Teleskop für Einsteiger gesucht.. mal wieder

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Hallo Leute,

wer sich sinnerfassend und praktisch mit Himmelsmechanik, Starhopping, Objektaussehen (was darf ich erwarten zu sehen?) beschäftigt, der wird mit einem Dobson oder überhaupt ohne GoTo schnell erfolgreich sein.

Wer sich sinnerfassend und praktisch mit der GoTo- und Montierungstechnik auseinandersetzt, bei möglichen Fehlern die Ursache erkennt und abstellen kann, außerdem nicht zu billigem Ramsch greift, der wird mit GoTo erfolgreich sein.

Mir ist, nach durchaus vorhandenen GoTo Erfahrungen, der erste Weg lieber.....und nein, ich falle nicht die Steinzeit zurück. Werner!? ?)

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Robert,
ich bin auch ein Informatiker (Diplom an der TH Darmstadt, jetzt Techn. Uni). Die Software des Goto-Systems funktioniert hinreichend genau. Über einen Zeitraum vom knapp 5 Stunden wurden alle Objekte deutlich innerhalb des Okular-Gesichtsfelds (ca. 0,5°) positioniert. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass das Teleskop nicht 100% horizontal ausgerichtet war und als Beobachtungsort Frankfurt anstelle der genaueren Geokoordinaten des Standorts (gut 50 km entfernt!) eingestellt wurde. Das Goto-System funktioniert für den gegebenen Zweck, nämlich die visuelle Beobachtung, mehr als ausreichend. Viel Spaß weiterhin bei der Verwendung des Dobson.
Viele Grüße,
Werner
 
Hallo Günther,
ich habe einige Jahre Starhopping praktiziert.
Ich, für meinen Teil, bin froh, dass ich mit einem, wie Du es formulierst, billigen Ramsch-Goto-Ssystem endlich frustfrei und ohne Zeitverluste meinem "alten" Hobby, die visuelle Beobachtung von astronomischen Objekten, nachgehen kann. Warum mehr ausgeben als nötig? Die Billiglösung funktioniert erstaunlich zuverlässig. Mir ist, der "Goto"-Weg eben lieber. Jeder kann ja wohl das machen, was er für sich am besten findet.
In diesem Sinne: Viel Spaß beim Beobachten.
Viele Grüße,
Werner
 
Servus Werner,

andere als Deine Erfahrungen läßt Du nicht gelten? Schade eigentlich. Leider habe ich in meiner jahrelangen Beratungspraxis immer wieder mit verzweifelten Menschen zu tun, die eben nicht die Objekte im Bildfeld haben, nachdem ihre für teuer Geld erworbene goto-Montierung das Teleskop positioniert hat. Das korreliert auch mit Testes diverser Fachzeitschriften wie z.B Interstellarum. Meien Aussage war auch nicht, dass die Software das Problem ist, sonder die Ramsch-Mechanik mit Plastik-Zahnrädern usw. Wenn Dein Equipment funktioniert, freut es mich für Dich, hier wäre zielführend, wenn Du Hersteller und Typ der Monti mal ins Gespräch bringen würdest.

Schönen Tag wünscht

Gottfried

 
Hi Gottfried,

ich lasse die Meinungen anderer Leute sehr wohl zu. Hier habe ich jedoch meine persönliche Meinung und Erfahrung weitergegeben, da Polarelch ein transportables und einfach zu bedienendes Teleskop sucht. Mein Celestron 127 SLT mit Goto funktionier einwandfrei, auch wenn es sich um eine einfache Kuststoff-Mechanik handelt. Das hatte ich aber auch schon früher erwähnt.
Viele Grüße,
Werner
 
Theorie
Unabhängig davon ob der TE sich geistlich verabschiedet hat, vllt liest er ja doch noch mit, ist jetzt mittlerweile geklärt, dass das ganze Zeug reisetauglich bleiben soll. Folglich ist die Idee mit dem MAK mit 5" der richtige weg.

Dass der TE an Neptun und Uranus kein Planetenscheibchen erkennen wird und das Ganze mehr Sternencharakter haben wird(Neptun=der blaue Punkt), ist hoffentlich auch klar geworden.

