Teleskop für DS / Großfeld

Astromo

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

Ich möchte mir ein Teleskop für DS / Großfeld-Beobachtungen zulegen und bin am Überlegen, welches es werden soll.

Vorhanden sind bis jetzt ein 200/1200 Dobson, ein tolles Gerät, kommt aber nicht so oft zum Einsatz da es doch etwas sperrig ist. Für schnellere Beobachtungen zwischendurch habe ich mir damals den Skywatcher ED100/900 geholt, welcher besonders am Mond ein nettes Teleskop ist. Eingesetzt meistens abends auf der Wiese nebenan. Jetzt spiele ich mit dem Gedanken mir etwas für DS / Großfeld dazuzukaufen. Eingesetzt werden soll es fürs Schnellspechteln am Feierabend, da wo bisher der 100/900 ED genutzt wurde.

Die Montierung ist eine EQ-5.

Momentan schwanke ich zwischen dem FH 120/600 oder Newton 150/750. Der 120/600 bietet ja das größere Gesichtsfeld, der 150/750 aber mehr Öffnung.

Vergleich 120/600 oder 150/750 mit dem aktuellen 100/900: Der Brennweitenunterschied von 750 zu 900 ist ja schon deutlich kleiner als von 600 zu 900, allerdings ist die Öffnung mit 150 ja schon wieder ein gutes Stück größer.

Wobei der 150/750 ja auch an Planeten / Mond sicher nicht so schlecht ist. Da frage ich mich, ob ich den 100/900 ED danach noch brauchen werde. Wie lange braucht ein 150/750 Newton den so zum Auskühlen?

Ich wohne im ländlichen Raum, habe also einen relativ dunklen Himmel hier.

Was meint ihr. Ich bin da gerade etwas unschlüssig. Fotographie spielt keine Rolle.

Danke für eure Anmerkungen.
 
Hallo Astromo,
so ganz ist mir nicht klar, was Du Dir von einem kleineren Teleskop versprichst. Die Größe des Sichtfeldes variierst Du doch über Okulare.

Oder versuchst Du das Gewicht zu optimieren? Dann gönne Dir doch lieber ein 8“ Reise-Dobson von Hofheim o.ä. Die kriegst Du schon viel leichter als ein 200 F6-Dobson.

VG
Wolfgang
 
Hallo @Astromo ,

Ich möchte mir ein Teleskop für DS / Großfeld-Beobachtungen zulegen und bin am Überlegen, welches es werden soll.
Du willst ein Objekt mit etwas mehr drum herum beobachten? Nennt sich Weitfeld oder auch Richfield.
Habe ich im rein visuellen Bereich auch einige Zeit gemacht. Es sieht einfach toll aus ein Objekt mit mehr Umgebung zu sehen. Da kommt es m.E. nicht so sehr auf die Details an, sondern mehr, sagen wir mal, den Space-Blick auf das Objekt.

Wie lange braucht ein 150/750 Newton den so zum Auskühlen?
ca. eine halbe Stunde. Hängt halt auch vom Temperaturunterschied zwischen drinnen (Deinem Lagerort) Temperatur und der draußen Temperatur ab.

Das FoV, Field of View, kann man ausrechnen. Wie alles, was mit dem Beobachten zusammen hängt.
Wie oben schon von Wolfgang geschrieben, hängt es auch von der Okularbrennweite ab. Aber eben auch von der Teleskopbrennweite.

Dein vorhandenes Teleskop, Skywatcher ED100/900 mit gegebenen Okular, hier der Einfachalthaber ein 32mm mit 70°:
2,49° bei 3,56 AP (Austrittspupille)
Vergrößerung spar ich mir jetzt.

Der 120/600 FH mit dem selben Okular:
3,73° bei 6,40 AP

Der 150/750 Newton auch mit dem selben Okular:
2,99° bei 6,40 AP

Die Rechnerei ist hier über das Öffnungsverhältnis durchgeführt. Geht auch noch über die Feldblende. Weiß jetzt aber nicht mehr wie das genau zusammen hängt.
Die Tabelle zur Berechnung habe ich irgendwann mal im Netz gefunden.

Wenn Dir das mit den Zahlen zu blöd ist, schau mal auf astronomy.tools.
Dort kannst Du verschiedene Teleskope mit verschiedenen Okularen durch spielen und das gibt Dir dann einen guten Anhaltspunkt was auf Dich zukommen könnte.
Mal kurz für Dich gemacht. Die oben von mir aufgezeigten Zahlen werden Dir auch dort angezeigt.
100/900 - 32mm 70°:
100_900_32_70_astronomy_tools_fov.png


120/600 - 32mm 70°:
120_600_32_70_astronomy_tools_fov.png


150/750 - 32mm 70°:
150_750_32_70_astronomy_tools_fov.png


Zum besseren Vergleich alle zusammen:
alle_astronomy_tools_fov.png
 
Hallo Astromo,
grundsätzlich solltest du dich auch mal mit Ferngläsern auseinander setzen, denn mit der Großfeldbeobachtung steht man quasi immer mit einem Fuß in der Fernglas Beobachtung.
Sich hier einzulesen wäre meiner Meinung nach erst einmal sinnvoller, dazu gibt es Bücher oder den alten ICS Katalog.

