihe von Celestron geht immerhin bis 50x Vergrößerung, und das 80mm-Modell mit Schrägeinblick müsste (ohne Stativ und Neiger) noch in dein Budget passen. Das ist für Mond und Planeten zwar nicht die Welt, aber evtl. kann man auch andere Okulare dran montieren => Händler fragen. Allerdings sind das nur Achromaten, da dürfte sich der Farbfehler allmählich bemerkbar machen, wenn Du auf 100x gehst.

Bei den parallaktisch montierten Astromaster-Teleskopen ist die Montierung der Schwachpunkt (die billigere azimutale Montierung ist wesentlich stabiler und viel schneller einsatzbereit), außerdem müsste der 114er ein Katadiopter sein - Finger weg. Der 130er ist von der Optik schon besser, verlangt aber nach teuren Okulare für ein randscharfes Bild, wenn du ihn ausreizen willst - und ich weiß nicht, ob er 2"-Okulare mag.

Der StarBlast 4,5 dürfte stabil sein, verlangt aber ebenfalls teure Okulare, wenn du ihn ausreizen willst.

Der SkyQuest 4,5 dürfte genauso viel am Himmel zeigen wie der StarBlast, ist aber eher für Planeten ausgelegt - dafür mag er auch günstige Okulare. Aus deiner Auswahl vielleicht noch die beste Alternative, auch wenn er keine riesigen Gesichtsfelder ermöglicht wegen der langen Brennweite.

Da die meisten Planeten zurzeit aber auch von D aus ziemlich tief am Südhimmel rumdümpeln, würde ich in Island nicht unbedingt einen Planetenspezialisten kaufen.

Sinnvoller wäre meiner Meinung nach wie gesagt ein Spektiv, das lohnt sich auch für Naturbeobachtungen. Mit 50x geht schon etwas an Mond, Jupiter, Saturn und Venus, und mit 2° Gesichtsfeld z.B. beim Ultima 80 ist Deep-Sky-mäßig auch schon einiges möglich. Aber das setzt halt ein bereits vorhandenes Fotostativ voraus (das immerhin auch für normale Fotografie nutzbar ist), ansonsten kommen rund 150 Euro für's Stativ dazu - für das Geld gibt's dann auch schon wieder einen großen Dobson.

Gruß,
Alex
 
Hallo Clara,

Hast Du einmal den Link zu Deinem Händler? Dann kann man dort einmal stöbern. Wieviel ISK / US$ / EUR würdest Du anlegen wollen?

Habe 2x Island erlebt. Dort ist schon eine kleine Optik mehr wert als eine mittlere in D.

Gruß
Dirk
 
Vielen Dank für eure ausführlichen und schnellen Antworten.
Leider habe ich kein Fotostativ und ein gutes ist hier mit Sicherheit so teuer, dass ich dann wirklich eher auf ein besseres Teleskop sparen würde. Zumal wir nicht die großen Fotografen sind, es würde sonst kaum Verwendung finden. Und importieren ist wirklich viel zu teuer, der isländische Staat will ja, dass man seine Sachen hier kauft und nicht einfliegen lässt, daher kommen zu den Versandkosten, die hierher immer sehr hoch sind, noch mindestens 35% Zoll plus irgendwelche dubiosen Bearbeitungsgebühren und da die isländische Krone seit der Krise nur noch die Hälfte wert ist, würde ein Teleskop dann ca. das Doppelte kosten. Nein, ich muss mich mit dem arrangieren, was es hier gibt. Und es muss auch wirklich kein herausragendes Teil sein, es soll nur einen Eindruck vermitteln und die Möglichkeit geben herauszufinden, ob man bei diesem Hobby bleiben will. Und so findet man ja auch heraus, was man wiklich möchte und worauf man Wert legt und kann dann ja auf etwas Gutes sparen. Ich denke mal, es wird auf den SkyQuest 4,5 hinauslaufen, der scheint hier das kleinste Übel zu sein. Ich danke euch vielmals für eure Hilfe und Beratung, wenn man neu ist in dieser Materie, weiss man wirklich gar nicht, worauf man achten soll und Händler empfehlen einem ja sowieso immer das, was sie gerade da haben:)
 
Hi!