Er wird sich relativ schnell eine automatische Nachführung wünschen, egal ob Goto-Spielerei oder nicht, denn sonst ist der Planet ganz schnell verschwunden. Die preiswerteste und zweckmäßige Lösung ist hierfür nun mal die "Spielzeug Goto Montierung". Die bessere Alternative wäre eine einfache NEQ3 mit Motornachführung. Gewichtemäßig nimmt sich parallaktisch und azimutal nicht viel. Ein Stativ schleppst du bei beiden rum.

Das Einstellen der Goto-Steuerung Mittels 2- bis 3 Sternealignment ist in 5min erledigt und danach funktioniert dieses Spielzeug auch hinreichend präzise. Zumindest habe ich mit den Skywatcher Ausführungen gute Erfahrungen gemacht. Der Nachteil liegt auf der Hand:

wenig Öffnung für's Geld, relativ teuer mit 500€ inkl. Goto.

PRAXIS
Deswegen hörst du immer wieder Newton bzw. Dobson!
Ganz ehrlich: Scheiß auf Zugfahren und nutz das Auto, sonst hast du nur Abstriche.(Preis-/Leistung). Kein 4-5" MAK lässt dich so "abspritzen" (Pardon) wie der Blick durch den 8" Newton bzw. Dobson für dasselbe Geld.(500€)

 
Servus Werner,

das ist doch mal zielführend. Hab selbst ja auch zwei goto-Systeme, HEQ5 Synscan und eine schwere Selbstbaumonti (60kg Achsenkreutz) mit Boxdörfer Dynostar. Beide funktionieren sehr gut. Bei den einfacheren Montis könnten entweder Fertigungstoleranzen eine Rolle spielen, dann wärs die unzureichende Hardware oder die überwiegenden User sind am Himmel nicht so bewandert, dass sie entweder falsche Referenzsterne nehmen oder die Referenzsterne nicht exakt zentrieren.
Tue mir halt schwer, so was zu empfehlen, solange ich nicht 100%ig sicher bin, dass es nicht an der Hardware liegt. Der erwähnte Test zum nachlesen: Stoyan, Ronald: Per Knopfdruck zu den Sternen, Drei preiswerte Goto-Montierungen im Test. Themenheft Teleskope 2009, 26-31. In dem Test wird der Celestron SLT eine Positioniergenauigkeit von 4-5° attestiert. Die Genauigkeit kann im Realignment auf 0,7-0,2° gesteigert werden. Dem Tester Ronald Stoyan traue ich genug Erfahrung zu, dass es sich nicht um Bedienfehler handelt. Ausserdem wird bemängelt, dass die Initialisierung nur in 2/3 aller Fälle klappt, aufgrund fehlender Fehlermeldungen sich nicht ermitteln läßt, warum das so ist. Der Tester empfiehlt hier, als Alignmentmodus "2 Star" zu nehmen, in diesem Modus müssen die Referenzsterne manuell angefahren werden. Das alles trägt nicht dazu bei, dass ich dieses Modell vorbehaltlos empfehlen kann. Vielleicht hat Interstellarum da auch ein Montagsmodell erwischt. Grundsätzlich glaube ich sogar, dass in solchen Fachzeitschriften eher schöngetestet wird, um Anzeigenkunden nicht zu verärgern. Deine Erfahrungen zu diesen Details würden mich schon sehr interessieren.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Gottfried,

zunächst eine kurze Erklärung, warum ich mir den kleinen Mak und keinen 8-Zöller gekauft habe: Da ich alle paar Jahre aus familiären Gründen die Phlippinen besuche, will ich das Teleskop beim nächsten Mal mitnehmen. Hierfür eignet sich ein kleiner Mak eben deutlich besser als ein großer 8-Zöller. Die Optik will ich als Handgepäck mitnehmen, die Montierung kommt in den Koffer.
Da die Phlippinen fast auf dem Äquator liegen, kann man von dort auch sehr gut den Südsternhimmel beobachten, den ich zugegebenermaßen, so gut wie gar nicht kenne. Deshalb auch die Goto-Montierung. Diese wird mir helfen, die südlichen Objekte zu finden. Jetzt dürfte wohl allen klar sein, warum es bei mir für das kleine Reiseteleskop eine Goto-Montierung sein musste. Allerdings ist das Goto-System auch von Deutschland aus sehr hilfreich und spart viel Suchzeit.

