Teleskop für Planeten auf Balkon mit viel Streulicht?

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Hallo Christian,

Felix ist nach allerlei Basteleien der Mak-Spezialist und er meinte, man müsste sich für die Plasterückwand ein Ersatz Drehteil machen lassen (oder auch ein Frästeil) und dann wäre das ein ordentliches Ding. 1,25" Zubehör geht aber im Originalzuständ völlig problemlos. Was den 127/1900 interessant macht, ist ganz einfach die Brennweite. Die längere Brennweite macht ein etwas konsequenteres Planetengerät draus und schafft wohl auch bezüglich der Design-Grenzen mehr Luft. Der 127/1500 hat mit f/12 statt f/15 etwas mehr Allround-Qualitäten.
Eine Montierung der GP-Klasse ist eigentlich in sofern eine Bank, weil diese einfach eine breite Palette an Geräten zuverlässig trägt. Das geht hin bis zum kurzen und leichten Achtzöller. Mein R200SS war einige Zeit auf einer GP im visuellen Einsatz. Im Vergleich mit den dann folgenden GP-Clonen, auf denen meiner Meinung nach bis heute mehr oder weniger alles in der Tragkraftklasse basiert, fand ich, dass die Lagerpassung immer entscheidend für die Belastbarkeit war. Das heißt es gab unter der kugelgelagerten EQ-5 immer einige Exemplare, die GP-DX-Qualität hatten, aber auch einige Schwabbelschwänze, die nicht mit einer genau gepassten GP mitkamen. Da wurde Spiel im Lager dann über den Anpressdruck kaschiert, was nur bis zu einer gewissen Hebelwirkung der Optik ging. Und so wurden kugelgelagerte Montierungen dann schwergängig wie anderswo Gleitlager, weil gepresst wurde, was nicht kippeln durfte.

Clear Skies
Sven

Edit: Ein Ding noch hinterher. Eine Metall-Rückwand für den Bresser würde man auch so auslegen, dass man mit Okular dran die Justageschrauben bedienen kann. Die liegen nämlich... hihi... unter der Plastikrückwand. Wer nicht total schräg drauf ist, lebt bei dem Gerät mit Werksjustage. Normale Leute werden nicht freiwillig die Rückwand abdrehen, auf gut Glück eine Vierteldrehung an einer Justageschraube machen und die Rückwand wieder justieren, um nachzusehen, ob der Justagezustand eine positive oder sonstwie interessante Veränderung erfahren hat. Jaja... da staunt der Laie und der Fachmann hat eine Papiertüte bereit, bevor er's begutachtet. :sick:
 
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Hallo Christian,

schon möglich, dass es so ist. Die Zug- und Druck-Paare unter dem länglichen Gummipuffer habe ich beim 152mm Messier Mak (mit Hexafoc) so vorgefunden.

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

Ich hätte nochmal ein paar Fragen zum Heritage:

Wie verhält der sich in Verbindung mit einer Barlow? Ich habe ja eine 2,5x, die ich schon lange nicht mehr benutzt habe. Damit hätte der dann rechnerisch f/12,5. Würde der sich dann bei hohen Vergrößerungen in etwa so verhalten wie der f/12 Mak von Skywatcher?
Würden dann auch meine Okulare besser passen oder müsste ich dennoch z.B. mit Problemen am Bildfeldrand rechnen?

Gruß
Christian
 
Hallo Christian,

allgemein gesprochen nein. Sie bietet aber interessante Möglichkeiten.
Eine Voraussetzung ist zunächst, dass die Barlow mit f/5 klar kommt. Das gilt nicht für jede Barlow und ich habe in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen mit billigen Barlows an großen Öffnungsverhältnissen gemacht - auch wenn die Barlows sich dann z.B. bei f/10 unkritisch verhielten.

Ansonsten sollte man sich die Barlow eher als eine "Erweiterung" des Okulars vorstellen, damit man nicht auf den Gedanken kommt, die Barlow würde an den Eigenschaften der Primäroptik etwas verändern. Beispielsweise Farbfehler reduzieren, Seeing oder die Anforderungen an die Genauigkeit der Justage. Alles keine aus der Luft gegriffenen Begriffe, sondern "im Umlauf befindliche Optikmythen".

Die Barlow kann aber etwas für das Okular tun:
- Verringern des Okularastigmatismus, also Verbesserung der Randabbildung.
- Vergrößern des Augenabstands (je größer der Barlowfaktor und je kürzer das Barlow-Gehäuse, desto mehr vergrößert sich der Augenabstand).
- Backfokus-Gewinn. Sitzt eine 2x Barlow 20mm vor der Bildebene, entsteht die neue Bildebene 40mm hinter der Barlow. Ob das Plus an Backfokus allerdings nutzbar ist, hängt davon ab, wie das Gehäuse ausgelegt ist. Es ist aus verschiedenen Gründen eher logisch, dass das Gehäuse so ausgelegt ist, dass der Backfokus-Gewinn nicht oder nur zu einem kleinen Teil nutzbar ist.

