Teleskop für Naturbeobachtung und Astro

Dirk Bartels

Neues Mitglied
Hallo Zusammen,
ich wohne am Rand eines großen Tals und möchte hier deutlich mehr erkunden als mit meinem kleinen Fernglas.
Die Entfernungen im Tal liegen bei bis zu 6km.
Zusätzlich dazu möchte ich gelegendlich Mond schauen - für Deep Sky ist es hier zu hell.
Ich dachte da an einen TS-Optics Doublet SD-Apo 102 mm f/7 - FPL53 mit Amici-Prisma und verschiedenen Hyperion Okularen auf einet AZ-Montierung, weiss aber nicht ob das vielleicht overtuned oder sogar unpassend für meine Zwecke ist.
Ich brauche min. 18mm Augenabstand, da Brillenträger.
Ist die Öffnung für Naturbeobachtung wichtig?

Kann mir bitte jemand auf´s Pferd helfen?

Vielen Dank
Dirk
 
Hallo Dirk,
Ist die Öffnung für Naturbeobachtung wichtig?
Bei Tag nicht. Nur in der Dämmerung.
Kann mir bitte jemand auf´s Pferd helfen?
Dann zäume ich das Pferd mal von hinten auf. Terrestrische Beobachtung ist nur bis zu einer Vergrößerung von ca. 60-fach sinnvoll. Bei 700mm Brennweite ist das mit einem 12mm Okular gegeben. Kürzere Okularbrennweiten brauchst du nur für den Mond.

Das andere Ende ist ein 40mm Okular. Das ergibt eine Vergrößerung von ca. 18-fach. In der 1,25" Version sind das 2,2° wahres Gesichtsfeld, in der 2" Version 3,8°. Amici-Prismen die den vollen 2" Durchlassen haben kosten mehrere hundert Euro. Es wäre deshalb zu überlegen, ob du nicht ein Teleskop mit kürzerer Brennweite nimmst. Z.B.

Gruß Uwe
 
Danke für deine Antwort.

Durchaus interessant der 80mm f/6 Triplet.
Aber da komme ich mit einem 3,5mm Okular "nur" bis 137x.
Das erscheint mir beim Mond nicht alles auszureizen und wie gesagt, ich brauche ein Okular mit Pupillenabstand >=18mm, da wird´s dann wohl eng.
Selbst das 3,5mm Hyperium oder LVW bekommt man ja nur noch gebraucht.

Ist da nicht der TS-Optics 80 mm f/7 - FPL53 / Lanthanglas SD-APO die bessere Version für meine Zwecke oder hat der zu viel Farbe?
https://www.teleskop-express.de/de/...thanglas-sd-apo-mit-2-5-zoll-rap-auszug-18438

Mit dem erreiche ich mit einem 3,5mm auch 2xD.
 
Hallo Dirk,
Aber da komme ich mit einem 3,5mm Okular "nur" bis 137x.
ich habe den 80mm f/6 und gehe nur bis 120x. 2xD ist die gängige Werbeaussage und ergibt eine AP von 0,5mm. Ist mir persönlich zu dunkel. Ich gehe nur bis AP 0,7mm oder knapp darunter.

Das 3,5mm Hyperion wird nicht mehr hergestellt. 5mm Hyperion + Zwischenringe ergibt auch 3,5mm.

Den 80mm f/7 kenne ich nicht und weis nicht, wie gut der ist.

Gruß Uwe
 
Danke für die Info, aber am Mond soll das mit 0,5mm AP wirklich zu dunkel sein?
Nun, ich schaue mit meinem ganz normalen (nicht Apo) 70/900 und einer AP von 0,47 den Mond und Jupiter an. Zu dunkel ist mir das nicht. Der Mond ist oft zu hell. Daher nutzen Leute bei der Mondbeobachtung oft einen Filter, der alles "abdunkelt".

Aber generell. Vergrößerung ist nicht alles und wird oft überbewertet :)
Eine AP von 0,7 nehme ich bei genereller Beobachtung auch als Grundlage.

Nur für Mond und Natur wäre mir mir 102er Objektiv zu viel. Aber das ist nur meine Meinung.