Jetzt zu Deinen Fragen:
Ich frage mich, was der Tester mit der Goto-Montierung angestellt hat, da er auf eine Positionierungsgenauigkeit von 4-5° kam.
Ich habe vor kurzem das Teleskop auf einer leicht geneigten Wiese aufgestellt. Da es dunkel war, konnte ich die Libelle nicht so gut sehen. Das Gerät war nicht exakt "im Wasser", also leicht geneigt. Als Beobachtungsort hatte ich Frankfurt ausgewählt. Der tatsächlich Ort war in der Nähe von Aschaffenburg, also gut 50 km süd-östlich von Frankfurt. Meine Zeiteingabe war nur minutengenau. Danach stellte mich innerhalb von 1 Minute per Sucher grob Polaris ein, zentrierte ihn "einigermaßen" bei 60x und aktivierte das 2-Star-Auto-Alignment. Ich wählte Polaris, zentrierte nochmal kurz nach und wählte danach als zweiten Stern Albireo aus. Innerhalb von 1 Minute wurde Albireo angefahren. Der Stern stand nicht ganz zentriert im Okular. Ich zentrierte ihn wieder "Pi mal Daumen" und bestätigte die Position. Danach war das Alignment erfolgreich abgechlossen. Danach testete ich das Goto-System mit M31, M57, M13 und diversen anderen Objekten. Jedes Mal stand das gewünschte Objekt fast exakt im Zentrum des Okulars. Das Teleskop wurde natürlich die ganze Zeit nachgeführt. Selbst bei 288x musste ich nur wenig korrigierten. Ich gehe davon aus, dass selbst dies mit einer exakt waagerechten Aufstellung und den korrekten Geo-Koordinaten nicht mehr nötig wäre.
Ich war selbst sehr überrascht, wie gut diese billige Goto-Montierung funktioniert. Das einzige Manko ist, dass die Montierung nur relativ leichte Teleskope tragen kann. Mehr als einen 6"-Newton kann man damit nicht verwenden, da man ansonsten die Mechanik und die Motoren beschädigen könnte.
Dieser Bericht entspricht im übrigen der Wahrheit. Ich habe mit Celestron/Skywatcher nichts zu tun.
Mein nächstes Teleskop wird vermutlich ein "stationärer" Newton mit mindestens 8" Öffnung auf einer parallaktischen Montierung _mit_ Goto-System.
Viele Grüße,
Werner
 
Hi Werner,

am Südhimmel würde ich mich auch nicht auskennen, da ist die goto-Monti sicher Gold wert.
Zum Alignment ist der Ort auf der Erde, die Uhrzeit usw. nicht so wichtig. Wichtiger ist die genaue Ausrichtung auf die Referenz-Sterne.
Was mich beim Stoyan seinem Interstellarum Test bezüglich der SLT erschreckt, ist das große Getriebespiel, das bei Geschwindigkeit 2x 10 Sekunden beträgt, bei 64x immer noch 2,5 Sekunden. Damit wird Genauigkeit natürlich ein Problem. Kannst Du Getriebespiel in der Größenordnung feststellen oder war die Testmonti ein Ausreißer?

Ein stationärer Newton ist übrigens nicht unbedingt nötig. Ein Freund testet gerade goto-Dobsons. Er ist vom Handling sehr angetan. Z.B. Skywatcher Flextube 14" ist durchaus noch transportabel. Wenn im Lastenheft keine Astrofotooption steht, wäre so etwas sicher eine Alternative.

Sternklare Nächte wünscht

Gottfried
 
Hi,

Zitat von yama03061989:
Scheiß auf Zugfahren und nutz das Auto, sonst hast du nur Abstriche.

dazu muß man
a) Führerschein haben
b) ein Auto haben

das ist für etliche Großstadtbewohner (Berlin, schon vergessen?) keine Selbstverständlichkeit!