Dann wäre die naheliegende Frage, warum verwendest du nicht den 100/900 ED erstmal mit einem 2" Okular mit 40mm 68° Gesichtsfeld?
Damit bekommst du immerhin M 31 und ihre Satelliten ins Gesichtsfeld.
Eine größere Austrittspupille als 5mm ist oft eh nicht sinnvoll, außer du hast einen Himmel wie in Namibia?

Von den Deep Sky Objekten her betrachtet, gibt es nur eine Handvoll Objekte welche von "Großfeld" profitieren.
- M 31 = Andromedagalaxie
- M 45 = Plejaden
- NGC 1499 = California Nebel
- NGC 7000 = Nord America Nebel

Dann kommt es darauf an ob man getrennt stehende Objekte noch ins Gesichtsfeld bekommen möchte wie z.B.:
- M42 und M 43 = Orionnebel
- NGC 869 und NGC 884 =h und X Persei
- NGC 6960-95 = Cirrus Nebel

Zu Bedenken ist, von den wenigen oben genannten Objekten, haben einige eine geringe Flächenhelligkeit, findet man hier nicht den richtigen Kompromiss zwischen Himmelsqualität, Austrittspupille, Vergrößerung usw. sind sie quasi unsichtbar oder passen doch nicht ins Gesichtsfeld und bleiben dann unscheinbar.
Zu viel "schwarz" um das Objekt ist dann auch nicht Sinnvoll, da das Objekt immer mickriger wird und zu einem "Etwas" zusammen schrumpft, wo man letztlich dann doch wieder geneigt ist höher zu vergrößern.
Auch haben gerade Großfeldbilder in der Simulation ihre Grenzen, oft werden Fotos einer Langzeitbelichtung passend mit einem Okulargesichtsfeld übereinander gelegt, was so für die Visuelle Beobachtung in der Praxis natürlich nicht mehr funktioniert.
Man schaut dann nur noch wie groß ist das Objekt und passt es ins Okular, was jedoch zu kurz gedacht ist.
LG
 
Hi
Großfeld ist eine schöne Disziplin, wenn man Gesamtanblicke mit viel Umgebung mag.

Das kann man zum einen mit einem Fernglas machen. Hier gibt es 70 bis 80mm Gläser die über 4 Grad wahres Feld am Himmel zeigen.
Bei Vergrößerungen zwischen 10 und 20 fach ist die Detailfülle der Objekte selbst aber eher gering.
Gehst Du auf größere Öffnung, werden die Felder halt kleiner.

Monokular, sprich als Teleskop, habe ich viel Freude an kleineren f/5 Newton. Mein erster "Selbstbau" war ein Reisedobson mit 6"f/5.
Heute habe ich einen 130/650 Skywatcher PDS dafür. Auf einer Giro XXL montiert habe ich mit dem 30mm ES 82 Grad mit 3,8 Grad ein vergleichbares Feld wie mit den Ferngläsern, habe aber Auflösung und Licht von 130mm Öffnung und keinen Farbfehler.
Daher zog ich den Newton, der zudem auch 200fach kann, den Achromaten vor, zumal der Preis eines ähnlich großen Apos für mich keine Option war. Diese Größe vereint das was ich von einem Schnellspechtler, Großfeld- und trotzdem Universalgerät erwarte sehr gut.
Evtl ist das ja auch was für Dich.
CS
 
Hallo Astronomo,

bei mir gibt es einen 120/600 FH und zwei 105/750 Newton.

Wenn das Thema genüssliches Spazieren Sehen in der Milchstraße, nach offenen Sternhaufen, M31, Doppelhaufen im Perseus etc. ist nehme ich eher den 120er, oft sogar nur seinen kleinen Bruder den 105/500.. Die kann ich auf Kurbelsäule in eine bequeme Beobachtungsposition bringen.

Die 150er Newton haben etwas mehr Licht, zeigen bei kleiner Vergrößerung aber Koma am Gesichtsfeldrand.

Im Leben hat alles seine Vor- und Nachteile; oft ist es auch eine Geschmacksfrage, was man gerade bevorzugt.