VG Mark
 
Hallo Dirk,

Besonders für die Natur würde ich auch zum kleineren 80er greifen. Der ist auch doch ein ganzes Stück transportabler. Für den Mond reicht das - zumindest für den Anfang - auch vollkommen. Das Teleskop mit 560mm Brennweite sollte den Mond mit einem 6mm Okular (mit 18mm Augenabstand wie dem hier: hhttps://amzn.eu/d/gECqBYz/) bei 93x komplett abbilden.

Jupiter, Saturn und DSOs können durchaus etwas mehr Öffnung vertragen, 80mm sind da aber auch ein Einstieg.

Ohne ein neues Fass aufmachen zu wollen: Wenn es dir auf eine hohe Vergrößerung ankommt, dann könntest du dir auch einen 90er Maksutov anschauen.

Viele Grüße,
Hendrik
 
Hallo Dirk,

ich muss dem Mark beipflichten.

1.) Der 102 Apo ist schon ein wirkliches Trumm. Etwas kleineres, leichteres wirst du öfter einsetzten.

2.) In der Landschaft wirst du nicht über 60x vergrößern, für das eine oder andere ist eine schwache Vergrößerung durchaus sinnvoll.

3.) Gestern Abend habe ich mit einem einfachen Achromaten mit wenig Öffnung Venus und Jupiter beobachtet. Dieses R54 (54/1000) ist über 60 Jahre alt und auf seiner azimutalen Montierung ganz schnell nach draußen gestellt. Venus war bei 80x, Jupiter bei 100x noch herrlich anzuschauen und das mit ganz normalen, niedrigpreisigen Okularen.

Weniger ist oft mehr, obwohl ich mehr Geräte zum schauen habe.

CS Gerhard
 
Hallo Dirk,
ein Refraktor am Tag ist schon Mal gut. Bei Spiegelteleskopen sieht man am Tag bei kleiner Vergrößerung manchmal den Schatten des Fangspiegels. Und in der Dämmerung wird man eine große Austrittspupille haben wollen um in der Natur noch etwas zu sehen.

Ich habe den größeren Bruder vom 102er SD, den 125er. Also der würde sich am Tag auch gut machen aber das wäre mir echt zu mühsam. Ist es mir meistens für das Sterneschauen schon. Daher hab ich mir einen 72 mm Lacerta geholt und gestern war Saturn damit traumhaft. Das Seeing war super. Der schmale Ring messerscharf und der Schatten des Ringes auf dem Planeten. Dann Jupiter echt super, neben den beiden Bändern eine Fülle kleinerer Details in unterschiedlichen Braun- und Chremetönen und e Lyr einfach schön getrennt. Das alles mit "nur" 135 facher Vergrößerung. Dafür nehme ich ein NED 3.2 mm her. Die sind super und kosten praktisch nix. Es war nicht schlechter als ein 5mm Takahashi, das konnte ich gestern sehen.

Also für Natur und Sterne also beides würde ich nicht Mal 80 mm wollen. Ein 72er (den gibt es auch als Lanthan) ist einfach so viel einfacher zu handeln und passt auch super ins Gepäck, wenn es in den Süden geht. Im kleinen Koffer.

Der Lacerta ist super. Ich hatte Teleskope, die das Vierfache kosteten und vielleicht 3 Prozent besser waren, wenn überhaupt.

LG
Franz
 
Danke Hendrik.

Wie ist denn die Abbildung im Maksutov?
Benötigt man dort ein Amici-Prisma?
Um es runterzubrechen: Maksutov-Teleskope sind Spiegelteleskope und sind vom Farbfehler entsprechend besser als Refraktoren. Durch den Spiegel auf der vorderen Platte „verlieren“ sie aber auch wieder Öffnung. Beim Maksutov sind oben/unten korrekt aber links/rechts vertauscht. Der Skywatcher Skymax 90 hat eine Brennweite von 1.250mm. Wenn du kleine Tiere auf große Distanzen beobachten möchtest, dann wäre das eine Überlegung. Ansonsten, wie Gerhard sagte, wirst du Landschaften eher mit geringer Vergrößerung betrachten.

Ich würde (besonders für den Einstieg) Teleskope gebraucht kaufen. Hier im Marktplatz oder auf Kleinanzeigen gibt es in der Regel viele kleine Refraktoren im Angebot. In der Regel sind es dann um die 70% vom Neupreis.