Wenn ganz klar geschrieben wird, daß Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unternommen werden ist dieser Rat sehr zielführend. :mauer:
 
Hi Gottfried,

ein Getriebespiel dieser Größenordnung konnte ich nicht feststellen. Eventuell war das Testgerät tatsächlich nicht in Ordnung, oder ich hatte viel Glück! :) Ich gehe mal davon aus, dass mein Teleskop dem "Standard" entspricht. Übrigens enthält die Software einen Menüpunkt, mit dem sich ein evtl. vorhandenes Getriebespiel auf ein Minimum kompensieren lässt. Ich habe nichts dergleichen definiert. Trotzdem hat die Montierung eine wirklich erstaunliche Positionierungsgenauigkeit.
Auf den Südhimmel freue ich mich jetzt schon. Die Goto-Positionierung wird dann garantiert extrem hilfreich sein.
Wenn ein Goto-Dobson tatsächlich brauchbar positioniert und auch nachführt, wäre so ein Teil eine Alternative. Astrofotos müssen vorerst nicht sein. Mal sehen, wann ich "aufrüste"...
CS,
Werner
 
servus Werner,

natürlich weiß ich auch nicht, wie die Genauigkeit des goto in dem Test bestimmt wurde (wenn Du willst, kann ich Dir einen Scan davon mailen). Bei meiner stationären Monti passt die Polausrichtung sehr gut, trotzdem nimmt die Ungenauigkeit zu, wenn ich einen 120° Schwenk mache. Realigne meist kurz vor dem gesuchten Objekt nochmal, dann passt alles wunderbar. Allerdings kann das ein absoluter Anfänger nicht unbedingt.

Nachführ- und Positioniergenauigkeit bei goto-Dobson sei besser als bei einer EQ6/CGEM, allerdings weiss ich das vom Hören-Sagen, würd ich mir noch einmal ansehen. da gabs wohl auch schon mal Probleme, wenn die Basis nicht genau im Wasser ist.

Viel Spass am Südhimmel wünscht

Gottfried
 
Hi Gottfried,

es stimmt schon, dass die Positionier- und Nachführgenauigkeit bei einem Re-Alignment besser wird. Zum visuellen Beobachten hat es aber auch schon mit dem einmaligen Alignment sehr brauchbare Ergebnisse gegeben. Mir genügt es, wenn das Objekt bei 60x im Okular sichtbar ist. Exakt zentriert muss es bei mir gar nicht sein. Da man ja sowieso erst Mal im Zentrum des Okulars sucht, ist es bei schwächeren Objekten sogar vorteilhaft, wenn sie nicht genau in der Mitte stehen. Man schaut dann sozusagen "automatisch" indirekt und findet das Objekt ohne Probleme. Einige sehr schwache Objekte konnte ich natürlich nicht sehen. Dafür reicht die Öffnung des Mak nicht aus.

Deine Infos bezüglich der Dobson-Gotos sind sehr interessant. Tatsächlich hatte ich mich vor dem Kauf des Mak auch mit diesen Teleskopen beschäftigt. Das Problem war, dass sie mir als Reiseteleskop dann doch zu groß waren. Der Preis spielte natürlich auch eine Rolle. Das Goto-System bei den Dobsons erschien mir relativ teuer.

Einer der Gründe, warum ich beim zweiten Teleskop eher eine parallaktische Montierung bevorzugen würde, ist, dass man damit die Option auf Astrophotos hat. Momentan ist das zwar noch nicht mein Ding, aber man kann nie wissen... :)

Die Südhimmel-Erkundug wird leider noch eine Weile auf sich warten lassen. Es gibt ja aber auch hier sehr schöne Objekte!

CS,
Werner
 
Servus Werner,

da die EQ6, die ich mir für die Astrofotografie gekauft hatte, doch recht schwer war, trennte ich mich von ihr, nach etwa 10 Jahren. Sie machte Platz für eine HEQ5pro mit goto, reicht zum visuellen spechteln mit 8"f5 (gesamtgewicht etwa 40kg, auch nicht viel leichter als die EQ6, aber moderner und weiss). Zum fotografieren eignet sich mit 8"f4 eine Monti, die eher steifer ist, als meine Ur-Eq6 war, wurde das hier:

http://i.imagefra.me/24aj0bk8

Inzwischen ist da auch gepflastert, Strom ist da usw.
Fährt auch per goto überall hin, einen Stern zum alignen und gut ist... 24V sind schon fein.

Die goto-Dobsons sind natürlich nur visuell, aber gerade bei 14" ist der Aufpreis prozentual natürlich günstiger als bei 8".
Ich würde photografisch und visuell komplett trennen. Natürlich tue ich auf die schwere Monti auch mal einen visuellen Tubus, ist aber die Ausnahme. Und den Photonewton kannst Du visuell vergessen, wg. heftiger Obstruktion und Koma usw.

LG

Gottfried
 
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