Zu dem kleinen Starblast hab ich hier einen Testbericht gefunden: http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=50255

Ich würde vielleicht noch den Orion StarBlast 6 in Betracht ziehen - hat zwar auch f/5 (will also teure Okulare, wenn du ihn mit maximalem Gesichtsfeld ausreizen willst, und will sauber justiert werden), ist aber nicht ganz so übel wie der Starblast 4,5. Da er weniger Brennweite als der SkyQuest hat, zeigt er größere Gesichtsfelder am Himmel, was das Suchen leichter macht. Er hat eh nur einen 1,25"-Okularauszug, damit bleiben dir die guten, teuren Übersichtsokulare erspart. Ein 32mm-Plössl für den Überblick (wobei das 20er, das zumindest in D beiliget, auch schon ganz gut ist) und ein 4-5-mm-Okular für Planeten noch dazu wären sinnvolle Ergänzungen - keine perfekten Okulare (am Rand erwarten dich bei niedrigen Vergrößerungen verzerrte Sterne), aber für die Preisklasse okay. Braucht aber auch was zum draufstellen (Mauer, stabiler Tisch...)

Der StarBlast 6 wäre also universeller einsetzbar als der SkyQuest, aber optisch nicht ganz so gutmütig - aber ob dich die Randunschärfe stört (und wie auffällig sie bei 1,25"-Okularen ist), weiß ich nicht.

Gruß,
Alex
 
Hallo Clara,

Da in Island die Wirtschaftkrise herbe gewütet hat mag auch macher sein geliebtes Teleskop gebraucht verkaufen. Schalte doch einmal eine Anzeige in der Tageszeitung.

Bei der Auswahl im Shop und dem gegebenen Budget ist die gebrauchte Variante vielleicht nicht die schlechteste. Und kleines Zubehör (Okulare) kann dann auch später mal ins Handgepäck wandern wenn man aus D einfliegt.

CS
Dirk
 
Danke für den Link, das ist wirklich ein ordentlicher ausführlicher Testbericht. Entschieden wird dann also zwischen den beiden StarBlast und dem SkyQuest, für mehr reicht mein Budget leider nicht. StarBlast bedeutet also, dass man einen stabilen Tisch oder etwas ähnliches dabeihaben muss, dafür könnte ich aber mit dem 6er ein universelleres Gerät als den SkyQuest kaufen und das zum selben Preis. Hm. Der Starblast 4.5 ist allerdings ganze 18.000 ISK billiger, das ist auch nochmal ein Argument. Auweia, ich seh mich das Ganze schon auslosen:) Nein, ich werde einfach mal noch weiterlesen und überlegen und vielleicht ein paar unverfängliche Fragen an meinen Freund stellen, dann komme ich bestimmt zu einer Entscheidung. Ich weiss es natürlich nicht, denke aber, dass die Randunschärfe einen Anfänger vielleicht nicht wirklich stört. Dankeschön für die Hilfe.
 
Hallo Clara,

du Glücksüiöz wohnst in Island !?
Ich wollte ich schon 1972 nach Island, aber meine Eltern haben
es mir nicht erlaubt.

Die Wirtschaftskriese jat ISland schwer getroffen. Vielleicht
kannst du ein gut erhaltenes Gebrauchtteleskop güntig erwerben.

Die Neuteleskoppreise sind in Island offenbar höher als hier.

Das kleine 114mm f/4 Parabolspiegelteleskop ist in den Händen
eines erfahrenen Sternfreundes wie Stathis gut zu gebrauchen.

Ob du als Einsteigerin mit f/4 klarkommen wirst ist fraglich.
Da würde ich dir eher einen 114/900mm Kugelspiegelnewton empfehlen.

Die beste Lösung wäre aus meiner Sicht der 6"f&5 Dobson.
Auch der muß sehr gut justiert werden und er stellt auch
höhere Anforderungen an die Okulare als der f/8 Newton.

Dafür zeigt er dir mit 150mm Öffnung unter dunklem Himmel
sehr viel.

MfG,Karsten
 
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