Viele Grüße,
Hendrik
 
Hallo Dirk,

Also das mit der Obstruktion von Spiegelteleskopen ist jetzt auch nicht so schlimm. Dafür kann man sich um das gleiche Geld ein 3 x so großes kaufen und dann siehst bei guten Randbedingungen trotzdem mehr. Was ich meinte ist nicht die Obstruktion an sich. Ich hab ein 20 cm Schmidt Cassegrain gehabt und das damals häufig auch am Tage benutzt, damals hab ich auch auf einen Berg in vielleicht 5 bis 8 km geschaut. Wenn man dann ein Okular länger Brennweite nimmt, dann "sieht" man den Fangspiegel als Schatten. Beim Mond ist eine größere Öffnung schon toll. Die Kraterwelt sieht man mit einem kleinen auch sehr einfach. Aber es gibt da enge Rillen oder beispielsweise Kleinkrater im Krater Plato, da hilft Dir jeder Zentimeter mehr Öffnung, wenn 3 Punkte passen.

1. Das Seeing. Die 135 Fach von meinem kleinen Teleskop kann ich immer nutzen. Die 250 Fach für mein Großes schon seltener und die möglichen 400 Fach von 20 cm Spiegel selten, zumindest aus der Stadt.

2.) Auskühlen. Mit dem 72 mm Refraktor verschwinden die Unschärfen (sieht man besonders gut an einem etwas unscharf gestellten hellen Stern, es wabbert unheimlich und man sieht die Ringe nicht wirklich) vielleicht eine Viertelstunde lang. Beim 125er (sțeht deswegen gerade am Balkon zum Auskühlen) dauert es fast eine Stunde und das 20 cm Schmidt Cassegrain kühlt manchmal die ganze Nacht nicht richtig aus. Deswegen ist es oft so dass der Refraktorfreak wunderbare Beobachtungen macht, wenn es bei einem selber nur wabbert.

3.) Optische Qualität. Heute sind die Apos, auch die Billigen mit meist über 90 Strehl, die kann man zu Vergrößerungen über dem Doppelten der Öffnung in mm ziehen. Ich nutze am 72er 135 Fach und den 125 gerne knapp über 300 fach. Das geht einfach mit einem mittelmäßigen Teleskop nicht und einen Refraktor muss man selten justieren. Ein Spiegel kann es oft theoretisch genauso bringen aber die Kombination auskühlen lassen müssen und kollimieren ist aufwändig. Passt etwas nicht, siehst nur Matsch und genau das war mehr als 15 Jahre mein Stand, weil damals in den 80ern, als ich mein C8 gekauft habe, war das mit dem Kollimieren müssen und Auskühlen lassen beim SC bei weitem nicht so verbreitet.
Ich hab einfach wenig Zeit ansonsten würde ich ein gutes SC schon auch als Teleskop in Erwägung ziehen, weil meine Montierung zum Beispiel keine 15 cm Linse tragen würde aber ein C8 mit 20 cm spielend.

LG
Franz
 
Hallo Dirk,

kannst Du das mal präzisieren?

Andreas
Hallo Andreas,

ich habe ein 8x40 Docter als Fernglas und damit ist natürlich auf Entfernungen bis 6km nichts zu sehen.
Dementsprechend möchte ich ein Teleskop anschaffen, mit dem ich auf diese Entfernungen deutlich mehr entdecken kann.

Ich hatte früher mal mit ´nem 250er GSO-Dob Mond geschaut.
Dazu möchte ich gerne auch das Gerät nutzen um zumindest am Terminator etwas zu sehen.
Deshalb auch hohe Vergrösserungen.
 
Hallo Dirk,

wie ich das lese, soll der Schwerpunkt Naturbeobachtung und dazu mehr oder weniger viel Astronomie sein.

Hier wären gute ED-Spektive mit Wechselokularen eine mögliche Option, z.B. dieses hier:
Ich habe die Celestron Regal-Version, die jedoch etwas teurer ist.

Spektive liefern ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild. Der Amici-Prisma ist okularseitig fest integriert, ähnlich einem Fernglas. Die optische Leistung ist mit einem "richtigen" Teleskop gleicher Öffnung vergleichbar. Das habe ich vorhin zufällig getestet, als ich von diesem Thread noch nicht wusste.