CS Gerhard
 
Obwohl als"Farbwerfer" verschrien nutze ich dennoch recht häufig und gerne meinen FH 120/600 auf einer azimutalrn Twilight 1 Montierung, die damit (soeben) noch gut klarkommt. Gerade beim Einsatz mit Linienfiltern (OIII und h-beta) zeigt mir diese Kombi schöne Weitfeldansichten, die mir meine anderen Teleskope so nicht liefern können....

Gruß Horst
 
Ich habe mir für die weiten Felder extra einen alten Pentax 100 SDUFii besorgt. Das Teil hat f4 und liefert dank Bildfeldebnung wunderbares Widefield Feeling! Eigentlich als Astrograf konzipiert, funktioniert er mit einem Baader/Zeiss Prisma auch hervorragend visuell. Bis um die 100fach und leicht darüber bleibt der Farbfehler im Rahmen. Aber f4 bei einem Refraktor ist schon eine Hausnummer. Mit dem TV 27mm Panoptik kommt man auf 4,5Grad Feld. Den besten Anblick bietet der Pentax aber mit einem Ethos 13mm, 31fach mit 3,2 Grad Feld! Ein Traum. Leider ist der Pentax nur schwer zu bekommen.
Gruß
 
Hallo,
Für Weitfeld nutze ich seit ein paar Monaten ein Fernglas. Ein 82mm SA 99 Grad.
Montiert auf einer TS AZT6 kann man wunderbar durch den Himmel surfen. Offene Sternhaufen, aber auch größere Galaxien kommen richtig gut.
Ich fotografiere nur, aber wenn das Gerödel läuft, dann stehe ich am Fernglas. Früher hatte ich noch einen Dobson. Der zeigt zwar viel mehr, aber soviel wie die letzten Minate, hatte ich während einer Fotonacht noch nie beobachtet.
Also wie weiter oben schon erwähnt, ein Fernglas ist vielleicht eine Überlegung wert. ;)

Grüße Rainer
 
bis 100mm Öffnung würde ich zum spazieren gehen ein APM SD Fernglas verwenden wollen. Aber für mehr Licht würde ich einen 150mm/F5 bevorzugen wie z.b. einen TS-Optics 152 f/5 ED Rich-Field
 
Im Wiedefield genieße ich immer den Anblick mit meinem TV NP101 im Kombination mit dem 31mm Nagler. Anbei ein Vorgeschmack aus Stellarium.
IMG_1648.png
 
Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen.

Die Ferngläser sehen zwar interessant aus, liegen da doch aber etwas über meinem Budget. Ein Großfeld ED / APO leider ebenso.

Der 130/650 Skywatcher PDS sieht aber auch ganz interessant aus.

Ich muss mir das mal noch ein bisschen durch den Kopf gehen lassen. Momentan tendiere ich zum Newton, entweder

Skywatcher Explorer-150PDS
TS / GSO 6" F/5 Newton 150/750mm
Skywatcher Explorer-130PDS

Einen Auszug mit Mikrountersetzung finde ich schon wichtig.

Diese Newtons scheinen ja für Fotographie optimiert zu sein, von der Fangspiegelgröße jedenfalls. Beeinträchtigt das nicht die Abbildung im visuellen zu stark? Insbesondere beim GSO, welcher ja einen Fangspiegel von 63mm hat?

Oder gibt es einen 150f/6 Newton fürs visuelle mit Mikrountersetzung?
 
Hallo,

einen 150f/6 Newton gibt es, allerdings ohne Untersetzung. Kann man aber nachrüsten.


Verwende den selbst und hab die Untersetzung dazu genommen. Bin damit zufrieden.

Gruß
Jan
 
Hallo Astromo,
diese kleinen schnellen Newtons sind für eine fotografische Ausleuchtung konfiguriert und nicht fürs Visuelle.

Um die Obstruktion brauchst du dir da eigentlich keine Sorgen machen, bei Großfeld ist die Vergrößerung zu gering als das man davon etwas merken würde.
Außer du willst auch mal auf Mond und Planeten halten, doch dann sind wir wieder bei einem anderen Teleskop.

Auch wirst du dich mit dem 6" Foto-Newton nicht sonderlich von dem schon vorhandenen 4" ED abheben.
Außer das du dann drei Teleskope rumstehen hast.

Vielmehr spielt Koma bei diesem Öffnungsverhältnis eine Rolle.
Auch werden die Spikes der Fangspiegel Halterung bei großen Austrittspupillen an hellen Sternen deutlich sichtbar sein.
Das sind Sachen die der Bildästhetik nicht gerade zuträglich sind.
Oder anders ausgedrückt, was bringt ein großes Feld welches dann nur unscharf gezeigt wird?

Im Grunde hast du schon eine recht brauchbare Kombination mit dem 8" Dobson und dem 4" ED.
Da geht es vielleicht nur noch darum die richtige Okular Abstimmung zu finden?
Abgesehen vom Fernglas kann man damit so gut wie alles beobachten.
LG
 
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