Die Barlow tut auch etwas "gegen" das Okular:
- Jede Linse bringt ihre Fehler ins Gesamtsystem ein. Es gibt keine perfekte optische Fläche.
- Die Kombination der Flächenkrümmungen in Okular und Barlow kann zu unerwarteten Reflexen führen (selten).
- In dem Maße wie sich der Augenabstand vergrößert (s.o.) ändert sich der Strahlengang im Okular, so dass es zu Randabschattungen kommen kann.
- Ein veränderter Augenabstand kann dazu führen, dass Augenmuschel oder Augenauflage nicht mehr passend dimensioniert sind. Dem Beobachter fehlt dann der "Anhaltspunkt" für die richtige Einblickposition und der Einblick wird unruhig, wenn man haltlos vor dem Okular herumwackelt.

Es ist durchaus interessant, bei einer vorhandenen Okularausstattung zu prüfen, ob man sich beim Umstieg auf ein größeres Öffnungsverhältnis mit einer Barlow behelfen kann. Um ein passendes Übersichtsokular kommt man aber nicht herum.

Clear Skies
Sven
 
Guten Abend,


die Eingangs gestellen Anforderungen bzw. Situationen sprechen meiner Meinung nach für ein Maksutov 102.

- durch die kurze Bauweise kaum Windanfällig
- mit Taukappe auch gegen Streulicht geschützt
- kein Farbfehler
- scharfe Abbildung bis locker 200 fach
- preiswert

Hier ein Vorschlag:


Einen 127er Mak würde ich dann schon auf eine EQ3 oder AZ4 (habe ich selbst) montieren.
Und das ist wahrscheinlich wieder zu viel Gerödel.

Auch hatte ich mal neben 127ern einen 90er Mak auf Tischdobson Basis.
Davon rate ich ab weil es schon beim fokussieren recht zittrig ist und ein beobachten im Zenit nahezu unmöglich ist.

Klare Nächte

Dennis
 
Hallo zusammen,

ein kurzes Update von mir:
Es ist doch ein Heritage geworden. Der Wunsch außerhalb der "Planetensaison" DS beobachten zu können war dann doch zu groß. Und es gab ihn bei mir in der Nähe günstig in einem super Zustand gebraucht.

Ich konnte ihn bereits letzte Woche morgens auf einer Dienstreise am Mond testen und bin zufrieden. M13 und M92 habe ich, trotz Wolken, Mond und Parkplatzbeleuchtung, auch gefunden aber bei den Bedingungen blieben sie eher Wattebäuschen.

Dazu ist dann noch eine gebrauchte Nexstar SE Montierung gekommen, um weniger Zeit mit dem Suchen und mehr mit dem Beobachten von Objekten zu verbringen.

Ein gebrauchter Lumicon UHC war dann auch noch drinnen.

Insgesamt habe ich jetzt knapp über 400€ ausgegeben.

Jetzt ist noch Platz im Budget für eine verbesserte Stromversorgung der Montierung (USB Powerbank von Omegon) und ein/zwei Okulare.

Ich denke hier an ein ES oder Hyperion 24mm mit 68° (mehr Gesichtsfeld geht mit dem 1,25" Auszug wohl nicht) oder etwas Weitwinkliges zwischen 10 und 12mm, weil mir das Zoom da zu wenig Feld bietet.

Gegen die Streulichtproblematik haben wir auch eine Maßnahme getroffen: im Sommer geht es Testweise in die Eifel statt an die Nordsee ;-)

CS,
Christian
 
Hallo Christian,

meiner Erfahrung nach werden Hyperions mit länger werdender Brennweite immer weniger kompatibel zu großen Öffnungsverhältnissen. Daher würde ich bei f/5 und in dem Preisrahmen eher auf ES 24mm 68°, APM Ultraflat 24mm oder bei Lust auf Randschärfe ein LVW 22mm setzen.
Streulicht: Gib dem Heritage eine Socke!

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven (und alle die noch mitlesen),

dass die Hyperions an <f/5 Probleme haben, ließt man immer wieder. Ich habe jetzt aber dennoch erstmal das 8er und das 13er gebraucht (aus dem Biete Forum) gekauft. Im Zweifelsfall kann ich sie ja auch am f/6 Newton verwenden oder wieder verkaufen.

Das APM Ultraflat finde ich äußerst interessant und habe nur gutes darüber gelesen. Ich werde sie definitiv irgendwann mal ausprobieren.
Nur das Gewicht (~360g) macht mir etwas sorgen. Bislang habe ich kein Okular, das mehr als 260 Gramm wiegt. Meine Sorge ist, dass irgendwann die Montierung aussteigt, wenn ich da mehr als 1 Kilo an Okularen und Gegengewichten drauf packe.

Da werden die Hyperions (~450g) ein guter Härtetest sein. Wenn die Montierung und der Heritage OAZ die schaffen, schaffen sie auch die APMs. ;)

Ich werde berichten.

CS
Christian
 
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