Das Spektiv entwickelt sich bei mir vor allem wegen seiner schnellen Betriebsbereitschaft für Himmelsbeobachtungen immer mehr zu meinem Haupt-Gerät. Die Sternabbildung ist rattenscharf und Mond und Planeten sind ein Traum. Das Anpeilen der Zielobjekte über den Tubusrand (geht von der Seite am besten) ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit etwas Übung klappt das sehr gut. Bei Bedarf kann ich das Aufsuchen mit spektiven hier gern präzisieren.

CS, Christian
 
Hallo Andreas,

ich habe ein 8x40 Docter als Fernglas und damit ist natürlich auf Entfernungen bis 6km nichts zu sehen.
Dementsprechend möchte ich ein Teleskop anschaffen, mit dem ich auf diese Entfernungen deutlich mehr entdecken kann.
Hallo Dirk,

siehe den Beitrag von @Siebengestirn ,darauf wollte ich eigentlich hinaus.

Sofern Du ein Teleskop nur auf das Stativ stellst und Beobachten möchtest ist das soweit o.k., zum "rumschleppen" sind die aber einfach nicht geeignet, da wäre ein Spektiv deutlich sinnvoller.

Andreas
 
Hallo Dirk,

egal mit welchem Teleskop Du am Tage beobachten willst, ich gebe nur mal zu Bedenken,
dass tagsüber mit viel Luftunruhe zu rechnen ist - hatte das mal mit einem SC tagsüber
getestet - durch die Luftunruhe war es fast unmöglich ein scharfes Bild zu bekommen.

Gruß Tom
 
Hallo Dirk,

darum geht es primär erstmal nicht!

Wichtiger wäre es erstmal Deine Prioritäten zu überdenken! Wenn Du überwiegend Naturbeobachtungen mit Beweglichkeit kombinieren willst wäre ein Spektiv sinnvoller, bei Astronomie würde ich eher zum Refraktor tendieren.

Jedes Instrument hat in der jeweiligen Disziplin mehr oder weniger große Vorteile, die gilt es vorher abzuklären.

Andreas
 
Hallo ich hab ja den Lacerta 72 mm ED und kann dessen Objektiv aus eigener Erfahrung sehr empfehlen. Von Omegon gibt es dasselbe Objektiv, also 72/432 in einem Tubus der Richtung Spektiv geht. Dazu ein Amici Prisma und Du hast ein super Spektiv. Einen Zenitspiegel rein und dann geht der Mond bis ca. 150 Fach. Und als Tele soll es ebenfalls gut taugen.

Hier wäre ein Review zu finden.


LG
Franz
 
Hallo Dirk,
Wichtiger wäre es erstmal Deine Prioritäten zu überdenken!
ich habe dich so verstanden, daß du von zu Hause aus beobachten willst. Unterwegs mitnehmen würde ich weder ein Spektiv noch ein Teleskop.
Was spricht gegen ein größeres Fernglas ?
Ich habe das Canon 12x36 IS und überlege schon lange, ob ich mir das 18x50 zusätzlich kaufe. Gegenüber deinem 8x ist das 18x schon ein Quantensprung.

Gruß Uwe
 
Unterwegs mitnehmen würde ich weder ein Spektiv noch ein Teleskop.
Hallo Uwe,

der Unterschied besteht halt darin das Spektive zum "Unterwegs mitnehmen" gemacht sind, ob man das jetzt in Anspruch nehmen will oder nicht bleibt natürlich eine individuelle Entscheidung.
Teleskope sind in der Beziehung eher stationäre Instrumente, wenn das die Priorität ist kann man ein Teleskop natürlich auch für Naturbeobachtungen einsetzen, dann aber nur bei guten Wetter. ;)

Andreas
 
Hatte wenige Jahre an einem 10x54 einen 3x Booster benutzt. Vergrößerung von 30x auf einem Auge ist zwar "etwas". Jedoch beidäugig mit einem robusten 20x80 und bei Bedarf mini-Stativ/Monopod betrachte ich in den Naturschutzgebieten bevorzugt.
Zum anderen haben diese Booster für Ferngläser meist Preise, bei denen ein kleines Einsteiger-Spektiv ebenso erhältlich ist.
 
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